Gewisse Protestanten nehmen die Bibel nicht ernst

Seit 10 Jahren beschäftige ich mich mit dem Protestantismus. Zahlreiche Texte und Kommentare, die von vielen Protestanten stammen, habe ich bereits gelesen. Auch sehr viele Diskussionen habe ich mit ihnen geführt. Dabei stellte sich heraus, dass es Protestanten gibt, die die Bibel zwar verbal und mit dem Griffel hochhalten, sie aber ablehnen, wenn man ihnen biblische Sachverhalte vorführt. Die Bibel dient diesen Protestanten nur dazu, um hinter ihr ihre eigenen protestantischen Lehren und Traditionen zu verstecken, damit sie nicht als menschliche Lehren und Traditionen erkannt werden. Nur dafür predigen solche Protestanten Sola Scriptura, fügen ihr aber ihre eigenen Gedanken hinzu, so dass dann nicht mehr SOLA SCRIPTURA gilt, sondern SCRIPTURA + EIGENE GEDANKEN, um dann schließlich Scriptura durch die eigenen hinzugefügten Gedanken aufzuheben, so dass dann am Ende nur noch SOLA EIGENE GEDANKEN gilt.

Natürlich ist es mir nicht möglich, das anhand aller meiner Diskussionen, die ich mit Protestanten geführt habe, vorzuführen, weil es viel zu viele sind, weshalb ich das nur anhand von einigen Beispielen aufzeigen will:

1. Beispiel

In Joh 3,5 spricht Jesus von der Heilsnotwendigkeit der Taufe, indem er erklärt, dass man nicht in das Reich Gottes eingehen kann, ohne aus Wasser und Geist geboren worden zu sein. Hier fügte ein freikirchlicher Protestant auf seiner Website seinen Gedanken hinzu, dass das nicht stimmen würde, womit er sogleich mit seinen eigenen Gedanken die biblische Aussage Christi vollständig aufgehoben hat, so dass hier nicht SOLA SCRIPTURA galt, sondern SOLA EIGENER GEDANKE. Um dies zu verbergen, fälschte er Jesu Worte, indem er behauptete, Jesus habe nicht von „Wasser und Geist“ gesprochen, sondern von „Wasser ebendiesem Geist“. Daraufhin setzte ich mich mit mehreren Altgriechisch-Experten in Verbindung, die mir mitteilten, dass der altgriechische Text diese „Übersetzung“ nicht hergeben würde, sondern “Wasser und Geist”. Anschließend teilte ich das dem Protestanten mit, doch ohne Konsequenzen; er hielt an seiner Fälschung, die sein SOLA EIGENE GEDANKEN verbergen sollte, fest. Erst als ihn einer der Altgriechisch-Experten persönlich zurechtwies, löschte er den betreffenden Abschnitt, doch ohne Konsequenzen: Er hielt nach wie vor an seinem Gedanken, die Taufe sei nicht heilsnotwendig, fest! Was Jesus sagte und in der Bibel steht, interessierte ihn nicht!

2. Beispiel

Auf dem Youtube-Kanal „Dennis von Katholische Antworten“ fragte ich einen Protestanten, wo in der Bibel Sola Scriptura gelehrt würde. Er verwies mich dann auf 2 Joh 1,9: „… Wer in der Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn.“ Hier hat dieser Protestant diesem Bibelwort seinen eigenen Gedanken hinzugefügt, es handele sich bei der Lehre um die Bibel, so dass bei ihm jetzt SCRIPTURA + EIGENE GEDANKEN galt. Als ich ihn dann im selben Buch auf Vers 12 verwies, wonach Johannes der Gemeinde noch Mündliches mitzuteilen hatte, nahm er das nicht an, sondern blieb bei seinem Sola Scriptura, so dass bei ihm jetzt in diesem zweiten Schritt nicht mehr SCRIPTURA + EIGENE GEDANKEN galt, sondern SOLA EIGENE GEDANKEN, das SCRIPTURA 2 Joh 12 aufhob. Als ich darauf pochte, mir doch endlich einen Bibelvers zu nennen, der Sola Scriptura lehrt, verwies er mich auf Tit 1,9: „einer, der sich an das zuverlässige Wort hält, wie es der Lehre entspricht, damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.“ Auch hier hat er wieder der Bibel seinen eigenen Gedanken hinzugefügt, dass es sich bei der hier genannten Lehre um die Bibel handeln würde, worauf ich ihn nochmal auf 2 Joh 12 verwies, wo Johannes ausdrücklich schreibt, dass er der Gemeinde noch Vieles zu schreiben hätte, er dies aber mündlich tun würde. Auch diesmal nahm der besagte Protestant Scriptura 2 Joh 12 nicht an, sondern hielt an seinem eigenen Gedanken „Lehre = Schrift“ fest, so dass auch diesmal bei ihm SOLA EIGENE GEDANKEN galt.

