Die Kirchenväter & Eucharistie

Protestanten sehen die Eucharistie, das Heiligste Messopfer, wie wir es feiern, als “falsch” an. Öfter fallen Begriffe wie “Götzendienst”, oder “Okkultismus”. Schauen wir uns doch mal näher an, wie die ersten Christen, dass “Gedächtnis” feierten.




Bevor wir zu den Kirchenväter kommen, schaut euch die Didache an, oder auch “Die Lehre des Herrn durch die zwölf Apostel für die Heiden” genannt – ist eine frühchristliche Schrift, die von verschiedenen unbekannten Autoren wahrscheinlich in (West)Syrien verfasst wurde. 
In der Forschung werden als Entstehungszeit mehrheitlich die Jahre um 90 bis 100 n. Chr. angegeben. 

Nun zu den Kirchenvätern

Kirchenväter Bibliothek; www.unifr.ch/bkv/

Ignatius von Antiochien (+110n.Ch)
Brief des Ignatius an die Philadelphier, Kapitel 4
„Bemühet euch, nur eine Eucharistie zu feiern; denn es ist nur ein Fleisch unseres Herrn Jesu Christi und nur ein Kelch zur Einigung mit seinem Blute, nur ein Altar, wie nur ein Bischof ist in Verbindung mit dem Presbyterium und (den) Diakonen, meinen Mitknechten, auf dass, was immer ihr tuet, ihr tuet gemäß dem Willen Gottes.“

Ignatius an die Smyrnäer, Kapitel 6,7+8
„K 6; Niemand lasse sich täuschen; sogar die himmlischen Mächte und die Herrlichkeit der Engel und die sichtbaren und unsichtbaren Herrscher, auch sie müssen des Gerichtes gewärtig sein, wenn sie nicht an das Blut Jesu Christi glauben. Wer es fassen kann, der fasse es!1 Keinen blähe seine Stellung auf; das Ganze nämlich ist Glaube und Liebe; diese übertrifft nichts. 2. Lernet sie kennen, die Sonderlehren aufstellen über die Gnade Jesu Christi, die zu uns gekommen ist, wie sehr sie dem Willen Gottes entgegen sind! Um die (Nächsten-) Liebe kümmern sie sich nicht, nicht um die Witwe, nicht um die Waise, nicht um den Bedrängten, nicht um den Gefangenen oder Freigegebenen, nicht um den Hungernden und Dürstenden.
K 7; Von der Eucharistie und dem Gebete halten sie <150> sich ferne, weit sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat. Die nun reden wider die Gabe Gottes, die sterben in ihrer Streitsucht. Besser wäre für sie die Liebe, auf dass sie auch auferstehen. 2. So ist es passend, von solchen sich fern zu halten und weder einzeln noch gemeinsam von ihnen zu reden, dagegen sich an die Propheten zu halten, ganz besonders aber an das Evangelium, in dem uns das Leiden geoffenbart und die Auferstehung klar dargelegt ist. Die Spaltungen fliehet als den Anfang der Übel!
K 8; Alle sollt ihr dem Bischof gehorchen wie Jesus Christus dem Vater, und auch dem Presbyterium wie den Aposteln; die Diakonen aber ehret wie Gottes Anordnung. Keiner tue ohne den Bischof etwas, das die Kirche angeht. Nur jene Eucharistie gelte als die gesetzmäßige, die unter dem Bischof vollzogen wird oder durch den von ihm Beauftragten. 2. Wo immer der Bischof sich zeigt, da sei auch das Volk, so wie da, wo Jesus Christus ist, auch die katholische Kirche ist. Ohne den Bischof darf man nicht taufen noch das Liebesmahl feiern; aber was immer er für gut findet, das ist auch Gott wohlgefällig, auf dass alles, was geschieht, sicher sei und gesetzmäßig.“

