Hat die katholische Kirche das Heidentum mit dem Christentum vermischt?

Freikirchliche Lehrer und Prediger verbreiten in ihrem Kampf gegen die Katholische Kirche die Behauptung, die Kirche habe Praktiken aus dem Heidentum übernommen, um jene Menschen, die sie bekehrt hatte, zu besänftigen. Sie habe heidnische und christliche Spiritualität miteinander vermischt. Einige Beispiele:

  1. In Maria würde die Katholische Kirche heidnische Göttinnen verehren, z.B. Astarte, oder die „Himmelskönigin“ aus Jer 7,18 und 44,17. Die Eigenschaften solcher Göttinnen habe die Kirche Maria zugewiesen, weshalb sie diese Göttinnen in der Gestalt Marias anbeten würde.
  2. Die Heiligenverehrung sei ein Überbleibsel der heidnischen Ahnenverehrung.
  3. Die Hostie symbolisiere aufgrund ihrer runden weißen Form den heidnischen Sonnengott.
  4. Der Papsthut (Mitra) sehe aus wie ein Fisch, weshalb er auf den Fischgott Dagon zurückgehe.
  5. Es wird behauptet, dass die frühen Christen den Tag des Herrn am jüdischen Sabbat (Samstag) gefeiert hätten, und dass Kaiser Konstantin diesen Tag auf den Sonntag verlegt hätte, damit er eine Sol-Invictus-Sonnenanbetung ins Christentum einschleusen konnte.
  6. Die Initialien I.H.S. (Iesus Hominun Salvator) auf der päpstlichen Kleidung, das „Jesus der Retter der Menschen“ bedeutet, seien mit den heidnischen Göttern Isis, Horus und Seth zu verbinden.

Diese These, dass die Katholische Kirche und Kaiser Konstantin das Heidentum ins Christentum hineingebracht hätten, stellte erstmals Alexander Hislop (1807-1862) auf. Seither wird seine Theorie im freikirchlichen Protestantismus fleißig und ungeprüft weiterverbreitet, weil sie sich bestens zum Kampf gegen die verhasste Katholische Kirche eignet. Denn im Kampf gegen die Katholische Kirche ist jedes Mittel recht, ob Lügen, Verleumdungen, üble Nachrede, mittels Photoshop gefälschte Bilder, erfundene Dokumente oder erfundene Historie; denn das vermeintlich Böse müsse mit Bösem bekämpft werden. Das ist die sündige Einstellung und Haltung der Feinde der Katholischen Kirche, die sich „Christen“ nennen.

Nun zurück zu Hislops These:

1. Es gibt kein einziges historisches und kirchliches Dokument, das in irgendeiner Weise bestätigen würde, dass die Katholische Kirche und Kaiser Konstantin heidnische Götter und Symbole übernommen und sie christlich verklärt hätten, was besagt, dass diese These nur ein Hirngespinst Hislops war, der sie für historische Realität gehalten hat. Gesund hört sich das nicht an, wenn man eigene Phantasiegebilde für Tatsachen hält. Hier wäre also ein Psychiater gefragt 😉

2. Dass Hislops These ein Hirngespinst ist, beweisen die Heiden selbst: Augustinus schrieb die „Stadt Gottes“ in den Jahren 413-426 n. Chr. Er antwortet hier den Heiden, die den Fall Roms (410) auf die Abschaffung des heidnischen Kultes durch die Katholische Kirche zurückführten. Wenn die Heiden darüber verärgert waren, dass die Katholische Kirche die heidnischen Kulte abschaffte, konnte die Kirche das Heidentum wohl kaum übernommen haben. Die Katholische Kirche macht alles so, wie es diese Heiden beklagten; sie schafft das Heidnische ab. Ein katholischer Bekannter hat sich einmal mit einem amerikanischen Ureinwohner getroffen, der vor 20 Jahren katholisch geworden ist. Der Ureinwohner erzählte ihm, dass die Jesuiten keine der heidnischen Traditionen seines Volkes überleben ließen. Tatsächlich werden die Katholiken verklagt, weil sie die amerikanischen Ureinwohner „ihres Erbes beraubt“ haben, als sie ihnen sagten, sie dürften ihre Götter nicht verehren, keine „Schwitzhütten“ abhalten, keine „heiligen Feuer für die Götter“ abhalten und keine „Friedenspfeifen“ rauchen usw. Das alles klingt kaum nach einer Kirche, die Christus mit heidnischem Götzendienst vermischen würde.

3. Hislops Hirngespinst-These haben missionarische Atheisten übernommen, die nun ihrerseits „beweisen“, dass die Christen des 1. Jhs. heidnische Gottheiten zu Jesus Christus umfunktioniert und auf diese Weise die Gestalt des Jesus von Nazareth erfunden hätten. So z.B. wenden sie Hislops Hirngespinst-Methode auf Offb 1,18 und 3,7f. an, wo Jesus als der Türöffner dargestellt wird, und sagen, der Verfasser habe hier Janus, den heidnischen Gott der Türen, zu Jesus, dem Öffner von Türen, gemacht. Letztendlich kommen sie mittels dieser Methode Hislops zu dem Schluss, dass in Jesus viele heidnische Götter vereinigt worden wären. Das haben Hislop und alle Protestanten, die wegen ihrem Hass auf die Katholische Kirche seine These aufrechterhalten, wirklich fein gemacht! Sie geben den Feinden Gottes Waffen in die Hand, mit denen diese jetzt fleißig auf Jesus Christus und das Christentum schießen. Mit dem freikirchlichen Protestantismus stimmt also etwas nicht, wenn er Waffen erfindet und gebraucht, die den Gottesfeinden in die Hand spielen!

