Sabbat oder Sonntag? – Der Tag des Herrn

Es herrscht unter den protestantischen Christen eine große Verwirrung, was die Sonntagsheiligung und den Sabbat angeht. Die einen behaupten, der Sonntag wäre ein Tag zu Ehren eines römischen Sonnengottes, die anderen, dass der Sabbat für die Christen noch verpflichtend wäre. Wohingegen wir Katholiken den Herrn Jesus am Sonntag ehren, woran sich wiederum auch die meisten Protestanten richten. Dem Thema gehen wir anhand der Kirchenväter auf die Spur und prüfen deren Glaubensleben dahingehend.

„Wenn nun die nach dem alten Brauche lebten, umgekehrt zur neuen Hoffnung gelangt sind, indem sie nicht mehr den Sabbat halten, sondern ihr Leben nach dem Sonntag richten, an dem auch unser Leben aufgesproßt ist durch ihn und seinen Tod {…}“1, schrieb der Apostelschüler Ignatius von Antiochien, mit Blick auf unseren Herrn. Er gibt ein Zeugnis der Hoffnung auf das ewige Leben durch den Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, welche am Sonntag stattfand.

Daran schließt sich der Verfasser des Barnabasbriefes (um das Jahr 130 n.Chr. entstanden) an, mit den Worten: „An Stelle des jüdischen Sabbates trat der christliche Sonntag {…}, da an diesem Tag Jesus von den Toten auferstanden und, nachdem er sich geoffenbart hatte, in den Himmel aufgestiegen ist.“2

Im heiligen Evangelium nach Markus lesen wir Folgendes: „Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.“ (Mk 16,1-2). Dort im Grab erschien den Frauen ein Engel der ihnen Folgendes sagte: „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat.“ (Mk 16,6). Der Herr hat den Sabbat über im Grab geruht, wie in der Thora schon verheißen war: Den siebten Tag „ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk erschaffen hatte“ (1. Mose 2,3). Der Apostel Paulus schreib an die Kolosser: „Darum soll euch niemand verurteilen wegen Speise und Trank oder wegen eines Festes, ob Neumond oder Sabbat. Das alles ist ein Schatten von dem, was kommen wird, die Wirklichkeit aber ist Christus.“ (Kol 2,15-16). Der Sabbat und die jüdischen Feste waren ein Schatten auf das Kommen unseres Herrn Jesus Christus. Der erste Tag der Woche ist der Tag der Schöpfung (1. Mose 1,1), sowie der Tag der Auferstehung unseres Herrn (Mk 16,6)!

Tertullian kannte bereits im 2. Jahrhundert die Vorwürfe der Verehrung eines Sonnengottes und nahm auch Stellung dazu: „Ebenso kommen wir, wenn wir den Sonntag der Freude widmen, und zwar aus einem anderen Grunde als wegen der Verehrung der Sonne {…}“3, sondern, wie erwähnt, zur Ehre des Herrn. Im Hebräischen heißt der Tag nicht Sonntag, sondern ganz simpel „erster Tag“. „Am Sonntage aber halten wir alle gemeinsam Zusammenkunft, weil er der erste Tag ist, an welchem Gott durch Umwandlung der Finsternis und des Urstoffes die Welt schuf und weil Jesus Christus, unser Erlöser, an diesem Tage von den Toten auferstanden ist“4, berichtet Justin der Märtyrer (um das Jahr 150 n.Chr.). „Am Tage des Herrn versammelt euch, brechet das Brot und saget Dank, nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habet, damit euer Opfer rein sei.“5 Dies steht in der Didache, der ältesten Kirchenordnung (ca. 80 -90 n.Chr. entstanden), die auch Lehre der zwölf Apostel genannt wird.

Somit sind wir gerüstet am Sonntage Gott den Dank, den Lobpreis und das Opfer des Leibes und Blutes seines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, darzubringen, in der Feier der heiligen Eucharistie. Die Idee, dass Konstantin oder die spätere Kirche den Sabbat durch den Sonntag ersetzt hätte, ist anhand der zitierten früh-christlichen Quellen in den Bereich der Mythen einzuordnen. Vielmehr ist ziemlich deutlich, dass dies das mündliche Wort Gottes ist (vgl. 1. Thess 2,13), das sich auch in der Bibel durch viele Implikationen niedergeschlagen hat (Versammlungen am ersten Tag der Woche etc.).


  1. Ignatius von Antiochien, Brief an die Magnesier, Kap.9
  2. Barnabasbrief, Kap. 15
  3. Tertullian, Apologetikum, Kap. 16
  4. Justin der Märtyrer, 1. Apologie, Kap. 67
  5. Didache, Kap. 14
Ex-Protestant und jetziger Katholik. Mit besonderer Liebe zur heiligen Eucharistie, dem Sakrament der Liebe Gottes.

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