Ignatius an die Magnesier, Kapitel 1
„Da ich von eurer in Gott gar wohlgeordneten Liebe erfuhr, nahm ich mir voll Freude vor, im Glauben an Jesus Christus einige Worte an euch zu richten. 2. Da ich nämlich des Gott wohlgefälligsten Namens gewürdigt wurde, so preise ich in den Ketten, die ich trage, die Kirchen und wünsche ihnen die Einheit mit dem Fleische und Geiste Jesu Christi, unseres immerwährenden Lebens, die Einheit des Glaubens und der Liebe, über die nichts geht, und was noch wichtiger ist, die Einheit mit Jesus und dem Vater. Denn falls wir in ihm allen Übermut des Fürsten dieser Welt ertragen und meiden, werden wir Gottes teilhaftig werden.“

Ignatius an die Römer, Kapitel 7
„Der Fürst dieser Welt will mich rauben und meinen auf Gott gerichteten Willen verderben. Deshalb darf keiner von euch, die dabei sind, ihm helfen. Ergreifet vielmehr für mich, das heißt für Gott, Partei! Führet nicht Jesus Christus im Munde, während ihr nach der Welt verlangt. 2. Neid soll nicht unter euch herrschen. Wenn ich unter euch weilend euch um etwas bitte, gehorchet mir nicht; folget lieber dem, was ich euch schreibe. Lebend nämlich schreibe ich euch, voll Sehnsucht nach dem Tode. Meine Liebe (zur Welt) ist gekreuzigt, und in mir ist kein Feuer, das nach Sinnlichem (glüht). Aber lebendes Wasser1 und redendes ist in mir, das im Innern zu mir spricht: Auf zum Vater! 3. Ich habe keine Freude an vergänglicher Speise noch auch an den Vergnügungen dieses Lebens. Gottes Brot2 will ich, das ist das Fleisch Jesu Christi, der aus dem Samen Davids3 (stammt), und als Trank will ich sein Blut, das unvergängliche Liebe ist.“

Justin der Märtyrer (+165); 
„1.Apologie, Kap 65; ..Haben wir das Gebet beendigt, so begrüßen wir einander mit dem Kusse. Darauf werden dem Vorsteher der Brüder Brot und ein Becher mit Wasser und Wein gebracht; der nimmt es und sendet Lob und Preis dem Allvater durch den Namen des Sohnes und des Heiligen Geistes empor und spricht eine lange Danksagung dafür, daß wir dieser Gaben von ihm gewürdigt worden sind. Ist er mit den Gebeten und mit der Danksagung zu Ende, so gibt das ganze Volk seine Zustimmung mit dem Worte „Amen“. Dieses Amen bedeutet in der hebräischen Sprache soviel wie: Es geschehe! Nach der Danksagung des Vorstehers und der Zustimmung des ganzen Volkes teilen die, welche bei uns Diakonen heißen, jedem der Anwesenden von dem verdankten Brot, Wein und Wasser mit und bringen davon auch den Abwesenden.., ..Denn nicht als gemeines Brot und als gemeinen Trank nehmen wir sie; sondern wie Jesus Christus, unser Erlöser, als er durch Gottes Logos Fleisch wurde, Fleisch und Blut um unseres Heiles willen angenommen hat, so sind wir belehrt worden, daß die durch ein Gebet um den Logos, der von ihm ausgeht, unter Danksagung geweihte Nahrung, mit der unser Fleisch und Blut durch Umwandlung genährt wird, Fleisch und Blut jenes fleischgewordenen Jesus sei.“ Cyprian von Karthago; „Im Widerspruch mit dem Gesetz des Evangeliums, im Widerspruch auch mit eurem ehrerbietigen Ersuchen für die Betreffenden zu opfern und ihnen die Eucharistie zu reichen, das heißt: den heiligen Leib des Herrn zu entweihen, noch bevor sie Buße getan, bevor sie ihr schweres und unerhörtes Vergehen eingestanden, bevor Bischof und Klerus ihnen zur Buße die Hand aufgelegt haben.., ..Daß aber die Kirche nicht draußen ist und nicht zu ihrem eigenen Schaden zerrissen oder geteilt werden kann, sondern daß sie die Einheit eines unzertrennlichen und unteilbaren Hauses bewahrt, das offenbart das Zeugnis der göttlichen Schrift. Denn über das Geheimnis des Paschafestes und des Lammes, das im Bilde Christus bedeutete, steht geschrieben: “In einem Hause soll es verzehrt werden; ihr sollt das Fleisch nicht aus dem Hause hinausbringen(Exodus).“

