Fegefeuer-Lehre biblisch begründet

Lehrt die katholische Kirche, dass sich im Fegefeuer verlorene Christen befinden?

Oft haben protestantische Christen eine völlig falsche Vorstellung über den Katholizismus. Sie halten Dinge für katholisch, die überhaupt nicht katholisch sind. Viele von ihnen meinen beispielsweise, die katholische Kirche würde lehren, dass das Fegefeuer ein Ort für verlorene Christen sei. So schreibt eine von ihnen:

„Fegefeuer? Bitte erklären Sie in voller Wahrheit, warum es nicht gelten soll, wenn in der Bibel gesagt wird, allein durch Glauben seid ihr gerettet od. wer an mich (Jesus) glaubt, hat das ewige Leben u. Jesus sagte, die die mir der Vater gegeben hat, die will ich hüten, führen od. ins ewige Leben bringen. Jesus wird bei Lebzeiten dafür sorgen, daß ein Mensch mindest. 1× im Leben Jesus als seinen Erlöser bekennt.

Deshalb klingen solche Einwände für uns katholische Christen sehr lustig. Für ALLE Verlorenen kennt die katholische Kirche nämlich nur einen Ort: die Hölle! Nach katholischer Lehre befinden sich im Fegefeuer hingegen NUR Gerettete, und zwar nur diejenigen, die in ihrem Leben lediglich die Vollendung in der Heiligkeit nicht erreicht haben – im Gegensatz zu den Heiligen – und die daher dort ihre zeitlichen Sündenstrafen abbüßen müssen. Denn gemäß der Heiligen Schrift gibt es vollendete und unvollendete Gerechte (Heilige). In 2Kor 7,1 lesen wir:

„Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, wollen wir uns von jeder Befleckung des Fleisches und auch des Geistes reinigen und unsere Heiligkeit in der Furcht Gottes vollenden.“

Die meisten wahren Christen erreichen ihre Vollendung in der Heiligkeit nicht, weshalb sie unvollendete Heilige (unvollendete Gerechte) sind, also keine Heiligen in vollem Sinn des Wortes. Diejenigen, die ihre Heiligkeit vollendet haben, nennt die Heilige Schrift deshalb „vollendete Gerechte (Heilige)“, in der Regel auch einfach nur „Gerechte“ in vollem Sinn des Wortes:

„Denn ihr seid hingetreten … zu den Geistern der vollendeten Gerechten …“ (Hebr 12,22-24) 

Hier ist von den „Geistern der vollendeten Gerechten“ die Rede, so dass ihre Betitelung „vollendete Gerechte“ auf ihr einstiges Dasein auf Erden Bezug nimmt, wo sie ihre Vollendung in der Heiligkeit erreicht hatten.

Nach dem Abbüßen der Sündenstrafen im Fegefeuer erfolgt nach katholischer Lehre der unmittelbare Eingang in den Himmel, in die ewige Glückseligkeit. Im Fegefeuer befinden sich nach katholischer Lehre also nicht Verlorene, sondern Gerettete. Sie bleiben dort nur vorübergehend.

Damit ist das Missverständnis, dass sich nach katholischer Lehre im Fegefeuer verlorene Christen befänden, ausgeräumt. So können wir nun dazu fortschreiten, wo die Bibel eigentlich das Fegefeuer lehrt:

Fegefeuerlehre in der Bibel

Die Lehre vom Fegefeuer ist seit Apostelzeiten an in der katholischen Kirche von Generation zu Generation mündlich überliefert, ist daher Teil der christlichen Lehre und findet sich wie zu erwarten auch im Neuen Testament, weil das Neue Testament von Katholiken geschrieben wurde und daher einen kleinen Teil der mündlichen Überlieferung der Apostel, der kirchlichen Tradition, wiedergibt. Und so wird uns vom Katholiken Matthäus mitgeteilt, was Jesus Christus selbst über das Fegefeuer als Ort gesagt hat:

“Verständige dich mit deinem Gegner ohne Zögern, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich nicht der Gegner dem Richter und der Richter dem Gerichtsdiener übergibt und du in den Kerker geworfen wirst. Wahrlich, du kommst nicht heraus von dort, bis du den letzten Heller bezahlt hast.” (Mt 5,25-26)

Hier spricht Christus vom persönlichen Gericht, das direkt nach dem Ableben erfolgt. Der Richter ist Gott, und die Gerichtsdiener sind Engel, die Gott als dem Richter dienen. Christus hat gelehrt, dass wir Menschen nach unserem Ableben vor Gott, den Richter, treten, der über uns und unsere Taten richten wird. Ein Teil der Seelen, so der Herr, wird von Gott so gerichtet werden, dass die Seele von Engeln „in den Kerker geworfen“ wird, aus dem sie „wahrlich … nicht heraus“ kommt, als bis sie „den letzten Heller bezahlt“ hat, also bis sie dort seine Sünden abgebüßt hat.

