Vom Zeugen Jehovas zum Katholiken

Im Jahr 2002 lernte ich einen Zeugen Jehovas kennen, mit dem ich jahrelang freundschaftlich verbunden war. Dann, ab 2007, verloren wir uns aus den Augen, weil ich ab diesem Zeitpunkt für meinen todkranken Freund da sein musste. Bis zu seinem Tod im März 2009 benötigte er nämlich rund um die Uhr Pflege und Versorgung. Nach seinem Tod traf ich den Zeugen Jehovas wieder. Es stellte sich heraus, dass er nicht mehr zu den Versammlungen der Zeugen Jehovas ging, und zwar, weil er das Verhalten etlicher Anwesender nicht mehr ertragen, und weil ihm mit einem Mal dort alles so öde, oberflächlich und trocken vorkam. Doch an den Lehren der Wachturmgesellschaft hielt er immer noch fest, und fühlte sich nach wie vor mit den Zeugen Jehovas verbunden. Und ich war inzwischen katholischen Glaubens, so dass es zwischen ihm und mir immer wieder Gespräche gab bezüglich der Bibel und dem richtigen Glauben. Ich zeigte ihm dann, wie und wo die Wachturmgesellschaft die Bibel auf welche Weise gefälscht hat, mit dem Ziel, ihre eigenen Lehren auf diese Weise für biblisch zu erklären. Dies führte dazu, dass er mit den Zeugen Jehovas gänzlich brach. Stattdessen eignete er sich jetzt immer mehr und mehr ein weltliches Leben an, weshalb er mit mir immer weniger Kontakt haben wollte, weil ich ein Glaubensleben führte, mit dem er jetzt nichts mehr anfangen konnte. Denn er fing an, zu trinken und in Kneipen zu gehen. Das war ab jetzt sein Milieu. Erst als er sich etwas gemäßigt hatte, und mit dem Trinken und seinen Kneipengängen aufgehört hatte, wollte er auch wieder mehr mit mir zu tun haben. Er fing auch wieder an, sich mehr der Bibel zuzuwenden und nach dem wahren christlichen Glauben zu suchen. Er schaute sich die Lehren verschiedener Freikirchen an und präsentierte sie mir, um sie mit mir zusammen biblisch zu besprechen, auch deren kritische Aussagen über katholische Einzellehren und über einzelne katholische Glaubenspraktiken. Ich wies ihm biblisch nach, wieso und warum die Lehren dieser Freikirchen un- und antibiblisch sind. Im gleichem Zuge bewies ich ihm biblisch, wie sehr hingegen die kritisierten katholischen Lehren biblisch sind, die von den Lehrern der Freikirchen mittels bestimmter antibiblischer Methoden lediglich verdeckt werden. Auch erklärte ich ihm, wie es sich mit den kritisierten katholischen Glaubenspraktiken wirklich verhält, und dass das alles nichts mit Heidentum, Satanismus, Okkultismus und Aberglauben zu tun hat, und alles ganz einfach nur biblisch und christlich ist. Als er dann die so von mir vom Protestantismus gereinigte Bibel und den von mir so von den Verzerrungen befreiten Katholizismus vor sich liegen hatte, ging ihm ein Licht auf und er konvertierte 2018 zum katholischen Glauben.

Seit 2018 ist er also katholisch. Jedoch kann er sich noch heute nicht durchringen, ein katholisches, christliches Glaubensleben zu führen, weil er sein um 2012 herum begonnenes weltliches Leben nicht aufgeben kann. Aufgrund seiner weltlichen Beeinflussung findet er einfach keinen Zugang zu einem christlichen und geistlichen Glaubensleben. Da er aber aufgrund des katholischen Glaubens weiß, dass ein Christ ein solches Leben führen sollte, und er es auch führen will, so wird ihm das durch Gottes Gnade irgendwann auch gelingen.

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