3. Beispiel

Als ich einen weiteren Protestanten fragte, wo in der Bibel Sola Scriptura gelehrt würde, verwies er mich auf die folgende Bibelstelle: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt. “ (2 Tim 3,16-17) Doch genau hier steht nicht: „Alle Schrift allein ist von Gott eingegeben und nütze …“, sondern „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze …“ Dieser Stelle hatte der Protestant also gedanklich das Wort „allein“ hinzugefügt, so das bei ihm nicht SOLA SCRIPTURA galt, sondern SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE. Als ich ihm diese gedankliche Hinzufügung klar vor Augen führte, hielt er trotzdem an seinem „allein“ fest, so dass bei ihm nicht mehr SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE galt, sondern SOLA EIGENER GEDANKE.

4. Beispiel

Die Protestanten lehnen die Lehre vom Purgatorium, wo der unvollendete Gerettete nach dem Tod seine Sündenstrafen abbüßt, ab, mit der Begründung, davon stehe in der Bibel nichts. Hier gilt also Sola Scriptura. Als ich einen Protestanten dann auf Jesu Worte in Mt 5,25-26 verwies, wo er von einem jenseitigen Kerkerort spricht, aus dem man nicht eher herauskommt, als bis man seine Sündenstrafen abgebüßt hat, fügte er seinen Gedanken hinzu: „Es gibt keinen Ort, an dem Menschen nach ihrem Tod bleiben, bis sie ihre Sünden ‘abgebüsst’ haben“, um dann so, mit diesem eigenen Gedanken, Scriptura Mt 5,25-26 aufzuheben, so dass nicht mehr SOLA SCRIPTURA galt, sondern SOLA EIGENE GEDANKEN.

5. Beispiel

Ein Protestant stellte mir die folgende Frage: zeige mir, wo ich zu Heiligen beten kann, wenn die Bibel sagt, die toten wissen nix. Dann ist das so.“ Daraufhin führte ich ihm 1 Sam 28 vor, wo berichtet wird, dass der verstorbene Prophet Samuel zu Saul redete und somit nicht tot war. Daraufhin fügte er Scriptura 1 Sam 28 seinen eigenen Gedanken hinzu, dies sei ein Dämon gewesen. Hier galt also wieder SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE. Als ich ihm dann anhand von Textstellen aus diesem Kapitel vorführte, an denen der von Gott inspirierte Schreiber ausdrücklich Samuel als Sprecher nennt, und nicht einen Dämon, blieb er bei seinem Gedanken, dies sei trotzdem ein Dämon gewesen. Auf diese Weise hob er SCRIPTURA mittels seines eigenen Gedankens auf, so dass auch in diesem Fall letzten Endes SOLA EIGENER GEDANKE galt.

6. Beispiel

Auf die Frage eines freikirchlichen Protestanten, wo in der Bibel stehen würde, dass man zu Toten sprechen darf, verwies ich auf 2 Sam 1,26 und 2 Sam 3,34, wo positiv darüber berichtet wird, dass David zu zwei verstorbenen Freunden gesprochen hat. Um dies auszuhebeln, verwies er auf Lot, der mit seinen beiden Töchtern schlief, und meinte: Weil du deine Berechtigung zu Toten zu sprechen daher holst, das David es getan hat. Ja dann geh und Schlaf mit deinen Kindern weil es Lot getan hat.“ Hier stellt man also fest, dass nicht die Bibel diese Verknüpfung macht, sondern dieser Protestant selbst mittels eigenem Gedanken, so dass hier nicht SOLA SCRIPTURA, sondern SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE galt. Als ich ihm dann darlegte, dass beide Handlungen von der Bibel unterschiedlich bewertet werden, das eine im Zusammenhang mit Lot negativ und das andere im Zusammenhang mit David positiv, blieb er bei seinem Gedanken, dass das, was David tat, deshalb schlecht gewesen sei, weil die Handlung Lots schlecht war. Hier galt also letzten Endes nicht mehr SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE, sondern SOLA EIGENER GEDANKE!