Dieser Ort ist folglich nicht der Himmel, da er kein Kerker ist und man dort nichts mehr abzahlt. Die Hölle ist hier auch nicht gemeint, weil man, anders als aus besagtem Kerker, aus ihr nicht mehr heraus kommt. Der Herr spricht hier also von einem Kerker-Ort im Jenseits, aus dem die gerichtete Seele nach der abgebüßten Gefängnisstrafe wieder heraus kommt, um dann in die ewige Freiheit, in den Himmel, entlassen zu werden. Und genau diesen vom Herrn genannten Kerker-Ort, aus dem die dort verweilenden Seelen wieder herauskommen, und den die Protestanten leugnen und somit von der christlichen Lehre abweichen, bezeichnet die Kirche als „Fegefeuer“, „Reinigungsort“ und „Läuterungsort“, oder in Latein „Purgatorium“.

Während der Herr Jesus Christus vom Fegefeuer als dem Ort der vorübergehenden Gefängnisstrafe spricht, spricht der hl. Apostel Paulus vom Wesen dieses geistigen Ortes:

“Einen andern Grund kann zwar niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird‘s klar machen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, aber so wie durchs Feuer.” (1Kor 3,11-15)

Paulus spricht hier vom „Tag“. Das ist die damalige Kurzform von „Tag des Herrn“, womit in damaliger Zeit der Gerichtstag bezeichnet wurde. Im Kontext bezeichnet „Tag“ an dieser Stelle den persönlichen Gerichtstag nach dem Ableben, bei dem, so Paulus, jeder Einzelne, der auf Christus “Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln” gebaut hat, also in der heiligmachenden Gnade gestorben ist, von Gott, dem Richter, ob seiner Werke gerichtet wird. Paulus erklärt weiter:

“Wird .. jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, aber so wie durchs Feuer.”

Der von Gott, dem Richter, gerichtete gestorbene Christ, der auf Christus „Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln” gebaut hat, wird also zwar gerettet, weil er in der heiligmachenden Gnade von dieser Welt geschieden ist, aber Schaden erleiden, indem er gerettet wird „wie durchs Feuer“. Das ist das Fegefeuer, durch das eine von Gott gerichtete Seele nach dem Ableben hindurchgehen muss, um gereinigt und so für den Himmel, in den nichts Unreines hinein kann, bereitet zu werden.

Während also nach Mt 5,25-26 Christus von der Örtlichkeit des Fegefeuers spricht, spricht der Apostel Paulus vom Wesen dieses Ortes. In diesem Kerker-Ort, dem Fegefeuer, geht man „wie durchs Feuer“ und erleidet dadurch Schaden. Die katholische Kirche hält als Pfeiler und Fundament der Wahrheit (1Tim 3,15) weiterhin an dieser christlichen Lehre fest, während die Protestanten diese christliche Lehre ablehnen und sich damit gemäß 2Joh 8ff. schwer versündigen.

„Wie durch’s Feuer“

Protestanten wenden ein, um nicht ans Fegefeuer zu glauben, dass es bei Paulus ausdrücklich „wie durch’s Feuer“ heißt, und nicht „durch’s Feuer“, so dass bei dieser Vorgangsbeschreibung Feuer nicht buchstäblich an dem gläubigen Verstorbenen zerren würde. Es gäbe daher für keinen Gläubigen nach dem Tode eine vorübergehende Feuerstrafe, also keine Strafe in einem Fegefeuer, welches die katholische Kirche gedanklich konstruiert habe. Aber selbst, wenn es sich nicht um buchstäbliche Flammen handelt, so lässt sich aber die Lehre des Fegefeuers dadurch nicht abtun. Dann wirkt der Ort des Purgatorium eben ohne Feuer, aber es verhält sich dennoch genauso wie mit Feuer, d.h. es ist kein angenehmer Ort. Aber dieser unangenehme Ort, der nicht die Hölle und nicht der Himmel ist, kann nicht verleugnet werden.

Keine Ortsangabe

Um nicht ans Fegefeuer zu glauben, wenden Protestanten des Weiteren, was den eingangs zitierten Korinthertext betrifft, ein, dass dort keine Ortsangabe genannt würde. Es würde also zwar vom Schadenerleiden gesprochen, und von einer Hindurchrettung „wie durch’s Feuer“, aber ein Ort würde nicht genannt werden. Folglich gäbe es kein Purgatorium.

