Darf man vor den Engeln und Heiligen knien?

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Darf man sich beim Gebet vor heiligen Dingen hinknien?

Wir katholischen Christen knien uns hin, wenn wir zu den Engeln und Heiligen Gottes unsere Worte senden, um sie auf diese Weise als Engel und Heilige zu ehren. Nun behaupten viele protestantische Christen, dass dies Götzendienst sei, da das Hinknien ein Akt der Anbetung sei, die allein Gott zusteht. Das ist antibiblisch, auch dann, wenn auf die Johannesoffenbarung verwiesen wird:

“Da fiel ich ihm (dem Engel) zu Füßen, um ihn anzubeten; er aber sprach zu mir: ‘Nicht doch! Ein Mitknecht bin ich von dir und deinen Brüdern, die das Zeugnis Jesu haben. Gott bete an!” (Offb. 19,10)

Denn die Heilige Schrift unterscheidet zwischen anbetendem Niederwerfen und einem bloß verehrenden Niederwerfen. In Offb 19,10 wird vom Apostel Johannes das anbetende Niederwerfen praktiziert, das nur Gott zusteht, und keinem Geschöpf.  Denn Johannes hat den Engel unverständlicherweise als einen Gott betrachtet. Das bloß verehrende, also nichtanbetende Niederwerfen gegenüber höherstehenden bzw. ehrwürdigen Geschöpfen ist hingegen erlaubt, wie die folgenden Bibelstellen bezeugen:

“Juda und seine Brüder kamen in das Haus Josefs, als er noch dort war; sie warfen sich vor ihm zu Boden nieder.” (1 Mo. 44,14)

“Da fiel sie (Rut) nieder auf ihr Angesicht, beugte sich zur Erde und sprach zu ihm (Boas): ‘Warum fand ich in deinen Augen Gunst …” (Rut 2,10)

“Saul machte sich aus der Höhle fort und ging seines Weges. Auch David erhob sich danach, trat aus der Höhle und rief Saul nach: ‘Mein Herr und König!’ Saul blickte zurück, und David warf sich auf sein Antlitz nieder und brachte eine Huldigung dar.” (1 Sam. 24,8-9)

“Sobald Abigail David sah, stieg sie eilends nieder vom Esel herunter, warf sich vor David auf ihr Antlitz nieder und verneigte sich tief.” (1 Sam. 25,23)

“Während Obdaja unterwegs war, stand ihm plötzlich Elias gegenüber. Jener erkannte ihn, fiel auf sein Angesicht nieder und rief: ‘Bist du es wirklich, mein Herr Elias?” (1 Kön. 18,7)

“Die Prophetenjünger … erblickten ihn (den Propheten Elischa) und sagten: ‘Der Geist des Elias ruht auf Elischa.’ Sie kamen ihm entgegen und warfen sich vor ihm auf die Erde nieder.” (2 Kön. 2,15)

“Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht nieder und huldigte dem Daniel.” (Dan. 2,46)

Und hier auch zwei Stellen aus dem Neuen Testament:

“Da bat er (der Kerkermeister) um Licht, ging hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.” (Apg. 16,29)

“Siehe, ich verschaffe, dass solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen, siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.” (Offb 3,9)

Diese Bibelstellen bezeugen, dass es nicht nur erlaubt ist, sich (ver)ehrend vor höhergestellten bzw. ehrwürdigen Personen, etwa wie hier vor Königen, Heiligen und sogar vor gewöhnlichen Christen niederzuwerfen, sondern, dass dies auch durchweg biblisch ist.

Wenn wir katholischen Christen genauso handeln, wie es die Heilige Schrift befürwortend bezeugt, und zwar gegenüber Engeln und Heiligen, die sogar höher stehen und größer sind als irdische Könige und gewöhnliche Christen, dann handeln wir biblisch. Denn wir unterscheiden ja, anders als Apostel Johannes, zwischen einem Geschöpf und einem Gott. Denn Götter gibt es ja nicht!

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