Die Taufe

1. Die Heilsnotwendigkeit der Taufe

Die katholische Kirche lehrt seit ihrer Gründung am Pfingsttag, dass die christliche Taufe heilsnotwendig ist. Viele Protestanten bestreiten das willkürlich und sagen, die Taufe sei lediglich eine schöne Zeremonie oder ein bloßer Akt der Glaubensbestätigung, die keinen weiteren Wert habe. Einige ganz wenige von ihnen, besonders aus der Weg-Gruppe, berufen sich dabei auf Röm. 10,9:

“Wenn du mit dem Munde bekennst: ‘Jesus Christus ist der Herr’ und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden.”

Sie sagen, dass dies zur Erlangung des Heils ausreichen würde. Doch das, was der hl. Apostel Paulus an dieser Stelle schreibt, ist nur ein kleiner Teil des Heils-Puzzles in der Heiligen Schrift, denn einige Zeilen weiter heißt es noch:

“Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.” (Röm. 10,13)

Wir sehen, dass es also keineswegs ausreicht, Christus als den Herrn zu bekennen und im Herzen zu glauben, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, sondern man muss, um gerettet zu werden, auch seinen Namen anrufen. Doch, um gerettet zu werden, reicht auch das nicht aus, denn in 1 Petr. 3,21 heißt es:

“… es rettet nun auch euch, die Taufe.”

Diese Heilslehre, die Petrus verkündete, geht auf Christus selbst zurück, der zu seinen Aposteln gesagt hat:

“Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden.” (Mk. 16,16)

Um gerettet zu werden, muss man also mehr tun als das, was in Röm. 10,9 und 10,13-14 steht, unter anderem sich taufen lassen, wenn man noch nicht (gültig) getauft ist. Wir sehen: Wer mit dem Munde bekennt, dass Jesus Christus der Herr ist, und in seinem Herzen glaubt, dass er von den Toten auferweckt worden ist, und seinen Namen anruft, aber nicht (gültig) getauft ist, der ist nicht gerettet. Wer umgekehrt gültig getauft ist, aber weder bekennt noch glaubt, noch den Namen des Herrn anruft, ist auch nicht gerettet. Für die Rettung ist nach der Heiligen Schrift also alles notwendig: der Glaube an die Auferstehung Christi, das Bekennen, das Christus der Herr ist, das Anrufen seines Namens und die christliche Taufe, ja sogar noch mehr.

Obwohl die Heilige Schrift mehr als zwei Mal ausdrücklich sagt, dass die Taufe zur Erlangung des Heils notwendig ist, wollen das besagte Protestanten einfach nicht annehmen, also das, was die Bibel sagt. Deshalb haben sie sich Tricks überlegt, um die Taufe-Lehre der Bibel ad absurdum zu führen. Vier dieser Tricks sind mir bekannt, weshalb ich sie an dieser Stelle gerne vortragen möchte:

T r i c k   N r .  1

Um Gottes Wort 1 Petr. 3,21 und Mk. 16,16 ad absurdum zu führen, wonach die Taufe zur Erlangung des Heils notwendig ist, stellen einige Protestanten diesem Gotteswort willkürlich Gottes Wort Lk. 23,43 entgegen, wonach der gute Schächer am Kreuz das Heil auch ohne Taufe erlangt habe. Diese Verknüpfung beider Bibelstellen miteinander tut also nicht die Bibel, Gottes Wort, sondern tun diese Protestanten selbst, weshalb dies für den Christen selbstverständlich keine Relevanz hat! Warum nach Gottes Wort 1 Petr. 3,21 und Mk. 16,16 die Taufe heilsnotwendig ist, der gute Schächer aber ohne Taufe gerettet wurde, sagt die Bibel nicht direkt. Deshalb müssen wir diesen Tatbestand sachlich so stehen lassen, wie er in der Bibel steht, statt das eine Wort Gottes willkürlich gegen das andere auszuspielen.

Wenngleich die Heilige Schrift dieses scheinbare Problem nicht direkt auflöst, so tut sie es indirekt, indem sie berichtet, was Jesus angeordnet hat:

“Geht darum hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft … und sie lehrt …” (Mt. 28,19-20)

“Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium aller Kreatur! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet …” (Mk. 16,15-16)

Hingehen und aller Welt, allen Völkern, zu verkünden, sie zu taufen und sie zu lehren, sollte dann nach Apg. 1,8 erst ab dem Moment des Pfingstereignisses geschehen:

“Doch werdet ihr Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an die Grenzen der Erde.”

Zum Heile christlich getauft werden sollte dem HERRN zufolge also ab dem Pfingstereignis, was besagt, dass die christliche Taufe erst ab diesem Zeitpunkt gilt, und nicht schon in der Zeit zuvor galt, als Christus den Schächer selig bzw. heilig sprach.

Das bedeutet: Die christliche Taufe wurde vor dem Pfingstereignis nicht gespendet und sollte es auch nicht, weshalb sie erst seit dem Pfingstereignis gilt. Die Zusage der Rettung durch die christliche Taufe gilt also erst seit dem Pfingstereignis! Die Erlangung des Heils durch die Taufe wird von Gott also nur all jenen Menschen angeboten, die nach Pfingsten leben.

T r i c k   N r .   2

Um Gottes Wort 1 Petr. 3,21 und Mk. 16,16 zu widerlegen, verweist man auch auf den zweiten Teil von Mk. 16,16 (hier fett markiert):

“Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.”

Man sagt, dass der zweite, fett markierte Teil die Taufe als heilsnotwendiges Element aufhebe, weil Christus hier nicht mehr von der Taufe spricht, sondern nur noch den Glauben allein im Hinblick auf das Heil nennt.