Hier wird also die Nichterwähnung eines Ortes als Verneinung eines Ortes begriffen. Nach dieser protestantischen Bibeldeutungsmethode ist Maria, die Muttergottes, nie empfangen und geboren worden und nie gestorben, weil die Bibel nirgendwo von ihrer Empfängnis und Geburt und ebenso wenig von ihrem Tod spricht. An diesem Beispiel sehen wir, dass diese Bibeldeutungsmethode Unsinn ist.

Wir stellen also fest, dass die Bibel an dieser Stelle weder sagt, dass es für das Schadenerleiden und für die Hindurchrettung durch’s Feuer keinen Ort gäbe, noch, dass es einen gäbe. Sie lässt diesen Sachverhalt an dieser Stelle buchstäblich offen. Dennoch lässt die besagte Korintherstelle die Annahme nicht zu, dass Paulus an keinen jenseitigen Ort gedacht hätte, wenn er von einem vorübergehenden Schadenerleiden und von einer vorübergehenden Rettung „wie durch’s Feuer“ spricht. Denn die jeweilige betroffene Seele wird sich schließlich an einem jenseitigen Ort befinden, an dem sie den Schaden erleidet und „wie durch’s Feuer“ gerettet wird. Und dieser Ort ist weder der Himmel, weil man im Himmel keinen Schaden erleidet und nicht „wie durch’s Feuer“ gerettet wird, noch die Hölle, weil man in der Hölle ewig verloren ist. Es gibt also außerhalb des Himmels und außerhalb der Hölle einen Ort, an dem der in Christus Gerettete durch’s Feuer gerettet wird und Schaden erleidet. Und dieser Ort ist jener Kerker-Ort, den Christus genannt hat, und den die Kirche als „Purgatorium“ bezeichnet.

Paulus nimmt an, dass der verstorbene Onesiphorus noch nicht im Himmel ist

In 2Tim 1,16-18 spricht der hl. Apostel Paulus von einem verstorbenen Christen namens Onesiphorus. Ihm, dem Abgeschiedenen, wünscht er:

“Der Herr lasse ihn Erbarmen finden vor dem Herrn an jenem Tage!” (1,18)

Bei “jenem Tage” handelt es sich um den Tag des Jüngsten Gerichts. Paulus wünscht dem Verstorbenen, dass dieser am Tag des Jüngsten Gerichts vor dem Herrn, dem Richter, Erbarmen findet. Paulus geht also davon aus, dass sich der Abgeschiedene noch nicht im Himmel befindet, da jener sonst beim Jüngsten Gericht Erbarmen finden würde. Paulus geht aber auch nicht davon aus, dass sich der Verstorbene in der Hölle befindet, da er ihm das Erbarmen Gottes sonst nicht hätte wünschen können, da man ja aus der Hölle ewig nicht herauskommt. Das heißt: Paulus ging davon aus, dass sich der Verstorbene außerhalb der Hölle und außerhalb des Himmels befindet, also an einem Ort, an dem er für den Himmel bereitet wird. In Verbindung mit Mt 5,25-26 handelt es sich dabei um den Kerker-Ort, an dem man nach 1Kor 3,15 Schaden erleidet und durch’s Feuer gerettet wird. Das ist das Purgatorium!

Erzählt Jesus von einer Armen Seele im Fegefeuer?

Hat Jesus von einer Armen Seele im Fegefeuer gesprochen, als er die Geschichte von dem armen Lazarus und dem Reichen erzählte? Hier die Geschichte:

“Es war einmal ein reicher Mann; der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage glänzende Gelage. Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag voller Geschwüre vor seiner Tür. Gern hätte er sich mit den Abfällen vom Tisch des Reichen gesättigt, aber niemand gab sie ihm. Sogar die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren. Da starb der Arme und wurde von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Aber auch der Reiche starb und wurde begraben. Als er in der Unterwelt, von Qualen gepeinigt, seine Augen erhob, sah er von fern Abraham und Lazarus auf seinem Schoß. Da rief er: >Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er eine Fingerspitze ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut. Bedenke, Kind, daß du dein Gutes in deinem Leben empfangen hast, Lazarus gleichermaßen das Schlechte. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest Qualen. Zu alledem befindet sich zwischen uns und euch eine weite Kluft, so daß keiner von hier zu euch hinübergehen und keiner von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte. Dann bitte ich dich, Vater, sende ihn in mein Vaterhaus. Ich habe ja noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Sie haben Mose und die Propheten; auf die sollen sie hören! Nein, Vater Abraham! wenn aber einer von den Toten zu ihnen kommt, dann werden sie sich bekehren. Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht! ” (Lk 16,19-31)