„Dialog mit dem Juden Trypho; … Ich fuhr fort: „Ihr Männer! Das Opfer des Weizenmehles, welches nach der Überlieferung für die vom Aussatz Gereinigten dargebracht wurde 1, war ein Vorbild des Brotes der Eucharistie (Danksagung), deren Feier Jesus Christus, unser Herr, angeordnet hat zur Erinnerung an das Leiden 2, das er erduldete für die, welche sich von jeder Sünde gereinigt haben. Er wollte nämlich, daß wir Gott Dank sagen sowohl dafür, daß er die Welt mit allem, was in ihr ist, um des Menschen willen erschaffen hat, wie dafür, daß er uns von der [S. 62] Sünde, in der wir lebten, befreit hat, als auch dafür, daß er die Mächte und Kräfte durch den, der nach seinem Willen leidensfähig geworden ist, vollständig niedergeschlagen hat. 2. Daher äußert sich Gott, wie ich bereits erwähnte 3, durch Malachias 4, einen der zwölf Propheten, über die Opfer, welche ihr seinerzeit dargebracht habt, also: ,Mein Wohlgefallen ist nicht bei euch, spricht der Herr, eure Opfer werde ich nicht aus euren Händen annehmen. Denn vom Aufgange der Sonne bis zum Untergange ist mein Name verherrlicht unter den Heiden, und an jedem Orte wird meinem Namen ein Rauchopfer und ein reines Opfer dargebracht; denn groß ist mein Name unter den Heiden, spricht der Herr. Ihr aber entehrt ihn.’ 3. Diese Prophezeiung bezieht sich auf die von uns Heiden Gott an jedem Orte dargebrachten Opfer, das ist auf das Brot der Eucharistie und ebenso auf den Kelch der Eucharistie; nach seiner Erklärung ehren wir seinen Namen, während ihr ihn entehrt.“

Hl. Irenäus (+200);
“5.Buch, kap 2; ..Töricht in jeder Hinsicht sind die, welche die gesamte Anordnung Gottes verachten, die Heiligung des Fleisches leugnen und seine Wiedergeburt verwerfen, indem sie behaupten, daß es der Unvergänglichkeit nicht fähig sei. Wird aber dies nicht erlöst, dann hat uns der Herr auch nicht mit seinem Blute erlöst, noch ist der eucharistische Kelch die Teilnahme an seinem Blute, das Brot, das war brechen, die Teilnahme an seinem Leibe . Blut stammt nämlich nur von Fleisch und Adern und der übrigen menschlichen Substanz, die das Wort Gottes in Wahrheit angenommen hat. Mit seinem Blute erlöste er uns, wie auch der Apostel sagt; „In ihm haben wir die Erlösung, durch sein Blut Nachlaß der Sünden“ Und da wir seine Glieder sind, werden wir durch seine Schöpfung ernährt werden, und er selbst gewährt uns seine Schöpfung: läßt seine Sonne aufgehen und regnen, sagt, daß er uns den Kelch von seiner Schöpfung als sein eigenes Blut reiche, mit dem er unser Blut erquickt, und versichert, daß das Brot seiner Schöpfung sein eigener Leib ist, mit dem er unsere Leiber erhebt.“

Clemens von Alexandrien (+215)
„1.Buch, Kap 1, 5; .. In entsprechender Weise wird also der Wein mit dem Wasser vermischt und der Geist mit dem Menschen; und das eine, die Mischung (von Wein und Wasser), sättigt uns für den Glauben; das andere aber, der Geist, führt uns zur Unsterblichkeit; die Verbindung wieder von beiden, dem Getränk und dem Wort, heißt Eucharistie, eine rühmenswerte und herrliche Gnadengabe; wer ihrer im Glauben teilhaftig wird, der wird an Leib und Seele geheiligt, 1 da der Wille des Vaters die göttliche Mischung, den Menschen, in geheimnisvoller Weise mit Geist und Wort zusammenmischt. Denn es ist auch in der Tat der Geist mit der von ihm getragenen Seele verbunden und der Logos mit dem Fleisch, um dessentwillen „der Logos Fleisch geworden ist.“.., ..Kap 5; Diese beiden müssen sich also selbst prüfen, der eine, ob er würdig ist, zu reden und Schriften zu hinterlassen, der andere, ob er befugt ist, zu hören und zu lesen. So gestatten auch manche bei der üblichen Verteilung des Herrenmahles, daß sich jeder einzelne vom Volk selbst seinen Teil nimmt.. Denn die beste Hilfe für das richtige Wählen und Meiden ist das Gewissen; dessen sicherer Grundstein aber ist ein rechtschaffenes Leben zusammen mit der geziemenden Lehre; und ebenso ist der Anschluß an andere, die sich bereits bewährt und Treffliches geleistet haben, die beste Hilfe für die Erfassung der Wahrheit und für die Erfüllung der Gebote. Wer daher unwürdig das Brot ißt und den Becher des Herrn trinkt, wird sich an dem Leib und Blut des Herrn versündigen. Es prüfe sich aber ein Mensch selbst, und sodann esse er von dem Brot und trinke von dem Becher!“

