Ist zu Toten sprechen unbiblisch?

Die meisten Protestanten bekommen von ihren Lehrern, Predigern und Apologeten beigebracht, dass es unbiblisch und von Gott verboten sei, in gewöhnlicher Weise zu Toten zu sprechen. Deshalb täten wir Katholiken mit unserem Beten (= Sprechen) zu Gottes Heiligen etwas sehr Schlimmes, sehr Sündiges. Um dies zu belegen verweisen sie gegenüber ihren Gläubigen auf Bibelverse wie den folgenden:

„Es soll bei dir keinen geben, der […] Totengeister befragt, … der Verstorbene um Rat fragt.“

Was hier nicht beachtet wird, ist, dass diese Bibelstellen nicht von einem gewöhnlichen Sprechen zu Toten sprechen, sondern von der Toteneschwörung, einer magischen Herbeirufung mit anschließender Befragung von Toten, wie das die Spiritistin von Endor nach 1Sam 28,8-20 getan hat. Das ist das, was Gott verboten hat. Er hat aber nirgendwo in der Bibel verboten, Toten auf gewöhnliche Weise Worte zukommen zu lassen, wie wir Katholiken es gegenüber den heiligen Dienern Christi im Himmel, wie zum Beispiel gegenüber Pater Pio, tun, weshalb wir nach 2Sam 1,26 und 3,34 schon David sehen, wie er dem verstorbenen Jonatan und dem verstorbenen Abner Worte zukommen ließ, oder Jesus Christus nach Mt 17,3 dem verstorbenen Propheten Moses oder nach Apg 9,40 Petrus der verstorbenen Tabita. Das gewöhnliche Sprechen zu Verstorbenen, vor allem zu den verstorbenen heiligen Dienern Christi im Himmel, ist somit ein biblischer Akt. Das scheinen viele freikirchliche Protestanten inzwischen verstanden zu haben, weshalb einige von ihnen nach dem Tod des berühmten freikirchlichen Protestanten Philipp Mickenbecker ihm auf einem Youtube-Kanal Worte zukommen ließen, selbst auf der Facebook-Seite eines berühmten freikirchlichen Youtubers, der immer wieder gegen die katholische Glaubenspraxisis schießt. Weder er, noch die übrigen Freikirchler, die diese an Philipp gerichteten Worte vernahmen, haben etwas dagegen gesagt. Nur schade, dass sie ihre Worte nicht auch der Mutter des Herrn zuwenden wollen. Das zeigt, dass sie Philipp Mickenbecker für höher erachten, als sie. Darüber wird Jesus Christus sicherlich nicht glücklich sein. Denn welches gute Kind wird glücklich darüber sein, dass seine Fans andere für höher erachten, als seine Mutter?

Stjepan Vucina, 2009 durchs Bibelstudium katholisch geworden, ist katholischer Apologet. Sein Herzensanliegen ist es, Protestanten anhand der Heiligen Schrift die katholische Position aufzuzeigen. Einige Protestanten in seinem Umfeld konnte er schon durch die Bibel zur Konversion führen.

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