Heiligenverehrung etwa nicht biblisch?

Es gibt zahlreiche biblische Einwände bezüglich der Heiligenverehrung, die immer wieder von Protestanten an uns Katholiken herangetragen werden. In diesem Artikel wollen wir jedoch einmal die Beweislast umkehren und schauen, ob die protestantischen Annahmen hinter diesen Anfragen überhaupt biblisch sind.

Ist es biblisch, dass Maria und die Heiligen NICHT für uns beten?

Wenn wir in die Bibel schauen, stellen wir fest, dass es keine einzige Bibelstelle gibt, die diese protestantische Annahme lehren würde, auch dann nicht, wenn die Ganztod-Vertreter Pred 9,5 vortragen, wonach die Toten nichts wissen, weil sich diese Stelle auf den toten Leib („unter der Sonne“ – Vers 6) bezieht, und nicht auf die Seele, weshalb wir in Offb 6,9-11 die Seelen der Märtyrer lebendig im Himmel (über der Sonne) sehen, während sich ihre Leiber tot „unter der Sonne“ befinden, was mit Jesu Aussage in Mt 10,28 korrespondiert, wonach nur der Leib sterben kann, nicht aber die Seele. Die besagte protestantische Annahme ist somit eine nichtbiblische Lehre, weshalb man sie allein schon deshalb – als guter Sola Scriptura Protestant – abhaken kann, und man daher eigentlich gar nicht weiter argumentieren muss. Trotzdem ist es mir hier wichtig, in der Bibel aufzuzeigen, dass diese protestantische Annahme nicht nur nichtbiblisch ist, sondern auch antibiblisch. In Sach 1,12-13 lesen wir:

„Der Engel des Herrn entgegnete und sprach: ‚Herr der Heerscharen, wie lange noch willst du dich Jerusalems nicht erbarmen, denen du nun schon siebzig Jahre zürnst?'“ (Sach 1,12-13)

Wir sehen, der Engel betet hier für das Volk Israel. Wenn aber nun Engel für Gottes Volk beten, dann steht nichts im Wege, dass dies auch Maria und die Heiligen tun. Denn es ist nicht einzusehen, weshalb Engel freiwillig für uns beten, und Maria und die Heiligen nicht. Was sollte sie denn daran hindern? Ihr Wille etwa? Doch wenn im Himmel die Engel aufgrund ihrer Liebe den Willen haben, für Gottes Volk zu beten, dann wird das bei den Heiligen nicht anders sein. Das bestätigt nun das zweite Makkäberbuch, das Protestanten willkürlich für apokryph halten:

„… Auch erzählte er ihnen einen überaus glaubwürdigen Traum, der alle sehr erfreute: Er hatte folgendes gesehen: Ihm war der frühere Hohenpriester Onias erschienen, ein edler und gerechter Mann, bescheiden im Umgang, von gütigem Wesen und besonnen im Reden, von Kindheit an in allem aufs Gute bedacht; dieser Hohenpriester breitete seine Hände aus und betete für das ganze jüdische Volk. In gleicher Haltung erschien sodann ein Mann mit grauem Haar, von herrlicher Gestalt; der Glanz einer wunderbaren, überwältigenden Hoheit ging von ihm aus. Onias begann zu reden und sprach: Das ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk und die heilige Stadt betet: Jeremias, der Prophet Gottes. Dann streckte Jeremias die rechte Hand aus und übergab ihm ein goldenes Schwert; dabei sprach er zu Judas Makkabäus: „Nimm das heilige Schwert, das Gott dir schenkt. Mit ihm wirst du die Feinde schlagen.“ (2Makk 15,11-16)

In seiner Traumvision sah der von Gott geführte jüdische Held Judas Makkabäus wie der verstorbene Hohepriester Onias für das ganze jüdische Volk betet. Und Onias wandte sich dann an Judas und sagte, dass auch der verstorbene Prophet Jeremias „für das Volk und die heilige Stadt“ betet. Die Heiligen beten also für Gottes Volk, wie das die Engel tun. Das wird auch aus der Johannesoffenbarung ersichtlich: In Offb 5,8 lesen wir:

