Darf man Gebete beten, die in der Bibel nicht vorkommen?

Schon viele Katholiken, darunter Heilige, haben aus ihrer Liebe zu Gott heraus, eine jede Menge wunderbarer Gebete formuliert. Ihre Liebe zu Gott trieb sie dazu an! Viele dieser kreierten Gebete sind der katholischen Kirche erhalten und werden immer wieder gebetet.

Manchen sehr strengen protestantischen Lehrern und Predigern passt das gar nicht, weshalb sie gegenüber ihren Schäflein einwenden, dass alle kreierten Gebete in der Bibel nicht zu finden und daher unbiblisch und somit ungerechtfertigt wären. Diese Lehrer und Prediger wollen ihnen also wie Pharisäer einreden, dass man als Christ keine Gebete verrichten dürfte, die nicht buchstäblich in der Bibel vorkommen. Dazu ist zu sagen:

1.) Die kreierten Gebete, die wir Christen verrichten, stehen dem Buchstaben nach nicht in der Bibel, aber der biblischen Lehre nach. Folglich sind sie biblisch! Denn Gott, so heißt es in 2Kor 3,6, „hat uns auch befähigt zu Dienern des Neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes, denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“ Es kommt also nicht auf den Buchstaben an, sondern auf den Geist, der uns schöne und wunderbare christliche Gebete eingibt, die der Heiligen Schrift entsprechen, z.B. das folgende katholische Gebet:

„Heil Dir, Gott Vater, Du Allmächtiger, Du Schöpfer aller Dinge! Dir werde von uns, Deinen Geschöpfen und Kindern, allzeit und ewig Anbetung, Lobpreis, Ehre und Verherrlichung! Ich danke Dir, dass Du uns geschaffen und in Deinem Sohne, unserm Herrn Jesus Christus, zu Deinen Kindern gemacht hast, und ich lobe und preise Dich dafür, und ich liebe Dich und will Dich immer mehr lieben. Amen.“

Dieses gesamte katholische Gebet ist durchweg biblisch, weil alle seine inhaltlichen Elemente von der Bibel gelehrt werden. Die Buchstäblichkeit spielt keine Rolle. Sie hat keine Bedeutung! Diese ist pharisäisch und daher nur für diejenigen etwas, die zu Jesu Zeiten auf die Buchstabengläubigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten hereingefallen wären und unter ihrem Einfluss „Steinigt sie!“ gerufen hätten, da der biblische Buchstabe die Steinigung schwerer Sünder, z. B. der Ehebrecherinnen, buchstäblich anordnet… Der Buchstabe tötet die Liebe, tötet die Barmherzigkeit und tötet die Wahrheit; er lässt die Herzen verdunkeln, einengen und erkalten! Das ist für uns Katholiken nichts! Das ist nicht unsere Welt!

2.) Nach Gal 5,1 hat uns Christus zur Freiheit befreit, nach Röm 8,21 „zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“, indem Gott nach Gal 4,6 „den Geist des Sohnes in unsere Herzen“ sandte, nach 2Kor 3,17 den Geist der Freiheit. Und eben in dieser von Gott stammenden Freiheit der Kinder Gottes haben wir Katholiken im Heiligen Geist die Freiheit, Gebete zu kreieren, um sie fortan zu beten. Gottes Wort 1Kor 10,9 warnt uns ausdrücklich davor, diese Freiheit „von eines anderen Gewissen“, in diesem Fall vom angeblichen Gewissen besagter Lehrer und Prediger, richten zu lassen. Nach Gal 2,4 belauern sie wegen ihres pharisäischen Buchstabenglaubens „unsere Freiheit, die wir in Christus Jesus haben“, um uns zu versklaven, nach 2Kor 3,6 durch den unchristlichen, pharisäischen Dienst des Buchstabens. „So steht denn fest“, sagt Gottes Wort Gal 5,2, und „lasst euch nicht […] das Joch der Knechtschaft aufbürden!“ Denn wir Katholiken haben, anders als besagte moderne Pharisäer und Schriftgelehrten, keine Buchstaben-Religion, sondern das freie Leben der Kinder Gottes in Christus Jesus, unserm Herrn, durch den Heiligen Geist, in welchem ich als Katholik das folgende nicht buchstäblich in der Bibel vorkommende katholische Gebet bete:

„Himmlischer Vater, du unbegreifliche Unendlichkeit, du ewig seiende unermessliche Macht, du Schöpfer und Herr aller Dinge, im Namen deines vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, bitten wir Dich: Erhebe Dich von deinem Throne und gebiete der Finsternis, die die Völker beherrscht und in Knechtschaft hält, auf dass sie in seinem heiligsten Namen weiche an den Ort ihrer Bestimmung und deine heilige Kirche und die Menschen und Völker verschone, die du durch und in deinem Sohn zu dir in die Ewigkeit führen willst! Um dies bitten wir dich zur Erhebung und Verherrlichung deines Sohnes, unseres Retters, zur Rettung der Seelen und zur Wohlfahrt der Völker. Amen.“

3.) Die Mutter unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, Er selbst und die Christen des ersten Jahrhunderts lehren uns das Kreieren von Gebeten, die es buchstäblich nicht in deren damaliger Heiligen Schrift gibt. So kreierte Maria gemäß Lk 1,46-55 frei heraus ihr Magnifikat, das es in der Bibel von damals, im Alten Testament, buchstäblich nicht gibt. Und unser Herr und Erlöser Jesus Christus kreierte gemäß Mt 6,9-13 das Vaterunser, das es in der damaligen Bibel ebenfalls nicht buchstäblich gibt. Auch der Diakon Stephanus kreierte zwei Gebete, die in der damaligen Bibel buchstäblich nicht vorhanden sind: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“, und: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Ebenso wird uns ein kreiertes Gebet in Apg 4,24-30 mitgeteilt, das in der damaligen Bibel ebenfalls nicht buchstäblich vorkommt:

„Herr, du bist der Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist; der du durch den Mund deines Knechtes David gesagt hast: ‚Warum tobten die Nationen, und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen da, und die Obersten versammelten sich wider den Herrn und wider seinen Christus.‘ Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit wider deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels, alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluß zuvorbestimmt hat, daß es geschehen sollte. Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und daß Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.“

Dasselbe betrifft das Gebet der ersten Christen, auf das der Apostel Paulus in 1Tim 3,16 verweist, indem er dort einen Teil dieses Gebets mitteilt:

„Und demgemäß groß ist das Geheimnis frommen Betens: ‚Er wurde offenbar im Fleische, als gerecht erkannt im Geiste, geschaut von den Engeln, verkündet den Heiden, geglaubt in der Welt, hinaufgenommen in Herrlichkeit.‘

Auch dieses Gebet war in der damaligen Bibel buchstäblich nicht vorhanden. Dieses Gebet wurde von einem Christen als einem freien Kind Gottes im Heiligen Geist kreiert und dann in der Kirche verbreitet und fortan gebetet. Und dasselbe tun wir Katholiken bis heute, während sich die genannten heutigen Pharisäer und Schriftgelehrten dazu weigern, weil sie, wie einst die jüdischen Pharisäer und Schriftgelehrten, im biblischen Buchstaben gefangen sind, mit dem sie ihre ihnen anvertrauten Schäflein versklaven, und uns Katholiken versklaven wollen! Wir sagen Nein dazu! Wir bevorzugen die Freiheit Christi, und nicht die pharisäische Knechtschaft des Buchstabendienstes!

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