Ist ein nacheinander wiederholtes Gebet ein Plappern und Herunterleiern?

Wenn wir Christen den heiligen Rosenkranz beten, dann wiederholen wir mehrmals nacheinander das Ave Maria. Das stört viele Protestanten ungemein. Diese Protestanten können es daher nicht ertragen, dass wir ein und dasselbe Gebet mehrmals hintereinander beten. Und weil es sie stört, unterstellen sie uns, dass wir, wenn wir ein und dasselbe Gebet (besonders beim heiligen Rosenkranz) mehrmals hintereinander beten, es plappern und herunterleiern würden.

Natürlich wissen wir aus Erfahrung, dass das Unsinn ist. Denn es kann bereits jedes Gebet, ohne dass es wiederholt wird, geplappert und heruntergeleiert werden, auch das Vater Unser, das Christus vorformulierte, und von dem er wollte, dass es seine Jünger immer wieder beten.

Ein vorgefertigtes Gebet muss also nicht mehrmals nacheinander wiederholt werden, damit es geplappert und heruntergeleiert wird. Es kann schon geplappert und heruntergeleiert werden, wenn man es nur ein einziges Mal betet.

Diese Tatsache zeigt, dass das Problem nicht im Wiederholen eines vorgefertigten Gebets liegt, sondern beim jeweiligen Beter selbst. Hat der Beter keine Lust zum Beten, dann wird er plappern und das vorgefertigte Gebet herunterleiern, ob er es nun ein einziges Mal rezitiert oder mehrmals hintereinander. Hat er hingegen Freude zum Beten, dann wird er das jeweilige Gebet nicht plappern und herunterleiern, sondern es bedacht, mit Liebe, mit Freude, mit Herz und Seele andächtig und meditativ beten, so, wie es sein sollte, ob er es nun einmal betet, oder mehrmals hintereinander.

Das Wiederholen eines vorgefertigten theologisch richtigen Gebets ist ohnehin auch sehr gut:

1. Es beruhigt die Seele, bringt sie zur Ruhe, stärkt sie, gibt ihr Kraft.

2. Es stärkt die Psyche, lindert psychische Leiden, kann die Psyche auf Dauer gesund machen, wenn sie krank sein sollte.

3. Es stärkt über die Seele und die Psyche auch den Leib.

4. Durch das mehrmalige Wiederholen theologisch richtiger vorgefertigter Gebete wird die Seele zunehmend in Gottes Wort, das gerade betend immer wieder wiederholt wird, versenkt!

5. Durch das mehrmalige Wiederholen theologisch richtiger vorgefertigter Gebete wird die Seele immer mehr und mehr mit Gottes heiligem Wort, das soeben betend wiederholt wird, genährt.

6. Infolge des mehrmaligen Wiederholen theologisch richtiger vorgefertigter Gebete wird die Seele von Gott mit mehr Gnade beschenkt, in der sie sich dann mehr heiligen kann und soll.

Es liegt also nichts an der protestantischen Behauptung, wiederholtes Beten eines vorgefertigten Gebets sei Plappern. Mir scheint es, dass sich die Protestanten viele Steine selber in den Weg legen, um etwas, was gut, richtig und wahr ist, nicht anzunehmen, zu glauben und zu praktizieren – zu ihrem eigenen Nachteil.

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