Und als es das Buch entgegennahm, fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamme. Jeder trug eine Harfe und goldene Schalen voll Rauchwerk – das sind die Gebete der Heiligen“

Das sind die Gebete der Christen auf der Erde, die zu den vierundzwanzig Ältesten hinaufsteigen. Diese werden dann einem Engel übergeben:

Ein anderer Engel kam und trat vor den Altar, eine goldene Rauchschale tragend, und viel Rauchwerk wurde ihm gegeben“ (Offb 8,3)

Und direkt darauf heißt es weiter:

damit er es darbringe unter dem Gebet aller Heiligen …“

Es gibt also zwei Gebetssammlungen: Die Gebete, die vorher im Besitz der vierundzwanzig Ältesten waren, und die auf die Christen auf der Erde zurückgehen, und die dann der Engel empfängt, und „die Gebete aller Heiligen“, die bereits im Himmel beim Engel gegenwärtig sind. Beide Gebetsgruppen werden jetzt miteinander vereinigt und zu Gott emporsteigen gelassen:

Und der Rauch des Räucherwerkes stieg empor unter den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels empor zu Gott.“

Bei den Heiligen, deren Gebete im Himmel beim Engel vorhanden sind, handelt es sich somit um jene Heiligen, von denen unmittelbar vorher in Offb 7,9-17 die Rede war:

Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen …“

Offb 8,3-4 zeigt also, dass die Heiligen im Himmel beten. Und wie Offb 8,5 zeigt, betreffen ihre Gebete, sowie die Gebete der Christen auf der Erde, die zum Engel hinaufsteigen, die Erde:

Und der Engel nahm das Rauchfass und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde, und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben.“

Ganz offensichtlich beten beide Christengruppen für die bedrängte Kirche auf Erden, was zur Folge hat, dass bei der Erhörung dieser Gebete die kirchen- bzw. christenfeindliche Menschheit gestraft wird, was durch den Donner, das Getöse, die Blitze und die Beben zum Ausdruck gebracht wird.

Doch beten die Heiligen im Himmel auch für den Einzelnen? In Hi 33,23 lesen wir wiederum, dass Engel auch für einzelne Menschen beten:

„Wenn dann ein Engel ihm zur Seite steht …, wenn dieser sich erbarmt und spricht: ‚Erlass ihm, hinabzusteigen in die Grube, ich hab‘ ein Lösegeld für ihn gefunden‘, so blüht sein Fleisch wieder auf …“

Wenn also die Heiligen im Himmel für das Volk Gottes im Gesamten beten, wie die Engel, dann beten sie, wie die Engel, auch für den Einzelnen. Einmal wandte ein Protestant ein, warum dann die Engel und Heiligen um ihre Fürsprache anrufen, wenn sie das gemäß der Bibel ohnehin täten? Hier sieht man, wie Protestanten nach jedem Strohhalm suchen, um ihre eigenen liebgewonnen protestantischen Lehren zu retten, die sie sich selbst fabrizieren. Doch diese kritische Frage ist einfach zu beantworten: Es lohnt sich, die Engel und Heiligen um ihre Fürsprache zu bitten, weil sie nicht immer von sich aus für den Einzelnen beten. Da muss sich der Betreffende schon an sie wenden und sie bitten. Dies möchte ich an einem Beispiel vorführen:

Nach einer charismatischen Veranstaltung wurde ich monatelang jede Nacht von Dämonen angegriffen und gequält. Ich bat Gott und Jesus Christus um Befreiung. Doch sie halfen mir nicht. Erst als ich beim zweimaligen Rosenkranzgebet die Muttergottes um ihre Fürsprache bat, hörten die Attacken sofort und für immer auf! In all den Monaten betete die Muttergottes von sich aus also nicht für mich, sondern erst dann, als ich sie darum gebeten hatte. Folglich ist es sehr sinnvoll, Maria und die Engel und Heiligen für sich selbst und für andere um ihr Gebet zu bitten!