Hyppolitus von Rom (+235);
„29.Canon; ..Die Kleriker, wenn sie nicht sonst beschäftigt sind, sollen, wenn der Altar (zur Vollbringung des Opfers) hergerichtet ist, in der Nähe desselben stehen. Der eine stehe da und gebe Acht, daß keine Fliege darauf fliegt und Nichts in den Kelch fällt; daraus würde ein großes Verbrechen für die Priester entstehen. Deßhalb soll Einer den hl. Ort bewachen. Wer aber das Sakrament austheilt, und die es empfangen, haben mit aller Wachsamkeit sich zu hüten, daß Nichts auf die Erde falle, damit der böse Geist nicht Gewalt bekomme, Jenen anzufallen. Innerhalb des Vorhangs soll Niemand etwas Anderes als Gebete, und was zum Kultus erforderlich ist, sprechen, sonst durchaus Nichts. An jenem Orte soll keinerlei Arbeit verrichtet werden. Sind die Priester und Diakonen mit der Kommunion des Volkes fertig, so treten sie ein (in den Chor), um (die Psalmen) zu beten. Überhaupt zu jeder Zeit und zu jeder Stunde, wo sie eintreten, sollen sie sich wegen der Erhabenheit des Ortes der Psalmen statt der Schellchen bedienen, die am Oberkleid des Aaron waren.2 Niemand soll sich dann setzen, sondern beten und nichts [S. 35] Anderes thun, die Kniee beugen und sich vor dem Altare niederwerfen. Den Staub, der mit Besen am hl. Orte zusammengekehrt wird, werfe man in das Wasser des wellenreichen Meeres, damit nicht von den Menschen auf ihm herumgetreten werde und der hl. Ort zu jeder Zeit rein sei.
Bezeichne (o Christ) deine Stirn mit dem Kreuzzeichen, um den Satan zu besiegen und dich deines Glaubens zu rühmen. Das that Moses mit dem Lammblute, mit dem er die Thürschwellen und Pfosten bestrich, wodurch die innerhalb derselben Wohnenden gerettet wurden; um wie viel mehr wird das Blut Christi Diejenigen reinigen und beschützen, die an ihn glauben und das Abbild der Erlösung des ganzen Erdkreises (auf die Stirne) machen, welches Abbild durch das Blut des vollkommenen Lammes, d. h. Christi, auf alle Geheimnisse sich bezieht wegen des Lebens, der Auferstehung und des Opfers (Christi.)3 Dieses verstehen aber nur die Christen, welche das Siegel der Taufe empfangen haben und in die Gemeinschaft aufgenommen sind.“

