Schon die ersten Christen haben zu Maria und den Heiligen geredet

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Wir katholischen Christen wenden unsere Worte Maria und den Heiligen zu. Dies bezeichnen protestantische Christen als Anbetung und Götzendienst. Sie verkennen hier nämlich, dass Geschöpfe keine Götter sind. Wir sprechen zu ihnen nämlich so, wie wir auch zu unseren Mitmenschen sprechen. Hier gibt es also keinen Unterschied. Und keiner wird wohl behaupten wollen, dass wir Katholiken unsere Mitmenschen anbeten, nur weil wir ihnen etwas sagen, so wie wir auch Maria und den Heiligen etwas sagen. Das wäre absurd und irrational! Maria und den Heiligen also etwas Sagen ist somit keine Anbetung und kein Götzendienst. Das müsste jetzt nach diesen Erklärungen jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand einleuchten. Doch ist es biblisch Maria und den Heiligen etwas zu sagen? Die Antwort: Ja! Denn diese Praxis geht in der Tradition zurück auf die erste Generation der Christen. Die zweite Generation der Christen hat diese Praxis von der ersten übernommen, die dritte von der zweiten, die vierte von der dritten, die fünfte von der vierten usw. bis heute. Und so sprechen wir zu Maria und den Heiligen noch heute.

Diese Praxis wird nämlich im Neuen Testament bezeugt, welches uns nur einen kleinen Teil der christlichen Glaubenspraxis in der Zeit der Apostel bezeugt. Es heißt nämlich in Jak 5,10-11:

“Nehmt, Brüder, als Vorbild der Geduld und Beharrlichkeit die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben. Seht, wir preisen sie glückselig, die ausgeharrt haben.”

Hier wird also bezeugt, dass die erste Generation der Christen die Heiligen im Himmel glückselig gepriesen hat. Sie sagten also nicht einfach zum Schein “Wir preisen sie glückselig!”, ohne es dann getan zu haben; denn diese Aussage – “Wir preisen sie glückselig!” – wäre ja dann nur ein Bekunden eines Aktes gewesen, der aber tatsächlich nicht vollzogen worden wäre! Wenn also der Apostel Jakobus den Akt bekundet, so wurde der Akt von den Christen auch wirklich durchgeführt, also in direkter Anrede. Das möchte ich am Beispiel der vom Heiligen Geist erfüllten Mutter des Täufers, Elisabeth, vorführen, die Maria mit den folgenden Worten glückselig gepriesen hat:

“… und Elisabeth wurde erfüllt von Heiligem Geist, erhob laut ihre Stimme und rief: ‘Gepriesen und gesegnet bist du unter den Frauen und gepriesen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!” (Lk. 1,41-42)

In dieser Form wurde die Heiligen im Himmel also gepriesen, mit direkter Anrede! Denn was wäre das wohl für ein Lobpreis Gottes, wenn wir bloß sagten: “Gott sei gepriesen!” Das wäre kein Preisen Gottes, sondern ein Ausdruck unseres Wunsches, dass Gott gepriesen sei! Und was wäre das für ein Preisen Gottes, wenn wir bloß sagten: “Wir preisen Gott!” und tun es nicht! Was wäre das also für ein Preisen der Heiligen gewesen, wenn die ersten Christen nach dieser Art gesagt hätten “Die Heiligen seien glückselig gepriesen!” oder “Wir preisen die Heiligen glückselig!”? Das eine ist weder ein Preisen Gottes noch das andere ein Preisen seiner Heiligen! Das Preisen Gottes und seiner Heiligen geschieht also nur in direkter Anrede, da es keine andere Weise des Preisens gibt, als nur in direkter Anrede! Alles andere ist, wie aufgezeigt, entweder nur ein Bekunden dieses Aktes, den man tut, oder ein Ausdruck des Wunsches, dass dieses Akt praktiziert wird!

Die Christen zur Zeit der Apostel sprachen also nicht nur zu Gott, sondern auch zu seinen Heiligen im Himmel, was enthüllt, dass die Christen unter der Leitung der Apostel keine Protestanten waren, die sich gescheut hätten, den Heiligen Gottes, ihren vollendeten Brüdern und Schwestern, etwas zu sagen, sondern Katholiken. Das nun, was die gewöhnlichen Heiligen betrifft, betrifft auch die Mutter des HERRN (GOTTES), weil sie in Lk 1,48 prophezeite:

“… denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Generationen.”

Also schon die erste Christengeneration. Und das wird so bleiben bis zur Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht, bis zu letzten Christengeneration. Aus dieser in der Bibel angekündigten marienpreisenden Christenheit schließen sich so gut wie alle Protestanten aus und gehören ihr somit nicht an.

Da also schon die ersten Christen Maria und den Heiligen im Himmel ihre Worte zukommen ließ, so haben sie sich selbstverständlich nicht davor gescheut, sie auch um ihr Fürbittgebet zu bitten, da sie ja, wie Jak 5,16 berichtet, wussten, dass das Gebet eines Gerechten für andere viel vermag. Und zu den vollendeten Gerechten sind sie ja gemäß Hebr 12,22-23 hingetreten:

“Ihr seid vielmehr hingetreten … zum himmlischen Jerusalem … zu den Geistern der vollendeten Gerechten”

Da also das Gebet eines vollendeten Gerechten viel vermag, so liegt es auf der Hand, dass sie besonders sie um ihr Fürbittgebet gebeten haben müssen. Und weil wir heutigen Katholiken das auch wissen, so praktizieren wir das auch. Würden wir das in Anbetracht Jak 5,16 nicht tun, dann wären wir ganz schön blöd. Und so blöd war ich selbst einmal. Denn nach einer charismatischen Veranstaltung wurde ich monatelang jede Nacht von Dämonen attackiert und gequält. Ich bat Gott und Jesus Christus um Befreiung, jedoch keinen Heiligen, dass er für mich beten wolle. Und siehe da, Gott und Jesus Christus hatten mich nicht befreit. Erst dann, als ich nach etwa einem halben Jahr die Muttergottes im Rosenkranz gebeten hatte, für mich zu beten, wurde ich befreit. Das heißt, Jesus Christus hatte mich erst aufgrund der Fürbitte seiner Mutter befreit, nicht auf meine Bitte hin. So machtvoll sind also die Gebete der vollendeten Gerechten vor Gott! Und ich war all die Monate so blöd gewesen, die Muttergottes nicht um ihr Fürbittgebet für mich zu bitten, da ich sonst schon viel früher von den Attacken der Dämonen befreit worden wäre. Daher denke ich, dass die ersten Christen auf keinen Fall so blöd waren, wie ich es war!

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