Wir stellen also fest, dass die protestantische Annahme „Maria und die Heiligen beten nicht für uns“ antibiblisch ist und daher keinerlei Bedeutung hat. Da die Protestanten nun aber Sola Scriptura propagieren, sind sie gezwungen, sich von dieser antibiblischen Annahme zu verabschieden.

Ist es biblisch, dass Maria und die Heiligen im Himmel NICHT wissen, was auf der Erde geschieht?

Die meisten Protestanten vertreten instinktiv diese Annahme. Doch ist diese Annahme überhaupt biblisch? Wenn wir in die Bibel schauen, stellen wir fest, dass es keine einzige Bibelstelle gibt, die diese protestantische Annahme lehren würde. Das besagte Annahme ist somit eine nichtbiblische Lehre, weshalb man sie allein schon deshalb – als guter Sola Scriptura Protestant – abhaken kann, und man daher eigentlich gar nicht weiter argumentieren muss. Trotzdem ist es mir hier wichtig, in der Bibel aufzuzeigen, dass diese Annahme nicht nur nicht biblisch ist, sondern auch antibiblisch: Es fängt schon mit dem verstorbenen Samuel an, der infolge seiner Herbeirufung durch die Totenbeschwörerin von Endor als Geist auf die Erde kam und folgende Worte zu Saul redet:

„Der Herr wird auch ganz Israel und dich zugleich in die Hände der Philister geben. Morgen wirst du mit deinen Söhnen bei mir sein. Auch das Heerlager Israels wird der Herr der Gewalt der Philister überantworten.“ (1Sam 28,19) Dass es sich hier wirklich um Samuel handelt, und nicht um einen Dämon, belegt der von Gott inspirierte Schreiber selbst, wenn er ausdrücklich schreibt, dass es Samuel war, der zu Saul redete:Samuel sprach zu Saul“, „Samuel entgegnete“, „Sogleich stürzte Saul … zu Boden … wegen der Worte Samuels.“ (1Sam 28,15.16.20)

Samuel als Jenseitiger wusste also sogar, was mit Israel, König Saul, seinen Söhnen und dem israelitischen Heer in nächster Zukunft auf der Erde geschehen würde. Ebenso wusste er als Jenseitiger, dass Gott von Saul gewichen und sein Widersacher geworden ist:

„Warum fragst du mich, da der Herr doch von dir gewichen und dein Widersacher geworden ist?“ (1Sam 28,16)

Beachten wir auch Lk 9,30-31:

„Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, es waren Moses und Elias, die … von seinem Heimgang, den er vollenden sollte in Jerusalem.“

Auch hier sehen wir, wie Moses und Elias als Jenseitige zu diesem Zeitpunkt unmittelbar vor Jesu Einzug in Jerusalem genau wussten, dass Jesus mit Seinem nahe bevorstehenden Einzug in Jerusalem Seine Passion erwartet, denn um mit Ihm darüber zu reden, sind sie Ihm ja erschienen. Und gehen wir weiter: In Offb 6,9-10 lesen wir:

„Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingemordet waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, an dem sie festhielten. Sie riefen mit lauter Stimme: ‚Wie lange noch, Herr, du Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an den Bewohnern der Erde?“

Diese Märtyrer-Seelen befinden sich schon einige Zeit im Himmel unterhalb des Altares. Und dennoch wissen sie sehr genau, dass Gott die Erdenbewohner für ihre Verbrechen immer noch nicht bestraft hat. Die Strafe, mit der Er sie dann bestrafen wird, wird anschließend in Offb 6,12-17 mitgeteilt:

