Haben die wahren Christen eine persönliche Beziehung mit Jesus?

Die evangelikalen Protestanten reden nonstop von einer „persönlichen Beziehung mit Jesus“, unaufhörlich, und meinen damit im Gegensatz zu uns Katholiken ungemein christlich zu sein. Besuchen sie katholische Youtube-Kanäle, auf denen Videos über die Mutter Gottes oder Heilige erscheinen, meinen sie uns mit liebevoll klingenden Worten belehrend fragen zu müssen: „Hast du Jesus als deinen persönlichen Herrn und Retter angenommen?“ und: „Hast du eine persönliche Beziehung mit Jesus?“

Klingen diese protestantisch-evangelikalen Fragen nicht wirklich ungemein christlich? In mehrerer Hinsicht nicht! Denn aus diesen Fragen spricht der Hochmut, in dem sich über uns Katholiken erhoben wird, welcher dann in liebevoll klingende Worte gekleidet wird, damit er nicht erkannt wird. Somit klingen solche Worte zwar liebevoll, sind in Wahrheit aber alles andere als das, weil sie eben hochmütig sind; denn Hochmut ist Lieblosigkeit! Schon deshalb sind solche Worte nicht christlich, sondern antichristlich! Denn man kann nicht Jesus lieben und sich zugleich über seine Mitmenschen erheben. Denn wer seine Mitmenschen nicht liebt, und sich deshalb über sie erhebt, liebt auch Jesus nicht. (Und es ist ja nicht so, dass wir Papier-Katholiken sind, sonst wären wir sicherlich nicht apologetisch-missionarisch auf YouTube unterwegs.) Deshalb sind die von den evangelikalen Protestanten gesprochenen Worte „Ich liebe Jesus!“ nur Floskeln, nur leere Worte, Worte der Täuschung, die die Evangelikalen entlarven; denn in 1 Joh 4,8 lesen wir:

„Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, weil Gott Liebe ist.“

Das heißt: die evangelikalen Protestanten haben Gott nicht erkannt, weil sie uns Katholiken, ihre Mitmenschen, nicht lieben und sich deshalb in ihrem Hochmut und in ihrer Arroganz über uns erheben! Deshalb sind ihre Fragen: „Hast du Jesus als deinen persönlichen Herrn und Retter angenommen?“ und: „Hast du eine persönliche Beziehung mit Jesus?“ antichristliche Worte, die mit Jesus nichts zu tun haben, sondern mit dem Widersacher, der durch Menschen, hier durch die Evangelikalen, andere Menschen mit arroganten Worten erniedrigen will und das durch sie auch tut!

Des Weiteren ist anzumerken, dass sich die Evangelikalen, wie alle anderen Protestanten auch, auf die Bibel berufen. Das ist wichtig zu erwähnen, weil festzustellen ist, dass in der Bibel solche Floskeln wie „mein persönlicher Herr und Retter Jesus Christus“, „mein persönlicher Gott“ oder „persönliche Beziehung mit Jesus“ oder „persönliche Beziehung mit Gott“ überhaupt nicht vorkommen, nicht ein einziges Mal. Nur ein paar Mal lesen wir im Neuen Testament:

„… Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” (Mk 15,34)

“… Mein Herr und mein Gott!” (Joh 20,28)

„… daß mich mein Gott bei meiner Wiederkehr vor euch erniedrigt …“ (2 Kor 12,21)

Mein Gott aber wird euch nach seinem Reichtum alles, dessen ihr bedürft, gar herrlich in Christus Jesus verleihen.“ (Phil 4,19)

Hier heißt es “mein Gott” und “mein Herr und mein Gott”, weshalb man auch sagen kann: „mein Jesus“, aber es heißt nicht ein einziges Mal „mein persönlicher Gott“, „mein persönlicher Jesus“, „mein persönlicher Herr Jesus Christus“, „mein persönlicher Retter Jesus Christus“ usw. Auch im Alten Testament kommt zwar „mein Gott“ vor, aber nie „mein persönlicher Gott“. Dass Gott mein persönlicher Gott und Jesus Christus mein persönlicher Herr und Retter sei, ist zwar evangelikal-protestantisch, aber nicht biblisch und somit nicht christlich. Denn Gott ist zwar mein Gott, aber nicht mein persönlicher Gott, und Christus ist zwar mein Herr und Retter, doch er ist nicht mein persönlicher Herr und Retter! So sehen wir, dass solche evangelikal-protestantischen Floskeln alles andere sind, nur nicht biblisch und christlich!

