Sind Papst, Bischöfe und Priester Satanisten?

In der freikirchlichen Szene ist es seitens freikirchlicher Lehrer und Prediger sehr beliebt, katholische und andere Zeichen, wie auch so manch einen Begriff, in diesem Fall „lucifer“, satanistisch umzudeuten, um mittels dieser Umdeutung den Papst sowie Bischöfe und Priester als Satanisten darzustellen und auf diese, sündige Weise zu verleumden, mit dem Ziel, Hass und Zorn gegen sie zu schüren und so viele Menschen wie möglich davon abzuhalten, sich offen und ehrlich mit der Katholischen Kirche und ihrer Lehre auseinanderzusetzen. Das soll von vornherein auf besagte Weise blockiert werden. Weil mir als Christ die Wahrheit sehr am Herzen liegt, will ich auf die mir bekannten Punkte eingehen, die gegen den Papst und gegen Bischöfe und Priester ins Feld geführt werden.

Praktiziert der Papst den Satanisten-Gruß?

Freikirchliche Lehrer und Prediger verweisen auf folgende Bilder, um zu belegen, dass die Päpste Satanisten sind:

Hier würden Papst Benedikt XVI., Papst Franziskus und ein Bischof nämlich den Satanisten-Gruß in Szene setzen. Diesen Unfug kann man nur jenen verkaufen, die nicht wissen, dass der Satanisten-Gruß wie folgt aussieht, ohne den gespreizten Daumen:

Hier eine Gegenüberstellung:

Links das Handzeichen der Päpste und des Bischofs, und rechts das Handzeichen der Satanisten. Das Handzeichen der Päpste und des Bischofs ist ein Zeichen der Gebärdensprache und bedeutet „Ich liebe dich!“ (https://de.wikipedia.org/wiki/ILY_(Geb%C3%A4rde)) Das ist die Botschaft des Papstes und des Bischofs an die zuschauenden gehörlosen Menschen (siehe auch dieses Video). Sie zeigt, dass die Kirche auch an die behinderten Menschen denkt. Ich habe hingegen keinen freikirchlichen Pastor, Ältesten, Presbyter, Lehrer und Prediger gesehen, der zu Gehörlosen „gesprochen“ und ihnen mit ihrer Gebärdensprache gesagt hätte, dass er sie liebt – keinen einzigen. Dies machen wohl nur Päpste und katholische Bischöfe und Priester… Sie vergessen die Gehörlosen nicht. Denn sie liegen ihnen sehr am Herzen. Und das ist sehr schön.

Hat der Stuhl des Papstes ein Satanistenkreuz?

Des Weiteren wird auf das folgende Bild verwiesen:

Das umgedrehte Kreuz sei ein Satanistenzeichen und würde den Papst als Satanisten entlarven. In Wirklichkeit ist das umgedrehte Kreuz auf dem Papststuhl das Petruskreuz, da Petrus nach der historischen Überlieferung der Kirchenväter umgedreht gekreuzigt wurde; siehe Artikel auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Petruskreuz. Mit dem Petruskreuz auf dem Papststuhl bekennt die Kirche den Papst als Nachfolger Petri. Die Satanisten hingegen beziehen sich mit ihrem umgedrehten Kreuz auf das Kreuz Christi und drücken damit ihre antichristliche Einstellung aus. Interessant ist, dass die Siebenten-Tags-Adventisten in ihrem offiziellen Emblem ein umgedrehtes Kreuz haben:

Das gibt zu denken, da sich die Siebenten-Tags-Adventisten wohl kaum auf das Petruskreuz beziehen. 🤔 Was steckt also hinter diesem umgedrehten Kreuz der Siebenten-Tags-Adventisten? Wie man sieht, können wir Katholiken auch merkwürdige Bildchen aus dem Hut zaubern. 😉

Betet die Katholische Kirche im Exultet der Osternacht Satan an?

Immer wieder wird auch auf das Exultet der Osternacht verwiesen, in der die katholische Kirche Satan anbeten würde; hier der entsprechende Abschnitt:

Flammas eius lucifer matutinus inveniat:
Ille, inquam, lucifer, qui nescit occasum

Scheint das nun nicht eindeutig zu sein, dass wir Katholiken Satan anbeten? – Natürlich nicht, denn die Kirchensprache ist nicht Deutsch, Englisch, Ungarisch, Französisch etc., sondern Latein; und in Latein bedeutet „lucifer“ „Morgenstern“. In deutscher Übersetzung lautet dieser Teil des Exultet daher:

Strahlend leuchte sie, bis der Morgenstern aufsteigt,
jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht

