Wie eine protestantische Freundin katholisch wurde

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Von evangelisch zu katholisch

Durch einen Freund lernte ich eine Protestantin kennen – Marion will ich sie hier nennen -, die in der protestantischen Glaubensgemeinschaft „The Way International“ war, der sie aber zu diesem Zeitpunkt nicht mehr angehörte. Der Grund, dass sie zusammen mit ihrer Schwester dieser Gemeinschaft den Rücken kehrte, war ihre extrem autoritäre Struktur. Viele Jahre lang hatte sie mit angesehen, wie die Leiter Konflikte zwischen ihr und ihrer Schwester schürten, aber auch zwischen anderen Mitgliedern dieser Gemeinschaft. An der Lehre dieser Gemeinschaft hält sie aber bis heute fest, während ihre Schwester inzwischen katholisch ist. Und über die Konversion ihrer Schwester – Sandra will ich sie hier nennen – möchte ich jetzt berichten:

Nachdem ich Marion kennengelernt hatte, war ich viel mit ihr zusammen. Wir verstanden uns sehr gut. Sie war gemäß der Lehre ihrer ehemaligen Glaubensgemeinschaft der Meinung, dass der Papst der Antichrist, die Katholische Kirche die Hure Babylon und die Heilige Messe und unsere Marien-, Engel- und Heiligenverehrung und vieles mehr Götzendienst und Aberglaube wären. Ich versuchte ihr das alles gar nicht auszureden und beließ sie bei diesen Ansichten. Nur im Hinblick auf die Heilige Messe empfahl ich ihr, sich selbst davon zu überzeugen, ob sie Götzendienst ist oder nicht. Sie nahm die Empfehlung an und kam zu dem Schluss, dass es in der Heiligen Messe nichts gibt, was götzendienerisch wäre. Immer seien Gott und Jesus Christus Thema unseres Gottesdienstes. Bezüglich der Eucharistie, an die sie nach wie vor nicht glaubt, kam sie auf der Basis ihres Glaubens für sich zu dem Schluss, dass da zwar nicht Jesus Christus real präsent sei, dass wir Katholiken aber auf der Basis unseres Glaubens Jesus Christus bei der Eucharistie im Sinn haben, weshalb wir keinen Götzen anbeten, sondern Jesus Christus. Dies führte dazu, dass sie von nun an hin und wieder die Heilige Messe besucht. Dies und mein Glaubensleben, an dem sie sah, was katholisch wirklich ist, rückten sie auch von dem Standpunkt weg, dass der Papst der Antichrist, die Katholische Kirche die Hure Babylon und unsere Marien-, Engel- und Heiligenverehrung und noch vieles andere Götzendienst oder Aberglaube wären. Sie entwickelte deshalb einen positiven Bezug zur katholischen Kirche, was sich auch dadurch äußert, dass sie hin und wieder katholische Schriften verteilt. Bezüglich des Kindesmissbrauchs und anderer Untaten innerhalb der katholischen Kirche sagt sie, dass die katholische Kirche dafür nicht verantwortlich sei, weil sie ihre Lehre und die Gebote hat, an die sich jeder Katholik zu halten hätte, auch der Papst, die Bischöfe und die Priester. Und sie verweist auch darauf hin, dass es viele schlimme Sünden auch im Protestantismus gäbe, auch Kindesmissbrauch. Schlechte Menschen gäbe es halt überall.

Durch ihre Schwester Marion fand auch Sandra, die ursprünglich genauso dachte wie ihre Schwester, einen positiven Bezug zur katholischen Kirche, der einige Zeit später dadurch verstärkt wurde, dass sie mich und einen Glaubensbruder[1] kennenlernte, den sie seither zwei Mal die Woche besucht. Auch sie unterschied ab jetzt zwischen guten und schlechten Katholiken, wie sie bis dahin auch zwischen guten und schlechten Protestanten unterschieden hatte, weil sie an uns Beiden sah, dass es auch gute Katholiken gibt. Aber sie war, wie ihre Schwester Marion, so gutherzig, dass sie die schlechten Katholiken und Protestanten für ihre Schlechtigkeiten nicht verurteilte. Denn nicht sie sei Richter, sondern Gott allein. Sie liebt die Schlechten genauso wie die Guten. Eine tolle Seele, die Christi Liebesgebot wirklich lebt und praktiziert! Meine Hochachtung!

Da Sandra mit mir und meinem Glaubensbruder viel zu tun hatte, so kam es dann auch dazu, dass wir viel über die Bibel sprachen. So konnte ich ihr belegbar aufzeigen, an welchen Stellen der Gründer von Der-Weg-Gemeinschaft – Victor Paul Wierwille – die Bibel fälschte, um aus der Bibel katholische Aussagen auszuradieren und auf diese Weise seine eigenen protestantischen Lehren hineinzufälschen. Auch anhand etlicher anderer Bibelstellen konnte ich ihr aufzeigen, dass die Bibel keine protestantischen, sondern katholische Lehren und Glaubenspraktiken wiedergibt. Ich hatte sie jahrelang damit konfrontiert. Sie sträubte sich natürlich dagegen, weil die Weg-Lehre in ihr tief verwurzelt war. Es entstand daher ein großer Kampf in ihr zwischen ihren protestantischen Weg-Lehren und der Bibel. Da nun ihre Schwester Marion sah, dass sie immer mehr zur Bibel hin tendierte, schloss sie mit ihr einen Pakt: Sie solle mit ihr zusammen der Weg-Lehre treu bleiben. Doch das hielt nicht lange an, weil sich Sandra der Bibel, Gottes Wort, verpflichtet sah, weshalb sie einige Zeit später konvertierte und am 2. Juli 2014 in die katholische Kirche aufgenommen wurde.

