23 Texte mit biblischen Erkenntnissen über Maria

INHALT

1. Wie Protestanten zu Maria stehen

2. Aber Jesus war doch später selbst gegen Maria

3. Ist Maria ein Hindernis zwischen und Gott?

4. Maria in der Bibel als Stein des Anstoßes prophezeit

5. Der Ursprung des Antimarianismus

6. Berichtet die Bibel wirklich wenig über Maria?

7. Andere Heilige statt Maria

8. Die Bedeutung Mariens für Paulus und Elisabeth

9. Maria – Ausgesondert aus allen Frauen

10. Maria, die Königin des Himmels und der Erde

11. Maria, die Lade des Neuen Bundes

12. Mariens Unbefleckte Empfängnis und ihre Sündenlosigkeit

13. Maria mit Leib und Seele im Himmel

14. Marias außergewöhnlicher Glaube

15. Marias biblisch-theologisches Wissen

16. Marias mystische Gnadengaben

17. Maria als immerwährende Jungfrau

18. Maria, die Gottesmutter

19. Maria – Mittlerin und Fürsprecherin

20. Maria, unsere Mutter

21. Der Rang der Mutter in der frühen Kirche

22. Die Beziehung der ersten Christengeneration zu ihrer Mutter

23. Die ersten Christen redeten Maria, ihre Mutter, direkt an

24. Maria als Mittlerin: Wie sie einen Atheisten zum Heil führte!

25. Maria als Feindin Satans: Wie sie mich von Dämonen befreite

26. Maria als Mittlerin: Wie sie einen Bekannten heilte

27. Wie Gott eine Glaubensschwester zur Liebe zu Maria führte

 

1. Wie Protestanten zu Maria stehen

Maria, die Mutter unseres Herrn, ist das liebenswürdigste Geschöpf, voller Liebe, Güte und Barmherzigkeit. Und doch wird sie im Protestantismus weitestgehend gehasst, verachtet, abgelehnt, bekämpft und bis hin zur Unbedeutendheit erniedrigt, während Martin Luther als Antisemit, Behindertenhasser und Verbrecher als großer Lehrer betrachtet und auf hohes Podest gestellt und sogar gefeiert wird (protestantische Luther-Verehrung). Während also dieser Verbrecher, der das Ersäufen behinderter Kinder und die Schlachtung der für ihre Rechte protestierenden Bauern forderte und einen Sieben-Punkte-Plan erstellte, wie man mit den Juden verfahren sollte, erhoben wird, wird die liebe Mutter des Herrn, die sich keines Verbrechens schuldig gemacht hat, erniedrigt, was sich auch darin zeigt, dass diesem Verbrecher zahlreiche Kirchen gewidmet werden, der Mutter des Herrn aber keine einzige.

Bei manchen Protestanten und protestantischen Glaubensgemeinschaften mag es zwar so erscheinen, als hätten sie eine grundsätzlich positive Einstellung zu Maria, etwa wenn sie über sie sagen, sie sei eine gläubige, fromme und ehrwürdige Frau gewesen, doch trügt der Schein, wenn man bedenkt, dass sie das äußerst selten sagen, und wenn sie das sagen, dann nur in den Momenten, wenn sie die Marienverehrung angreifen. Das zeigt sich auch daran, dass Maria von denselben Protestanten und protestantischen Glaubensgemeinschaften sonst völlig ignoriert und bis hin zur Unbedeutendheit erniedrigt wird, und man sogar Jesus Christus in den Evangelien heranzieht, um sie zu erniedrigen. Folglich halten diese Protestanten und protestantischen Glaubensgemeinschaften genauso wenig etwas von Maria, wie die anderen, die das offen und ehrlich sagen. In Wahrheit können sie alle, bis auf einige äußerst wenige Ausnahmen, die sich größtenteils in der EKD, in der lutherischen Kirche und in der Anglikanischen Kirche finden, Maria überhaupt nicht leiden. Um das zu verdeutlichen, will ich vier prägnante Beispiele nennen, die für den Protestantismus typisch sind:

Erstes Beispiel

Vor mehreren Jahren las ich ein Buch zweier protestantischer Autoren, in welchem sie sich als Sympathisanten Mariens profilieren, um auf diese Weise ihren Antimarianismus zu verbergen, den sie sogleich dadurch offenbaren, dass sie Maria bedeutungslos machen.

Zweites Beispiel

Vor geraumer Zeit war ich mit einem katholischen Bekannten und zwei Evangelikalen in der Stadt spazieren. Während des Spaziergangs erwähnte der katholische Bekannte Gottes heilige Engel. Das hatte zur Folge, dass einer der Evangelikalen äußerst wütend wurde und in aller Öffentlichkeit voll Abscheu, Hass und Aggression gerade heraus schrie: “Weg mit den Engeln! Was sollen wir mit den Engeln? Wir brauchen nur Jesus Christus!” (Vgl. Offb. 16,3 u. Hebr. 12,22-24) Das hatte sogar mir, einst Nicht-Christ, einen Schock versetzt! Wie nun hätte der Evangelikale wohl reagiert, wenn der katholische Bekannte statt Gottes heilige Engel die heilige Maria erwähnt hätte? – Er hätte mindestens genauso wütend, aggressiv und hasserfüllt reagiert, weil solche Protestanten die heilige Maria für weit schlimmer halten als die heiligen Engel; und zwar hätte er mit denselben Worten geschrien: “Weg mit Maria! Was sollen wir mit Maria? Wir brauchen nur Jesus Christus!”

Drittes Beispiel

Einige Jahre später lernte ich eine Protestantin kennen. Als ich mit ihr eines Tages über Maria diskutierte und dabei die marianische Bibelstelle Lk 1,28 zitierte, sagte sie: “Hör bitte auf damit! Ich bekomme einen Brechreiz!” Sehr bemerkenswert und aufschlussreich: Extreme Übelkeit wegen des Wortes Gottes, weil es marianisch ist!

Viertes Beispiel

Ein katholischer Bekannter berichtete mir vor einigen Jahren über zwei Protestantinnen, wie sie reagiert hatten, als er ihnen von der Heiligen Schrift her über die hl. Maria erzählte. Ihre Gesichter verzerrten sich, sie empfanden nach eigenen Angaben extremen Ekel und wurden äußerst aggressiv. Sie drohten dann damit, den Bekannten nie wieder zu besuchen, wenn er nochmal über Maria reden und in seiner Wohnung weiterhin den Rosenkranz beten würde.

Diese vier Beispiele sollen verdeutlichen, wie der Protestantismus zu Maria wirklich steht. Er ist durchweg antimarianisch! Im Protestantismus kann man Maria weitestgehend nicht leiden, man hat eine extreme Abneigung gegen sie, die bis hin zu offenen Hassausbrüchen führen kann. Und dies steht in direktem Widerspruch zur Heiligen Schrift, die sagt:

Und der Engel trat zu ihr (Maria) hinein und sprach: ‚Sei gegrüßt, Gnadenvolle, der Herr ist mit dir!“ (Lk. 1,28)

Die Heilige Schrift sagt, dass Gott mit Maria ist. Während Gott mit Maria ist, sind nahezu alle Protestanten gegen sie. Sie tun also etwas anderes als das, was Gott tut, und stehen ihm somit entgegensetzt. Anders wir Katholiken: Wir stehen Gott nicht entgegengesetzt, sondern sind mit ihm durch den Heiligen Geist eines Sinnes, indem auch wir mit Maria sind, wie er. Und das wünsche ich auch euch, liebe Protestanten! Ich wünsche euch, dass auch ihr mit Gott eines Sinnes seid, indem ihr mit Maria seid, wie er und wir mit Maria sind!

