Warum der Zölibat nichts mit Kindesmissbrauch zu tun hat

Es ist jedes Mal besonders erschütternd, wenn von einem Kindesmissbrauch durch einen Priester berichtet wird. Gerade Priester sollten ein moralisches Vorbild für Christen und Gesellschaft sein. Das Skandalon ist hier natürlich um so höher! Doch obgleich es auch bei evangelischen Pfarrern, verheirateten Männern und im Fussball-Verein zu sexuellen Verbrechen an Kindern kommt, wird im Falle der priesterlichen Täter ein Ding häufig als alleinige Ursache auserkoren: das Zölibat. Dies ist aber gleich aus drei Gründen unhaltbar:

  1. Das Grundproblem des Kindesmissbrauchs ist nicht der Zölibat, sondern, dass sich skrupellose Pädophile die Berufe suchen, in denen sie mit Kindern zu tun haben, um sich dann, wenn sie ihn haben, an ihnen zu vergreifen. Das sind weltlich gesinnte Papier-Katholiken, denen die gegenwärtige Laxheit in der Kirche Tür und Tor zum Priesteramt eröffnet hat und auch weiterhin eröffnet. Schuld am Kindesmissbrauch in der Kirche sind daher nicht die Sexualmoral oder das Zölibat, sondern vielmehr der Sittenverfall auf diesem Gebiet. Und diesen haben die Medien, die sehr gerne und zurecht den Kindesmissbrauch in der Kirche anprangern, jahrzehntelang gefördert. Eine durchsexualisierte und hemmungslose Gesellschaft trägt eine große Mitverantwortung für Kindesmissbrauch in der Kirche und besonders auch außerhalb der Kirche. Der Zölibat produziert keine sexuell unsittlichen Männer, sondern soll sexuell unsittliche Männer aus dem Priesterstand fern halten. Eine strenge Sexualmoral wie das Zölibat für Priester soll bewusst zahlreiche potentielle Kandidaten abschrecken und nur solche zum vollzeitlichen und das ganze Leben umfassenden Dienst zulassen, denen auch die Gnade von Gott dafür verliehen ist (vgl. 1Kor 7,7). Nicht weniger, sondern mehr Strenge kann die Kirche hier wieder auf einen heilsamen Weg führen!
  2. Der Zölibat trägt nichts zum Kindesmissbrauch bei, weil Pädophile sexuell nicht auf Frauen, sondern auf Kinder stehen. Es ist unsinnig anzunehmen, dass diese Priester nicht schon vor ihrer Priesterweihe pädophil veranlagt waren. Denn einmal abgesehen davon, dass es eine reine Phantasie ist, dass der Zölibat Pädophilie erzeugt, so würde doch ein normaler Mann den Zölibat vorher schon durch andere Formen von Unzucht brechen, bevor er sich an Kindern vergreift. Wenn ein Priester den Zölibat nicht erfüllen kann, so würde er ja vorher zahlreiche andere Wege finden, seinen sexuellen Begierden freien Lauf zu lassen (Prostitution, Pornografie, wilde Ehen, etc.). Alles wäre in der sündigen Logik eines heterosexuellen Mannes noch viel naheliegender als irgendwelche Kinder zu missbrauchen. Nein, die pädophile Perversion muss andere (wahrscheinlich schon vorher bestehende) Gründe als den Zölibat haben!
  3. Die in der Kirche von weltlich gesinnten pädophilen Priestern missbrauchten Kinder wären von ihnen auch dann sexuell missbraucht worden, wenn es den Zölibat nicht gäbe, da Pädophile nicht auf Frauen, sondern auf Kinder stehen, und es daher auch und vor allem von Seiten verheirateter Männer zum Kindesmissbrauch kommt. Und keiner will doch sagen wollen, dass deshalb die Ehe abgeschafft werden müsste.

Wir sehen also: Den Zölibat für den Sündenbock zu erklären ist viel zu kurz gedacht. Und vor allem entlastet es ja die wahren Sünder – ja, es offenbart sogar ein gewisses Verständnis seitens der Ankläger. Wir sagen aber entschieden: Nein, für diese Sünde darf es kein Verständnis geben! Nicht der Zölibat ist Schuld für Kindesmissbrauch, sondern der Priester, der Kinder missbraucht. Für so ein Verbrechen darf es kein Verständnis oder Mitleid geben! Und ja, unsere Kirche sollte viel mehr tun, damit so etwas wie Kindesmissbrauch nicht mehr geschieht.

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