„Als es das sechste Siegel öffnete, sah ich, wie ein großes Erdbeben geschah. Die Sonne ward schwarz wie ein Trauergewand und der Mond rot wie Blut. Die Sterne fielen auf die Erde, wie die unreifen Früchte, die der Feigenbaum abwirft, wenn er vom Sturmwind geschüttelt wird. Der Himmel entschwand wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt. Alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stelle gerückt. Die Könige der Erde, die Großen, die Befehlshaber, die Reichen und die Mächtigen, alle Sklaven und Freien verbargen sich in den Höhlen und Klüften der Berge, und sie riefen den Bergen und Felsen zu: ‚Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes. Denn gekommen ist der große Tag ihres Zornes; wer kann da bestehen? (Vgl. Mt 24,29-31; Mk 13,24-27; Lk 21,25-28)“

Die letzte Bibelstelle, die beweist, dass die Heiligen im Himmel genau wissen, was auf der Erde geschieht, ist Offb 19,1-3:

„Danach hörte ich wie eine laute Stimme einer großen Volksmenge im Himmel rufen: „Halleluja! Unseres Gottes ist das Heil und die Herrlichkeit und die Macht. Wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, denn er hat die große Hure gerichtet, die die Erde durch ihre Unzucht verdorben hat, und gerächt hat er das Blut seiner Knechte an ihr …“

Nun erfahren wir aus der Offenbarung, wer diese Volksmenge ist:

„Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Land, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen.“ (Offb 7,9)

Bei der Volksmenge handelt es sich um Christen, die sich im Himmel befinden. Und nach Offb 19,1-3 wissen sie dort, dass die in Offb 17 und 18 prophezeite Siebenhügelstadt „Hure Babylon“ soeben (vom Antichristen und den zehn Königen – Offb 17,16) vernichtet worden ist, worüber sie sogleich in großen Jubel ausbrechen. Des Weiteren wissen sie, was „Babylon“ zur Zeit ihrer Existenz tut: die Erde mit ihrer Unzucht verderben und trunken sein vom Blut der Knechte Gottes (Offb 17,6).

Auch das zweite Buch der Makkabäer, das die Protestanten willkürlich für apokryph halten, zeigt, dass man im Jenseits über irdische Sachverhalte Bescheid weiß:

„So wappnete er (Judas Makkabäus) einen jeden, nicht mit der Wehr von Schild und Speer, sondern mit trefflichen, ermunternden Worten. Dann erzählte er noch zu aller Freude einen sehr glaubwürdigen Traum. Das Traumgesicht war folgendes: Er sah, wie Onias, der frühere Hohepriester, ein edler und rechtschaffener Mann, bescheiden im Umgang, sanftmütig von Charakter, würdevoll in seiner Rede und von Jugend auf stets tugendbeflissen, mit ausgestreckten Händen für die ganze Judengemeinde betete. Hierauf erschien ein anderer Mann, mit grauem Haar und würdevollem Aussehen, von wunderbarer Hoheit umstrahlt. Da sprach Onias: ‚Das ist Jeremia, Gottes Prophet, der Freund der Brüder, der soviel betet für das Volk und die Heilige Stadt.‘ Und Jeremia streckte seine Rechte aus und gab dem Judas ein goldenes Schwert mit den Worten: ‚Nimm hin das heilige Schwert als ein Geschenk Gottes! Mit diesem wirst du die Feinde schlagen.‘ So wappnete er einen jeden, nicht mit der Wehr von Schild und Speer, sondern mit trefflichen, ermunternden Worten. Dann erzählte er noch zu aller Freude einen sehr glaubwürdigen Traum.“ (2Makk 15,11-16)

Aus dieser berichteten Begebenheit, die dem von Gott geführten jüdischen Held Judas Makkabäus widerfuhr, wird ersichtlich, dass der im Jenseits lebende frühere Hohenpriester Onias und der im Jenseits lebende Prophet Jeremias genau wissen, dass die Juden von ihren heidnischen Feinden schwer bedrängt sind. Und Onias weiß zudem noch, dass Judas Makkabäus über die Feinde siegen würde, was dann auch geschehen war.