Alle Kommentatoren, deren Ausführungen ich zu dieser Geschichte gelesen habe (auch katholische und Kirchenväter), sind sich darüber einig, dass sich der Reiche in der Hölle befände. Gründe für diese Annahme sind die folgenden Aussagen in der Geschichte:

  • “Als er in der Unterwelt, von Qualen gepeinigt, seine Augen erhob …”
  • “… denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut …”
  • “… damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen …”
  • (Abraham) “Zu alledem befindet sich zwischen uns und euch eine weite Kluft, so daß keiner von hier zu euch hinübergehen und keiner von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte.”

Die Unterwelt, die Feuersglut, die Qualen aufgrund der Feuersglut und die unüberbrückbare Kluft seien also deutliche Hinweise auf die Hölle. Doch ist dem wirklich so? Denn auch der Prophet Samuel, der ein Gerechter war, befand sich nach seinem Tod in der Unterwelt, im Totenreich, weshalb ihn die Totenbeschwörerin von unten aufsteigen sah, nicht von oben (1Sam 28,3-14). Und Feuersglut gibt es nicht nur in der Hölle, sondern auch im Fegefeuer, ebenso die Qualen, die sie verursachen (1Kor 3,11-15). Auch was das Fegefeuer betrifft, so können die Bewohner oberhalb des Fegefeuers nicht ins Fegefeuer und die noch zu reinigenden Bewohner des Fegefeuers nicht in den Himmel kommen. Wir sehen, so einfach ist das nicht, wie sich das manche vorstellen. Vor diesem Hintergrund bleibt es offen, ob sich der Reiche in der Hölle oder im Fegefeuer befindet. Doch für das Fegefeuer und gegen die Hölle sprechen folgende Punkte:

  1. Zunächst ist festzustellen, dass sich der Reiche liebevoll an den hl. Abraham wendet, da er ihn “Vater Abraham” nennt, und ihn um Linderung seiner Leiden bittet. Verdammte können das nicht, da sie grundsätzlich eine Abscheu gegen Gott und Seine Heiligen haben und sie hassen. Denn in der Hölle, der vollkommenen Gottesferne, gibt es keinen Funken Liebe und Zuneigung!
  2. Abraham nennt den Reichen seinerseits liebevoll “Kind”, was ein Verdammter Christus zufolge nicht ist: “Sie (die Pharisäer und Schriftgelehrten) antworteten ihm: ‘Unser Vater ist Abraham.’ Jesus sprach zu ihnen: ‘Wäret ihr Kinder Abrahams, würdet ihr auch Abrahams Werke tun. … Ihr tut die Werke eures Vaters.’ … ‘Ihr stammt aus dem Teufel als Vater und wollt nach den Gelüsten eures Vaters tun …” (Joh 8,39-44) Wäre der Reiche also Kind Satans und somit in der Hölle, dann wäre er nicht Kind Abrahams, und Abraham hätte ihn nicht mit “Kind” angeredet.
  3. Zudem empfindet der Reiche auch gegenüber seinen Brüdern Liebe und Zuneigung, da er deren Wohl wünscht, was in der Hölle nicht möglich ist, weil dort aufgrund der Gottesferne, also der Ferne von der Liebesquelle, kein Funke Liebe ist, sondern nur Hass auf alles und jeden.

Diese drei Punkte scheinen daher auf das Fegefeuer hinzuweisen, welches zur Unterwelt gehört und ebenso wie die Hölle ein Ort der Qual ist, in dem Feuersglut ist, und das für die Bewohner des Himmels unbetretbar ist. Dies ist zwar nicht unbedingt die katholische Position, sollte jedoch von Kritikern des Fegefeuers dennoch beachtet werden.

Themen:
Stjepan Vucina, 2009 durchs Bibelstudium katholisch geworden, ist katholischer Apologet. Sein Herzensanliegen ist es, Protestanten anhand der Heiligen Schrift die katholische Position aufzuzeigen. Einige Protestanten in seinem Umfeld konnte er schon durch die Bibel zur Konversion führen.

10 Kommentare

  1. Daniel T.
    31. Mai 2021 - 12:35

    Danke für den interessanten Beitrag, v.a. die Exegese des Reichen und Lazarus ist spannend.