 

2. Aber Jesus war doch gegen Maria

Manche Protestanten, die diese Texte lesen, werden jetzt sicherlich einwenden, dass Jesus später gegen Maria eingestellt gewesen sei, weshalb Gott ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr mit Maria gewesen sei, weshalb auch wir nicht mit ihr sein dürften. Die Bibelstellen, an die diese Protestanten denken, sind in ihrer Übersetzung folgende:

1. Bibelstelle: “Am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Da es an Wein fehlte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: ‘Sie haben keinen Wein!” Jesus aber sprach zu ihr: ‘Frau, was habe ich mit dir zu schaffen? Noch ist meine Stunde nicht gekommen.’“ (Joh. 2,1-4)

2. Bibelstelle: “Während er noch redete, geschah es, da erhob eine Frau aus dem Volk ihre Stimme und sagte zu ihm: ‘Selig der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die dich genährt haben.’ Er aber sprach: ‘Vielmehr selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren.” (Lk. 11,27-28)

3. Bibelstelle: “Und es kamen seine Mutter und seine Brüder, blieben draußen stehen und schickten zu ihm, um ihn rufen zu lassen. Es umlagerte ihn eine Menge Volk, als man ihm sagte: ‘Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich.’ Er antwortete ihnen: ‘Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?’ Und er blickte auf die rings um ihn Sitzenden und sprach: ‘Seht, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter.” (Mk. 3,31-35)

Dazu nun einige grundsätzliche Dinge:

1. Nach dem erstgenannten Bibelvers habe Jesus seine Mutter verabscheut, abgelehnt und zurückgewiesen. Nach dem zweiten Vers habe er die Seligsprechung seiner Mutter durch jene Frau verneint, sie nicht zu jenen gezählt, die Gottes Wort hören und bewahren, und sie somit öffentlich vor allen Leuten als Unselige und Ungläubige bloßgestellt. Nach dem dritten Vers habe er seine Mutter, mit der er nichts zu schaffen haben wollte, wiederum verabscheut, abgelehnt und zurückgewiesen und sie somit erneut vor allen anwesenden Leuten bloßgestellt. Boshafter kann man Jesus Christus, den Herrn, nicht hinstellen! Die protestantische Unterstellung, dass Jesus so dermaßen böse mit seiner Mutter umgegangen sei, bedeutet, dass er Gottes Gebot, Vater und Mutter zu ehren, gebrochen habe. Und hat er dieses Gebot gebrochen, so war er ein Sünder. Das heißt, diese Protestanten stellen Jesus als einen Sünder hin.

2. Stellen wir die oben zitierten Worte jedoch in den gesamtbiblischen Kontext, nach welchem Gott gebietet, die eigene Mutter zu ehren (2 Mo 20,12), und nach welchem Jesus ohne Sünde war (Hebr 4,15) und somit die Gebote Gottes erfüllt hat (Mt 5,17), dann stehen seine Worte in eben diesem Zusammenhang und bekommen somit nicht die antimarianisch-protestantische Bedeutung, sondern eine gegenteilige: Im Kontext des Gebotes Gottes 2 Mo 20,12 und der biblisch bezeugten Tatsache, dass Christus ohne Sünde war (Hebr 4,15) und alle Gebote Gottes erfüllt hat (Mt 5,17), hat er seine Mutter nie verabscheut, abgelehnt, zurückgewiesen, erniedrigt, öffentlich bloßgestellt und sie somit entehrt, sondern gemäß Gottes Gebot immer geehrt. Seine Worte sind daher nicht antimarianisch und somit protestantisch, sondern pro-marianisch zu verstehen.

Ich gehe jetzt die einzelnen Stellen durch, wobei man Punkt 1.) und Punkt 2.) im Hinterkopf behalten sollte:

Erstgenannten Bibelstelle:

Am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Da es an Wein fehlte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: ‘Sie haben keinen Wein!” Jesus aber sprach zu ihr: “Frau, was habe ich mit dir zu schaffen? Noch ist meine Stunde nicht gekommen.” (Joh. 2,1-4)

1. Wir sehen hier, dass Maria auf der Hochzeitfeier zu Kana nichts Böses getan hat, das einer ablehnenden, entehrenden Reaktion von Seiten ihres Sohnes entsprochen hätte. Denn sie praktizierte Nächstenliebe und bezeugte ihren Glauben an ihren Sohn, den Messias, von dem sie glaubte, dass nur er in dieser ausweglosen Situation helfen könne. Diese beiden guten Reaktionen Mariens auf die Krise – Nächstenliebe und Glaube -, verlangten daher Anerkennung und Hochachtung. Auch deshalb konnte Jesus seine Mutter mit seinen Worten nicht verabscheut, abgelehnt, zurückgewiesen und entehrt und so das Gebot Gottes gebrochen haben.

2. Da Jesus ohne Sünde war und daher das Gottesgebot, Vater und Mutter zu ehren, erfüllt hat, was er in Mt 5,17 selbst bezeugt, dann ist „gunai“ = „Frau“ nicht abwertend und entehrend gemeint, wie Protestanten meinen, sondern ehrend. Jesus dachte, als er seine Mutter nicht mit „Mutter“, sondern mit „Frau“ anredete, nicht primitiv, profan und weltlich, wie Protestanten meinen, sondern biblisch. Er dachte, als er seine Mutter mit „Frau“ anredete, an die von Gott in 1 Mo 3,15 verheißene Frau, deren Same er ist:

Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: … Feindschaft werde ich stiften zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten und du wirst nach seiner Ferse schnappen.“ (1 Mo 3,14-15)

Jesus, da er biblisch dachte, erhebt seine Mutter also über ihre bloße Mutterschaft hinaus zur großen Frau der Verheißung, die in Feindschaft mit Satan steht. Er bezeichnet sie als diese verheißene Frau, die neue Eva, die mit ihrem großen Ja in Lk 1,38 das wieder gut machte, was Eva mit ihrem großen Nein in 1 Mo 3,1-6 verbrochen hat. Und in eben dieser Bezeichnung „Frau“ ist nach 1 Mo 3,15 die Mutterschaft Mariens inbegriffen, weil sie dort als die Mutter ihres „Samens“, die Mutter des Messias, bezeugt ist.

3. Wie korrespondiert das alles jetzt mit der Aussage „was habe ich mit dir zu schaffen?“ – Überhaupt nicht! Denn diese bösen und somit im Gegensatz zum 4. Gebot stehenden Worte hat Jesus zu seiner Mutter, der Frau, der neuen Eva, nie gesagt! Die griechischen Worte dieses Teils hat man nämlich auf Griechisch gedeutet und in dieser griechischen Bedeutung dem Herrn in den Mund gelegt! Tatsächlich sagte Christus zu seiner Mutter:„ti emoi kai soi gunai“, was wörtlich übersetzt heißt: „Was mir und dir, Frau“. Diese Redewendung „was mir und dir“ hat keine griechische Bedeutung, sondern eine biblische, da Jesus kein Grieche und somit Heide, sondern Jude war, der in jüdischen und biblischen Kategorien dachte. Nach biblischen Kategorien hatte die besagte Redewendung folgende Bedeutungen: So z.B. benutzte sie der Hethiter Ephron gegenüber Abraham, dem er äußerst positiv gesinnt war:

Nicht doch, mein Herr, höre mich an! Ein Stück Land, das 400 Silberstücke wert ist, was mir und dir?” (1 Mo. 23,15)

Auch der große Prophet Elias benutzte diese Redewendung gegenüber Elischa, den er soeben zu seinem Prophetenjünger berief – ebenfalls positiv:

Als er (Elias) von dort weggegangen war, traf er Elischa … Elias trat zu ihm heran und warf seinen Mantel über ihn (er berief ihn zu seinem Jünger). Sogleich … eilte er Elija nach und sagte: ‘Ich möchte nur noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuss geben, dann will ich dir folgen. Jener antworte ihm: ‘Kehre um, denn was mir und dir.?’ Dann wandte er (Elischa) sich um und ging weg … Dann machte er sich auf, folgte Elias nach und wurde sein Diener.” (1 Kön. 19,19-21)

In anderen Fällen wurde die Redewendung wiederum negativ, ablehnend und zurückweisend verwendet, wie z.B. vom Propheten Elischa gegenüber dem König von Israel:

Elischa aber sprach zum König von Israel: ‘Was mir und dir? Geh zu den Propheten deines Vaters und deiner Mutter!’ Doch der König von Israel antwortete ihm: ‘Nicht doch! …” (2 Kön. 3,13)

Alle diese Bibelstellen zeigen, dass die besagte Redewendung gegenüber jenen, denen gegenüber man positiv eingestellt war, positiv gemeint war, und negativ und abweisend jenen gegenüber, gegenüber denen man negativ eingestellt war. Das bedeutet, dass der Herr die besagte Redewendung gegenüber seiner Mutter im positiven Sinn gebraucht hat, wie Ephron gegenüber Abraham und Elias gegenüber Elischa.

