Die Hölle

Die Hölle ist ein von Gott geschaffener auf ewig bestehender Ort für Satan und seine Dämonen und für alle Menschen, die – ganz freiwillig – mit Gott/Christus und seinen Geboten nichts zu tun haben wollen. In der Hölle gibt es bei den Verdammten keinen Funken Liebe, sondern nur Hass, weil dieser Ort von Gott, der Quelle der Liebe, getrennt ist. Die Hölle ist die ewige Gottesferne. Das Wesen der Hölle sind Finsternis (Jud. 6) und Höllenfeuer (Jud. 7).

Die größte Qual der Verdammten sind aber nicht Finsternis und Höllenfeuer, sondern ist die ewige Trennung von Gott, dem Quell der Glückseligkeit, und seiner Liebe, welche die Seele frei und glücklich macht. Eine weitere Qual für die verdammten Seelen wird statt der ewigen Anschauung Gottes die ewige Anschauung Satans und Dämonen sein. Des Weiteren werden die Seelen der Verdammten auf ewig von dem sie hassenden Satan und den sie hassenden Dämonen gequält und gepeinigt. Jedoch ist das Strafmaß der einzelnen Verdammten verschieden, je nach dem Grade ihrer Schuld.

Biblische Hinweise

In der Bibel wird – als Warnung – immer wieder von der Hölle gesprochen, denn Gott will nicht, dass der Mensch verdammt wird, sondern sich für die ewigen Anschauung Gottes, und somit für die ewige Glückseligkeit entscheidet. Beispielsweise warnt Christus die Pharisäer und Schriftgelehrten wie folgt vor der Hölle:

“Ihr Schlangen! Ihr Natterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entrinnen?” (Mt 23,33)

In Mt. 25,46 heißt es:

“Und sie werden hingehen, diese in ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.”

Jesus droht – aufgrund seiner Liebe – in der Bibel den unbußfertigen Sündern die Höllenstrafe immer wieder ausdrücklich an, um sie vor diesem furchtbaren Ort zu warnen. Er bezeichnet diesen Ort als “Gehenna”; dieses Wort wird mit “Hölle” übersetzt.

Als Ort der Feuerstrafe wird vom Herrn die Hölle in Mk. 9,43 bezeichnet, und der hl. Apostel Paulus in 2 Thess. 1,9 als “ferne von dem Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Majestät.”

Bei den Kirchenvätern wird die Hölle auf Basis der göttlichen Offenbarung einmütig bezeugt. Justin begründet ihre Existenz mit der “Göttlichen Gerechtigkeit”, Ignatius von Antiochien spricht davon, dass derjenige, der “den Gottesglauben, für den Christus gekreuzigt wurde, durch schlechte Lehre verdirbt, in das unauslöschliche Feuer eingehen” wird und auch “derjenige, der auf ihn hört” (vgl. auch Eph. 16,2).

Letzteres sollten sich alle protestantischen Lehrer und ihre von ihnen Verführten dringendst zu Gemüte führen, denn hier kündigt Ignatius von Antiochien als Gottes Diener warnend ihr ewiges Los an!

Die Verdammnis ist ewig

Es gibt im Protestantismus zwei Ansichten, was die Dauer der Verdammnis betrifft:

1. Die Verdammnis ist zeitlich begrenzt, alle Verdammten kommen irgendwann aus der Hölle heraus

2. Die Verdammnis ist ewig, hört nie auf (katholische = christliche Version)

Die protestantischen Vertreter der ersten Version verstehen das im Neuen Testament gebrauchte Wort “aion” für die Dauer der Hölle als einen begrenzten Zeitabschnitt, wie es z.B. vom Herrn Jesus Christus in Mt. 28,20 gebraucht wird:

“Ich bin mit euch alle Tage bis zum Abschluss des Äons/Zeitalters.”

Doch was die Vertreter dieser Version betrifft, übersehen sie, dass im Griechischen dieses Wort auch Ewigkeit bedeuten kann. So wird das in Mt. 19,29 vorkommende Wort von Christus im Sinne von ewig gebraucht:

“Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird … ewiges Leben erben.”