Cyprian von Karthago (+258);
„18.Kap, Teil II; Im weiteren Verlauf des Gebetes bitten und sagen wir: „Unser tägliches Brot gib uns heute!” Dies kann sowohl in geistlichem als auch in wörtlichem Sinne verstanden werden; denn beide Arten der Auffassung bergen einen göttlichen Nutzen und dienen zum Heile. Das Brot des Lebens nämlich ist Christus, und dieses Brot gehört nicht allen, sondern nur uns. Und wie wir beten: „Vater unser”, weil er der Vater der Erkennenden und Gläubigen ist, so sagen wir auch: „unser Brot”, weil Christus das Brot derer ist, die wie wir seinen Leib berühren dürfen. Daß aber dieses Brot uns täglich zuteil werden möge, darum bitten wir deshalb, damit wir, die wir in Christus sind und seine Eucharistie jeden Tag als Speise des Heils empfangen1 , vom Leibe Christi nicht getrennt werden, indem irgendein schwereres Vergehen dazwischentritt, das uns aus jeder Gemeinschaft ausscheidet und uns den Genuß des himmlischen Brotes verschließt. Verkündet und sagt er doch selbst: „Ich bin das Brot des Lebens, der ich vom Himmel herabgestiegen bin. Wenn jemand ißt von meinem Brote, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich gebe, ist mein Fleisch für das Leben der Welt”2 . Wenn er also sagt: wer von seinem Brote esse, der lebe in Ewigkeit, so ist es zwar offenbar, daß alle die leben, die seinen Leib berühren und die Eucharistie nach dem Rechte der Gemeinschaft empfangen, andererseits aber muß es unsere Sorge und unser Gebet sein, daß keiner von der Gemeinschaft ausgeschlossen und vom Leibe Christi getrennt werde und so des Heiles verlustig gehe. Damit droht er selbst in den Worten: „Wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes und trinket sein Blut, so werdet ihr nicht das Leben in euch haben”3 . Und deshalb bitten wir darum, daß unser Brot, das heißt: Christus, täglich uns gegeben werde, damit wir, die wir in Christus bleiben und leben, von seiner Heiligung und seinem Leibe uns nicht entfernen.“

Eusebius von Cäsarea (+340);
„6.Buch, Kap 44; ..Da fiel er in eine Krankheit und war drei volle Tage sprachlos und bewußtlos, erholte sich aber am vierten Tage ein wenig, so daß er den Sohn seiner Tochter kommen ließ und an ihn die Worte richtete: ‚Wie lange, mein Kind, haltet ihr mich noch hin? Ich bitte: beeilet euch, gewähret mir rasch Lossprechung! Rufe mir einen der Priester!’ Nach diesen Worten verlor er von neuem die Sprache. Der Knabe eilte zum Priester. Doch es war Nacht, und der Priester war krank und konnte so nicht kommen. Da ich aber verordnet hatte, man solle die Sterbenden, wenn sie darum bäten und vor allem wenn sie schon früher darum gefleht hätten, absolvieren, damit sie hoffnungsfreudig sterben könnten, so übergab er dem Knaben ein Stückchen von der Eucharistie mit der Weisung, es anzufeuchten und so dem Greise in den Mund zu träufeln. Der Knabe kehrte damit zurück. Als er nahe gekommen und bevor er noch eintrat, hatte Serapion sich wieder erholt. Er sagte zu ihm: ‚Du bist da, mein Kind? Der Priester konnte nicht kommen. Tue schnell, was dir befohlen wurde, und laß mich sterben!’ Der Knabe feuchtete (die Eucharistie) an und goß sie ihm in den Mund. Kaum hatte dieser sie hinuntergeschluckt, gab er seinen Geist auf. Ist er also nicht deutlich so lange am Leben erhalten worden, bis er absolviert wurde und nach Tilgung der Sünde um seiner vielen Verdienste willen ‚bekannt’ werden konnte?“1 So berichtet Dionysius. [S. 318]“