7. Beispiel

Ein protestantischer Youtubekanal-Betreiber machte ein Video, indem er behauptet, dass die Hure Babylon in der Johannesoffenbarung der Vatikan sei. Hier galt also nicht SOLA SCRIPTURA, sondern SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE, weil ja in der Bibel nirgendwo steht, dass die Hure der Vatikan sei. Er dachte sich das so. Als ich ihm dann darlegte, dass der Vatikan, anders als die Hure, auf einem Hügel liegt, und nicht, wie die Hure, auf 7 Hügeln, erwiderte er, dass der Vatikan Teil der Sieben-Hügel-Stadt Roms sei. Als ich seine Darlegung widerlegte, indem ich ihm darlegte, dass dann Rom mit dem Vatikanischen Hügel auf 8 Hügeln läge, und somit nicht die Sieben-Hügel-Stadt Babylon sein könne, blieb er bei seinem Gedanken, die Hure sei der Vatikan. Und so hob er mit seinem Gedanken die biblischen Aussagen über die Hure vollständig auf, so dass jetzt, in diesem zweiten Schritt, nicht mehr SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE galt, sondern SOLA EIGENER GEDANKE.

8. Beispiel

Eine Freikirchlerin fragte mich, wo in der Bibel stehen würde, dass man zu Maria beten soll. Da ich weiß, dass Freikirchler zu Jesus beten, fragte ich zurück, wo in der Bibel steht, dass man zu Jesus beten soll. Da in der Bibel steht, dass man zu Gott beten soll, führte sie mir mehrere Bibelstellen vor, wo steht, dass man zu Gott beten soll; und da Jesus Gott ist, so fordere die Bibel damit auf, zu Jesus zu beten. Ich erklärte ihr dann, dass ich von Jesus als dem Gottmenschen spreche, den es erst seit 2000 Jahren gibt (Gott, der Sohn, war vor der Inkarnation nur Gott, seither aber Gott und Mensch zugleich); und deshalb würde ich einen Bibelvers verlangen, in dem steht, wo wir zu Jesus, dem Gottmenschen, beten sollen. Und genau hier fügte sie der Bibel einen eigenen Gedanken hinzu, indem sie behauptete, Jesus sei seit seinem Tod kein Mensch mehr. Hier hat diese Protestantin, wie das auch alle übrigen Protestanten machen, mit ihrer Hinzufügung ihres eigenen Gedankens ihr Sola Scriptura zunichte gemacht; hier galt für sie jetzt: SCRIPTURA + EIGENER GEDANKE. Um ihren Gedanken zu entfernen, verwies ich sie auf 2 Tim 2,5, wo steht, dass Jesus als der Mittler zwischen dem Vater und den Menschen immer noch Mensch ist. Und darauf schrieb sie dann: “Ja bin ich mir jetzt nicht mehr sicher inwieweit jesus jetzt noch mensch ist ehrlich gesagt, anhand der bibelstelle wär er noch beides [Gott und Mensch] das stimmt.” Hier gibt diese Protestantin also selber zu, dass sie das Bibelwort nicht annehmen will. Im Gegensatz zu allen übrigen Protestanten, mit denen ich diskutierte, war diese Protestantin wenigstens ehrlich! Das heißt, sie gibt zu, dass für sie nicht (Sola) Scriptura gilt, sondern Sola Eigene Gedanken!

