Die Firmung

Wann und wie empfängt man den Heiligen Geist? Die katholische Kirche lehrt, dass jeder Katholik – er muss glauben – die Gabe des Heiligen Geistes durch das Sakrament der Firmung bekommt. Die Evangelikalen bezeichnen dies als Irrlehre und sagen

“Die Bibel allerdings hat zu diesem Ritual nichts zu sagen.”

und lehren stattdessen, dass jeder den Heiligen Geist in dem Moment bekäme, wenn er Christus als seinen persönlichen Herrn und Retter annehme. Die Wahrheit ist:

So heißt es in Joh. 2,11, dass die Apostel Jesu Christi durch die Vermittlung seiner Mutter auf der Hochzeitsfeier zu Kana zum Glauben an ihn gekommen waren, sie den Heiligen Geist aber erst Jahre später zu Pfingsten empfangen hatten (vgl. Apg. 2,1ff.). Ich verweise auch auf die Bekehrung jener Juden, denen Petrus infolge des Pfingstereignisses predigte (Apg. 2,5-36). Als sie Petrus unmittelbar nach seiner Predigt fragten, was sie nun zu tun hätten, antwortete er ihnen:

“Bekehrt euch, und ein jeder von euch lasse sich taufen …, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.” (Apg. 2,38)

Das heißt, zuerst kam die Bekehrung, und nach der Bekehrung die Taufe, und der Empfang des Heiligen Geistes erst nach der Taufe, und nicht schon vorher bei der Bekehrung. Dasselbe begegnet uns auch bei den Samaritern:

Der Diakon Philippus kam nach Samaria und bekehrte dort die Samariter und sie glaubten und wurden dann nach ihrer Glaubensannahme getauft (Apg. 8,5-13), empfingen aber noch nicht den Heiligen Geist. Diesen empfingen sie erst einige Tage später, wie Apg. 8,14-17 berichtet. Dasselbe bei Paulus: In Apg. 9,1-8 ist von Paulus’ Bekehrung die Rede. Doch nach Apg. 9,9.17-18 empfing er den Heiligen Geist erst drei Tage danach, ebenfalls nach der Taufe. Dasselbe begegnet uns zehn Kapitel weiter (19,1-7): Etwa Zwölf Männer nahmen den christlichen Glauben an, ohne in diesem Moment den Heiligen Geist empfangen zu haben. Bevor sie ihn empfingen, wurden sie getauft. Erst nach der Taufe empfingen sie den Heiligen Geist.

Diese und noch weitere Stellen in der Apostelgeschichte widerlegen den protestantisch-evangelikalen Glauben, dass man den Heiligen Geist bereits bei der Glaubensannahme bekäme. Man bekommt IHN gemäß der Schrift erst nach der Taufe, die wiederum auf die Glaubensannahme folgt, und das obendrauf nicht etwa einfach mal so, sondern durch menschliche Mittler, wie Apg. 8,14-17 zeigt:

“Als die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese zogen hinab und beteten für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen, denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen, nur getauft waren sie auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.”

Ohne Handauflegung zur Geistspendung empfängt gemäß der Schrift den Heiligen Geist niemand. Es gab einst nur eine einzige Ausnahme und zwar bei gläubig Gewordenen aus den Heiden (Kornelius und seine Familie):

“Während Petrus noch diese Worte sprach, kam der Heilige Geist über alle, die das Wort hörten (über Kornelius und seine Familienmitglieder).” (Apg. 10,44)

Der Grund für diese einzige Ausnahme, die somit von Apg. 8,5-17 abweicht, ist, dass die Gläubigen aus den Juden die Gläubigen aus den Heiden als nicht gleichberechtigt betrachteten, auf sie herabschauten und sie diskriminierten, was Apg. 10,45-47 und 11,2-3 beweisen:

“Als nun Petrus nach Jerusalem kam (nachdem er Kornelius und seine Familie getauft hat), brachten ihm die aus der Beschneidung ihre Bedenken vor und sagten: ‘Du bist zu Unbeschnittenen gegangen und hast mit ihnen gegessen!” (Apg. 11,2-3)

“Während Petrus noch diese Worte sprach, kam der Heilige Geist über alle, die das Wort hörten (über Kornelius und seine Familienmitglieder). Da staunten die Gläubigen aus der Beschneidung …, dass auch über Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde … Da nahm Petrus das Wort und sprach: ‘Kann wohl jemand das Wasser verweigern und diese nicht taufen lassen, die den heiligen geist empfangen haben wie auch wir?’ Und er gab Weisung, dass sie getauft würden …” (Apg. 10,44)