Hl.Chrisostomus (+407);
„3.Buch, Kap 4; ..O über den wunderbaren Anblick! O über die Menschenliebe Gottes! Der mit dem Vater in der Höhe thront, wird in jener Stunde von den Händen aller gefaßt 7. Und er gibt sich selbst denen dar, die ihn umfassen und umfangen wollen; das tun dann aber alle mit den Augen 8. Scheint dir nun das der Verachtung wert oder derartig zu sein, daß jemand sich stolz darüber erhaben fühlen könnte? Willst du noch aus einem anderen Wunder die überschwängliche Heiligkeit dieses ganzen Vorgangs ersehen? Stelle dir den Elias vor Augen! Eine zahlreiche Volksmenge umringt ihn, das Opfer liegt auf den Steinen, alle übrigen verharren in Ruhe und tiefem Schweigen, nur der Prophet allein betet. Da fällt plötzlich die Flamme vom Himmel auf das heilige Opfer hernieder9. Das war wunderbar und erregte allgemeines Erstaunen. Wende dich nun von dort zu dem, was jetzt bei uns vollzogen wird. Und du wirst nicht bloß Wunderbares erblicken, sondern etwas, das über alles Erstaunen weit hinausgeht. Denn hier steht der Priester da und zieht nicht Feuer, sondern den Heiligen Geist herab. Er verrichtet das lange Bittgebet 10, nicht daß eine Flamme vom Himmel sich entzünde11 und die daliegenden Gaben verzehre, sondern auf daß die Gnade auf das Opfer herabfalle, durch dasselbe die Seelen aller entflamme und sie in hellerem Glänze erstrahlen lasse als im Feuer geläutertes Silber. Wer sollte nun dieses schaudervolle Geheimnis hochmütig verachten können, er müßte denn ganz und gar verrückt und von Sinnen sein? Oder weißt du nicht, daß keine menschliche Seele diese Opferflamme jemals ertragen hätte, sondern daß alle vollständig vernichtet würden, wenn ihnen nicht Gott zu Hilfe käme mit seiner mächtigen Gnade?
„25.Homilie, Kap 4; .. Deshalb werden ja auch die heiligen, Schauer erregenden Geheimnisse, die uns so reichliches Heil bringen, und die wir in jedem Gottesdienst vollziehen, Eucharistie genannt. Sie sind eben eine Erinnerung an gar viele Wohltaten, weisen uns auf den Hauptpunkt der göttlichen Fürsorge hin, und regen uns in jeder Beziehung zur Dankbarkeit an. Wenn schon die Geburt aus der Jungfrau ein so großes Wunder war, dass der Evangelist voll heiligen Staunens sagte: “Das alles ist geschehen”2 , was sollen wir dann erst von seinem Opfertode denken? Wenn der Evangelist für die Geburt die Worte gebraucht: “das alles”, was soll man dann darüber sagen, dass der Herr gekreuzigt wurde, sein Blut vergoß, und sich selbst uns zur Speise gegeben und zum geistigen Mahle? Danken wir also unaufhörlich dem Herrn! Danksagung soll all unserem Reden und Handeln vorausgehen! Danken wir aber nicht bloß für die Wohltaten, die wir selbst empfangen, sondern auch für die, welche anderen zuteil geworden! Auf diese Weise wird es uns möglich sein, nicht bloß den Neid zu unterdrücken, sondern auch die Liebe zu kräftigen und zu veredeln. Da wirst du keinen Neid mehr gegen diejenigen empfinden können, für die du dem Herrn Dank sagst. Deshalb fordert uns auch der Priester in Gegenwart jenes Opferlammes auf, Dank zu sagen für die ganze Welt, für die Vergangenheit, für die Gegenwart, für das, was früher geschehen, und das, was erst später über uns kommen soll.“

Hl.Cassian (+430);
„Die Glaubensformel also, o Häretiker, deren Text wir oben angeführt haben, gehört zwar allen Kirchen an, weil alle einen Glauben haben, besonders aber der antiochenischen Stadt und Kirche, also Jener, in welcher du geboren, unterrichtet und wiedergeboren bist. Ihr Glaubensbekenntniß führte dich zur Quelle des Lebens, zur Wiedergeburt des Heiles, zur Gnade der Eucharistie, zur Vereinigung mit dem Herrn. Und wozu noch? O Klage, all zu schwer und traurig! Ja es führte dich auch zum Amte des Dienstes, zur Höhe des Vorstehers, zur Würde des Priesterthums. Glaubst du nun, unseliger Wahnsinn, daß Dieß leicht oder gering sei? Siehst du nicht, was du gethan, in welchen Abgrund du dich gestürzt hast? Mit dem Verluste des Bekenntnisses hast du Alles, was du warst, verloren; denn die Sakramente deines Priesterthums und deines Heiles beruhten auf der Wahrheit des Symbols. Glaubtest du nur jenes zu läugnen? Ich sage dir, du hast dich selbst geläugnet. Aber du glaubst vielleicht nicht, daß du dich selbst verneinst? So laß uns den Text des Bekenntnisses nachsehen, und du sollst nicht beschuldigt werden, wenn du Dasselbe lehrst wie früher.“