Das funktioniert so nicht, denn wenn vom Herrn zuerst Glaube und Taufe gleichermaßen und in Verbindung miteinander als heilsnotwendig bezeichnet werden, dann kann eben dies durch den zweiten Teil nicht aufgehoben werden und wird es auch nicht, da ein Wort Gottes ein anderes Wort Gottes nicht aufhebt. Vielmehr ergänzt der erste Teil den zweiten, da die Glaubensannahme automatisch zur Taufe hinführt (vgl. Apg. 2,37-38) und diese daher vom Herrn im zweiten Teil nicht explizit mehr genannt werden musste, da sie im ersten Teil genannt wurde! Denn wer nicht glaubt, wird sich logischerweise auch nicht taufen lassen!

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Nicht nur in Gottes Wort 1 Petr. 3,21 und Mk. 16,16 wird gelehrt, dass die Taufe heilsnotwendig ist, sondern auch in Joh. 3,5:

“Wenn einer nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes.”

Aus Wasser und Geist also, durch die Taufe! Das gefällt den besagten Protestanten, die die biblische Lehre von der Heilsnotwendigkeit der Taufe verwerfen, nicht, weshalb sich einige einen außerordentlichen Trick ausgedacht haben, um Gottes Wort dieses Verses zu zerstören: Bibelfälschung!

Sie sagen, dass das griechische Wort “kai”, das hier richtig mit “und” übersetzt ist, nicht mit “und” zu übersetzen sei, sondern richtig mit “ebendieser”:

“Wenn einer nicht aus Wasser, ebendiesem Geist, geboren wird, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes.”

Auf diese Weise, mittels Bibelfälschung, wird also aus “Wasser und Geist” Wasser = Geist gemacht. Es sei hier folglich nicht von der Taufe die Rede, sondern von der Geistspendung, die bei der Glaubensannahme direkt von Gott vollzogen würde. Um nun Wasser = Geist glaubwürdig zu postulieren, verknüpft man das dann direkt mit Joh. 7,37-39:

“Am letzten Tag, dem großen des Festes, stand Jesus da und rief: ‘Wenn jemand dürstet, komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden, wie die Schrift gesagt hat, Ströme lebendigen Wassers fließen.’ Das sagte er im Hinblick auf den Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.”

Doch die Stelle Joh. 3,5 hat nichts mit Joh. 7,37-39 zu tun, sondern mit der christlichen Taufe:

Als ich einem selbsternannten protestantischen Lehrer erklärte, dass diese Konstruktion auf einer Fälschung von Joh. 3,5 basiert, und dass das griechische Wort “kai” an dieser Stelle nicht mit “ebendieser” übersetzt werden kann, sondern “und” bedeutet, lehnte er meine korrekte Zurechtweisung ab. Aus diesem Grund wandte ich mich an Altgriechisch-Experten, die mit Theologie nichts zu tun haben, um zu erfahren, was sie dazu sagen. Sie sagten dasselbe wie ich! Doch nun hatte ich von Seiten der Experten etwas in der Hand und konnte jenen Protestanten damit glaubwürdig konfrontieren. Trotzdem wandte er sich von seiner Bibelfälschung nicht ab, sondern beharrte darauf, dass seine gefälschte Version richtig sei. Erst als sich einer der Altgriechisch-Experten mit ihm in Verbindung setzte, sah er sich genötigt, seinen “Irrtum” zuzugeben und seinen Text gegen “Wasser und Geist” in Joh. 3,5 zu ändern, aber ohne letztliche Konsequenzen: Obwohl er einsehen musste, dass dort die Rede von “Wasser und Geist” ist, gab er seine unbiblische Position, dass die Taufe nicht heilsnotwendig sei, nicht auf.

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Dieser protestantische Trick ist philosophisch. Mit diesem Trick wollen manche Protestanten die biblische Lehre, dass die Taufe heilsnotwendig ist, philosophisch, also rein mit menschlichen Überlegungen, widerlegen. Wie lautet nun diese menschliche Überlegung dieser Protestanten? Sie sagen: Das Wasser ist nur Materie, das uns daher keine Rettung schenken könne! Deshalb könne die Taufe nicht heilsnotwendig sein!

Diesen Protestanten muss ich biblische Unkenntnis attestieren. Gott kann gemäß der Heiligen Schrift der Materie eine übernatürliche Wirkkraft verleihen:

1. Als manche Israeliten beim Auszug aus Ägypten von Schlangen gebissen wurden, ordnete Gott nach seinem Wort Num. 21,8 an, ein Schlangenbildnis herzustellen, das die Gebissenen, die darauf schauen, heilen sollte.

2. In Gottes Wort 2 Kön. 13,20-21 heißt es, dass durch die Berührung des Grabes des Propheten Elischa ein Toter zum Leben erweckt wurde.

3. Nach Gottes Wort Apg. 19,11-12 wurden Menschen durch die Tücher des hl. Apostels Paulus geheilt; des Weiteren wurden durch diese Tücher auch Dämonen ausgetrieben.

Wenn es also heißt, dass uns Gott durch das Wasser der Taufe Heil schenkt, dann verleiht er dem Tauf-Wasser genauso eine übernatürliche Wirk-Kraft wie dem Schlangenbildnis, den Gebeinen Elischas und den Tüchern des Apostels Paulus, weshalb der Herr nicht umsonst nach Joh, 3,5 sagte, dass wer nicht aus Wasser und Geist geboren ist, er nicht in Gottes Reich eingehen könne.