Doch trotz ihrer Konversion zum katholischen Glauben konnte sich Sandra mit der Muttergottes nicht anfreunden, so tief war der Protestantismus in ihr noch verwurzelt. Nach wie vor empfand sie Ekel, wenn von ihr gesprochen wurde. Dies war auch der Grund, warum sie den Rosenkranz nicht betete. Hier konnten mein Glaubensbruder und ich nichts machen, weshalb wir alles Gott überließen. Und tatsächlich, Gott führte sie 2016 dann selbst zum Rosenkranzgebet, und zwar folgendermaßen: Eines Tages empfand Sandra in ihrem Herzen einen starken Drang zu einem Kloster zur Beichte zu gehen. Dort angekommen, ging sie zuerst zum Klosterladen. Im Klosterladen empfand sie denselben starken Drang, sich einen Rosenkranz kaufen zu sollen. Sie folgte dem inneren Drang und kaufte sich einen, aber ohne die Absicht gehabt zu haben, ihn zu beten. Die Verkäuferin gab ihr noch eine Gebetsanleitung dazu. Und anschließend ging sie dann zur Beichte. Zur Buße wurde ihr aufgetragen, gleich nach der Beichte den Rosenkranz zu beten, was nun aber nicht möglich gewesen wäre, wenn sie sich den Rosenkranz zuvor nicht gekauft hätte und ihr die Gebetsanleitung nicht mitgegeben worden wäre, da der Klosterladen inzwischen geschlossen hatte. Und so sorgte Gott dafür, dass sie nach der Beichte den ihr vom Beichtvater aufgetragenen Rosenkranz beten konnte. Seither betete sie ihn täglich, aber halt eben mit Widerwillen, weil sie die Muttergottes immer noch nicht liebte, sondern nach wie vor einen Ekel ihr gegenüber empfunden hat.[2] Dies änderte sich in diesem Jahr (2020), als ihr Gott eine Vision schenkte, in der sie das Sonnenwunder von Fatima und die heilige Jungfrau sah. Sie war so beeindruckt von ihrer Schönheit und Liebenswürdigkeit, dass sie sie seither liebt und die Ave Maria im Rosenkranz in Liebe zu ihr betet. Seither bereitet ihr der Rosenkranz große Freude.

Und noch etwas ist dazugekommen: Sie betete nicht für die Armen Seelen im Fegefeuer. Dies änderte sich, als ihr Gott in einer Vision zeigte, dass sich ihr Vater, der evangelisch war, im Fegefeuer befindet. Seither betet sie für ihn und für alle anderen Armen Seelen. Sie sagt, ihr Vater konnte ja nichts dafür, dass er in den evangelischen Glauben hineingeboren wurde und deshalb nicht katholisch war. Deshalb sei er trotz seines falschen Glaubens gerettet. Er habe es eben nicht besser gewusst.

Sandra sieht jetzt, wie ihr Glaube im Vergleich zu früher, als sie noch protestantisch war, richtig lebendig ist. Sie habe jetzt eine viel innigere und viel tiefere und lebendigere Beziehung zu Jesus Christus, als früher. Früher glaubte sie noch, der katholische Glaube würde wegen Maria, den Engeln und Heiligen von Jesus wegführen, doch jetzt sieht sie aufgrund eigener Erfahrung, dass das anders ist. Deshalb ist sie so glücklich, katholisch zu sein. Sie ist so glücklich darüber, dass sie gar nicht mehr aufhört, sich bei mir zu bedanken, dass ich sie zum katholischen Glauben geführt habe. Ihr Glück, das sie gefunden hat, habe sie mir zu verdanken, wobei sie schon weiß, dass das letztlich auf Gott und seine Gnade zurückzuführen ist, weshalb sie besonders Gott unaufhörlich für diese große Gnade dankt.

Gelobt sei Jesus Christus!


[1] Bei dem Glaubensbruder handelt es sich um einen ehemaligen Protestanten, der sich mit mir zusammen zum katholischen Glauben bekehrte. Über meine Zuwendung zum katholischen Glauben und seine Konversion berichte ich hier: https://www.katholisch.com/wie-ich-und-ein-protestant-gleichzeitig-katholisch-wurden/

[2] Dass Sandra den Rosenkranz trotz ihrer Abneigung gegenüber der Muttergottes betete, lag daran, dass sie in der Fügung Gottes erkannte, dass es Gottes Wunsch ist, dass sie den Rosenkranz betet.

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