Wir sind eine wunderbare Familie

Dem Protestantismus zufolge ist der Christ ein Einzelgänger, der seine Kraft für den Alleingang im Leben schöpfen muss durch die Gemeinschaft, welche für ihn sonst unbedeutend ist. Gemäß dem Katholizismus ist der Christ jedoch kein Einzelgänger und kein Einzelkämpfer, da für ihn nicht das protestantische Allein ICH und GOTT gilt, sondern das katholische GOTT und WIR. Die Kirche als mystischer Leib Christi besteht daher nicht nur aus den Katholiken auf Erden, sondern aus allen Katholiken, jenen auf Erden, jenen im Fegefeuer und jenen im Himmel! Alle Katholiken, die auf Erden, die im Fegefeuer und die im Himmel, sind in Liebe miteinander vereint:

“… dass … sie [konkret die Christen in Kolossäa und Laodiziäa] in Liebe … vereint seien …”

Doch wir Katholiken – wir auf Erden, die im Fegefeuer und die im Himmel – sind nicht nur miteinander in Liebe vereint, sondern auch mit den Engeln Gottes:

“Ihr seid vielmehr hingetreten … zu ungezählten Engeln …, zur Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel eingetragen sind, zu Gott …, zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu Jesus …” (Hebr. 12,22-24)

Wir, die wir dies lesen und Katholiken sind, stehen also nicht nur in liebender Gemeinschaft mit Christus und Gott, sondern auch mit den übrigen Katholiken auf Erden, mit den Engeln, mit den Heiligen und mit den Seelen im Fegefeuer, “die im Himmel eingetragen sind”. Wir alle – Gott, Christus, die Engel, die Heiligen, die Seelen im Fegefeuer und wir auf Erden – bilden eine große liebevolle Gemeinschaft, aber nicht eine irgendwie geartete Gemeinschaft, sondern eine wunderbare Familie; Paulus schreibt ja in Hebr. 2,11 über Christus, den Sohn Gottes:

“Aus diesem Grunde schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen”.

Mit “sie” sind alle gemeint, die Christus, den Sohn Gottes, angenommen haben und seiner Lehre gefolgt sind und folgen und seine Gebote gewahrt haben und wahren; und das sind wir Katholiken auf Erden, die im Fegefeuer und die im Himmel. Somit sind wir allesamt seine Brüder und Schwestern und durch ihn einander Brüder und Schwestern. Als seine Brüder und Schwestern haben wir somit seinen Vater zum Vater und seine Mutter zur Mutter.

Diese christliche Familie besteht also aus Vater und Mutter und ihrem Sohn Jesus Christus und uns, ihren übrigen Kindern, den gläubigen Katholiken auf Erden und jenen im Fegefeuer und im Himmel, und der personifizierten Liebe, dem Heiligen Geist, der uns miteinander familiär vereint und verbindet, und den Engeln als Diener dieser großen wunderbaren christlichen Familie.

Weil wir also allesamt eine große wunderbare christliche Familie sind, so lieben wir alle einander auf eine ganz besondere Weise. Und deshalb lieben wir Katholiken auf Erden auch die Heiligen, unsere vollendeten Brüder und Schwestern, und lehnen sie in unserer Liebe nicht ab, wie die Protestanten es tun, die sich aufgrund dessen aus dieser Familie Gottes selbst ausschließen! Es heißt ja in der Schrift:

“Wer sagt, er sei im Lichte, und er hasst/lehnt ab seinen Bruder, ist noch in der Finsternis bis jetzt.” (1 Joh. 2,9)

“Daran erkennt man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels. Jeder, … der nicht liebt seinen Bruder.” (1 Joh. 3,10)

Wer sich also “Christ” nennt, aber die vollendeten Brüder und Schwestern ablehnt oder sogar hasst und verabscheut, ist kein Christ, sondern, diesem Wort Gottes zufolge, ein Kind des Teufels! Ein tatsächlicher Christ ist nach 1 Joh. 2:9, 1 Joh. 3:10 und nach 2 Mo. 20:12 der, der also auch die Mutter und die Heiligen im Himmel liebt und sie daher, aufgrund seiner christlichen Liebe, annimmt.

Zu welcher Gruppe gehörst nun Du, lieber Leser, zur erstgenannten antichristlichen Gruppe, die die Mutter und die vollendeten Brüder und Schwestern im Himmel, die Heiligen, nicht liebt und sie daher ablehnt, oder zur zweitgenannten, der christlichen Gruppe, die die Mutter und die Heiligen, die vollendeten Brüder und Schwestern im Himmel, liebt und sie daher annimmt?

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