Zweitgenannte Bibelstelle:

Während er noch redete, geschah es, da erhob eine Frau aus dem Volk ihre Stimme und sagte zu ihm: ‘Selig der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die dich genährt haben.’ Er aber sprach: ‘Vielmehr selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren.” (Lk. 11,27-28)

Christus hätte mit diesen Worten die Seligsprechung des Mutterleibes und der Brüste seiner Mutter verneint und nur diejenigen selig gepriesen, „die das Wort Gottes hören und es bewahren“, was dann so verstanden wird, dass Maria das Wort Gottes nicht gehört und es nicht bewahrt habe. Jesus sei also ein Sünder gewesen, da er den Leib, der ihn trug, und die Brüste, die ihn nährten, entehrt und seine Mutter mit seinen übrigen Worten öffentlich, vor allen Leuten, als Ungläubige bloßgestellt habe. Tatsächlich aber ist alles ganz anders, denn das griechische Wort „menoun“ ist nicht verneinend, sondern bejahend und bedeutet „tatsächlich“. Vers 28 lautet also richtig übersetzt: „Ja, doch selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren.“ Der Herr bekräftigt seinen Worten zufolge die Seligsprechung des Mutterleibes und der Brüste seiner Mutter durch jene Frau! Ihr Mutterleib, der Jesus trug, und ihre Brüste, die ihn nährten, sind selig! Und genau das konnten sie ja erst dadurch werden, dass Maria dem Willen Gottes, dass sie die Mutter seines Sohnes sein sollte, zustimmte:

Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“ (Lk. 1,38)

Weil Maria also Gottes Wort – übermittelt vom Engel – hörte, es bewahrte und ihm zustimmte, wurden ihr Mutterleib und ihre Brüste durch ihren göttlichen Sohn Jesus Christus gesegnet, ja, und nicht nur ihr Mutterleib und ihre Brüste, sondern sie als ganzer Mensch:

Selig, die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr gesagt worden ist vom Herrn.“ (Lk. 1,45)

Wenn also Jesus dann noch sagt: „doch selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren“, dann schließt er seine Mutter, die es hörte und bewahrte, mit in diesen Personenkreis ein, und das deshalb, weil jene Frau Maria nicht als Person seligsprach, sondern nur ihren Mutterleib und ihre Brüste, weshalb der Herr ihre Worte noch ergänzte und zusätzlich auf einen größeren Personenkreis ausweitete, um diese Frau zu motivieren, diesem Personenkreis zuzugehören.

Drittgenannte Bibelstelle:

Und es kamen seine Mutter und seine Brüder, blieben draußen stehen und schickten zu ihm, um ihn rufen zu lassen. Es umlagerte ihn eine Menge Volk, als man ihm sagte: ‘Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich.’ Er antwortete ihnen: ‘Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?’ Und er blickte auf die rings um ihn Sitzenden und sprach: ‘Seht, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter.” (Mk. 3,31-35)

Also auch mit diesen Worten hätte der Herr seine Mutter als Mutter abgelehnt, erniedrigt und vor allen Leuten bloßgestellt und somit entehrt, weil er hier nicht seine Mutter als Mutter bestätigte, sondern umstehende Frauen, die den Willen Gottes taten. Auch hier ist im Lichte des Heiligen Geistes alles ganz anders: Jesus, der Gottes Gebot, Vater und Mutter zu ehren, erfüllte, und das besser als jeder andere Mensch, wollte hier ganz konkret von seinen anwesenden Jüngern und Jüngerinnen reden, um die übrigen Anwesenden, die nicht zu seiner Jüngerschar gehörten, anhand eben dieser Jünger und Jüngerinnen zu lehren, in ihre Fußstapfen zu treten, seine Jünger und Jüngerinnen zu werden und infolgedessen „den Willen Gottes“ zu tun und ihm so die geistige Familie, also Bruder, Schwester und Mutter, zu werden (vgl. Lk 7,36-50, Joh 12,1-8 u. 10,38-42). Mit einer Ablehnung und Entehrung seiner Mutter hatte das alles nichts zu tun!

Und so sehen wir, dass die Heilige Schrift, die sagt, dass Gott mit Maria ist, in diesem Punkt nie aufgehoben wurde, weil Maria Gott, ihren Herrn, nie verlassen hat. Deshalb sehen wir sie treu unter dem Kreuz ihres Sohnes (Joh 19,25) und später inmitten der christlichen Gemeinde in Jerusalem (Apg 1,14) und zudem noch zusammen mit dem Apostel Johannes, ihrem geistigen Sohn, zusammenleben (Joh 19,26-27).

 

3. Ist Maria ein Hindernis zwischen uns und Gott?

Aufgrund der unbiblischen Ablehnung Mariens, ist man im Protestantismus grundsätzlich der Meinung, dass Maria Gottes Konkurrentin sei; sie würde mit Gott konkurrieren und daher zwischen uns und ihm einen Keil treiben und somit ein Hindernis darstellen. Deshalb sei Maria äußerst gefährlich. Man müsse sich vor ihr hüten. Dass das so wäre, steht in der Heiligen Schrift nirgendwo. Nirgendwo steht in der Bibel, dass ein wahrer Christ einem anderen ein Hindernis wäre; stattdessen lesen wir in 1 Kor 12,21:

Das Auge kann nicht zur Hand sagen: ‘Ich brauche dich nicht’, oder wiederum das Haupt zu den Füßen: ‘Ich brauche euch nicht.’“

Das heißt: Alle wahren Christen brauchen einander, also auch Maria, weil auch sie ein Glied des mystischen Leibes Christi, ihres Sohnes, ist! Diese Bibelstelle verneint also die protestantische Idee, dass Maria als Glied am mystischen Leibe Christi, ihres Sohnes, uns übrigen Christen ein Hindernis wäre. Das bestätigt der hl. Apostel Paulus auch in seinem Brief an die Hebräer, wenn er schreibt:

Ihr seid vielmehr hingetreten … zu ungezählten Engeln … zu Gott … zu den Geistern der vollendeten Gerechten …“ (Hebr 12,22-23)

Der gläubige Katholik ist also hingetreten auch „zu den Geistern der vollendeten Gerechten“ im Himmel, also auch zu Maria, weil auch sie eine vollendete Gerechte ist, da sie sich nach Offb 12,1 im Himmel befindet. Somit ist jeder gläubige Katholik auch zu ihr hingetreten. Hebr 12,22-24 gibt uns über diesen Sachverhalt weitere Auskunft: Unser Hingetretensein sowohl zu Gott und Jesus Christus als auch zu den Heiligen im Himmel wird in einem Zuge genannt und schließt somit jedes Hindernis zwischen uns und Gott durch die Heiligen und somit durch Maria aus. Wie 1 Kor 12,21, so verneint auch diese Hebräerstelle die protestantische Idee, dass die Heiligen und somit Maria ein Hindernis zwischen uns und Gott wären. Was dahingehend speziell Maria betrifft, wird das in den Evangelien nach Lukas und Johannes bestätigt:

1.) Nach Lk 1,26-27 sandte Gott seinen Engel zu Maria, um ihr anzukündigen, dass sie die Mutter seines Sohnes, des Messias, werden sollte. Maria stellte sich dem Willen Gottes nicht in den Weg, sondern sagte: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“ (Lk 1.38)

2.) Nachdem Maria zugestimmt hatte, eilte sie gemäß Lk 1,39 zur hl. Elisabeth. Als sie in das Haus eintrat, begrüßte sie sie (Lk 1,40). Durch ihren Gruß und den Klang ihrer Worte erfüllte der Heiland Elisabeth und ihr Ungeborenes mit Heiligem Geist (Lk 1,41.44).

