Das besondere Priestertum

Protestanten stehen in den Fußstapfen der Rotte Korachs

Die Protestanten haben kein besonderes Priestertum, weil ihre Lehre besagt, dass alle Christen Priester gleichermaßen wären. Sie lehren also das allgemeine Priestertum aller Gläubigen und behaupten aus diesem Grund, dass das besondere Priestertum eine Erfindung der katholischen Kirche zur besseren Ausübung der Macht über ihre Gläubigen sei. Schon der falsche Lehrer Korach argumentierte einst so und trat daher gegenüber dem Propheten Moses und dem geweihten Priester Aaron mit derselben Argumentation entgegen:

“Die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der Herr ist unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?” (4 Mo. 16,3)

Korach war also ein Reformator seiner Zeit, und seine Anhänger waren israelitische Protestanten, die Korachs reformatorische, protestantische Ansichten vertreten haben. Sie bezeichnen die Protestanten von heute typologisch voraus, die ebenso wie jene, sich gegen das besondere Priestertum auflehnen und erheben. Diese Protestanten von damals unter Korachs Führung waren von ihrer Einstellung gegen den Stuhl Moses’ und gegen das besondere Priestertum absolut überzeugt, und ebenso davon, dass Gott nicht auf Seiten Moses und Aarons wäre, sondern auf ihrer Seite. Das ist biblisch-typologische Prophetie: Die Anhänger der „Reformation“, die heutigen Protestanten, sind von ihrer Einstellung gegen den Stuhl Petri und gegen das besondere Priestertum absolut überzeugt, und ebenso, wie jene, davon, dass Gott nicht auf Seiten des obersten Hirten, des Papstes, und der besonderen Priesterschaft stehe, sondern auf ihrer Seite. Doch es ist genau anders herum: Die Geschichte um den Reformator Korach und seine protestantische Rotte zeigt, dass Gott auf Seiten des Papstes und der besonderen Priesterschaft steht:

In der Meinung, dass er richtig läge, sammelte der Reformator Korach seine protestantischen Anhänger um sich, während der HERR durch Moses anordnete, dass sich die übrigen Israeliten von Korachs protestantischer Gemeinde absondern, weil ER diese zu vernichten beabsichtigte und es schließlich auch tat: ER ließ den Boden unter ihnen spalten, so dass die Erde ihren Schlund auftat und sie verschlang: „Sie fuhren mit allem, was ihnen gehörte, lebendig ins Totenreich hinab.“ (4 Mo 16,31-33)

Auch das ist ein prophetisch-typologisches Bild:

So wie Gott den Rest der Israeliten aufforderte, sich von Korachs Protestanten abzusondern, um sie davor zu bewahren, mit ihnen lebendig in den Abgrund gerissen zu werden, so fordert Gott die Katholiken, die Israeliten des Neuen Bundes, auf, sich von den Protestanten von heute abzusondern, um sie davor zu bewahren, mit ihnen in die Hölle zu fahren, wegen denselben Ansichten, wie sie Korach und seine Anhänger vertraten!

Warum die Protestanten im Irrtum sind

Um das allgemeine Priestertum aller Gläubigen zu rechtfertigen und das besondere Priestertum abzulehnen und zu bekämpfen, bezieht sich die „Rotte Korach“ von heute auf 1 Petr 2,9:

Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft …”

Wenn also demzufolge alle Christen gleichermaßen Priester seien, dann könne es kein besonderes Priestertum geben, das nur einigen Wenigen vorbehalten wäre. Was die „Rotte Korach“ von heute dabei übersieht, ist, dass Petrus hier nicht außerbiblisch denkt, wie sie, sondern im Lichte des Alten Testaments, der damaligen Bibel, und seine Worte daher im biblischen, alttestamentarischen, und nicht im protestantischen, außerbiblischen Kontext stehen, da er sich bei der Formulierung seiner Worte auf 2 Mo 19,5-6 bezog:

Wenn ihr nun getreu auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, so werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn mein ist die ganze Erde! Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein!“

Wie der biblische Zusammenhang, in dem Petrus dachte, zeigt, hat Gott mit dieser Aussage das besondere Priestertum nicht verneint, wie die Rotte Korach von heute, sondern bejaht, da er Aaron und dessen Söhne aus dem Kreis der gewöhnlichen Gläubigen-Priester für das besondere Priestertum ausgesondert hat:

Lass deinen Bruder Aaaron und seine Söhne aus der Reihe der Israeliten zu dir kommen; als Priester soll er mir dienen, also Aaron, Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar, die Söhne Aarons. Dann lasse deinem Bruder heilige Gewänder nähen, die ihm zur Auszeichnung und Zierde dienen. Rede auch mit allen Kunstverständigen, die ich mit dem Geiste der Weisheit erfüllt habe: sie sollen die Gewänder für Aaron anfertigen, damit man ihn weihe und er mir als Priester diene.“ (2 Mo. 28,1-3)

So soll ihnen als ewig gültige Satzung das Priesteramt zufallen, und so sollst du Aaron und seine Söhne mit dem Priesteramt belehnen!“ (2 Mo. 29,9)

Trotz des allgemeinen Priestertum aller Gläubigen gab es nach Gottes Willen und Anordnung also auch das besondere Priestertum einiger Weniger! Ausschließlich in diesem Zusammenhang, im biblischen, hat Petrus seine Worte 1 Petr 2,9 benutzt! Wenn also Petrus vom allgemeinen Priestertum aller Gläubigen spricht, dann bejaht er im biblischen Kontext das besondere Priestertum, da die Bibel eine Verneinung des besonderen Priestertums aufgrund der Erwähnung eines allgemeinen Priestertums nicht kennt!

Die Einsetzung des besonderen Priestertums im Neuen Bund

Zahlreiche Stellen im Neuen Testament enthüllen uns, dass alles, was im Alten Bund vorhanden war, eine typologische Vorausbezeichnung von allem ist, was im Neuen Bund ist. So bezeichnet ja Christus den dreitägigen Aufenthalt von Jonas im Bauch des Fisches als typologische Vorausbezeichnung seines eigenen dreitägigen Aufenthaltes im Grab. Und so, wie Moses die Schlange erhöhte, so erhöhte sich Christus, mit den Sünden aller Menschen aller Zeiten, am Kreuz. So, wie Lamech die 77fache Rache verkündete, so verkündete Christus, der neue Lamech, die siebzigmal siebenmalige Vergebung. Und so, wie sich der Reformator Korach und seine Rotte gegen den Stuhl Moses und das besondere Priestertum auflehnten, so lehnen sich die Protestanten gegen den Stuhl Petri und das besondere Priestertum auf. Dasselbe betrifft das besondere Priestertum:

So, wie Gott im Alten Bund aus dem Volk besondere Priester zum Altardienst aussonderte, so sonderte er auch im Neuen Bund beondere Priester zum Altardienst aus:

Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und gab es ihnen (den Aposteln) mit den Worten: ‚Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘ Ebenso nahm er nach dem Mahle aus dem Kelch und sprach: ‚Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.“

In diesem Moment, da der Herr seine Apostel aufforderte: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“, setzte er sie als besondere Priester zum Altardienst ein, um das soeben eingesetzte Messopfer zu seinem Gedächtnis zu zelebrieren, wie es ihnen Christus, der Hohenpriester, soeben vorgemacht hatte. Somit ist der Altardienst ausschließlich den besonderen Priestern des Neuen Bundes vorbehalten. Der hl. Paulus erklärt ja:

Wir haben einen Opferaltar, von dem zu essen die keine Vollmacht haben, die dem Stiftszelt Gottesdienst darbringen.“ (Hebr. 13,10)

Paulus sagt also, dass wir Christen einen Opferaltar haben, einen Altar, auf dem das christliche Opfer dargebracht wird. Und dazu gehört ein dafür zuständiger Priester. Die ersten Priester waren die Apostel.

Am christlichen Opferaltar wirkt also ein Priester mit besonderem Priestertum, und zwar das, was Christus, der Hohenpriester, beim letzten Abendmahl getan und angeordnet hat: die Darbringung seines Opfers von Golgotha, des Heiligen Messopfers!

Es gibt also keinen Opferaltar ohne Priester mit besonderem Priestertum. Ein Altar ohne Priester mit besonderem Priestertum sowie ein Altar ohne Opfer ist eine protestantische Erfindung, eine Fabel, die sich protestantische Lehrer ausgedacht haben, um sich freiwillig vom Opfer des Neuen Bundes, das auf dem christlichen Altar vom Priester sakramental gegenwärtiggesetzt und dargebracht wird, zu trennen.

 

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