Die Heilsnotwendigkeit der Taufe wird biblisch noch dadurch belegt, dass alle, von denen ab der Apostelgeschichte berichtet wird, sich sofort nach ihrer Bekehrung taufen ließen. Die Taufe ist also dringend notwendig, denn wer hätte schon wissen können, ob er im nächsten Moment noch lebt oder nicht.

2. Die christliche Wassertaufe

Von Beginn an wird die Taufe in der Kirche mit Wasser praktiziert. Pfingst-charismatische-protestantische Christen bestreiten nun, dass die Taufe mit Wasser zu geschehen habe. Sie verkünden und praktizieren daher stattdessen eine charismatische “Geisttaufe”, die die Heilige Schrift überhaupt nicht kennt, und beziehen sich dabei z.B. auf Mk. 1,8 und Apg. 1,5:

“Ich habe euch mit Wasser getauft, er (Christus) aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.” (Mk. 1,8)

 “… denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden nach diesen wenigen Tagen.” (Apg. 1,5)

Das, was hier geschrieben steht, ist selbstverständlich nicht die christliche Wassertaufe, doch es ist auch nicht die charismatische “Geisttaufe”, sondern die sakramentale Geisttaufe, die Firmung, die von den Aposteln bzw. Bischöfen ausschließlich nach der Wassertaufe gespendet wird (vgl. Apg. 8,12-18). Sie wird in der Heiligen Schrift von der heilsnotwendigen Wassertaufe unterschieden. In Joh, 3,5 sagt der Herr zu Nikodemus:

“Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.”

Der Herr spricht hier von “Wasser und Geist” und nicht nur vom Geist! Das Bindewort “und” zeigt an, dass das Wasser und der Geist untrennbar sind, dass sie eine unzertrennliche Einheit bilden, wie das auch 1 Joh. 5,7-8 belegt:

“Drei sind es, die Zeugnis ablegen: der Geist und das Wasser und das Blut; und diese drei zeugen für das eine.”

Das korrespondiert mit 1 Mo. 1,2:

“Und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.”

Das ist, wie auch nach 1 Petr. 3,20-21 die Sintflut und nach 1 Kor. 10,3 der Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer, ein Sinnbild, eine typologische Vorausbezeichnung der christlichen Taufe. In diesem Sinnbild zeigt sich die in Joh. 3,5 genannte Einheit von Wasser und Geist in der Taufe. Über den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer schreibt Paulus in 1 Kor. 10,3:

“Ihr sollt wissen, Brüder, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren, alle durch das Meer zogen und alle auf Moses getauft wurden in der Wolke und im Meer.”

Die Wolke, unter der die Israeliten waren, ist Sinnbild für den Heiligen Geist. Das Meer ist Sinnbild für das Wasser der Taufe. Auch in diesem Taufe-Sinnbild sehen wir die Einheit von Wasser und Geist im Sakrament der Taufe: So wie das Gottesvolk des Alten Bundes “in der Wolke und im Meer” “auf Moses getauft” wurde, so wird das Gottesvolk des Neuen Bundes im Geist und im Wasser auf Christus, den neuen Moses, getauft:

“Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden” (Apg. 2,38)

Und wie nun der Heilige Geist bei der Erschaffung der Erde über dem Wasser schwebte, so schwebte die Wolke über dem Roten Meer. Die Farbe Rot versinnbildlicht das Blut Christi. Damit wären wir wieder bei den drei Zeugen in 1 Joh. 5,7-8: der Geist und das Wasser und das Blut!

Die Einheit von Wasser und Geist begegnet uns auch in Tit. 3,5:

“… rettet er uns … durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geist …”

Weil also das Heil nicht nur am Geist gebunden ist, sondern auch am Wasser, lesen wir bei Petrus:

“Dieses (das Wasser der Sintflut) ist eine Entsprechung: es rettet nun auch euch, die Taufe.” (1 Petr. 3,21)

Das Wasser der Sintflut ist also Sinnbild für das Wasser der Taufe, die nun auch uns rettet. Ohne die christliche Wassertaufe gibt es also keine Rettung. Und so gibt es bei den Pfingstlern und Charismatikern eine jede Menge Verlorener, weil sie sich der christlichen Wassertaufe entziehen, denn so, wie durch das Wasser der Sintflut die Sünde der Welt hinweggeschwemmt wurde, so wird die Sünde der Welt durch die christliche Wassertaufe hinweggeschwemmt:

“Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.” (Apg. 2,38)

So, wie Noah und seine Familie durch das Wasser der Sintflut und die Israeliten durch das Rote Meer hindurch gerettet wurden, so werden wir durch das Wasser der Taufe hindurch gerettet zum ewigen Leben.

Wir sehen, dass die Taufe mit Wasser geschieht und dass sie heilsnotwendig ist.

3. Taufe = Wassertaufe?

Innerhalb der Pfingst- und Charismatischen Bewegung wird gelehrt, dass, wenn in der Heiligen Schrift von der Taufe die Rede ist, dass dann damit die charismatische “Geisttaufe” gemeint sei. Es ist in Wirklichkeit genau anders herum: Wenn in der Bibel von der Taufe die Rede ist, dann ist damit ausschließlich die Wassertaufe gemeint, außer dort, wo eine Taufe mit dem Heiligen Geist ausdrücklich erwähnt wird, z.B. in Mt. 3,11:

“Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.”