3.) Nachdem Elisabeth von Heiligem Geist erfüllt worden war, pries sie Maria: „Gebenedeit bist du unter den Frauen“ (Lk 1,42). Maria beließ es aber nicht bei der eigenen Ehre, die ihr von Elisabeth durch den Heiligen Geist zuteilgeworden war, sondern sie pries ihrerseits Gott: „Hochpreist meine Seele den Herrn …“ (Lk 1,46-55)

4.) Nach Joh 2,1 fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt. Maria, Jesus und seine Jünger waren dort. Als der Wein zu Ende war, sorgte Maria dafür, dass ihr Sohn, Jesus Christus, eingriff und durch ein Wunder half. Dies führte dazu, dass die Jünger an Jesus glaubten (Joh 2,11).

5.) Als Jesus seinen Leidensweg ging, um den Menschen die Erlösung zu verschaffen, stellte sich Maria, seine Mutter, dem nicht in den Weg, wie das etwa Petrus im Namen der anderen Jünger versucht hat (vgl. Mt 16,22).

Nach dem zweiten und vierten Zeugnis wird uns Maria als Mittlerin enthüllt, nach dem dritten Zeugnis als jemand, der die Ehre, die ihm zuteilwird, an Gott weitergibt, und nach dem ersten und fünften Zeugnis als jemand, der sich der Erlösung der Menschheit durch Christus nicht in den Weg stellt.

Alle fünf biblischen Zeugnisse bezeugen uns also, dass Maria keineswegs Gottes Konkurrentin ist, sondern seine treue Magd, dass sie keinen Keil zwischen uns und Gott treibt und kein Hindernis darstellt. Stattdessen ist sie als gläubige und treue Christin ein Glied am mystischen Leib Christi, ihres Sohnes, das somit nicht abgelehnt und erniedrigt werden darf! Wer das dennoch tut, widerstrebt dem Leib Christi und entpuppt sich dadurch als Christi Gegner, auch dann, wenn er ihn mit seinen Lippen preist! Denn die Ablehnung eines Gliedes Christi widerstrebt dem Lobpreis und macht diesen zunichte! Deshalb sagte Christus, dass viele, die „Herr, Herr“ zu ihm sagen, nicht ins Himmelreich kommen werden (Mt 7,22). Man täusche sich also nicht!

4. Maria in der Bibel als Stein des Anstoßes prophezeit

Für fast alle Protestanten ist, wie dargelegt, Maria ein Stein des Anstoßes. Sie lehnen sie entgegen der Heiligen Schrift ab und erniedrigen sie als Glied des mystischen Leibes Christi. Und genau das ist in der Heiligen Schrift, genau genommen vom Propheten Simeon, prophezeit worden; er sprach zu Maria:

(34)Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. (35)Aber auch durch deine Seele wird eine Klinge dringen. Damit sollen die Gedanken aus vielen Herzen enthüllt werden.“ (Lk 2,34f.)

Die letzten beiden Sätze dieser Prophezeiung besagen, dass „die Gedanken aus vielen Herzen“ dadurch enthüllt werden würden, dass durch die Seele Mariens eine Klinge dringt, also eine Klinge, die ihre Seele zutiefst verwundet. In Verbindung mit dem letzten Satz bedeutet das, dass ihr das durch die Lieblosigkeit vieler Menschen zuteil werden würde. Deren Lieblosigkeit werde Mariens Seele wie eine Klinge verwunden.

Um diese Prophezeiung Gottes zunichte zu machen, hat man sich daran gemacht, den letzten Satz in Vers 35 vom ersten Satz in demselben Vers abzukoppeln, und zwar dadurch, dass man den ersten Satz von Vers 35 in Klammern setzt oder als Einschub kennzeichnet, oder willkürlich zum letzten Satz macht; hier drei Beispiele:

Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. (Aber auch durch deine Seele wird eine Klinge dringen.) Damit sollen aus vielen Herzen die Erwägungen enthüllt werden.“ (Konkordantes Neues Testament – Protestantisch)

Siehe, dieser ist bestimmt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen -, damit offenbar werden die Gedanken aus vielen Herzen.“ (Katholische Bibel – Hamp, Stenzel, Kürzinger)

Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ (Einheitsübersetzung)

Das aber steht im griechischen Text nicht, sondern einfach:

Aber auch durch deine Seele wird eine Klinge dringen. Damit sollen die Gedanken aus vielen Herzen enthüllt werden.“

Dem Bibeltext nach sollte also nicht nur Jesus Christus Stein des Anstoßes werden, sondern auch Maria, seine Mutter, da die Lieblosigkeit Vieler wie eine Klinge ihre Seele durchdringen werde. Und genau diese biblische Prophezeiung erfüllt sich im Protestantismus, dessen Eigenschaft es ist, grundsätzlich antimarianisch zu sein. Fast alle Protestanten greifen Maria unentwegt an. Sie lehnen sie – ein Glied des Leibes Christi – ab und hassen, verachten, schmähen, beleidigen, erniedrigen und bekämpfen sie ohne Grund und verwunden dadurch ihr heiliges Herz!

Somit ist gemäß der Schrift neben Jesus Christus auch seine Mutter von Gott zum Stein des Anstoßes gesetzt worden, an der sich die Geister scheiden. So, wie Gott die Menschen durch Jesus Christus scheidet, so scheidet er die „Christen“ durch Maria; er scheidet sie in marianische Christen, die Maria nach Gottes Liebesgebot von Herzen lieben, und in antimarianische „Christen“, die sie nicht lieben.

Achten wir also darauf, dass wir zu jenen Christen gehören, die Maria von Herzen lieben!

5. Der Ursprung des Antimarianismus

Der Protestantismus ist in der Welt der einzige Feind der Mutter des Herrn. Es gibt keine andere Gruppierung in der Welt, die es auf Maria gezielt abgesehen hätte, nichteinmal atheistische und satanistische Gruppierungen. In 1 Mo 3,14-15 lesen wir:

Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: … Feindschaft werde ich stiften zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen …“

Dieser Vers ist, was Maria und den Antimarianismus betrifft, der ihr nach Lk 2,35 die Klinge durch ihre Seele stößt, sehr aufschlussreich. Gott spricht von „der Frau“ und ihrem Samen, wobei Er die Frau als Satans Widersacherin einsetzt. Diese Frau wird nun von vielen Protestanten als die sog. „Gemeinde“ aufgefasst, obwohl biblisch gesehen nichts darauf hindeutet. Sie unterstellen das einfach! Was sagt aber die Bibel, wer diese Frau, Satans Widersacherin, ist? – Die Offenbarung nach Johannes greift 1 Mo 3,15 auf und enthüllt uns:

(1)Ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.

(2)Sie war gesegneten Leibes …

(5)Und sie gebar ein Kind, einen Knaben, der alle Völker hirten wird mit eisernem Stabe. (6)Doch es wurde ihr Kind entrückt zu Gott und zu seinem Thron …

(7)Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften.