4. Dass, was Hislop phantasiereich der Katholischen Kirche unterstellt hat, mit dem Ziel, sie zur Zielscheibe des Hasses zu machen, hat der Apostel Paulus getan. In Athen war eine heidnische Statue eines heidnischen Gottes aufgestellt, dem die Heiden noch keinen Namen zugewiesen haben. Was hat Paulus getan? Er verwendete diesen heidnischen Gott und funktionierte ihn zum Gott der Christen um. Hislops These richtet sich also direkt gegen den Apostel Paulus! Denn tatsächlich ist es nicht verwerflich, Anknüpfungspunkte in heidnischen Kulturen zu finden, um das Evangelium verständlicher zu vermitteln. Die Anschuldigung des Synkretismus ist bei der Katholischen Kirche jedoch genauso haltlos wie beim Apostel Paulus zu Athen.

Um zu verdeutlichen, was Hislop getan hat, wende ich nun seine Hirngespinst-Methode satirisch für den freikirchlichen Protestantismus an:

1. Schauen Sie sich dieses Bild an:

Dieses Bild ist von einer freikirchlichen Website entnommen. Auf freikirchlichen Webseiten gibt es viele solcher Bilder, auf denen ein Mensch zu sehen ist, der einen freikirchlichen Protestanten darstellt, der anbetend vor der Sonne steht. Ein solches Bild sehen Sie auch oben links auf der Website bei GotQuestions:

Schauen Sie auch hier auf https://www.baptisten.de/glauben/, wo eine junge Frau abgebildet ist, die eine freikirchliche Protestantin darstellt, und die mit ausgebreiteten Armen die Sonne anbetet. Oder hier: https://baptisten-frei-kirche.de/was-hinter-krankheit-steckt-heilung-teil-2 Es ist ganz offensichtlich: Im Bild der Sonne wird im freikirchlichen Protestantismus der Sonnengott Mithras und Sol Invictus angebetet.

2. Hier ein Bild eines Fisches, der in dieser Form im freikirchlichen Protestantismus ebenso weit verbreitet ist, wie die Sonne als Symbol für den Sonnengott Mithras und Sol Invictus:

Der Fisch im freikirchlichen Protestantismus steht für den assyrischen Fischgott Dagon, der im freikirchlichen Protestantismus neu entdeckt und dort im Bild des Fisches angebetet wird. Einige freikirchliche Gemeinden haben sogar den Ichthys, den Sohn der Atargatis, ganz offen in ihrem Namen stehen.

3. Hier ist zur Verdeutlichung heidnischer Praktiken im freikirchlichen Protestantismus Brot abgebildet:

Die Verwendung von Brot ist ein zentraler Bestandteil des freikirchlichen „Gottesdienstes“. Dort wird von den Teilnehmern Brot gegessen. Brot war in frühen Zeiten ein Symbol bestimmter Götter. So huldigten die Griechen der Göttin Demeter, zuständig für Ackerbau und Fruchtbarkeit. Der Mythologie zufolge soll sie den Menschen den Getreidebau und das Brotbacken beigebracht haben. Ihr römisches Pendant wird Ceres genannt. Von dem Namen der Göttin Ceres wurde das Wort „Cerealien“ abgeleitet. Bei den Germanen war Freyr die Göttin der Saat, Ernte und Fruchtbarkeit. Dieser heidnischen Göttin wird in freikirchlichen „Gottesdiensten“ durch die Verwendung des Brotes gehuldigt.

4. Das Kreuz:

Auch das Kreuz, wie es hier zu sehen ist, ist im freikirchlichen Protestantismus weit verbreitet. Es ist das Emblem des babylonischen und assyrischen Hirtengottes Tammuz. Im freikirchlichen Protestantismus wird auch Tammuz angebetet. Wenn man bei obigen Freikirchen-Logo sogar genauer hinsieht, ist das Kreuz umgedreht. Also ein klarer Fall von Satanismus! Im Übrigen unterscheidet sich die oben repräsentierte Freikirche von der allgemeinen Christenheit darin, dass sie den Samstag heiligen. Das wird wohl noch ein Überrest des Saturn-Kultes sein, dessen Feiertag der Samstag war. Quasi ein christianisiertes Saturnalia!

5. Es gibt im freikirchlichen Protestantismus Schmuck mit den Initialien W.W.J.D. (angeblich What Would Jesus Do), F.R.O.G. (angeblich Fully Rely On God), P.U.S.H.-Armbänder usw. In Wahrheit ist das eine Vertuschung der wahren Bedeutung dieser freikirchlichen Initialien. Denn W.W.J.D. bedeutet tatsächlich Wodan, Wali, Janus, Dagon“; und hinter „F.R.O.G.“ steht der Frosch, engl. frog, als Symbol für die altägyptische Frosch-Göttin Feket, sowie gleichzeitig für die heidnischen Götter Freya, Ra, Odin und Gaja. Die Initialen P.U.S.H. stehen in Wahrheit für „Pan, Uranos, Sol, Hermes“.

Und siehe da, wir haben den freikirchlichen Protestantismus als eine durch und durch heidnische Religion entlarvt! Das ist das, was Hislop und seine geistigen protestantischen Nachfahren aus der Katholischen Kirche gemacht haben, und was ich jetzt hier aus dem freikirchlichen Protestantismus gemacht habe. Hoffen wir mal, dass keine Atheisten mitlesen, die meine Argumente aufgreifen und von nun an gegen Evangelikale ins Feld führen 😉

Stjepan Vucina, 2009 durchs Bibelstudium katholisch geworden, ist katholischer Apologet. Sein Herzensanliegen ist es, Protestanten anhand der Heiligen Schrift die katholische Position aufzuzeigen. Einige Protestanten in seinem Umfeld konnte er schon durch die Bibel zur Konversion führen.

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