Knien und Götzendienst?

Kniend beten

Das Beten auf Knien ist eine christliche Praxis, die von uns katholischen Christen aufgrund unserer Ehrfurcht vor Gott in Freude praktiziert wird. Mit dieser Glaubens- und Gebetspraxis treten wir unserem Gott und Herrn in Demut anbetend gegenüber, so, wie es sich für einen waschechten Christen gehört. Mit dieser christlichen Praxis bekunden wir Demut und Ehrfurcht vor Gott und Anbetung. Diese Praxis ist typisch und wesentlich katholisch!

Viele protestantische Christen hingegen meiden das Beten auf Knien. Wenn hingegen wir katholischen Christen vor Gott kniend beten, dann entspricht das genau dem, was wir in der Heiligen Schrift lesen:

„Denn es ist geschrieben: ‚So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird sich beugen jedes Knie …“ (Röm 14,11)

Jedes Knie wird sich also vor Gott, dem Herrn, beugen. Das heißt, die, die es jetzt nicht tun, werden es spätestens vor dem Richterstuhl Gottes tun. Der Apostel Paulus, der obiges Gotteswort Jes 45,23 zitiert, bekundet daher in seinem Brief an die Christen in Ephesus:

„Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater …“ (Eph 3,14)

Paulus tat dies nicht nur mit Worten, sondern in der Tat. Er bezeugt, wie er selbst zu Gott, dem Vater, betet: kniend! Das bezeugt Apg 20,36:

„Nach diesen Worten kniete er (Paulus) nieder und betete mit allen.“

Paulus war ein frommer Katholik, der vor der göttlichen Majestät seine Knie beim Beten beugte. Diese typisch katholische Gebetspraxis vernehmen wir auch über den Apostel Petrus:

„Da wies Petrus alle hinaus, kniete nieder, betete …“ (Apg 9,40)

Dasselbe, was in der Heiligen Schrift über Petrus und Paulus bezeugt wird, wird auch über andere Christen in jener Zeit bezeugt:

„Nach Ablauf dieser Tage brachen wir zur Weiterreise auf, wobei sie alle, samt Frauen und Kindern, uns bis zur Stadt hinaus das Geleit gaben; wir knieten nieder, beteten, nahmen Abschied voneinander …“ (Apg 21,5-6)

Auch diese Christen waren eben fromme Katholiken.

Alle diese bisher angeführten Bibelstellen bezeugen, dass das kniende Beten in der Kirche von Anfang an praktiziert wurde, von den Aposteln angefangen bis hinunter zu den einfachen Gläubigen. Das kniende Beten ist also eine typische und wesentliche christliche Praxis.

Natürlich gibt es einige protestantische Christen, die kniend beten. Doch mit dieser korrekten christlichen Gebetspraxis weichen sie vom Protestantismus ab. Oder wieso wurden in den meisten evangelischen Kirchen die Kniebänke entfernt? Mit dieser christlichen Gebetspraxis, mit der sie also vom typischen Protestantismus abweichen, sind sie in diesem Punkt katholisch. Des Weiteren ist zu sagen, dass wir katholischen Christen vor Gott nicht deshalb kniend beten, weil das die biblischen Buchstaben sagen, sondern weil sich das Gott gegenüber ganz einfach gehört. Um das zu wissen, benötigen wir keine aus Buchstaben bestehenden biblischer Wörter. Denn das ist für uns eine Selbstverständlichkeit!

Darf man vor den Engeln und Heiligen knien?

Wir katholischen Christen knien uns hin, wenn wir zu den Engeln und Heiligen Gottes unsere Worte senden, um sie auf diese Weise als Engel und Heilige zu ehren. Nun behaupten viele protestantische Christen, dass dies Götzendienst sei, da das Hinknien ein Akt der Anbetung sei, die allein Gott zusteht. Das ist antibiblisch, auch dann, wenn auf die Johannesoffenbarung verwiesen wird:

„Da fiel ich ihm (dem Engel) zu Füßen, um ihn anzubeten; er aber sprach zu mir: ‚Nicht doch! Ein Mitknecht bin ich von dir und deinen Brüdern, die das Zeugnis Jesu haben. Gott bete an!“ (Offb 19,10)