(8)Doch sie richteten nichts aus, und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel. (9)Gestürzt wurde der Drache, die alte Schlange, die den Namen Teufel und Satan trägt, der den ganzen Erdkreis verführt; er wurde hinabgestürzt auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm gestürzt …

(13)Als der Drache sah, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte.

(14)Der Frau aber wurden die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, so dass sie in die Wüste fliegen konnte, an ihren Ort, wo sie Unterhalt bekommt eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, weit weg von der Schlange.

(15)Und die Schlange schleuderte aus ihrem Rachen hinter der Frau Wasser her, gleich einem Strom, um sie vom Strom wegschwemmen zu lassen;

(16)doch die Erde kam der Frau zu Hilfe: die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom …

(17)Da wurde der Drache zornig über die Frau und machte sich auf, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, mit denen, die Gottes Gebote erfüllen und festhalten am Zeugnis Jesu …“

Nach Offb 12 ist die Frau aus 1 Mo 3,15 diese sonnengehüllte und sternengekrönte Frau, die nach Offb 12,13-16 mit Satan in Feindschaft steht. Ihr Same, von dem in 1 Mo 3,15 die Rede ist, ist ihr Sohn in Offb 12,5-6, sowie der Rest ihres Samens in Offb 12,17, die Christen, die, „die Gottes Gebote erfüllen und festhalten am Zeugnis Jesu“. Schon hier wird deutlich, dass es sich bei der Frau nicht um die sog. „Gemeinde“ handelt, weil die „Gemeinde“ hier in Vers 17 vergeben ist. Die „Gemeinde“ ist der Rest des Samens der Frau, nicht die Frau.

Auch wenn hier 1 Mo 3,15 aufgegriffen und entfaltet wird, wird immer noch nicht direkt mitgeteilt, wer die Frau ist. Doch das wird über andere Bibelstellen ersichtlich. Lassen wir deshalb die Bibel selbst sprechen:

Nach Offb 12,5 gebiert die Frau einen Sohn, der alle Völker hirten wird mit eisernem Stabe; und ihr Sohn, der alle Völker hirten wird mit eisernem Stabe, ist nach Offb 19,11-15 der Logos; und der Logos ist nach Joh 1,1-14 Jesus Christus, und Jesus Christus ist nach Mt 1,16 von Maria, seiner Mutter, empfangen und geboren worden. Und somit schließt sich der Kreis!

Des Weiteren bezeichnet der Apostel Johannes in Offb 12,1 die schwangere himmlische Frau, die Christus empfangen hat und gebiert, als “großes Zeichen” und knüpft so an Jes 7,14 an, wo eben diese schwangere Frau wiederum als “Zeichen” bezeichnet wird, und der Apostel Matthäus diese Jesaja-Stelle in der schwangeren Maria erfüllt sieht (Mt 1,22-23). Auch hier schließt sich der Kreis!

So enthüllt uns die Bibel selbst, wer die Frau in Offb 12 ist: Maria, die Mutter des Herrn, und nicht die sog. „Gemeinde“ oder gar etwas anderes. Maria ist gemäß der Bibel also die in 1 Mo 3,15 genannte Frau. Von ihr sagt Gott, dass sie Satans Widersacherin ist; und weil sie in feindlicher Opposition zu Satan steht, verfolgt dieser sie:

Als der Drache sah, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Der Frau aber wurden die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, so dass sie in die Wüste fliegen konnte, an ihren Ort (der Kirche Christi), wo sie Unterhalt bekommt eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, weit weg von der Schlange. Und die Schlange schleuderte aus ihrem Rachen hinter der Frau Wasser her, gleich einem Strom, um sie vom Strom wegschwemmen zu lassen; doch die Erde kam der Frau zu Hilfe: die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom …“ (Offb 12,13-16)

Satan hasst Maria und versucht sie durch den „Wasserstrom“ aus seinem Rachen wegzuschwemmen, und zwar, weil sie seine Feindin ist, weil sie ihm gefährlich ist. Aus seinem Inneren, aus seinem Wesen, kommt also dieser „Wasserstrom“, um Maria zu vertilgen. Dieser „Wasserstrom“ aus Satans Inneren ist mit dem Protestantismus verwirklicht, der der einzige Feind Mariens in dieser Welt ist. Satan versucht Maria, seine Feindin, durch den Protestantismus „wegzuschwemmen“, damit in Kirche und Welt nichts mehr von ihr übrig bleibt.

Jene Protestanten, die Maria hassen, verachten, ablehnen, schmähen, beleidigen, bekämpfen, bis hin zur Unbedeutendheit erniedrigen und jeden Gedanken an sie ausmerzen wollen, sind die Träger des antimarianischen „Wasserstromes“ aus Satans Inneren; sie stehen direkt in seinem Dienste. Sie sind mit ihm gegen Maria, seine Feindin, eines Sinnes! Sie stehen mit ihm gegen sie im Bunde!

Doch Satan und seine protestantischen Mitstreiter werden ihr Ziel, Maria in Kirche und Welt „wegzuschwemmen“, nicht erreichen; denn symbolhaft heißt es, dass die „Erde“ ihren „Mund“ auftun und den Antimarianismus „verschlingen“ wird:

„… doch die Erde kam der Frau zu Hilfe: die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom …“ (Offb 12,16)

Das bedeutet das Ende des Protestantismus, d.h. des Antimarianismus, und den Triumph Mariens über Satan, ihren Feind! Das ist zugleich der Triumph der katholischen Kirche, dem aber nach Offb 12,17ff ein neuer Kampf folgt, der ab Kapitel 13 beschrieben wird!

Wenn Sie Protestant sind und Maria, Satans Feindin, hassen, verachten, ablehnen, schmähen, beleidigen, bekämpfen, erniedrigen und jeden Gedanken an sie ausmerzen wollen und daher unwissentlich im Dienste Satans, ihres Widersachers, stehen, dann sollten sie spätestens jetzt davon ablassen, sich Maria in Liebe zuwenden und sie als Satans Widersacherin, die für Christus, ihren Sohn, und für seine Ziele kämpft, fördern! Denn als von Gott eingesetzte einzigartige Feindin Satans ist sie die Siegerin in allen Schachten Gottes – für Christus, ihren Sohn, und seine Kirche und für das Heil der Seelen!

6. Berichtet die Bibel wirklich wenig über Maria?

Jene Protestanten, die Maria, Satans Feindin, hassen, verachten, ablehnen, schmähen, beleidigen, erniedrigen und bekämpfen und so gegen sie im Dienste Satans stehen, weisen darauf hin, dass das Neue Testament insgesamt nicht viel über Maria sagen würde. So heißt es in einer protestantischen Kleinschrift:

Wenn man alles zusammennimmt, ist es in der Tat wenig, was über sie gesagt wird.“

Und auf einer evangelikalen Internetseite liest man:

Die biblische Lehre über Maria ist äußerst knapp, denn außer in den ersten beiden Kapiteln von Lukas und Matthäus und in Johannes Kapitel 2,1-2 (Hochzeit zu Kana) wird sie nur noch fünfmal kurz erwähnt (zzgl. vier parallele Berichte). Das letzte mal wird Maria beiläufig in Apostelgeschichte 1,14 beim gemeinsamen Gebet mit den Jüngern erwähnt. Man kann gar nicht von einer besonderen “Lehre” der Bibel über Maria sprechen, da über sie keine Lehre aufgestellt, sondern nur einige Szenen aus ihrem Leben berichtet werden.”