Der „wahre Morgenstern“ ist nicht Satan, sondern, wie wir aus der Heiligen Schrift erfahren, Christus. Petrus spricht von dem Aufgehen des Morgensterns (lat. lucifers) in den Herzen der Gläubigen (2Petr 1,19). Siehe auch Offb 22,16: „Ich habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge zu bezeugen in den Versammlungen. ICH bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern (= lucifer).“ In Latein übersetzt lauten beide Bibeltexte daher so:

2Petr 1,19: „Et habemus firmiorem propheticum sermonem: cui benefacitis attendentes quasi lucernæ lucenti in caliginoso loco donec dies elucescat, et lucifer oriatur in cordibus vestris“

Offb 22,16: „Ego Jesus misi Angelum meum, testificari vobis hæc in ecclesiis. Ego sum radix, et genus David, lucidum lucifer, et matutina.“

An beiden Bibelstellen wird Christus „Luzifer“ = „Morgenstern“ bezeichnet, so auch im Exultet der Osternacht, weshalb der ganze Textabschnitt wie folgt lautet:

Flammas eius lucifer matutinus inveniat:
Ille, inquam, lucifer, qui nescit occasum:
Christus Filius tuus,
qui regressus ab inferis,
humano generi serenus illuxit,
et vivit et regnat in saecula saeculorum.

Zu Deutsch:

Strahlend leuchte sie, bis der Morgenstern (=Luzifer) aufsteigt,
jener wahre Morgenstern (=Luzifer), der in Ewigkeit nicht untergeht:
Christus, dein Sohn,
der von den Toten auferstand,
der den Menschen erstrahlt in österlichem Licht;
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Wie bei Petrus und in der Johannesoffenbarung, so legt auch dieser Text dar, dass es sich bei „lucifer“ = „Morgenstern“ nicht um Satan, sondern um Christus, den wahren Morgenstern = lucifer, handelt, der im Exultet der Osternacht verherrlicht wird.

Wir haben gesehen, dass alles ganz anders ist, als es einem die besagten freikirchlichen Lehrer und Prediger weismachen wollen. Sie verleumden die Päpste, Bischöfe und Priester und verführen auf diese Weise ihre Schäflein, die ihre Lügen und Verleumdungen dann fleißig weiterverbreiten, um die Katholische Kirche zu unrecht in Misskredit zu bringen, damit sie gehasst und verachtet wird. Das jedoch ist eine Herangehensweise, die ein authentischer Christ (im evangelikalen Protestantismus würde man sagen: „ein wiedergeborener Christ“) niemals handhaben würde; denn einem authentischen Christen liegt es fern, wie in diesen und anderen Fällen, über andere Menschen, hier über Papst, Bischöfe und Priester, Lügen zu erfinden und zu verbreiten, um sie zu verleumden und schlecht zu machen. Wir authentischen Christen haben im Gegensatz zu diesen nicht authentischen Christen den Geist der Wahrheit/Christi in unseren Herzen. Wenn jene dann „Christus“ oder „Jesus“ oder „Jesus Christus“ in den Mund nehmen, der ja die Wahrheit ist, dann ist dieser heiligste Name bei ihnen nichts anderes, als nur eine Worthülse, unter der sie ihr Böses verbergen; denn es gibt für viele böse Menschen nichts Geeigneteres auf Erden, um ihr Böses zu verbergen, als den hochheiligen Namen „Jesus Christus“! Mit diesem Namen sollen unwissende oder ungebildete Menschen gelockt werden, damit sie sich das in seiner Worthülse versteckte Böse aneignen, im Glauben, dieses Böse sei gut, weil es ja vom Namen „Jesus Christus“ umhüllt ist. So werden dann viele Menschen durchböst und durch und durch verdorben und für die Hölle reif gemacht!

Deshalb mein Appell: Liebt die Wahrheit und arbeitet mit Wahrheit – fern jeder Lüge und Verleumdung! Und: Liebt eure (selbsternannten) Feinde (z.B. Papst, Bischöfe und Priester)!

„Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde …, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet, der seine Sonne aufgehen läßt über Böse und Gute, und es regnen läßt über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr nur jene liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das gleiche nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Freunde grüßt, was tut ihr da Besonderes? Tun das gleiche nicht auch die Heiden? Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“

Mt 5,43-48

Themen:
Stjepan Vucina, 2009 durchs Bibelstudium katholisch geworden, ist katholischer Apologet. Sein Herzensanliegen ist es, Protestanten anhand der Heiligen Schrift die katholische Position aufzuzeigen. Einige Protestanten in seinem Umfeld konnte er schon durch die Bibel zur Konversion führen.

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