    Anzumerken habe ich noch, dass Benedikt XVI im Interview in „Gott und die Welt“ sagt, dass er davon ausgeht, dass die Mehrzahl der Menschen im Fegefeuer landet. Das spendet mir Hoffnung, denn das Erbarmen des Herrn ist unendlich groß.

    Antworten
    • 31. Mai 2021 - 12:37

      Da wäre ich (Dennis) nicht so Hoffnungsvoll. Denn dem entgegen würde Mt 7,14 stehen, es sei denn dieser Vers bezieht sich nur auf die direkte Heiligkeit.

      Antworten
  2. Peter Ruzicka
    9. November 2021 - 14:54

    Warum glauben Katholiken eigentlich nicht, dass Jesus ein perfektes Opfer brachte (Hebräer 7,27), das uns alle Leiden erspart? – so wie es die Protestanten tun.

    Antworten
    • Stjepan Vucina
      10. November 2021 - 18:38

      Weil es der Bibel und der Realität widerspricht! Leidlosigkeit existiert nur in Phantasiewelten.

      Antworten
      • Peter Ruzicka
        11. November 2021 - 09:16

        Ja, aber im Reich Gottes, in das man dank Jesus kommen kann, wird es laut Bibel kein Leid, also auch kein Fegefeuer mehr geben.

        Antworten
        • 11. November 2021 - 09:50

          Das Fegefeuer ist ja noch nicht der Himmel, genauso wenig wie das Diesseits.

          Antworten
        • Stjepan Vucina
          11. November 2021 - 09:52

          Es lehrt ja auch NIEMAND, dass es im Himmelreich einen Ort des Leidens gäbe. Das Fegefeuer, die Hölle und die Erde, wo wegen den Sünden Leiden herrschen, sind außerhalb des Himmelreiches.

          Antworten
  3. Peter Ruzicka
    12. November 2021 - 13:12

    Ja, der Verweis aufs Reich Gottes war unzutreffend. Trotzdem gilt Kolosser 1,21-22: Und euch…hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen. Die Heiligen im Himmel haben laut Offenbarung ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes.
    Wieso sollten wir dann noch im Fegefeuer leiden?

    Antworten
    • Stjepan Vucina
      12. November 2021 - 21:34

      Wir müssen das Neue Testament in seiner Gesamtheit betrachten, da wir sonst mit einzelnen, für sich allein stehenden Versen zu falschen Schlüssen kommen. Ja, Christus hat die Bekehrten, an die Paulus hier schreibt, bei ihrer Bekehrung durch die Taufe versöhnt durch seinen Tod, DAMIT sie heilig, tadellos und unsträflich vor ihm erscheinen und so direkt in den Himmel kommen; heißt, sie sollen nach dieser Tadellosigkeit streben, damit sie direkt in den Himmel kommen können. Das ist also ihr Ziel: die Tadellosigkeit! Um diese Tadellosigkeit zu erreichen, ruft Paulus die Gläubigen immer wieder dazu auf, sich zu heiligen, heißt, nach der Tadellosigkeit zu streben, sie zu erlangen, zu erreichen. Die Heiligen, die dann direkt in den Himmel kommen, haben diese Vollendung erreicht; doch die meisten Gläubigen erreichen sie im Leben nicht; sie sterben unvollendet und müssen, damit sie in den Himmel kommen können, vorübergehend in das von Christus in Mt 5,15-16 genannte Gefängnis, welches die Katholische Kirche „Purgatorium“, umgangssprachlich „Fegefeuer“, bezeichnet, wo sie nach Paulus leidend „wie durch’s Feuer“ gehen.

      Hinweis: In Offb 7 sind die Heiligen gemeint, die ihre Vollendung auf Erden erreicht haben. Über sie steht in diesem Kapitel, dass sie bereits auf Erden Kleider hatten, die sie durch ihre Heiligung in Christi Blut reingewaschen, d.h. weiß gemacht, haben. Etwas anderes sehen wir in Offb 6,9ff, wonach die Märtyrer auf Erden, anders als jene Christen in Offb 7, keine weißen Kleider hatten; es sind gewöhnliche Gläubige. Sie bekommen, anders als jene in Offb 7, ihre weißen Kleider erst im Jenseits, weil sie sich diese durch ihren Märtyrertod verdient haben. Hier sehen wir schon Unterschiede!

      Antworten
      • Peter Ruzicka
        13. November 2021 - 14:55

        Ich kenne mich nicht mehr aus: Einerseits sollen wir der Heiligung nachjagen, doch dann heißt es, mit e i n e m Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht (Hebräer 10,14).

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