Dass ist also das, was diese Protestanten gegen Maria, Satans Feindin sagen, mit dem Ziel, sie auf diese Weise bedeutungslos zu machen, sie nach Offb 12,15 „wegzuschwemmen“. Der Heilige Geist, den wir gläubigen Katholiken haben, wendet dagegen ein, dass man an die Themensetzungen der Evangelien, der Apostelgeschichte, der neutestamentlichen Briefe und der Offenbarung denken muss. Um das zu verdeutlichen, gibt mir Gott ein Beispiel ein: Es gibt katholische Autoren, die Marienverehrer sind, aber nicht ein einziges Buch über Maria geschrieben haben, sondern über andere Themen. Daraus nun zu schlussfolgern, dass Maria für diese Katholiken bedeutungslos wäre, ginge völlig an der Realität vorbei! Und so verhält es sich auch mit den von Gott inspirierten Schreibern des Neuen Testaments!

Das Neue Testament sollte nach Gottes Konzept nur aus den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, den bekannten Briefen und der Offenbarung bestehen. Die Evangelien sollten Christus, sein Leben und sein Wirken zum Heile der Menschheit als Thema haben. Die Apostelgeschichte sollte über die Verbreitung des christlichen Glaubens und in diesem Zusammenhang über Paulus’ Gefangennahme handeln. Die Briefe hingegen sollten sich hauptsächlich mit Glaubenskorrekturen einiger Gemeinden befassen, sowie vor Irrlehrern warnen, die Gemeinden im überlieferten Glauben stärken und einige wichtige mündlich überlieferte Glaubenspunkte näher beleuchten. Hinzu kommen die Briefe des hl. Paulus an Timotheus und Titus, die die pastorale Thematik beinhalten sollten. Der Brief des Paulus an Philemon sollte hingegen den entlaufenen christlichen Sklaven Onesimus zum Thema haben, für den Paulus bei seinem Herrn Fürsprache halten wollte, während sich die Johannesoffenbarung hauptsächlich mit Künftigem befassen sollte.

So wird also deutlich, warum in den Schriften des Neuen Testaments nicht Maria, die Mutter des Herrn, Thema ist: Nicht, weil sie bedeutungslos wäre, sondern aus genannten Gründen! Diese Gründe führten dazu, dass Maria im Neuen Testament selten vorkommt. Sie kommt zwar selten vor, doch die wenigen biblischen Textstellen, in denen Gott über sie berichten wollte, sind sehr inhaltsreich. Gott hat diese marianischen Stellen so formuliert, dass sie uns sehr viel über sie sagen. Es kommt also nicht auf die Anzahl marianischer Stellen an, sondern auf ihren inhaltlichen Reichtum!

 

7. Andere Heilige statt Maria

Der zweite Sachverhalt, den manche antimarianische Protestanten gegen Satans Widersacherin vortragen, um sie „wegzuschwemmen“, lautet, dass die neutestamentlichen Schreiber nie auf Maria als Vorbild im Glauben und in der Lebensführung verweisen, sondern immer nur auf andere Heilige.

Der Heilige Geist teilt uns gegen diese antimarianische Argumentation mit, warum das so war:

Maria ist in den neutestamentlichen Briefen nicht deshalb unerwähnt, weil sie keine Größe und kein Vorbild gewesen wäre, sondern weil man aus ganz sachlichen Gründen mit Maria nicht argumentieren konnte. Denn zur Argumentation sollte die damalige Bibel, das Alte Testament, verwendet werden, in der die historische Maria nicht vorkommt. Aus diesem Grund nahm der hl. Apostel Petrus gegenüber den gläubigen Frauen, an die er seine Worte richtete, nicht Maria als Vorbild für die weibliche Lebensführung, sondern Abrahams Frau Sara, die größte heilige Frau des Alten Testaments:

So gehorchte Sara dem Abraham, da sie ‚Herr‘ zu ihm sagt. Deren Kinder seid ihr geworden, wenn ihr das Gute tut und euch von keinerlei Furcht beunruhigen lasst.“ (1 Petr 3,6)

Denn es musste ja, wie 2 Tim 3,16 zeigt, die Schrift „zur Belehrung, Widerlegung, Zurechtweisung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ benutzt werden, weil, wie es dort heißt, die Schrift dafür nützlich sei. Aus diesem Grund wird in den Briefen kein Bezug auf Maria genommen, außer ein einziges Mal von Paulus im Zusammenhang mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes:

Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geworden aus einer Frau …“ (Gal 4,4)

In diesem Fall konnte sich Paulus auf Maria, die Mutter des Sohnes Gottes, beziehen, weil sie in diesem Zusammenhang im Alten Testament, der damaligen Bibel, vorkommt:

Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären …“ (Jes 7,14)

Vor diesem Hintergrund war es also nicht möglich, sich auch in den anderen Fällen auf Maria zu beziehen, weil sie bzgl. der dort angesprochenen Punkte im Alten Testament, der damaligen Bibel, mit der man argumentieren wollte, nicht vorkommt! Auch hier sehen wir also, dass Gott seine Magd und Satans Feindin keineswegs bedeutungslos macht!

8. Die Bedeutung Mariens für Paulus und Elisabeth

Der Apostel Paulus berichtet in seinen neutestamentlichen Schriften ein einziges Mal über Maria:

Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geworden aus einer Frau …“ (Gal. 4,4)

Wenngleich er also innerhalb seiner zahlreichen Briefe Maria, die Feindin Satans, nur dieses eine Mal erwähnt, so zeigt dieses eine einzige Mal doch, dass er sie als sehr bedeutend einstufte, was auch anders gar nicht möglich war, weil er 1 Mo 3,15 kannte und daher wusste, dass Gott sie als Satans Feindin eingesetzt hat. Deshalb wird er sie in Anbetracht der Prophezeiung in Lk 1,48 auch glückseliggepriesen haben.

Diese einmalige Erwähnung Mariens in den Paulusbriefen zeigt, dass sie für Paulus von großer Bedeutung war, und zwar deshalb, weil er sie in Gal 4,4 im Zusammenhang mit ihrem Sohn, dem Herrn Jesus Christus, überhaupt nicht erwähnen musste, wie das auch der hl. Apostel Johannes nicht getan hat, als er schrieb:

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt …“ (Joh. 1,14)

Daher hätte Paulus nach diesem Muster einfach schreiben können:

Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, Fleisch geworden und geboren unter der Ordnung des Gesetzes“

und nicht:

Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geworden aus einer Frau und geboren unter der Ordnung des Gesetzes …“

Indem Paulus Maria hier aber trotzdem mit einbringt, obwohl er das nicht hätte tun müssen, enthüllt er, wie er zu Maria, Satans Feindin, wirklich gestanden hat: Sie war ihm sehr wichtig, so wichtig, dass er sie unbedingt erwähnen wollte, und das nicht einfach mal so nebenher, sondern bei einem ganz zentralen Punkt, bei der Menschwerdung des Sohnes Gottes im Hinblick auf das Heil der Menschen!

