Sola Fide?

“Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.” (Joh. 14, 21)

Ein näherer Bekannter gab mir vor längerer Zeit ein kleines Büchlein – “Was nicht nur Katholiken wissen wollen” – von James G. McCarthy, einem Evangelikalen, mit der Bitte es zu prüfen. Wenn es Irrlehren enthalte, solle ich es entsorgen. Ich sagte ihm, dass jede protestantische Schrift Irrtümer und Irrlehren enthalte; ich nahm das Büchlein aber trotzdem entgegen, um die darin vorkommenden Irrlehren und Irrtümer aufzugreifen und sie biblisch zu widerlegen.

Wie nicht anders zu erwarten, erzählt der evangelikale Autor des Büchleins etwas von der angeblich biblischen Lehre “allein aus Glauben”, um dann zu Irrlehren, die Werke (des Glaubens) würden niemanden retten, sie seien nichtig, überflüssig, bloße bzw. tote Rituale – die Sonntagspflicht, die Teilnahme an der Heiligen Messe, die Inanspruchnahme der Sakramente, Heilige Kommunion, Gutestun bzw. die Gebote Gottes halten, Rosenkranzbeten etc. Dies alles würde keinen Menschen retten. Um diese Irrlehre besser zu postulieren, greift der Autor zu einer Lüge, indem er behauptet, die Katholiken hätten keinen Glauben und praktizierten nur die genannten toten Werke – ohne Glauben. Und so habe “diese arme Frau”, die die Sonntagspflicht wahrnimmt, die Heilige Messe besucht, die Sakramente in Anspruch nimmt, betet und Gottes Gebote hält, (ohne Glauben) “keine Chance”, gerettet zu werden. Sie würde verdammt werden.

Es ist schon echt unverschämt, einer Katholikin willkürlich den Glauben abzusprechen, sie als Ungläubige hinzustellen und so zu tun, als ob ihre Werke nicht aus Glauben kämen. Der Evangelikale zielt mit dieser Lüge darauf ab, die katholische Kirche und den Katholizismus in ein falsches Licht zu stellen, um sie auf diese Weise besser zu bekämpfen. Dabei tut kein gläubiger Katholik etwas anderes, als das, was auch die ersten Christen unter den Aposteln getan haben:

„Sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen (Heilige Messe) und in den Gebeten … Alle, die zum Glauben fanden, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam, sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, je nachdem einer bedürftig war (Gutestun). Beharrlich kamen sie Tag für Tag einmütig im Tempel zusammen (um dort zu beten), brachen zu Hause das Brot (Heilige Messe) und nahmen die Speise in Freud und Lauterkeit des Herzens (Heilige Kommunion), sie lobten Gott und standen im Ansehen beim ganzen Volk.“ (Apg. 2,42-47)

Die gläubigen Katholiken verharren also in der apostolischen/kirchlichen Lehre, in der Gemeinschaft, in der Teilnahme an der Heiligen Messe (Brotbrechen), im Empfang der Heiligen Kommunion, im Gutestun, in den Gebeten und im Lobpreis Gottes, und sie gehen, wenn es ihnen möglich ist, täglich in die Kirche, wie die ersten Katholiken in den Tempel. Aber das, was die ersten Katholiken, wie wir heutigen, im christlichen Glauben und aus dem Glauben heraus getan haben, seien bloße Rituale, ohne Wert, so die Evangelikalen. Schlimmer geht es nicht, als das, was die Heilige Schrift, Gottes Wort, als gut und richtig behauptet, als schlecht und falsch hinzustellen, nur weil das ihrer Sola-Fide-Irrlehre widerspricht, die im Neuen Testament nirgendwo zu finden ist; sondern vielmehr der Phantasie Martin Luthers entsprungen ist, der es nicht scheute, in das heilige Wort Gottes sein sola hineinzufälschen:

„Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch allein aus Glauben gerecht werde“ (Röm. 3,28)

In Wirklichkeit aber steht da:

„Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch aus Glauben gerecht werde“ (Röm. 3,28)

Und nicht „allein aus Glauben“:

„Ihr seht also, dass der Mensch durch Werke gerecht wird und nicht durch Glauben allein.“ (Jak. 2,24)

Aus Glauben und Werke also, und nicht aus Glauben allein, und auch nicht aus Werken allein. Zuerst ist der Glaube da, und aus ihm gehen die Werke hervor, die Werke des Glaubens:

„Sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen (Heilige Messe) und in den Gebeten … Alle, die zum Glauben fanden, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam, sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, je nachdem einer bedürftig war (Gutestun). Beharrlich kamen sie Tag für Tag einmütig im Tempel zusammen (um dort zu beten), brachen zu Hause das Brot (Heilige Messe) und nahmen die Speise in Freud und Lauterkeit des Herzens (Heilige Kommunion), sie lobten Gott und standen im Ansehen beim ganzen Volk.“ (Apg. 2,42-47)

Nehmt also aufgrund des Glaubens die Sakramente in Anspruch, erfüllt die Kirchengebote, verharrt in der kirchlichen Lehre, in der Gemeinschaft, in der Teilnahme an der Heiligen Messe (Brotbrechen), im Empfang der Heiligen Kommunion, im Gutestun, im Gebet und Lobpreis und im Kirchgang … Denn Ihr werdet nicht aus Glauben allein gerecht, wie Euch protestantische Lehrer weismachen wollen, sondern durch Glauben und Werke, wie die Kirche lehrt!