Und so zeigt uns die Heilige Schrift, dass Jenseitige über irdische Verhältnisse und sogar über Künftiges Bescheid wissen. Maria und die Heiligen wissen also, was auf der Erde vor sich geht und was nicht. Die besagte protestantische Annahme erweist sich also als völlig antibiblisch und hat somit keine Daseinsberechtigung!

Ist es biblisch, dass Maria und die Heiligen uns NICHT hören können?

Viele Protestanten vertreten diese Annahme, die sie immer wieder gegen unsere Anrufung der Muttergottes und der Heiligen vortragen. Doch ist diese Idee überhaupt biblisch? Wenn wir in die Bibel schauen, stellen wir fest, dass es keine einzige Bibelstelle gibt, die diese Annahme lehren würde. Sie ist somit eine nichtbiblische Lehre, weshalb man sie allein schon deshalb – als guter Sola Scriptura Protestant – abhaken kann, und man daher eigentlich gar nicht weiter argumentieren muss. Trotzdem ist es mir hier wichtig, in der Bibel aufzuzeigen, dass dieses Dogma nicht einfach nur nicht biblisch ist, sondern auch antibiblisch: Beachten wir das Zeugnis in 1Sam 28,11-14:

„Nun fragte ihn die Frau: ‚Wen soll ich dir heraufkommen lassen?‘ Er antwortete: ‚Laß mir Samuel heraufkommen.‘ Als die Frau Samuel sah, schrie sie laut auf. ‚Warum hast du mich betrogen?‘, rief die Frau Saul zu, ‚du bist ja selbst Saul.‘ Der König erwiderte ihr: ‚Fürchte dich nicht! Was siehst du denn?‘ Die Frau antwortet dem Saul: ‚Ein übermenschliches Wesen sah ich aus der Erde heraufkommen.‘ Er fragte sie: ‚Wie sieht es aus?‘ Sie antwortete: ‚Ein alter Mann steigt herauf, in einen Mantel gehüllt!‘ Daraus schloß Saul, daß es Samuel sei. Er neigte sich mit dem Antlitz zur Erde und warf sich nieder.“

Anhand dieses Zeugnisses sehen wir, dass der im Jenseits lebende Prophet Samuel die Totenbeschwörerin gehört hat, weshalb er auf ihre Herbeirufung hörte, infolgedessen auf die Erde heraufkam, ihr erschien und schließlich zu König Saul redete. Wie oben bereits erwähnt macht der inspirierte Schreiber hier deutlich, dass es sich tatsächlich um Samuel und keinen Dämon handelt.

Dies ist das einzige mir bekannte biblische Zeugnis, das uns direkt mitteilt, dass man uns im Jenseits hört. Wie aber oben bereits erwähnt, wissen die Bewohner des Himmels aber sowieso, was sich generell auf der Erde abspielt. Aber diese Begebenheit zeigt nochmal deutlich, dass sie uns auch direkt hören, wenn wir sie in unseren Gebeten kontaktieren. Wie das genau passiert, bleibt uns Diesseitgen natürlich verborgen. Aber Gott hat das offensichtlich so eingerichtet, sonst würden wir es nicht in der Bibel lesen. Somit ist die besagte protestantische Annahme „Maria und die Heiligen können uns nicht hören“ antibiblisch und somit falsch und hat daher keine Daseinsberechtigung.

Ist es biblisch, NICHT zu „Toten“ sprechen zu dürfen?