Noch deutlicher zeigt sich Mariens Bedeutung in den Aussagen der hl. Elisabeth, der Mutter des Täufers. Doch diese Aussagen in Bezug auf Maria werden von den antimarianischen Protestanten nicht beachtet, weil sie Elisabeth gering schätzen. So schreibt einer von ihnen in einem Internetforum über Elisabeths marienbezogene Aussagen:

Was Elisabeth sagt, ist unerheblich!“

Der Grund für diese Geringschätzung Elisabeths ist, dass Satan in ihren marienbezogenen Worten eine große Gefahr für sich sieht, weil diese Worte Maria, seine Feindin, erheben. Man sollte also nicht auf die Einflüsterungen Satans gegen Elisabeths marienbezogenen Worte hören, sondern auf Gott, der dem hl. Evangelisten Lukas eingegeben hat, dass Elisabeths marienbezogenen Worte, die Maria erheben, vom Heiligen Geist stammen, von dem sie gerade erfüllt worden war:

Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib, und Elisabeth wurde von Heiligem Geist erfüllt, erhob laut ihre Stimme und rief: ‘Gebenedeit bist du unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?! …“ (Lk. 1,42-45)

Da also Elisabeths Worte vom Heiligen Geist eingegeben wurden, so sind sie genauso wahr, richtig, bedeutend und erheblich, wie z.B. die des Apostels Paulus. Zwischen den marianischen Worten Elisabeths und den Worten des Paulus besteht also kein Unterschied; beide sind Gottes Wort, das nicht verworfen werden darf! Und dieses Wort Gottes, das Elisabeth ausgesprochen hat, lautet:

Gebenedeit bist du unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes! Woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?! …“ (Lk. 1,42-45)

Mit den Worten des ersten Satzes ließ der Heilige Geist die hl. Elisabeth Maria preisen und somit verehren, was zeigt, dass die Marienverehrung vom Heiligen Geist gezeugt ist. Im zweiten Satz bezieht sich Elisabeth unter der Eingebung des Heiligen Geistes auf die Ehre, die ihr dadurch zuteil geworden war, dass Maria, die Mutter ihres HERRN, zu ihr gekommen ist, womit sich Elisabeth, vom Heiligen Geist erfüllt, unter Maria stehend erkennt, obwohl sie nach Lk 1,6 selbst eine große Heilige war und ist. Wenn also schon Elisabeth als Heilige, als vollendete Gerechte, Maria als größer erkennt, dann müssen auch wir, die wir keine vollendeten Gerechten, keine Heiligen, sind, sie als größer erkennen. Wer sie aber nicht als größer erkennt, der ist nicht von Heiligem Geist erfüllt, da der Heilige Geist demjenigen sonst dieselbe Erkenntnis verleihen würde, wie der hl. Elisabeth.

Während also der Heilige Geist durch Elisabeths Mund Maria, Satans Feindin, hoch erhebt, über die gewöhnlichen Heiligen hinaus, mit denen wir gewöhnlichen Christen aufgrund unserer Unvollkommenheit nicht schritthalten können, tut Satan durch die antimarianischen Protestanten das Gegenteil: Er erniedrigt seine Feindin und erklärt sie für bedeutungslos, um sie „wegzuschwemmen“.

9. Maria – Ausgesondert aus allen Frauen

Der Heilige Geist lässt die hl. Elisabeth als vollendete Gerechte Maria mit den Worten preisen:

Gebenedeit bist du unter den Frauen“ (Lk 1,42)

Diese heiligen Worte, die Elisabeth, vom Heiligen Geist erfüllt, zu Maria sprach, erheben Maria über alle Frauen, und somit auch über alle heiligen Frauen. Diese einzigartige Stellung, die der Heilige Geist durch Elisabeth Maria unter allen Frauen zuspricht, ist beim Evangelisten Lukas noch an einer anderen Stelle verzeichnet, und zwar in seiner Apostelgeschichte, wo wir lesen:

Diese alle (die Apostel) verharrten einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“ (Apg. 1,14)

Wenn wir diese lukanische Textstelle im Heiligen Geist lesen, dann stellen wir fest, dass Lukas, vom Heiligen Geist inspiriert, wie Elisabeth, die Gruppe der gläubigen Frauen nennt, Maria aber gesondert erwähnt. Da gibt es also auf der einen Seite die Gruppe der gewöhnlichen gläubigen und heiligen Frauen, und auf der anderen Seite Maria, die nicht zu ihnen gehört. Das erinnert an Lk 1,42:

Gebenedeit bist du unter den Frauen …“

Weil Maria also gebenedeit – d.h. gepriesen und gesegnet – ist unter den Frauen, zählt der Heilige Geist sie in Apg 1,14 nicht zu den gewöhnlichen gläubigen und heiligen Frauen. Er lässt sie in ihrer Gruppe nicht untergehen, wie z.B. Maria Magdalena, nimmt sie deshalb aus ihrem Kreis heraus, erhebt sie auf diese Weise über sie und bezeichnet so ihre Größe, Einzigartigkeit und Besonderheit.

Demzufolge ist Maria, erhoben über alle Frauen, ein einzigartiges leuchtendes Juwel, so dass die hl. Elisabeth im Heiligen Geist ausrufen konnte: „Woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?!“, oder in einer anderen Übersetzung: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?!“

Das sollten sich alle protestantischen Frauen zu Herzen nehmen und sich gegenüber Maria wie Elisabeth verhalten, sich ihr demütig unterordnen, da sie gemäß der Schrift größer ist! Gott hat sie zur Mutter seines Sohnes und zur Widersacherin Satans gemacht!

 

10. Maria, die Königin des Himmels und der Erde

Doch Maria, die Mutter des Herrn, ist nicht nur über alle Frauen erhoben, sondern über alle anderen Geschöpfe, sogar über die Engel:

Jeder Protestant, der die Bibel kennt, weiß, dass Jesus Christus nach Lk 1,32 der Sohn Davids ist und als Sohn Davids der letzte und ewige davidische König ist. Nun war es etablierte jüdische Tradition, dass alle davidischen Könige, von Salomon ausgehend, eine Königin an ihrer Seite hatten, und zwar nicht etwa ihre eigene Frau, sondern ihre eigene Mutter, die zu ihrer Rechten thronte. Als letzter davidischer König steht Christus in dieser großartigen Tradition, die das vierte Gebot, die Mutter zu ehren, bestens erfüllt, weshalb auch er, wie seine Vorgänger, seine Mutter als Königin an seiner Seite hat, die zu seiner Rechten thront.

Tatsächlich lesen wir in Psalm 45, dass Christus, der letzte davidische König, eine Königin zu seiner Rechten hat. In Hebr 1,8-9 wird nämlich mitgeteilt, dass Psalm 45 von Jesus Christus, dem König, handelt. Ab Psalm 45,10 heißt es dann:

Die Königstochter (Tochter des Vaters) steht da in Deiner Herrlichkeit, die Königin zu Deiner Rechten in Ofirgold …“

Diese Königin zur Rechten Christi, des letzten und ewigen davidischen Königs, ist nicht irgendeine Protestantin, sondern gemäß der Tradition, die König Salomon nach 1 Kön 2,19 in seiner ihm vom Heiligen Geist gegebenen Weisheit einführte, die Mutter Christi, des Königs, die der Psalmist in diesem Psalm wie folgt besingt:

Die Königstochter steht da in Deiner Herrlichkeit, die Königin zu Deiner Rechten in Ofirgold, umgeben von bunter Pracht! Höre Tochter, und siehe, und neige Dein Ohr und vergiss Dein Volk und Deines Vaters Haus. Der König verlangt nach Deiner Schönheit, denn er ist der Herr, Dein Gott, und ihn betet man an. Die Töchter von Tyrus bemühen sich um Deine Gunst, alle Reichen des Volkes. Ganz Herrlichkeit ist die Königstochter im Innern, mit goldenem Saume geziert, ist sie mit bunten Kleidern angetan. Hinter ihr her führt man Jungfrauen zum König; ihre Genossinnen bringt man zu Dir! Sie werden herzugeführt unter Freude und Jubel, hineingeleitet in den Palast des Königs.“ (Ps. 45,10-16)

Ein wunderschöner marianischer Psalmtext, der uns sehr viel über die Königin, die Mutter des Königs Jesus Christus, sagt. Sie ist sehr schön und steht im Himmel da in der Herrlichkeit und Glorie ihres Sohnes, des Königs, ist „mit goldenem Saume geziert“ und „mit bunten Kleidern angetan“ und „von bunter Pracht“ umgeben. Die Herrlichkeit ihres Sohnes Jesus Christus umgibt sie. Man bemüht sich um ihre Gunst; und ihre Genossinnen, die Jungfrauen, führt man hinter ihr her; sie sind ihr Gefolge, das man zu Christus, dem König, und in seinen himmlischen Palast führt und bringt, und zwar „unter Freude und Jubel“. In Offb. 12 taucht sie dann wieder auf, wo sie auch als die Mutter Christi, des Königs, buchstäblich bestätigt wird:

Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von 12 Sternen, und sie war gesegneten Leibes und schrie in Wehen und Schmerzen des Gebärens … Und der Drache stellte sich vor die Frau, um ihr Kind zu verschlingen, wenn sie gebären würde, und sie gebar ein Kind, einen Knaben, der alle Völker hirten wird mit eisernem Stabe.“ (Offb. 12,1-5)

Die ganze Herrlichkeit, in der nach Psalm 45 Maria, die Königin, dasteht, ist nach Offb 12,1 die Sonne, von der sie im Himmel, wo Johannes sie sieht, umkleidet ist; und diese Sonne, dieses Licht, das sie umkleidet, ist Gott selbst, „denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild“ (Ps. 84,12). Ihre Krone, die aus symbolischen Sternen besteht, weist sie als die Königin des Himmels aus.

