Lehrt der Apostel Paulus Sola Fide?

Ein Teil der Protestanten vertritt die Sola-Fide-Lehre Martin Luthers. Um diese Lehre als wahr zu postulieren, fügte Luther in Röm. 3:28 das Wort “allein” hinzu:
“Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch durch Glauben allein gerecht werde, ohne Zutun von Werken des Gesetzes.” (Röm. 3,28)
Einige seiner Anhänger machen es ihm gleich, indem sie auch in Römer 5:1, Gal. 3:24 und Eph. 2:8-9 das Wort “allein” gedanklich hinzufügen und so, wie Luther, die Heilige Schrift fälschen:
“Gerecht geworden also aus Glauben (allein), haben wir Frieden zu Gott hin …” (Röm. 5,1)
“So ist das Gesetz unser Zuchtmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben (allein) Gerechtigkeit erlangten.” (Gal. 3,24)
“Ja, durch die Gnade seid ihr zum Heil gekommen aufgrund des Glaubens (allein) …, nicht aufgrund von Werken, damit niemand sich rühme.” (Eph. 2,8-9)
Das wird beispielsweise in dem folgenden von Freikirchlern verfassten Text getan:
“Die Frage, ob Glaube allein oder Glaube und Werke erforderlich sind, wird durch einige schwer zu vereinende Bibelstellen erschwert. Vergleiche Römer 3,28; 5,1 und Galater 3,24 mit Jakobus 2,24. Einige Menschen sehen einen Unterschied zwischen Paulus (Errettung durch Glauben allein) und Jakobus (Errettung durch Glauben und Werke). Paulus behauptet dogmatisch, dass Rechtfertigung allein durch Glauben erfolgt (Epheser 2,8-9).”
Das ist nun genau so, als wenn jemand sagte: Das Wasser ist lebensnotwendig!”, und ein anderer daraus machen würde: Das Wasser allein ist lebensnotwendig.” Folglich bräuchte der Mensch nicht essen, weil ja das Wasser allein zum Leben ausreichen würde!
So nun, wie das Wasser allein nicht zum physischen Leben ausreicht, so reicht gemäß der Bibel auch der Glaube nicht allein zum ewigen Leben, weshalb Paulus in Eph. 2,10, gleich nachdem er vom Glauben spricht, schreibt:
“Denn sein Geschöpf sind wir, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken …”
Weshalb dann Jakob schreibt:
“Ihr seht also, dass der Mensch durch Werke gerecht wird und nicht durch Glauben allein.” (Jak. 2,24)
Wir sehen also, dass Paulus und Jakobus miteinander korrespondieren, nur besagte Protestanten fügen das Wort “allein” der Bibel hinzu, um die von Luther erfundene Sola-Fide-Lehre zu retten.
Die Sola-Fidisten unter den Protestanten sollten sich daher eingestehen, dass die Bibel ihrer protestantischen Sola-Fide-Lehre völlig entgegengesetzt steht. Denn es geht um’s eigene Heil, das durch diese Irrlehre bedroht ist. Doch viele von ihnen sind störrisch und wollen nicht eingestehen, dass sie im Irrtum sind. So wird sich z.B. in dem folgenden Text wie folgt herauszureden versucht:
“Jakobus fechtet die Meinung an, dass jemand Glaube ohne gute Werke haben könnte (Jakobus 2,17-18). Jakobus unterstreicht die Tatsache, dass wahrer Glaube an Christus ein verändertes Leben und gute Werke hervorbringt (Jakobus 2,20-26). Jakobus behauptet nicht, dass Rechtfertigung durch Glauben und Werke kommt, sondern dass jemand, der wirklich durch Glauben gerechtfertigt ist, gute Werke in seinem Leben hervorbringt. Wenn jemand behauptet, wahrhaftig gläubig zu sein, aber keine guten Werke in seinem Leben hat, dann hat er wahrscheinlich keinen echten Glauben an Christus (Jakobus 2,14.17.20.26).”
Doch das kommt auf dasselbe hinaus, auf Glaube und Werke! Denn wenn jemand dieser Aussage zufolge glaubt, aber keine guten Werke hervorbringt, und dadurch “keinen echten Glauben an Christus” aufweist, dann ist er folglich – ohne echten Glauben und demzufolge ohne gute Werke – verloren, während jemand, der dem Text nach echten Glauben hat und deshalb gute Werke hervorbringt, gerettet wird. Also doch Glaube und Werke! Der freikirchliche Verfasser obigen Textes meint mit diesem Text Sola Fide bewiesen zu haben, in Wahrheit aber beweist er mit seiner Aussage, dass der Glaube ohne Werke tot und daher nicht heilsbringend ist.
Das, was Paulus in seinen Briefen tut, ist nicht, die Heilsnotwendigkeit der christlichen Werke zu verneinen, sondern die Heilsnotwendigkeit der pharisäische Gesetzeswerkegerechtigkeit, die zum Heile nichts beiträgt, bzw. des pharisäischen Abzählen der Gesetzeswerke. Deshalb gilt auch für ihn, wie für Jakobus: Rettung aus Glaube und Werke!
Natürlich ist das unbiblische, antichristliche protestantische Sola Fide äußerst attraktiv, weil man auf der Basis dieser Irrlehre seine Hände in die Tasche tun und fröhlich pfeifend durch die Welt gehen kann. Diese Irrlehre ist etwas für Faulenzer, für die, die an ihrem Heil nicht arbeiten wollen, und die werden es auch nie und nimmer erlangen!
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