Als Katholiken haben wir eine große und tiefe Liebe zu den Heiligen Gottes und zu den Armen Seelen im Fegefeuer; denn gemäß Hebr 12,22-24 sind wir schließlich nicht nur zu Gott und Jesus Christus hingetreten, sondern auch zu ihnen, die in ihrer Liebe zu Christus brennen und in dieser Liebe mit Ihm vereint und verbunden sind, und so, durch Christus, auch mit uns. In Christus sind wir durch den Heiligen Geist miteinander zutiefst vereint, weshalb die Heiligen ihrerseits gemäß Hebr 12,1 uns, ihre noch unvollendeten Brüder und Schwestern, umgeben:

So lasst denn auch uns, von einer so großen Wolke von Zeugen umgeben, abwerfen alle hemmende Last …“

Wir Katholiken sind mit den Heiligen und den Armen Seelen im Fegefeuer in Christus und Seiner Liebe durch den Heiligen Geist so dermaßen verbunden, dass wir zu ihnen sprechen, wie wir zueinander sprechen. Diese unsere christliche Liebeshandlung lehnen viele Protestanten in ihrem Unverständnis dieser Angelegenheiten gegenüber ab und bezeichnen das dann häufig als „Totenkult“ und „Totenbeschwörung“. Deshalb bezeichnen sie die vollendeten Gerechten, die Heiligen Gottes, und unsere Brüder und Schwestern im Fegefeuer als „Tote“. Es ist ihnen jedoch nicht bewusst, dass nur der Leib tot ist, nicht aber die Seele, die weiterlebt, entweder in der Hölle, im Himmel oder vorübergehend im Fegefeuer.

Es lehrte ja unser Herr die Sadduzäer, die an ein Weiterleben nach dem Tod nicht glaubten, am Beispiel Abrahams, Isaaks und Jakobs, also am Beispiel von drei Heiligen, dass die Heiligen nicht tot sind, sondern lebendig (Mt 22,32). Wir Katholiken sprechen also nicht zu Toten, den Leibern, sondern zu Lebendigen, den in die geistige Welt eingegangenen Seelen (vgl. Offb 6,9).

Des Weiteren sind die besagten Protestanten nicht willens, zwischen der Totenbeschwörung, einer okkult-magischen Praxis, wie sie die Spiritistin von Endor praktiziert hat (1Sam 28), und einem normalen Sprechen zu den in die geistige Welt Eingegangenen, wie wir Katholiken es praktizieren, zu unterscheiden.

Das Sprechen zu den Heiligen oder auch zu den Armen Seelen im Fegefeuer ist also weder ein Totenkult noch eine Totenbeschwörung, sondern ein christlicher Akt.

Doch nun könnten sie sagen, dass das Sprechen zu den „Verstorbenen“ nicht biblisch sei, weil die Bibel so etwas nicht bezeugt. Nun, die Bibel bezeugt auch nicht, dass die Muttergottes geboren und gestorben ist. Heißt das also, dass sie nicht geboren und gestorben ist?

Dass das Sprechen zu abgeschiedenen Personen in der geistigen Welt aber sehr wohl biblisch ist, belegt nicht nur die Tatsache, dass Christus zum abgeschiedenen Propheten Moses sprach (Mt 17,3), sondern, dass auch der Prophet David zu zwei gewöhnlichen abgeschiedenen Personen in der geistigen Welt gesprochen hat:

Wie weh ist mir um dich, mein Bruder Jonatan! Du warst mir so lieb! Köstlicher war deine Liebe mir als die Minne der Frauen!” (2Sam 1,26)

Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Ketten gelegt! Wie man vor Verbrechern fällt, so fielst du!” (2Sam 3,34)

Diese Bibelstellen belegen, dass das Sprechen zu abgeschiedenen Personen in der geistigen Welt biblisch ist. Wir Katholiken tun also etwas Biblisches, wenn wir, wie der Prophet David zu Jonatan und Abner, zu den Heiligen und den Armen Seelen im Fegefeuer sprechen. Dies nicht zu tun, ist nicht biblisch!

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