Die Gläubigen aus den Juden verachteten die gläubig Gewordenen aus den Heiden also so sehr, dass sie ihnen nach den Worten des Apostels Petrus die Taufe und anschließend die gemäß Apg. 8,14-17 unter apostolischer Vermittlung stattzufindende Geistspendung verweigert hätten. Um Kornelius und seine Familie vor den Gläubigen aus den Juden Anerkennung zu verschaffen und ihnen die Taufe zu ermöglichen, sah sich der Herr “genötigt”, ihnen den Geist direkt, ohne seine kirchlichen Mittler, zu spenden. Aber nach diesem Ereignis wurde der Heilige Geist, so wie es in Apg. 8,5-17 aufgezeigt wird, nach wie vor durch seine Kirche vermittelt. Das beweist Apg. 19,5-6, wonach Paulus etwa zwölf Männern nach ihrer Bekehrung und Taufe den Heiligen Geist durch Handauflegung spendete, wie Petrus und Johannes den Samaritern:

“Als sie das hörten, ließen sie sich taufen …, und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist über sie … Es waren insgesamt an die zwölf Männer.”

Die Geistspendung geschieht also von Gott her nicht automatisch, wie manche Protestanten glauben, sondern durch die Handauflegung. Die Geistspendung erfolgt daher in der ein und derselben Kirche, der katholischen, nach wie vor; sie nennt sie “Firmung”. Und so sehen wir, dass die Bibel uns zu diesem schon von den Aposteln gespendeten “Ritual”, wie es die Freikirchler gerne abfällig und diskreditierend bezeichnen, sehr wohl etwas zu sagen hat! Die Firmung ist also kein Ritual, sondern ein Sakrament, und zwar das Sakrament, durch das in der Kirche der Heilige Geist gespendet wird!

Im Gegensatz zu den Freikirchlern haben die evangelische “Kirche” und die Neuapostolische “Kirche” anhand der Apostelgeschichte erkannt, dass die Firmung bzw. Geistspendung durch kirchliche Mittler in der Bibel bezeugt ist, weshalb sie die Firmung nachahmen, indem sie diese “Kopie” (nicht das Original) ihren Gläubigen spenden, mit dem Glauben, dass sie durch deren Handauflegung dann den Heiligen Geist empfingen, wie z.B. die Samariter durch die Handauflegung der Apostel Petrus und Johannes, jene etwa zwölf Männer durch die Handauflegung des Apostels Paulus oder wir heutigen Katholiken durch die Handauflegung des in der apostolischen Sukzession stehenden und so zur Firmung bevollmächtigten Bischofs oder des von ihm dazu bevollmächtigten Priesters.

Denn was die evangelische “Kirche” und die Neuapostolische “Kirche” anhand der Apostelgeschichte nicht erkannt haben, ist die Tatsache, dass man den Heiligen Geist nicht durch eine Kopie der Firmung empfangen kann, sondern durch apostolische Bevollmächtigung. Das will ich anhand von Apg. 8 aufzeigen:

Nach Apg. 8 hat der geweihte Diakon Philippus die Samariter zum christlichen Glauben geführt und sie daraufhin getauft, aber nicht gefirmt, weil er dazu nicht bevollmächtigt war, obwohl er geweihter Diakon war, also mehr als ein Laie, welcher jeder protestantische Bischof, Pfarrer, Pastor und Presbyter und jeder der zwölf Schein-Apostel der Neuapostolischen Kirche ist! Um die gläubig gewordenen und getauften Samariter zu firmen, mussten daher nach Apg. 8,14-17 extra Apostel zu ihnen kommen, also Petrus und Johannes, die als Apostel bzw. als Bischöfe von Gott die Vollmacht dazu hatten:

“Als die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese zogen hinab und beteten für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen .. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.”

Es kann also nicht jeder die Firmung spenden, wie die Evangelischen und Neuapostolen zu ihrem eigenen Schaden glauben, sondern nur die Bischöfe, die in der apostolischen Sukzession stehen und die von ihnen dazu bevollmächtigten Priester! Das wusste auch Simon, der Zauberer, weshalb er die Apostel Petrus und Johannes bat, ihm die Vollmacht zur Spendung des Firmsakraments zu verleihen:

“Gebt auch mir diese Gewalt, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange.” (Apg. 8,17-19)

Er, der soeben das Firmsakrament empfangen hatte, wusste also, dass er als Laie die Vollmacht zur Spendung der Firmung nicht besaß. Das zeigt, dass die “Konfirmation” der Evangelischen und die “Versiegelung” der Neuapostolen völlig unwirksam sind! Kein Evangelischer und kein Neuapostole empfängt jemals den Heiligen Geist, ebensowenig die übrigen Protestanten! Den Heiligen Geist empfangen nur wir Katholiken.

Da also die evangelischen und neuapostolischen Protestanten nicht die Firmung empfangen, sondern nur ihre unwirksame Kopie, und die übrigen Protestanten ebenso keine Firmung gespendet bekommen, so hat bis heute kein einziger von ihnen den Heiligen Geist empfangen. Die Protestanten leben also ohne Heiligen Geist. Und weil sie den Heiligen Geist nicht haben, ist ihnen die Heilige Schrift völlig unverständlich, weshalb sie viele tausende widersprüchliche “biblische” Lehren verkünden.

Menü