Und in Apg. 1,4-5 lesen wir:

“… ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.” (Apg. 1,4-5)

Dort aber, wo die Bezeichnungen “Taufe” und “taufen” allein oder in Verbindung mit dem Wort “Wasser” erwähnt wird, ist ausschließlich die Wassertaufe gemeint, z.B. in Apg. 8,36-38:

“Als sie (Philippus und der äthiopische Kämmerer) aber auf dem Weg fortzogen, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer spricht: ‘Siehe, Wasser! Was hindert micht, getauft zu werden?’ … Und sie stiegen beide in das Wasser herab und er (Philippus) taufte ihn.”

Wir sehen, dass der Kämmerer mit Wasser getauft wurde! Hier möchte ich 1 Petr. 3,21 zitieren:

“… dieses (das Wasser der Sintflut) ist eine Entsprechung: es rettet nun auch euch, die Taufe.”

Auch im ersten Petrusbrief steht der Begriff “Taufe” mit Wasser in Verbindung. In Apg. 10,44-48 dokumentiert Lukas:

“Während Petrus noch mit ihm (Kornelius) redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten … Petrus aber sagte: ‘Kann man jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben? Und er ordnete an, sie auf den Namen Jesu Christi zu taufen.”

Kornelius und seine Familie wurden also noch vor der rettenden Wassertaufe mit dem Heiligen Geist getauft (Firmung). Die rettende Wassertaufe empfingen sie danach. Die Unterscheidung zwischen der Taufe und der Firmung ist auch in Apg. 8,12-17 zu sehen:

“Als sie (die Samariter) aber Philippus glaubten … ließen sie sich taufen …”

Hier kommt nur das Wort “taufen” vor! Weder Wasser noch der Heilige Geist werden erwähnt. Dass auch hier mit “taufen” das Taufen mit Wasser gemeint ist, geht aus der Tatsache hervor, dass den nun getauften Samaritern die Firmung erst später durch Petrus und Johannes gespendet wurde:

“Als diese herabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen …” (Apg. 8,15-17)

Derselbe Sachverhalt begegnet uns auch in Apg. 19,5-6:

“Als sie es aber hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie …”

Die Männer, von denen hier die Rede ist, etwa zwölf an der Zahl, wurden zuerst getauft. Die Firmung, die sakramentale Geisttaufe, erfolgte hinterher. Bei der Taufe der genannten Männer handelte es sich also um die Wassertaufe. Das korrespondiert auch mit Apg. 2,38-41:

“Petrus erklärte ihnen: Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung der Sünden, alsdann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen … Diejenigen nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen.”

Auch hier also: Zuerst die Taufe, und dann erst die sakramentale Geisttaufe, die Firmung! Die Männer, die Petrus glaubten, “ließen sich taufen”. Dass sie die Firmung empfangen hätten, wird hier überhaupt nicht mehr erwähnt, fand aber statt, weil Petrus sie in Apg. 2,38 mit den Worten “alsdann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen” angekündigt hat. Wenn also der Herr in Mt. 28,19 und Mk. 16,16 den Taufauftrag erteilt und die Taufe ankündigt, dann meint er damit keine “Geisttaufe”, sondern die christliche Wassertaufe. Zum Schluss möchte ich auch auf Apg. 9,17-19 hinweisen:

“Da ging Hananias hinein in das Haus; er legte Saulus die Hände auf und sagte: “Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit Heiligem Geist erfüllt werden.’ Sofort fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften.”

In den Ankündigungsworten Hananias’ wird nur Paulus’ Heilung und Firmung angekündigt. Durch Hananias’ Handauflegung wurde Paulus geheilt. Von der Spendung des Firmsakraments wird hier nichts erwähnt; sie fand zu diesem Zeitpunkt noch nicht statt, stattdessen erfolgte die Taufe des Paulus, die in Hananias’ Ankündigungsworten nicht erwähnt wird. Legen wir hier den üblichen Vorgang in Apg. 2,38 und 8,5-17 zugrunde, dann ging die Taufe des Paulus der angekündigten Firmung voraus. Die Firmung, die sakramentale Geisttaufe, wurde Paulus demzufolge nach seiner Taufe gespendet. Von wem Paulus das Firmsakrament gespendet bekam, bleibt offen!

4. Bekommt man den Heiligen Geist erst durch die “Geisttaufe”?

Wenn wir die Apostelgeschichte lesen, könnten wir, wie manche Protestanten, zu dem Schluss kommen, dass wir den Heiligen Geist erst durch die “Geisttaufe” empfangen. Doch dem ist nicht so, der Buchstabe täuscht, denn wir bekommen ihn gemäß der Bibel bereits durch die Taufe. In Joh. 3,5 lesen wir:

“Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.”

Das Wasser ist bei der Taufe also direkt mit dem Heiligen Geist verbunden, was durch das Bindewort “und” zum Ausdruck gebracht wird: In der Taufe werden wir durch Wasser und Geist wiedergeboren und gehen durch Wasser und Geist in das Reich Gottes hinein. Diese Verbindung von Wasser und Geist bei der Taufe ist in 1 Mo. 1,2 typologisch vorausbezeichnet:

“Und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.”

So, wie der Heilige Geist bei der Erschaffung der Erde über ihrem Wasser schwebte, so schwebt ER bei der Taufe (bei der Erschaffung des neuen Menschen) über dem Taufwasser. Und so, wie nach 1 Kor. 10,3 die Wolke über dem Roten Meer schwebte, als die Israeliten durch das Meer zogen, so schwebt der Heilige Geist über dem Taufwasser! Das wird in Tit. 3,5 bestätigt:

“rettet er uns … durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes.”

