Zu “Toten” sprechen ist biblisch

Als Christen haben wir eine große und tiefe Liebe zu unseren Heiligen, zu unseren Angehörigen, von denen wir annehmen, dass sie im Fegefeuer sind, und zu den übrigen Armen Seelen; denn gemäß Hebr. 12,22-24 sind wir schließlich nicht nur zu Gott bzw. Jesus Christus hingetreten, sondern auch zu ihnen, die in ihrer Liebe zu Christus brennen und in dieser Liebe mit ihm vereint und verbunden sind, und so, durch Christus, sie auch mit uns. In Christus sind wir durch den Heiligen Geist miteinander zutiefst vereint und verbunden, weshalb die Heiligen ihrerseits gemäß Hebr. 12,1 uns, ihre noch unvollendeten Brüder und Schwestern, umgeben.
Wir Christen sind mit den Heiligen und allen Armen Seelen in Christus und seiner Liebe durch den Heiligen Geist so dermaßen verbunden, dass wir zu ihnen sprechen, wie wir zueinander sprechen. Diese unsere christliche Liebeshandlung lehnen die Protestanten in ihrem Unverständnis Christi, seiner göttlichen Liebe und des Heiligen Geistes ab und bezeichnen das als “Totenkult” und “Totenbeschwörung”; denn ihnen fehlt der Heilige Geist, der die göttliche, übernatürliche Liebe Christi schenkt. Deshalb diffamieren sie die vollendeten Gerechten Gottes, die Heiligen, und unsere Brüder und Schwestern im Fegfeuer als “Tote”. Es ist ihnen wegen des fehlenden Heiligen Geistes nicht bewusst, dass nur der Leib tot ist, nicht aber die Seele; die Seele lebt weiter, entweder in der Hölle, im Himmel oder im Fegfeuer.
Es lehrte ja unser Herr die Sadduzäer, die an ein Weiterleben nach dem Tod nicht glaubten, am Beispiel Abrahams, Isaaks und Jakobs, also am Beispiel von drei Heiligen, dass die Heiligen nicht tot sind, sondern lebendig (MT. 22,32). Wir Katholiken sprechen also nicht zu Toten, den Leibern, sondern zu Lebendigen, den in die geistige Welt eingegangenen Seelen (Offb.6,9-11; 7,9-17).
Des Weiteren sind die Protestanten nicht fähig, zwischen der Totenbeschwörung, einer okkult-magischen Praxis, wie sie die Hexe von Endor praktiziert hat (1 Sam. 28), und einem normalen Sprechen zu den in der geistigen Welt Eingegangenen, wie wir Christen es praktizieren, zu unterscheiden.
Das Sprechen zu den Heiligen ist also weder ein Totenkult noch eine Totenbeschwörung, sondern ein christlicher Akt.
Doch nun könnten sie sagen, dass das Sprechen zu “Toten” nicht biblisch sei, weil die Bibel das nicht bezeugt. Nun, die Bibel bezeugt auch nicht, dass die Muttergottes gestorben ist. Heißt das also, dass sie nicht gestorben ist? Wir sehen also, wie man aufgrund fehlenden Heiligen Geistes zu den absurdesten Vorstellungen gelangt, von wegen Maria sei nicht gestorben, weil die Bibel nichts über ihren Tod berichtet, und die Juden und Christen hätten in biblischen Zeiten nicht zu “Toten” gesprochen, weil die Bibel nichts darüber berichten würde.
Dass das Sprechen zu Verstorbenen aber sehr wohl biblisch ist, belegt nicht nur die Tatsache, dass Christus zum verstorbenen Propheten Moses sprach (Mt. 17,3), sondern, dass auch der Prophet David zu zwei gewöhnlichen Verstorbenen gesprochen hat; denn zum verstorbenen Jonatan sprach der Prophet:
“Wie weh ist mir um dich, mein Bruder Jonatan! Du warst mir so lieb! Köstlicher war deine Liebe mir als die Minne der Frauen!” (2 Sam. 1,26)
Und zum verstorbenen Abner sprach der Prophet:
“Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Ketten gelegt! Wie man vor Verbrechern fällt, so fielst du!” (2 Sam. 3,34)
Diese Bibelstellen belegen, dass das Sprechen zu Verstorbenen biblisch ist! Wir Christen tun also etwas Biblisches, wenn wir, wie der Prophet David zu Jonatan und Abner, zu unseren verstorbenen Heiligen und den Armen Seelen sprechen. Dies nicht zu tun, ist nicht biblisch!
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