Die Evangelikalen und andere Protestanten leben offenbar “aus Glauben allein” – ohne Werke, doch der Glaube ohne Werke ist tot (Jak. 2,26), und ein toter Glaube rettet nicht; und andere Menschen leben “aus Werken allein” – ohne Glauben. Gemäß Mt. 7,21-23 und Eph. 2,8-10 bringt das beide Menschengruppen in die Hölle! Die gläubigen Katholiken hingegen leben gemäß der Schrift aus Glauben und Werke. Sie kommen in den Himmel, wenn sie darin verharren. Denn der Glaube hat zur Folge, dass man in der kirchlichen Lehre bleibt, dass man die Sakramente empfängt, dass man sich heiligt, dass man die Kirchengebote erfüllt, dass man in der Gemeinschaft der Gläubigen verharrt, dass man betet und Gutes tut, Gottes Gebote erfüllt.

Die Lehre “Sola Fide” ist also eine verheerende Irrlehre, mit der viele Menschen verführt werden! Durch Sola Fide steht ihr Seelenheil auf tönernen Füßen!

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Nachtrag I

Im oben erwähnten evangelikalen Büchlein heißt es, dass die Taufe, die Firmung, die Beichte, die Heilige Messe, die heilige Kommunion, Gottes Gebote halten und Beten tote Rituale wären, die uns nicht retten würden, da nur der Glaube allein retten würde. Dass das Genannte keine toten Rituale bzw. toten Werke sind, sondern Taufe, Firmung, Beichte, Heiliges Messopfer, Heilige Kommunion, Gottes Gebote halten und beten etc. (heils)notwendig sind, zeige ich nun auf:

Taufe

Ohne die Taufe keine Rettung:

„Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet …“ (Mk. 16,16)

„Das Abbild, die Taufe, rettet jetzt auch euch …“ (1 Petr. 3,21)

“Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn einer nicht geboren wird aus Wasser und Geist, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes.” (Joh. 3,5)

Firmung

Durch die Firmung empfangen wir den Heiligen Geist:

„Als die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese zogen hinab und beteten für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen … Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.“ (Apg. 8,14-17)

Beichte

Ohne Beichtsakrament kein Sündennachlass:

“Bekennen wir unsere Sünden, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden erlasse und uns rein mache von allem Unrecht.” (1 Joh. 1,9)

„Nochmals sprach Jesus zu ihnen (den Aposteln): ‚Friede sei euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich auch euch.‘ Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach zu ihnen: ‚Empfangt den Heiligen Geist! Deren Sünden ihr nachlasst, denen sind sie nachgelassen; deren Sünden ihr behaltet, denen sind sie behalten.“ (Joh. 20,21-23)

Gemäß 1 Joh. 1,9 konnten die Apostel den Gläubigen nur dann ihre Sünden vergeben, wenn sie diese ihnen gegenüber auch bekannt, gebeichtet, haben, da man ohne Sündenbekenntnis den Nachlass der Sünden ja nicht empfängt!

Heiliges Messopfer

Das Heilige Messopfer hat Jesus Christus beim letzten Abendmahl eingesetzt:

„Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und gab es ihnen mit den Worten: ‚Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘ Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: ‚Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.“ (Lk. 22,19-20)

Das Heilige Messopfer ist diesen Worten zufolge die Vergegenwärtigung des Opfers von Golgotha, das dargebracht wurde, „um die Sünden vieler hinwegzunehmen“ (Hebr. 9,28) Deshalb ist die Teilnahme am Heiligen Messopfer heilsnotwendig. Deshalb schreibt der Verfasser des Hebräerbriefes:

„Wir haben einen Opferaltar, von dem zu essen die kein Anrecht haben, die dem Stiftszelt Gottesdienst darbringen.“ (Hebr. 13,10)

Und ruft uns daher auf:

„So sollten wir nun zu Ihm hinausgehen außerhalb des Lagers (zum Kreuzesopfer) und seine Schmach tragen.“ (Hebr. 13,13)

Heilige Kommunion

Ohne die Heilige Kommunion kein ewiges Leben:

„Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr nicht Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“ (Joh. 6,53-54)

Gottes Gebote halten

Wer die Gebote Gottes nicht hält, der hat Christus nicht erkannt und ist nicht in IHM, dem WEG, der WAHRHEIT und dem LEBEN:

„Daran erkennen wir, dass wir IHN erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt, er habe IHN erkannt, und seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und in ihm ist nicht die Wahrheit. Wer aber sein Wort wahrt, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.“ (1 Joh. 2,3-5)

Wer also Gottes Gebote nicht hält, d.h. nicht Gutes tut, geht auf ewig verloren.

Beten

“Er zeigte ihnen in einem Gleichnis, daß man allzeit beten müsse und nicht nachlassen dürfe.” (Lk. 18,1)

Wir Christen sollen also beten!

Die Sola-Fide-Protestanten halten also die Gebote Gottes nicht, gehen nicht zum Opfer von Golgotha, zum Heiligen Messopfer, essen das Fleisch und trinken das Blut Christi nicht und gehen nicht zum Beichtsakrament, und sie lassen sich auch nicht firmen, d.h. ihnen wird das Opfer von Golgotha nicht zuteil, sie sind nicht in Christus und haben Ihn nicht erkannt, haben das ewige Leben nicht in sich, ihre Sünden werden ihnen nicht nachgelassen und sie haben den Heiligen Geist nicht. Sie sind von der Hölle bedroht, weil sie auf ihre eigenen Irrlehrer hören, die ihnen sagen, dass Taufe, Firmung, Beichte, Heilige Messe, Heilige Kommunion, Gottes Gebote halten und Beten tote Rituale wären, Rituale, die zum Heile nichts beitrügen, die Bibel uns also Unsinn erzählen würde.

Somit befinden sich, wie obige Punkte aufzeigen, alle Sola-Fidisten auf einem falschen Weg! Obige Bibelstellen besagen, dass wir ohne diese dort genannten Werke, die von den Sola-Fidisten als tote Werke diffamiert werden, allein aus Glauben nicht gerettet werden!

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