Das Bad, durch das wir gerettet werden, ist die christliche Wassertaufe. Dann heißt es, dass wir in diesem Bad, in der Taufe, durch den Heiligen Geist erneuert werden. In der christlichen Taufe empfangen wir also den Heiligen Geist zu unserer Erneuerung, und um in das Reich Gottes versetzt zu werden. Wir bekommen IHN also nicht erst in der “Geisttaufe”. In der “Geisttaufe” bekommen wir ihn nach Apg. 1,8 nur zur Stärkung, um es zusammengefasst auszudrücken. Während wir IHN in der Firmung zur Stärkung bekommen, bekommen wir IHN, verbunden mit dem Wasser der Taufe, zur Sündenvergebung, zur Wiedergeburt, zur Erneuerung und um in das Reich Gottes versetzt zu werden.

Den Heiligen Geist bekommen wir also schon durch die Taufe!

5. Die Kindertaufe

5.1 Leugnung der Kindertaufe

Die Baptisten sagen, dass die Kindertaufe unbiblisch und somit falsch sei, und verweisen auf die folgenden Bibelstellen, die ausdrücklich nur von der Taufe Erwachsener berichten:

“Die nun sein Wort aufnahmen (Männer), ließen sich taufen.” (Apg. 2,4)

“ließen sich taufen, Männer und Frauen” (Apg. 8,12)

“und er (Philippus) taufte ihn (den Kämmerer)” (Apg. 8,38)

“er (Paulus) stand auf und ließ sich taufen” (Apg. 9,18)

“Als sie das hörten, ließen sie sich … taufen … Es waren im ganzen etwa zwölf Männer” (Apg. 19,5-7)

“Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Krispus und Gaius …” (1 Kor. 1,14)

Diese sechs Bibelstellen sind die einzigen, die ausdrücklich nur von der Taufe Erwachsener berichten. Daraus eine generelle Erwachsenentaufe zu schließen, ist biblisch und dem Geiste nach nicht haltbar, denn von einer generellen Erwachsenentaufe spricht die Bibel nicht.

Bei den zitierten Bibelstellen, die als einzige nur die Taufe Erwachsener bezeugen, ist nämlich zu beachten, dass es sich bei diesen und den anderen Erwachsenen ausschließlich um Bekehrte gehandelt hat, die nichtchristliche Eltern hatten, von ihnen in ihrem nichtchristlichen Glauben erzogen wurden und bis zu ihrer Bekehrung in diesem nichtchristlichen Glauben lebten.

Wenn wir uns also wirklich an der Bibel orientieren, dann stellen wir fest, dass die Menschen gemäß der Bibel nur dann als Erwachsene christlich getauft wurden, wenn sie bis zu ihrer Bekehrung einen nichtchristlichen Glauben hatten.

Wie aber verhielt es sich mit jenen Menschen, die von vornherein christliche Eltern hatten und im christlichen Glauben erzogen wurden? Wurden auch sie im Erwachsenenalter getauft? Sehen Sie, darüber berichtet die Bibel nichts! Wenn dann Baptisten behaupten, dass auch diese Menschen im Erwachsenenalter getauft wurden, dann ist das zwar nur ihre persönliche Meinung, aber nicht Gottes Wort!

Die Lehre von der generellen Erwachsenentaufe, die in der Bibel nirgendwo zu finden ist, ist also unmittelbar der menschlichen Phantasie baptistischer Lehrer entsprungen, nach der den Kindern die rettende Taufe verweigert wird, die der Apostel Petrus auch den Kindern zuspricht:

“Bekehrt euch, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und eure Kinder geht die Verheißung an …” (Apg. 2,38-39)

5.2 Auch Kinder können glauben und sich taufen lassen

Baptisten behaupten, dass man sich für den christlichen Glauben zuerst entscheiden und diesen annehmen müsse, bevor man getauft werden könne, und das könne ein Kind nicht. Das soll angeblich Apg. 8,37 belegen, wonach der Diakon Philippus dem äthiopischen Kämmerer erklärt, dass er zuerst glauben müsse, um getauft werden zu können. Weil sich Kinder für den christlichen Glauben also nicht entscheiden und ihn nicht annehmen könnten, so könnten sie schlussendlich nicht getauft werden. Dies würde auch Mk. 16,16 belegen:

“Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden.”

Zuerst müsse man also gläubig werden, um dann getauft zu werden! In diesem Fall ist das auch klar, da der Kämmerer bis dato einen anderen Glauben hatte. Das ist wieder das, was ich im vorangehenden Abschnitt aufgezeigt habe: Apg. 8,37 betrifft ausschließlich Menschen, die vor ihrer Bekehrung einen nichtchristlichen Glauben hatten, wie z.B. der äthiopische Kämmerer. Deshalb weise ich nochmal darauf hin:

Die Bibel berichtet an keiner Stelle, dass die Kinder christlicher Eltern bis zum Erwachsenenalter zuerst im christlichen Glauben unterwiesen werden müssten, damit sie sich dann im Erwachsenenalter entscheiden, ob sie dann getauft werden oder nicht. Das ist eine baptistische Idee, die mit der Bibel, Gottes Wort, nichts zu tun hat!

