Ist der Rosenkranz eigentlich biblisch?

Ein Katholik lädt bei Facebook ein Bild von einem Rosenkranz hoch.

Zahlreiche Katholiken liken dieses Bild und kommentieren, wie wichtig es sei den Rosenkranz täglich zu beten.

Zwischendurch fallen aber immer wieder irrsinige Kommentare auf.

„Ihr Götzendiener betet Maria an!“

„Wo steht das in der Bibel?“

Und mehrmals „Lies die Bibel!“

Dann lesen wir mal in der Bibel und schauen uns mal an, was wir über den Rosenkranz finden.

Das Gebet, was den meisten Protestanten Bauchschmerzen bereitet, ist das Ave Maria. Es beginnt: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.“ Dies ist nichts anderes als der Gruß, den der Engel Gabriel Maria in Lukas 1,28 gab. Der nächste Teil liest sich so:

„Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes, Jesus.“ Das war genau das, was Marias Cousine Elisabeth in Lukas 1,42 zu ihr sagte. Das Einzige, was diesen beiden Versen hinzugefügt wurde, sind die Namen „Jesus“ und „Maria“, um deutlich zu machen, auf wen sie sich beziehen. Der erste Teil des Ave Maria ist also völlig biblisch!

Der zweite Teil des Ave Maria ist nicht direkt aus der Heiligen Schrift entnommen, aber er ist völlig biblisch in den Gedanken, die er ausdrückt. Er lautet:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“

Heilige Maria?

Einige Protestanten lehnen es ab, „Heilige Maria“ zu sagen, weil sie behaupten, dass Maria eine Sünderin war, wie der Rest von uns. Aber Maria war eine Christin (die erste Christin, eigentlich die erste, die Jesus annahm; siehe Lukas 1:45), und die Bibel beschreibt Christen im Allgemeinen als heilig. In der Tat werden sie Heilige genannt. (Eph. 1:1, Phil. 1:1, Kol. 1:2). Außerdem war Maria als Mutter von Jesus Christus, der fleischgewordenen zweiten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, sicherlich eine sehr heilige Frau.

Einige Protestanten wenden sich auch gegen den Titel „Mutter Gottes“, aber der Titel bedeutet nicht, dass Maria älter als Gott ist; es bedeutet, dass die Person, die von ihr geboren wurde, eine göttliche Person war, nicht eine menschliche Person. Die Leugnung, dass Maria Gott in ihrem Schoß hatte, ist eine Irrlehre, die als Nestorianismus bekannt ist.

Ein anderer Vermittler?

Die problematischste Zeile für Antikatholiken ist gewöhnlich die letzte: „Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes“. Viele Nichtkatholiken denken, dass eine solche Bitte die Lehre von 1. Timotheus 2,5 leugnet: „Denn es ist ein Gott, und es ist ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.“ Aber in den vorangehenden vier Versen (1. Tim. 2,1-4) weist Paulus die Christen an, füreinander zu beten, was bedeutet, dass es die Mittlerschaft Christi nicht beeinträchtigen kann.

Wir wissen, dass diese Ermahnung, für andere zu beten, auf die Heiligen im Himmel zutrifft, die, wie Offenbarung 5,8 zeigt, für uns Fürsprache einlegen, indem sie Gott unsere Gebete darbringen:

Offb 5:8: „Und als es das Buch geöffnet hatte, fielen die vier lebenden Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamme, jeder eine Harfe und goldene Schalen voll Rauchwerks haltend, welches die Gebete der Heiligen sind.“

Ich denke, dass wir das „Glaubensbekenntnis“, das „Vater unser“, und das „Ehre sei dem Vater, dem Sohne, und dem Heiligen Geiste“ nicht weiter ausführen, oder belegen müssen. Protestanten beten diese Gebete ebenfalls.

Einige Teile übersetzt aus www.catholic.com

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