Ist die Hure Babylon die katholische Kirche?

DIE HURE BABYLON


Steckt die katholische Kirche dahinter?

Wenn man sich in protestantischen Kreisen bewegt und erwähnt, dass man katholisch ist, kommt oft sofort der Einwand; “Die katholische Kirche ist die Hure Babylon!”
Stimmt das? Man findet im Internet viel Content zu diesem Thema.
Vieles wirkt sehr professionell ausgearbeitet, es werden Bibelverse angegeben und eigens interpretiert. Leider taucht hier ein phänomenales Problem auf. Man lässt einige Bibelverse aus, welche die katholische Kirche als “Hure Babylon” ausschließen würden.



Hier ein Beispiel;

Die Frau aber, die du gesehen hast, ist die große Stadt, der die Herrschaft gehört über die Könige der Erde. 
Offenbarung 17,18

Und ihre Leichen bleiben auf der Straße der großen Stadt liegen. Diese Stadt heißt, geistlich verstanden: Sodom und Ägypten; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt.
Offenbarung 11,8

Was fällt dir hier auf? Die “Hure Babylon” wird oft auch “die große“, (Offb 14,8; 16,19; 17,5; 18,2; 18,21) oder “die große Stadt” (Offb 16,19, 17,18, 18,10, 16, 18, 19, 21) genannt. Die “große Stadt” ist dort wo der HERR gekreuzigt wurde. Demnach müsste der HERR Jesus in Rom gekreuzigt worden sein.
Ein Knockout. Normalerweise müsste man hier Schluss machen, weil man meint, jetzt würde man aufhören, die katholische Kirche, als “Hure Babylon” zu bezeichnen. Weit gefehlt. Es werden eben weiter Verse rausgepickt, obwohl hier eine extreme Widerlegung stattgefunden hat.

In Offb 17,6 ruft die Hure, die „betrunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu“, die alttestamentlichen Klagen über die Treulosigkeit Jerusalems in Erinnerung. Hesekiel (siehe 16,2-63; 23,2-49), Jeremia (2,20; 3,3), Jesaja (1,21) und andere schmähen die Stadt als eine Hure.

Als dann in Offb 20-21 die Hurenstadt zerstört ist, sehen wir das neue Jerusalem als jungfräuliche Braut vom Himmel herabkommen. Man beachte den Gegensatz: zwei Städte, die eine eine Hure, die andere eine jungfräuliche Braut. Das eine Jerusalem tritt an die Stelle des anderen.

Es waren die Jerusalemer Autoritäten, die Jesus Christus gekreuzigt hatten. Jerusalem war der Hauptschauplatz der ersten Christenverfolgung gewesen (siehe Apg 6,8-14; 7,57-60; 8,1-3). Urheber waren zumeist die Priester und die Pharisäer, wie etwa Saulus von Tarsus. Die Apostelgeschichte berichtet von einer ständigen Verfolgung in vielen Städten außerhalb Jerusalems; doch in fast allen Fällen entbrannte sie aus jüdischer Opposition (siehe Apg 13,45; 14,2.5.19; 17,5-9.13; 18,12-17).

 

Fazit

Die katholische Kirche kann somit nicht die Hure Babylons sein.
Es gibt (und das muss man zugeben) viele protestantische Theologen, die zumindest das eingesehen haben.

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