Dass aber Kinder nicht in der Lage wären, den christlichen Glauben anzunehmen und sich für ihn zu entscheiden, weshalb sie von den Baptisten nicht getauft werden, ist eine weitere Fabelei; denn die Lehre Christi ist, dass Kinder sehr wohl glauben und sich für IHN entscheiden können:

“Wer aber einen dieser Kleinen (Kleinkinder!), die an mich glauben, Anstoß gibt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er im offenen Meer versenkt würde.” (Mt. 18,6-7)

“Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kleinkind, der wird nicht hineinkommen.” (Lk. 18,17)

“Als nun die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat und die Kinder im Tempel rufen hörten: ‘Hosanna dem Sohn Davids!’, da wurden sie ärgerlich und sagten zu ihm: ‘Hörst du nicht, was sie rufen?’ Jesus antwortete ihnen: ‘Ja, ich höre es. Habt ihr nicht gelesen: ‘Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge schaffst du dir Lob’?” (Mt. 21,15)

Wir sehen: Der Herr selbst bezeugt, dass Kleinkinder, selbst Säuglinge (vgl. Lk. 1,41.44), an Ihn glauben, ihn lieben und preisen und das Reich Gottes annehmen können, und Jesu Worten zufolge, sogar noch weit besser und authentischer als Erwachsene, weshalb letztere sich an solchen Kindern orientieren und sie nachahmen sollen, wenn sie in das Reich Gottes hineingehen wollen.

Wer also wäre in Anbetracht der Worte des Herrn, die Geist, Leben und Wahrheit sind, für die Taufe geeigneter als ein gläubiges Kleinkind, einschließlich Säuglinge?!

5.3 Die Vorausbezeichnung der Säuglingstaufe im Alten Testament

Wir haben gesehen, dass die Taufe im Alten Testament mehrfach typologisch vorausbezeichnet ist: nach 1 Kor. 10,1-2 wurden die Israeliten beim Durchzug durch das Meer auf Moses getauft. Dabei wurden nicht nur Erwachsene auf Moses getauft, sondern auch die Kinder aller Altersstufen, vom Säugling angefangen. Dies ist eine biblisch-typologische Vorausbezeichnung der christlichen Kinder-/Säuglingstaufe! So wie die Kinder aller Altersstufen, vom Säugling angefangen, und die Erwachsenen auf Moses getauft wurden, so werden die Kinder aller Altersstufen, vom Säugling angefangen, und die Erwachsenen auf Christus, den neuen Moses, getauft. Ebenso verhält es sich mit der Beschneidung. Auch sie ist eine typologische Vorausbezeichnung der christlichen Taufe, wie Paulus ausdrücklich sagt:

“In ihm wurdet ihr auch beschnitten durch eine nicht mit Händen vollzogene Beschneidung …, da ihr begraben wurdet mit ihm in der Taufe.” (Kol. 2,11-12)

So, wie also durch die Beschneidung der Alte Bund geschlossen wurde, so wird durch die Taufe der Neue Bund geschlossen. In 1 Mo. 17,9-11 lesen wir:

“Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation. Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt euren Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch müsst ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch.”

Erklärend heißt es in Röm. 4,11-12:

“Das Zeichen der Beschneidung empfing er (Abraham) zur Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit, die ihm als Vater der Unbeschnittenen zuteil wurde; also ist er der Vater aller, die als Unbeschnittene glauben und denen daher Gerechtigkeit angerechnet wird, und er ist der Vater jener Beschnittenen, die nicht nur beschnitten sind, sondern auch auf den Weg des Glaubens gehen, des Glaubens, den unser Vater Abraham schon vor seiner Beschneidung hatte.”

Die Beschneidung, mit der der Bund mit Gott geschlossen wurde, war also die Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit. So, wie nun die Beschneidung der Bund mit Gott und die Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit war, so ist auch die Taufe der Neue Bund mit Gott und die Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit nach dem Neuen Bund:

“Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden” (Mk. 16,16)

Das korrespondiert mit Apg. 8,36-37:

“Und der Kämmerer spricht: ‘… Was hindert mich, getauft zu werden?’ Philippus aber sprach: ‘Wenn du von ganzem Herzen glaubst, ist es erlaubt.”

Obwohl die Beschneidung die Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit war, befahl Gott trotzdem die Säuglingsbeschneidung bei den männlichen Kindern:

“Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generation …” (1 Mo. 17,12)

Das bezeichnet nach Paulus typologisch die christliche Taufe: So, wie die männlichen Säuglinge beschnitten werden mussten, obwohl die Beschneidung die Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit war, so müssen auch die Säuglinge der christlichen Eltern getauft werden, obwohl die Taufe die Besiegelung der christlichen Glaubensgerechtigkeit ist. So, wie durch die Beschneidung die männlichen Säuglinge in den Alten Bund und in das Volk Gottes hineingenommen wurden und werden mussten, so werden auch die Säuglinge der christlichen Eltern durch die christliche Taufe in den Neuen Bunds und ins Volk Gottes des Neuen Bundes hineingenommen und müssen es auch. Und so, wie die jüdischen Eltern ihre männlichen Säuglinge beschneiden lassen mussten, damit sie in den Alten Bund eintreten und in das Volk Gottes aufgenommen werden, so müssen die christlichen Eltern ihre Säuglinge taufen lassen, damit sie in den Neuen Bund eintreten und in das Volk Gottes des Neuen Bundes aufgenommen werden, um so Gottes Kinder zu werden.

