Ist nur Jesus Fürsprecher?

Wenn gläubige und fromme Katholiken im Kommentarbereich unter katholischen YouTube-Videos, die von Maria, Engeln oder Heilige handeln, schreiben, sie mögen für sie beten, dann wenden Protestanten ein, dass NUR Jesus unser Fürsprecher sei, und verweisen, um das zu untermauern, auf die folgende Bibelstelle:

„Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf dass ihr nicht sündiget; und wenn jemand gesündigt hat, so haben wir einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.“ (1 Joh 2,1-2)

Deshalb also, weil Jesus unser Fürsprecher beim Vater sei, gäbe es keine anderen Fürsprecher. Das ist jedoch eine von zahllosen protestantischen antibiblischen Dogmen. Man nimmt hier diese Bibelstelle, liest sie nicht einmal genau, nimmt sie aus dem gesamtbiblischen Kontext heraus, nach dem es noch mehr Fürsprecher gibt, stellt sie in den Kontext des eigenen protestantischen Dogmas, nach dem es keine anderen Fürsprecher gäbe, und macht sie auf diese Weise antibiblisch. Im biblischen Kontext hat Joh 2,1-2 jedoch eine gänzlich andere Bedeutung! Beachten wir, was der Apostel Paulus schreibt:

„Brüder, betet auch für uns.“ (1 Thess 5,25)

„Im übrigen Brüder, betet für uns …“ (2 Thess 3,1)

Und schauen wir, was im Jakobusbrief steht:

„Bekennt eure Sünden und betet füreinander …“ (Jak 5,16)

Mit diesen und noch weiteren Stellen in den neutestamentlichen Briefen entlarvt Gott das besagte protestantische Dogma, dass EINZIG Jesus Christus Fürsprecher sei, als eine protestantische Irrlehre. Denn jeder praktizierende Christ ist gemäß diesen Bibelstellen ein Fürsprecher, und nicht nur Jesus Christus! Es ist an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass die in 1 Joh 2,1-2 genannte Fürsprache Jesu eine gänzlich andere ist, als die von den praktizierenden Christen: Das griechische Wort parakletos bedeutet Beistand, Helfer, Sachwalter, Anwalt, Fürsprecher. Jesus ist nach 1 Joh 2,1 also unser immer währender fürsprechender und vermittelnder Anwalt, und zwar, im textlichen Kontext, im Hinblick auf unsere Sünden. Als der Gekreuzigte, als der Erlöser, steht er bei Gott, seinem Vater, allzeit für uns, die wir uns heiligen, ein. Die Fürsprache der praktizierenden Christen, und somit auch Mariens und der Heiligen, die ja auch Christen sind, ist also eine gänzlich andere. Ihre Fürsprache betrifft nur ihr Fürbittgebet, und nicht die Vergebung der Sünden.

Wir stellen also fest, dass nicht Jesus Christus ALLEIN Fürsprecher ist, wie das besagte protestantische Dogma behauptet, sondern, dass es in einem anderen Kontext noch mehr Fürsprecher gibt! Das besagte protestantische Dogma ist also antibiblisch und hat daher keine Existenzberechtigung! Da die Protestanten nun aber Sola Scriptura propagieren, sind sie gezwungen, sich von diesem antibiblischen Dogma zu verabschieden. Wollen sie das nicht, dann bezeugen sie damit nur, dass sie ihr Sola Scriptura und somit die Bibel nicht ernst nehmen, und ihnen nur ihre eigenen Menschenlehren wichtig sind, die sie dann lediglich hinter Bibelstellen verstecken wollen, damit sie nicht so leicht als Menschenlehren erkannt werden, sondern als Wort Gottes wahrgenommen werden, was somit eine bewusste Täuschung und Irreführung der Menschen und somit eine schwere Sünde bedeuten würde, die, wenn man sie nicht bereut und sich nicht ändert, trotz des sich eingebildeten Sola Fide direkt in die Hölle führen wird.

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