9. Beispiel

Im Kommentarbereich unter einem katholischen Youtube-Video wetterte ein Protestant gegen die Trinität; diese sei unbiblisch. Als ich ihm dann 1 Mo 18,1-3 vorführte, wonach JAHWE dem Abraham als DREI MÄNNER, also dreipersonal und nicht einpersonal, erschien, schrieb er mir: “Das wird ja immer gruseliger und abergläubischer.” 1 Mo 18,1-3 sei also gruselig und abergläubisch! Somit sieht man, wie auch dieser Protestant (SOLA) SCRIPTURA mittels EIGENER GEDANKEN aufhebt!

10. Beispiel

Eine Protestantin schrieb in einer katholischen Facebook-Gruppe, dass die Bibel keine Kindertaufe kennen würde, sondern nur eine Erwachsenentaufe. Ich fragte sie im Gegenzug, wo die Bibel von einer generellen Erwachsenentaufe spricht. Sie lieferte mir sogleich Bibelstellen, die von der Taufe Erwachsener sprechen; und nirgendwo würde von der Taufe von Kindern gesprochen. Ich wies sie dann darauf hin, dass die Bibel nur von der Taufe jener Erwachsenen spricht, die bis zu ihrer Bekehrung einen nichtchristlichen Glauben hatten, aber sie spricht nirgendwo davon, dass die Kinder christlicher Eltern, die im christlichen Glauben erzogen wurden, als Erwachsene getauft wurden. Deshalb sei der Gedanke, dass auch diese Menschen als Erwachsene getauft wurden, unbiblisch. – Auch hier zeigt es sich, wie baptistische Protestanten der Bibel den eigenen Gedanken hinzufügen, dass die Kinder christlicher Eltern, die im christlichen Glauben erzogen wurden, ebenfalls als Erwachsene getauft worden sein sollen. Als ich das der protestantischen Dame darlegte, blieb sie bei ihrem GEDANKEN und hob mit ihm SCRIPTURA auf, so dass auch hier letztendlich SOLA EIGENER GEDANKE galt; denn die Bibel berichtet weder etwas davon, dass christlich erzogene Kinder als Erwachsene getauft wurden, noch, dass sie als Kinder getauft wurden. Sie lässt diesen Sachverhalt offen. Aber an diesem biblischen Sachverhalt wollen sich die baptistischen Protestanten nicht halten. Sie halten sich lieber an das, was sie sich selber denken! Nix Sola Scriptura!

11. Beispiel

In einem Youtube-Video verweisen zwei freikirchliche Protestanten auf Röm 3,10-18, um mit diesem Vers zu belegen, dass Maria, die Mutter Jesu, nicht ohne Sünden gewesen sei, weil diese Verse, die ein Zitat aus dem Alten Testament sind, sagen, dass keiner gerecht sei, auch nicht einer! Da sie aber sehr genau wissen, dass die Bibel auch Ausnahmen kennt, z.B. nach Mt 1,19 den hl. Josef, sie dies aber bewusst weglassen, so zeigt das, dass sie Röm 3,10-18 nicht im biblischen Kontext lesen wollen, sondern im eigenen gedanklichen Kontext, wonach wirklich kein einziger Mensch gerecht sei. Und so machen sie dann die biblische Aussage, dass es auch Ausnahmen gibt, vollständig zunichte. Es gilt also auch hier nicht SOLA SCRIPTURA, sondern SOLA EIGENER GEDANKE!

Aus allen diesen elf Beispielen ersieht man, dass das im Protestantismus propagierte SOLA SCRIPTURA bei vielen Protestanten nur eine Täuschungsmethode ist, mit der diese Protestanten verdecken wollen, dass ihre protestantischen Lehren und Traditionen nur Menschenwort und Menschenwerk sind! Bei diesen Protestanten geht es nicht um die Bibel, sondern nur um die eigenen Gedanken, die hinter der Bibel versteckt und so, mittels dieser betrügerischen Maßnahme, als Wahrheit verkauft werden sollen! Man lasse sich also nicht täuschen, wenn gewisse Protestanten SOLA SCRIPTURA propagieren! SOLA SCRIPTURA oder SCRIPTURA gilt diesen Protestanten selber nichts! Sie kennen nur SOLA EIGENE GEDANKEN! Und so nützt es ihnen gar nichts, wenn sie Bibelstellen zitieren, denn das ist nichts besonderes, das tun auch Atheisten und Moslems!

Menü