5.4 Ganze Familien wurden getauft

Im Neuen Testament wird immer wieder bezeugt, dass zur Zeit der Apostel ganze Familien getauft wurden. In Apg. 10,1-2 heißt es, dass Kornelius, ein römischer Hauptmann, mitsamt seiner Familie fromm und gottesfürchtig war, und nach 10,44 er und seine ganze Familie direkt von Gott die Firmung gespendeten bekamen. Daraufhin sagte Petrus:

“Kann wohl jemand das Wasser verweigern und diese nicht taufen lassen, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir?” (Apg. 10,47)

Daraufhin heißt es weiter:

“Und er gab Weisung, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi.” (Apg. 10,48)

In der Apostelgeschichte werden noch weitere Taufen ganzer Familien bezeugt:

“Als sie (Lydia) und ihr Haus getauft waren, bat sie: ‘Wenn ihr mich für zuverlässig haltet vor dem Herrn, so kommt in mein Haus und bleibt.” (Apg. 16,15)

“Noch in derselben Nachtstunde nahm er (der Kerkermeister) sie zu sich, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit all den Seinen taufen.” (Apg. 16,33)

“Der Synagogenvorsteher Krispus mit seinem ganzen Hause glaubte an den Herrn; auch viele von den Korinthern, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.” (Apg. 18,8)

Ein weiterer Bericht über die Taufe einer Familie ist noch im ersten Konrintherbrief bezeugt:

“Doch ja, auch des Stephanas Haus habe ich getauft.” (1 Kor. 1,16)

Gemäß den Baptisten besaßen alle diese Familie und noch andere Familien, die getauft wurden, keine Kinder. Diese Familien, die getauft wurden, seien alle kinderlos gewesen. An dieser protestantischen Annahme, die in der Bibel nicht bezeugt ist, ersieht man einen Realitätsverlust. Wir Katholiken hingegen sind völlig realitätsnah, indem wir annehmen, dass diese Familien keineswegs kinderlos waren, und dass daher auch die Kinder als Teil der Familien getauft wurden, was schon Petrus anzeigt, wenn er zu den in Jerusalem soeben Bekehrten sagte:

“… und ein jeder von euch lasse sich taufen …, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und Euren Kindern geht die Verheißung an …” (Apg. 2,38-39)

Auch dass alle diese Menschen, an die Petrus diese Worte richtete – Parther, Meder, Elamiter, Mesopotamier, Judäer, Kappadozier, Ponter, Asiaten, Phryger, Pamphylier, Ägypter, Libyer, Cyrener, Römer, Juden wie Proselyten, Kreter und Araber (Apg. 2,9-11) -, ebenfalls nur Erwachsene, aber keine kleinen Kinder gehabt hätten, geht völlig an der Realität vorbei. Das belegt auch die Tatsache, dass Petrus, als er die obigen Worte sprach, gar nicht gewusst hatte, welche der soeben Bekehrten erwachsene oder kleine Kinder hatten, er also allen Kindern der Bekehrten, ob erwachsen oder nicht, die Verheißung und somit die Taufe und die Firmung zuspricht. Diese Tatsache beweist, dass zur Zeit der Apostel Kinder aller Altersstufen getauft wurden, da ihnen nach Petri Wort allen die Verheißung gilt, wie den anwesenden Bekehrten auch.

Dass also kleine Kinder zur Zeit der Apostel nicht getauft worden wären, ist reine Phantasie.

Während also die Baptisten realitätsfern meinen, dass die getauften Familien zur Zeit der Apostel keine Kinder enthalten hätten, gehen wir Katholiken davon aus, dass diese Familien Kinder enthielten, die ebenso, wie die Erwachsenen, gemäß Apg. 2,38-39 getauft wurden, da Petrus dort keinen Unterschied macht zwischen Mündigen (Erwachsenen) und Unmündigen (Kindern), sondern Beiden dasselbe, Taufe und Firmung, zuspricht. Gerade diese Stelle – Apg. 2,38-39 – belegt, dass zur Zeit der Apostel sowohl Mündige als auch Unmündige getauft wurden. Das Neue Testament bezeugt also keine generelle Erwachsenentaufe – diese ist ein protestantisches Phantasieprodukt, die für den Christen keine Relevanz haben darf -, sondern eine Taufe, die nach Petrus sowohl Erwachsenen, als auch Kindern aller Altersstufen gebührt.

5.5 Den Kindern gehört das Reich Gottes

Die Taufe wurde also (wie wir im vorhergehenden Text in Apg. 2,38-39 gelesen haben) zur Zeit der Apostel nicht nur Erwachsenen zuteil, sondern auch Kindern aller Altersstufen, weshalb schon damals ganze Familien getauft wurden, die keineswegs alle kinderlos waren.

Ich zitiere nochmal den Apostel Petrus:

“… und ein jeder von euch lasse sich taufen …, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und Euren Kindern geht die Verheißung an …” (Apg. 2,38-39)

Wie den soeben Bekehrten gehört also auch ihren Kindern aller Altersstufen – mündigen wie unmündigen – die Verheißung, weshalb auch diese (Mündige wie Unmündige) getauft werden sollten. Der Apostel Petrus wusste, was er hier gesagt hat, weil die Apostel dies – den Auftrag zur Taufe von Kindern aller Altersstufen und Erwachsenen – vom Herrn empfangen haben:

“… bis zu dem Tag, an dem er den Aposteln Auftrag gab im Heiligen Geist …” (Apg. 1,1-2)

Teil des Auftrags Christi war gemäß Apg. 2,38-39 also auch, Kinder aller Alterstufen und Erwachsene zu taufen, und nicht nur Erwachsene, was sich schon in den folgenden bereits zitierten Aufträgen Christi widerspiegelt:

“Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium der ganzen (menschlichen) Schöpfung! Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden” (Mk. 16,15-16)

“Daher geht hin, macht alle Völker zu Jüngern, tauft sie … und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe.” (Mt. 28,19-20)

Nach dem ersten Auftrag (Mk. 16,15-16) sollten diejenigen getauft werden, die sich zum christlichen Glauben bekehren; und zum christlichen Glauben bekehren können sich gemäß den folgenden Worten nicht nur Erwachsene, sondern auch kleine, unmündige Kinder:

Wer aber einen dieser Kleinen (Kleinkinder!), die an mich glauben, Anstoß gibt, für den wäre es besser, das ihm ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er im offenen Meer versenkt würde.” (Mt. 18,6-7)

“Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kleinkind, der wird nicht hineinkommen.” (Lk. 18,17)

“Als nun die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat und die Kinder im Tempel rufen hörten: ‘Hosanna dem Sohn Davids!’, da wurden sie ärgerlich und sagten zu ihm: ‘Hörst du nicht, was sie rufen?’ Jesus antwortete ihnen: ‘Ja, ich höre es. Habt ihr nicht gelesen: ‘Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge schaffst du dir Lob’?” (Mt. 21,15)

Da also auch kleine Kinder den Worten des Herrn zufolge den christlichen Glauben annehmen können, so gilt auch ihnen die Taufe!

Des Weiteren geht auch aus Christi Lehre selbst hervor, dass er auch die Taufe von Kindern will; er sagt ja über die kleinen Kinder:

“Man brachte auch kleine Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte [wörtlich: damit er sie berührte]. Als die Jünger das sahen, wiesen sie die Leute schroff ab. Jesus aber rief die Kinder zu sich und sagte: ‘Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.” (Lk 18,15-16)

Der Herr sagt also ausdrücklich, dass den kleinen Kindern, folglich auch den Säuglingen, das Reich Gottes gehört. Wie wir von Ihm nun weiter vernehmen, kommt man ins Reich Gottes aber erst aufgrund der Taufe:

“Wenn einer nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes.” (Joh. 3,5)

Das heißt also: Wenn der Herr sagt, dass den kleinen Kindern, und somit auch den Säuglingen, das Reich Gottes gehört, man aber aufgrund der Taufe ins Reich Gottes kommt, dann legt Er mit seinen Worten Lk. 18,16 und Joh. 3,5 auch die Säuglingstaufe fest.

5.6 Evangelisierung der getauften Kinder

Wir haben gesehen, dass es Gottes Wille war, dass im Alten Bund die männlichen Säuglinge beschnitten werden sollten, obwohl die Beschneidung die Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit bei bekehrten Erwachsenen war. Genauso ist es Gottes Wille, dass die Säuglinge der christlichen Eltern getauft werden, obwohl die Taufe die Besiegelung der christlichen Glaubensgerechtigkeit bei bekehrten Erwachsenen ist. Für die Säuglinge trifft dies in beiden Fällen nicht zu: Für sie gilt die Beschneidung und gilt die Taufe nicht zur Besiegelung des Glaubens! Für sie gilt das, was das Gebot Gottes im Alten Bund für die jüdischen Kinder vorsieht:

“… und du sollst sie (die Worte Gottes) deinen Kindern wiederholend einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst.” (5 Mo. 6,7)

So, wie die beschnittenen Säuglinge der Israeliten im jüdischen Glauben erzogen und geprägt werden sollten, so sollen auch die getauften Kinder ihrer Taufe entsprechend evangelisiert und belehrt werden. Das sollte jedoch nicht erst nach der Taufe des Säuglings beginnen, sondern schon vorher, damit das im Mutterleib empfangene Kind den christlichen Glauben seiner Eltern mitbekommt und von ihm schon im Mutterleib geprägt wird, z.B. durch hörbares Beten, Singen, durch gute geistliche, katholische Musik, durch hörbares Lesen des Gotteswortes, durch den regelmäßigen Besuch des Heiligen Messopfers, durch die Eucharistische Anbetung, die Beichte der Mutter und durch aufbauende und gesunde Glaubensgespräche. So wird das Kind von Beginn seines Lebens an, das im Moment der Zeugung entsteht, in den christlichen Glauben seiner Lieben mit hineingenommen und durch ihn vorgeprägt. Doch zugleich muss darauf geachtet werden, dass das Kind von Mutterleib an keinen verderblichen Einflüssen ausgesetzt wird, z.B. durch das Fernsehen, durch schlechte, weltliche, antichristliche Filme und Dokumentationen, durch das Radio, durch schlechte Musik, durch Streit, Gewalt, durch gottlose Gespräche sowie durch schädliche Computerspiele usw.

Die christlichen Eltern haben nämlich nicht nur in weltlicher Hinsicht die Erziehungspflicht, sondern auch in geistlicher Hinsicht. Letzteres zu vernachlässigen, das Kind im Geist der Welt zu erziehen, es weltlichen, verderblichen Einflüssen jeglicher Art auszusetzen und es so Christus zu entziehen, ist eine Todsünde, zumal die Eltern bei der Taufe ihres Kindes mit Gott einen Eid geschlossen haben.

Gemäß dem Missionsauftrag Christi ist auch die Kirche verpflichtet, dem getauften Kind das Evangelium und den christlichen Glauben zu vermitteln. Diesem Auftrag kommt die Kirche nach, soweit die Eltern es zulassen und soweit die Katecheten es richtig, d.h. katholisch, christlich machen, was aber oft nicht geschieht. Das Verkündigungswerk der Kirche wird aber nur dann Frucht bringen, wenn das Kind schon im Vorfeld im Elternhaus christlich, d.h. katholisch vorgeprägt wurde, und wenn sich die Eltern dafür einsetzen, dass ihren Kindern im schulischen “Religionsunterricht”, im Erstkommunionunterricht und im Firmunterricht auch wirklich der katholische, d.h. christliche Glaube vermittelt wird, was aber selten noch geschieht.

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