Dasselbe betrifft die evangelikal-protestantische Floskel „persönliche Beziehung mit Jesus“. Auch sie kommt in der gesamten Bibel nicht ein einziges Mal vor, auch im Hinblick auf Gott nicht! Nirgendwo heißt es „persönliche Beziehung mit Jesus“ oder „persönliche Beziehung mit Gott“; ja, und nicht einmal Phrasen wie „Beziehung mit Jesus“ oder „Beziehung mit Gott“ ohne das Wort „persönlich“ kommen in der Bibel vor! Das ist alles unbiblisch und deshalb unchristlich! Und das kann auch nicht anders sein, weil wir Christen keine (persönliche) Beziehung mit Jesus Christus haben, wie z.B. ich eine (persönliche) Beziehung mit Atheisten habe, die mir wohlgesonnen sind und mich lieben und gern haben und ich sie. Denn eine (persönliche) Beziehung suggeriert zwei voneinander getrennte Personen, die miteinander nur eine (persönliche) Beziehung haben. Und das war’s! Und genau das trifft auf uns Christen und unseren Herrn Jesus Christus nicht zu. Keiner von uns Christen hat eine (persönliche) Beziehung mit Jesus, und Jesus hat auch keine (persönliche) Beziehung mit uns, weil ich und Jesus und Du und Jesus keine zwei voneinander getrennte Personen sind, die daher eine (persönliche) Beziehung miteinander nötig hätten. Das ist unbiblischer und somit unchristlicher evangelikal-protestantischer Unfug! Denn gemäß dem Neuen Testament bin ich und Jesus und bist Du und Jesus nicht zwei voneinander getrennte Personen, die daher eine (persönliche) Beziehung miteinander nötig hätten, sondern ich und Jesus sind und Du und Jesus seid vollkommen eins, da wir, jeder einzelne von uns wahren Christen, Glieder des Leibes Christi, Teil von ihm, sind. Wären wir wahren Christen nicht Teil von Jesus, sondern von ihm getrennte Personen, so müssten wir dann in der Tat eine (persönliche) Beziehung mit ihm haben. Es ist also ein Unterschied, ob ich eine Beziehung mit dem Licht habe, oder ob ich ein Teil des Lichts bin. Zur besseren Verdeutlichung: Das Neue Testament kann keine Beziehung zur oder mit der Bibel haben, weil es Teil der Bibel ist. Nur dann, wenn es nicht Teil der Bibel wäre, könnte es eine Beziehung zur oder mit der Bibelk haben, wie etwa ein geschriebener Aufsatz über die Bibel. Oder ein anderes Beispiel: Ein Rad kann keine Beziehung zum Fahrrad haben, weil es ein Teil des Fahrrads ist. Nun zur Verdeutlichung ein gegenteiliges Beispiel: Die SIM-Karte ist nicht Teil des Handys, weshalb es nur eine Beziehung zum Handy hat. Oder: Die Fernbedienung ist nicht Teil des Fernsehers, weshalb es nur eine Beziehung zum Fernseher hat.

Wenn also die evangelikalen Protestanten sagen, sie hätten eine persönliche Beziehung mit Jesus, dann enthüllt das, dass sie sich als von Jesus getrennt wahrnehmen und daher eine (persönliche) Beziehung mit ihm haben müssten! Uns Christen hingegen, die wir Teil von Jesus sind, ist diese Lehre völlig fremd; sie hat mit der biblischen und somit christlichen Leib-Christi-Theologie nichts zu tun! Deshalb lautet die christliche Frage nicht: „Hast du eine persönliche Beziehung mit Jesus?“, sondern: „Bist du ein Teil von Jesus“ oder: „Bist Du ein Glied seines Leibes?“

Und so entpuppen sich die evangelikalen Protestanten als vom wahren Christentum und somit von Christus sehr, sehr weit entfernt! Und dazu kommt noch, dass sie mit Christus nicht einmal im Geringsten etwas zu tun haben, da es in der Bibel und somit im Christentum keine (persönliche) Beziehung mit Jesus gibt! So etwas existiert nicht! Deshalb ist ihre Annahme, sie hätten eine (persönliche) Beziehung mit Jesus, nur ihre persönliche Einbildung! Sie haben, da sie sich mit ihrer eingebildeten persönlichen ICH-JESUS-BEZIEHUNG von der Person Jesu trennen, mit ihm und seinen Leib nichts zu tun. Sie sind nicht Teil von IHM! Sie sind nicht Teil des LICHTS!

Darüber hinaus ist dieser Allgemeinplatz von Beziehung eine nichts aussagende Floskel. Streng genommen hat alles in der Welt miteinander irgendeine Beziehung und alles hat auch irgendeine Beziehung zu Gott – und sei es nur die Schöpfer-Geschöpf-Beziehung. Aber auch das Attribut persönlich taugt hier nicht als Qualifikation. Gewiss haben die Engel wie Satan auch eine persönliche Beziehung irgendeiner Art zu Gott (vgl. Hiob 1,6ff.) und doch zittern die gefallenen Engel (Jak 2,19). Entscheidend ist, dass wir Jesus lieben. Denn: “Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.” (Joh 14,21) Und: “Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.” (Joh 14,24). Und genau diese Tatsache der wahren Liebesbeziehung zu Gott – wenn man es so bezeichnen will – wird ja gerade von Evangelikalen gerne unterbetont, wenn von der Wichtigkeit der persönlichen Beziehung die Rede ist.

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