Noch deutlicher wird dieses griechische Wort im Sinne von ewig vom Apostel Paulus in Röm. 16,26 verwendet:

“das aber jetzt geoffenbart und mit Hilfe prophetischer Schriften nach Auftrag des ewigen Gottes allen Völkern bekannt gemacht wurde zur Weckung des Glaubensgehorsams”

Wie also vor diesem Hintergrund manche Protestanten darauf kommen, dass die Verdammnis zeitlich begrenzt sein soll, will sich einem nicht erschließen, da es in der Heiligen Schrift keinerlei Hinweise dafür gibt, dass das griechische Wort aionos in Bezug auf die Verdammnis im Sinne eines begrenzten Zeitraumes benutzt würde. Manch einer könnte vielleicht Mt. 5,25-26 anführen, wonach Christus von einem Kerkerort im Jenseits spricht, aus dem man wieder herauskommt, sowie 1 Kor. 5,15, wo Paulus von einer im Jenseits stattfindenen Hindurchrettung “wie durch’s Feuer” spricht; jedoch bezeichnen diese Aussagen nicht die Hölle, sondern das Purgatorium, in dem die in der heiligmachenden Gnade Verstorbenen für den Himmel bereitet werden. Die Verdammnis aber wird in der Bibel als ewig dauernd beschrieben. Denn Christus sagte:

“Wenn deine Hand dir zum Ärgernis wird, so haue sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt einzugehen ins [ewige] Leben, als mit zwei Händen hinabzufahren in die Hölle, in das nie erlöschende Feuer, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.” (Mk. 9,43-44)

Hier wird mit den Phrasen nie erlöschendes Feuer” / “wo der Wurm nicht stirbt” / “das Feuer nicht erlischt” ausdrücklich die Ewigkeit der Hölle bezeichnet. Die Warnung vor der Ewigkeit des Höllenfeuers und vor der Nichtsterblichkeit des Wurms impliziert die ewige Dauer der Verdammnis, was in Offb. 20,10 nochmals zum Ausdruck kommt:

“Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier (der Antichrist) als auch der falsche Prophet (des Antichristen) sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von ‘Äon’ zu ‘Äon’.”

Auch hier wird klar, dass die Ewigkeit gemeint ist. Denn selbst wenn Äon als Epoche gesehen wird, dann wird hier ganz klar gezeigt, dass die Hölle von Epoche zu Epoche besteht und niemals aufhört.

Im folgenden Vers wird das von Christus verheißene ewige Leben in Gegensatz zur ewigen Höllenpein bzw. -strafe gestellt:

“Und diese werden hingehen zur ewigen Pein/Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.” (Mt. 25,46)

Wenn es also heißt, dass die Ungerechten, die Bösen, nicht zum ewigen Leben gelangen, dann bleibt ihnen logischerweise die ewige Pein bzw. die ewige Strafe vorbehalten.

Wir sehen, dass es gemäß der Schrift, also gemäß katholischer Lehre, keine vorübergehende Höllenstrafe gibt, sondern eine ewig andauernde.

Kommt die Höllenstrafe erst nach dem Jüngsten Gericht?

Manche Protestanten vertreten die Ansicht, dass die (ewige) Höllenstrafe den Betreffenden nicht schon unmittelbar nach seinem Tod ereilt, sondern erst nach der Auferstehung der Toten und dem Jüngsten Gericht. Dies würde Mk. 9,43-48 beweisen:

“Wenn deine Hand dir zum Ärgernis wird, dann hau sie ab. Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle zu fahren, ins unauslöschliche Feuer, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Wenn dein Fuß dir zum Ärgernis wird, so hau ihn ab. Es ist besser für dich, du gehst lahm ins Leben ein, als daß du mit zwei Füßen in die Hölle geworfen wirst, ins unauslöschliche Feuer, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Und wenn dein Auge dir zum Ärgernis wird, dann reiß es aus. Es ist besser für dich, du gehst mit einem Auge ins Reich Gottes, als daß du mit zwei Augen in die Hölle geworfen wirst, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.”

Sie sagen, dass dieser biblische Text ausdrücklich von Körperteilen spricht, mit denen die Betroffenen in die Hölle eingingen. Wenn also der menschliche Leib von der Höllenstrafe betroffen ist, dann sei dies erst nach der Auferstehung der Toten und dem Jüngsten Gericht zu erwarten, nicht vorher.

Natürlich spricht der Herr hier von der Höllenstrafe nach dem Jüngsten Gericht, was aber nicht bedeutet, dass die Seele nicht schon vorher in der Hölle ist. Dass sich die Seele schon vor dem Jüngsten Gericht in der Hölle befindet, belegt Jud. 7, wo wir lesen:

“Wie Sodom und Gomorra samt den um sie liegenden Städten, die in gleicher Weise wie diese außerordentlich gehurt haben und hinter andersartigem Fleisch hergingen, als Beispiel vor uns liegen, indem sie die gerechte Strafe ewigen Feuers erleiden.”

Hier wird uns mitgeteilt, dass die Sodomiter, Gomorriter und die Einwohner der umliegenden Städte für ihre im Text bezeichneten Todsünden schon vor der Auferstehung der Toten die “Strafe ewigen Feuers erleiden” (nicht: erleiden werden).

Man kommt also nicht erst nach der Auferstehung der Toten in die Hölle, sondern schon unmittelbar nach dem körperlichen Verscheiden und dem darauffolgenden persönlichen Gericht.

Menü