Denn die Heilige Schrift unterscheidet zwischen anbetendem Niederwerfen und einem bloß verehrenden Niederwerfen. In Offb 19,10 wird vom Apostel Johannes das anbetende Niederwerfen praktiziert, das nur Gott zusteht, und keinem Geschöpf.  Denn Johannes hat den Engel unverständlicherweise als einen Gott betrachtet. Das bloß verehrende, also nichtanbetende Niederwerfen gegenüber höherstehenden bzw. ehrwürdigen Geschöpfen, ist hingegen erlaubt, wie die folgenden Bibelstellen bezeugen:

„Juda und seine Brüder kamen in das Haus Josefs, als er noch dort war; sie warfen sich vor ihm zu Boden nieder.“ (1Mo 44,14)

„Da fiel sie (Rut) nieder auf ihr Angesicht, beugte sich zur Erde und sprach zu ihm (Boas): ‚Warum fand ich in deinen Augen Gunst …“ (Rut 2,10)

„Saul machte sich aus der Höhle fort und ging seines Weges. Auch David erhob sich danach, trat aus der Höhle und rief Saul nach: ‚Mein Herr und König!‘ Saul blickte zurück, und David warf sich auf sein Antlitz nieder und brachte eine Huldigung dar.“ (1Sam 24,8-9)

„Sobald Abigail David sah, stieg sie eilends nieder vom Esel herunter, warf sich vor David auf ihr Antlitz nieder und verneigte sich tief.“ (1Sam 25,23)

„Während Obdaja unterwegs war, stand ihm plötzlich Elias gegenüber. Jener erkannte ihn, fiel auf sein Angesicht nieder und rief: ‚Bist du es wirklich, mein Herr Elias?“ (1Kön 18,7)

„Die Prophetenjünger … erblickten ihn (den Propheten Elischa) und sagten: ‚Der Geist des Elias ruht auf Elischa.‘ Sie kamen ihm entgegen und warfen sich vor ihm auf die Erde nieder.“ (2Kön 2,15)

„Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht nieder und huldigte dem Daniel.“ (Dan 2,46)

Und hier auch zwei Stellen aus dem Neuen Testament:

„Da bat er (der Kerkermeister) um Licht, ging hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.“ (Apg 16,29)

„Siehe, ich verschaffe, dass solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen, siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.“ (Offb 3,9)

Diese Bibelstellen bezeugen, dass es nicht nur erlaubt ist, sich (ver)ehrend vor höhergestellten bzw. ehrwürdigen Personen, etwa wie hier vor Königen, Heiligen und sogar vor gewöhnlichen Christen niederzuwerfen, sondern, dass dies auch durchweg biblisch ist.

Wenn wir katholischen Christen genauso handeln, wie es die Heilige Schrift befürwortend bezeugt, und zwar gegenüber Engeln und Heiligen, die sogar höher stehen und größer sind als irdische Könige und gewöhnliche Christen, dann handeln wir biblisch. Denn wir unterscheiden ja, anders als Apostel Johannes, zwischen einem Geschöpf und einem Gott. Denn Götter gibt es ja nicht!

Darf man sich beim Gebet vor heiligen Dingen hinknien?

Wenn wir katholischen Christen in die Kirche gehen, dann knien wir uns dort vor heiligen Dingen hin, etwa vor Heiligenstatuen, Heiligenbildern, Reliquien und dem Altar, um dort so, nämlich kniend unsere Worte zu Gott und Seinen Engeln und Heiligen zu senden. Protestantische Christen behaupten, dass diese Praxis eine anbetende Zuwendung zu diesen heiligen Dingen sei. Das ist eine antibiblische Position. Denn die Bibel sagt etwas ganz anderes:

„Josua aber zerriss seine Kleider. Er warf sich mitsamt den Ältesten Israels bis zum Abend vor der Lade des Herrn (mit den Kerubimstatuen) auf sein Angesicht nieder. Sie streuten Staub auf ihr Haupt. Da sprach Josua: ‚Ach, Herr, Herr! Warum ließest du dieses Volk den Jordan überschreiten …“ (Jos 7,6-7)

Dies veranschaulicht das, was wir katholischen Christen tun! Wie Josua und die Ältesten knien wir uns vor heiligen Dingen nieder, um wie sie, nicht diese Dinge anzubeten, sondern vor ihnen kniend unsere Worte Gott zuzuwenden (oder seinen Engeln und Heiligen). Das ist also biblisch.

Stjepan Vucina, 2009 durchs Bibelstudium katholisch geworden, ist katholischer Apologet. Sein Herzensanliegen ist es, Protestanten anhand der Heiligen Schrift die katholische Position aufzuzeigen. Einige Protestanten in seinem Umfeld konnte er schon durch die Bibel zur Konversion führen.

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