Hl.Augustinus (+430); 
„War es nicht genug, daß sie mit fünf Broten gespeist wurden? Sie wußten dies zwar, aber dieser Speise zogen sie das Manna vom Himmel vor. Der Herr Jesus aber erklärte sich für einen solchen, daß er sich dem Moses vorzog. Denn Moses wagte es nicht, von sich zu sagen, er gebe “eine Speise, nicht die vergeht, sondern die bleibt ins ewige Leben”. Etwas Größeres verhieß er als Moses.“

..26.Vortrag; Auf die Frage aber, wie der Herr sein Fleisch zu essen geben könne, erhalten die Streitenden nicht sogleich eine Antwort, sondern zunächst wird ihnen gesagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben“. Wie es nämlich gegessen wird und worin die Art und Weise besteht, dieses Brot zu essen, wisset ihr nicht; jedoch „wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben“. Das sprach er natürlich nicht zu Leichnamen, sondern zu Lebendigen. Daher fügte er, damit sie nicht an dieses Leben dächten und darüber stritten, fortfahrend bei: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben“. Dieses hat also derjenige nicht, der dieses Brot nicht ißt und dieses Blut nicht trinkt; denn das zeitliche Leben können die Menschen ohne dasselbe haben, das ewige Leben können sie keineswegs haben. Wer also sein Fleisch nicht ißt und sein Blut nicht trinkt, hat das Leben nicht [S. 449] in sich, und wer sein Fleisch ißt und sein Blut trinkt, hat das Leben. Beidesmal aber hat er beigesetzt: „das ewige“. Nicht so verhält es sich bei dieser Speise, die wir zu Erhaltung des zeitlichen Lebens nehmen. Denn wer diese nicht nimmt, wird nicht leben, und dennoch wird der, welcher sie nimmt, nicht leben. Denn es kann vorkommen, daß sehr viele, die sie nehmen, durch Alter oder Krankheit oder irgendeinen Unfall sterben. Bei dieser Speise und diesem Tranke aber, d. h. beim Leibe und Blute des Herrn, ist es anders. Denn sowohl derjenige, der sie nicht nimmt, hat das Leben nicht, als auch derjenige, der sie nimmt, hat das Leben, und zwar das ewige. Unter dieser Speise also und diesem Tranke will er die Gemeinschaft des Lebens und seiner Glieder verstanden wissen1, d. i. die heilige Kirche in seinen vorherbestimmten, berufenen, gerechtfertigten, verherrlichten Heiligen und Gläubigen. Davon ist das erste schon geschehen, nämlich die Vorherbestimmung; das zweite und dritte ist geschehen, geschieht und wird geschehen, nämlich die Berufung und Rechtfertigung, das vierte aber wird erhofft, wird jedoch in Wirklichkeit erst in der Zukunft stattfinden, nämlich die Verherrlichung. Das Geheimnis2 dieser Sache d. i. der Einheit des Leibes und Blutes Christi wird da und dort täglich, da und dort an gewissen Tagen am Tische des Herrn bereitet und vom Tische des Herrn genommen, manchen zum Leben, manchen zum Tod; die Sache selbst aber, die in geheimnisvoller Weise dargestellt wird, ist jedem Menschen zum Heile, keinem zum Verderben, wer immer derselben teilhaft wird.“

..47.Vortrag; .. Darum heißt es irgendwo: „Wenn du zum Mahle sitzest am Tische eines Mächtigen, so gib [S. 686] sorgfältig acht, was dir vorgesetzt wird, und lege deine Hand an, wissend, daß du solches vorbereiten mußt“4. Welches der Tisch des Mächtigen ist, wißt ihr; daselbst ist der Leib und das Blut Christi; wer zu diesem Tische geht, bereite solches vor. Und was heißt: er bereite solches vor? „Wie er selbst für uns sein Leben dahingegeben hat, so müssen auch wir“ [zur Erbauung des Volkes und zur Verteidigung des Glaubens]5 „das Leben für die Brüder dahingeben.

.. Kap 27..„dann wollte Paulus in jener Nacht das Brot brechen, wie es beim Sakramente des Leibes Christi gebrochen wird.“

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