So sehen wir Maria, die Mutter des Herrn, in ihrer ganzen königlichen Herrlichkeit und Majestät als die Königin des Himmels und der Erde, die zur Rechten ihres Sohnes Jesus Christus, des Königs, thront. Deshalb möchte ich euch, liebe Protestanten, empfehlen, euch vor eurer Königin zu verneigen und nach Psalm 45,13 ihre Gunst zu suchen. Und, seid auch ihr ihr Gefolge, um, wie jene heiligen Jungfrauen, zu Christus, dem König, geführt zu werden!

 

11. Maria, die Lade des Neuen Bundes

Die Heilige Schrift enthüllt uns Maria auch als die Lade des Neuen Bundes. Am Ende des 11. Kapitels der Johannes-Offenbarung lesen wir:

Da wurde der Tempel Gottes im Himmel aufgetan, und die Lade seines Bundes war zu sehen in seinem Tempel, und es folgten Blitze und Donner, Beben und starker Hagel.“ (11,19)

Hier ist von der Lade des Bundes Gottes die Rede, die sich im himmlischen Tempel befindet. Das ist nicht die Lade des Alten Bundes, welche gemäß Jer 3,16 keine Bedeutung mehr hat, sondern die Lade des Neuen Bundes. Denn so, wie sich die Lade des Alten Bundes im Tempel des irdischen Jerusalems befand, so befindet sich die Lade des Neuen Bundes im Tempel des himmlischen Jerusalems, des Jerusalems des Neuen Bundes.

Nun liest sich das so, als würde Johannes nichts weiter über die Lade des Neuen Bundes berichten, weil direkt auf Offb 11,19 das 12. Kapitel kommt, welches fälschlicherweise suggeriert, das jetzt ein Bericht über gänzlich andere Dinge kommen würde. Doch das täuscht, weil die Kapiteleinteilung nicht Teil der Heiligen Schrift ist. Der katholische Apologet Scott Hahn erklärt:

Wir dürfen allerdings nicht vergessen, daß die Kapiteleinteilungen im Buch der Offenbarung – wie in allen Büchern der Bibel – künstlich vorgenommen wurden … In der ursprünglichen Fassung der Apokalypse des Johannes gab es keine Kapitel; es war eine fortlaufende Erzählung. Die Spezialeffekte am Ende von Kapitel 11 sind daher ein unmittelbares Vorspiel für das Bild, das jetzt zu Beginn von Kapitel 12 erscheint.“ (Die Königin des Himmels, S.48f.)

Das heißt, das, was Johannes in Offb 11,19 zu enthüllen beginnt, führt er anschließend fort und enthüllt uns die Lade des Neuen Bundes:

(11,19)Da wurde der Tempel Gottes im Himmel aufgetan, und die Lade seines Bundes war zu sehen in seinem Tempel, und es folgten Blitze und Donner, Beben und starker Hagel. (12,1)Und es erschien eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. (12,2)Sie war gesegneten Leibes … (12,5)Und sie gebar ein Kind, einen Knaben, der alle Völker hirten wird mit eisernem Stabe.“

Die Lade des Neuen Bundes ist, wie uns hier enthüllt wird, diese Frau, Maria, die Königin des Himmels und der Erde. So, wie Gottes Volk des Alten Bundes eine Bundeslade hatte, so haben also auch wir, Gottes Volk des Neuen Bundes, eine Bundeslade – Maria, die Königin des Himmels und der Erde. Um nun die Lade des Neuen Bundes, Maria, und ihre Funktion zu kennen und zu verstehen, ist es notwendig, die Lade des Alten Bundes zu kennen, da diese die Lade des Neuen Bundes, Maria, typologisch vorausbezeichnet:

1. So, wie Gott die Lade des Alten Bundes durch israelitische Handwerker schuf, so schuf er selbst die Lade des Neuen Bundes, Maria. Sie ist sein persönliches Werk.

2. So, wie die Lade des Alten Bundes Gottes Gegenwart präsentierte, weil Gott nach 3 Mo 16,2 „in der Wolke über der Deckplatte auf der Lade“ erschien, und zwar nach 1 Sam 4,4 zufolge über den Kerubimstatuen, die auf der Lade angebracht werden sollten, und Er nach 2 Mo 25,22 von der Deckplatte her zu den Israeliten redete, so präsentiert auch Maria, die Lade des Neuen Bundes, Gottes Gegenwart in einer noch vollkommeneren Art und Weise, da nach Offb 12,1 Gottes Herrlichkeit sie ganz umkleidet, während die Wolke der Herrlichkeit Gottes die alte Bundeslade nur überschattete. Da also, wo Maria, die neue Bundeslade, ist, da ist Gott, der durch sie redet, handelt und wirkt.

3. Auf der Lade des Alten Bundes war die Deckplatte aus reinem Gold ausgesetzt, auch „Sühneplatte“ genannt. Sie symbolisiert Christus, den Herrn, der an seinem Leib für unsere Sünden Sühne geleistet hat. So, wie diese heilige Platte auf der Lade des Alten Bundes gesetzt und so mit ihr eng verbunden war, so, als ob die Lade und die Platte eins wären, so ist auch Christus mit der Lade des Neuen Bundes, Maria, seiner Mutter, eng verbunden. So, wie die Sühneplatte von der Lade und die Lade von der Sühneplatte nicht getrennt ist, so ist auch Jesus von Maria und Maria von Jesus nicht getrennt. Sie gehören wesentlich zusammen. Die antimarianischen Protestanten nun trennen in ihrem Irrglauben Jesus von Maria und Maria von Jesus. Das wäre so, wie wenn die Israeliten die Sühneplatte von der alten Bundeslade und die alte Bundeslade von der Sühneplatte getrennt und so Gottes Zorn über sich entfacht hätten.

4. So, wie die Lade des Alten Bundes das Zeichen für den Bund Gottes mit dem Volk Israel war, so ist Maria, die Lade des Neuen Bundes, das Zeichen für den Bund Gottes mit uns, seinem Volk des Neuen Bundes.

5. So, wie der eigentliche Platz der alten Bundeslade das Allerheiligste des Bundeszeltes und des Tempels von Jerusalem war, so ist nach Offb 11,19 der eigentliche Platz der Lade des Neuen Bundes das Allerheiligste des himmlischen Tempels im himmlischen Jerusalem.

6. Als die alte Bundeslade nach 1 Sam 4 und 5 im Besitz der Philister, Israels Feinde, war, wurde sie in den Tempel ihres Gottes Dagon gebracht, wo sie neben der Dagonstatue aufgestellt wurde. Auch das ist eine typologische Vorausbezeichnung: So, wie diese Heiden die Lade des Alten Bundes in ihren Besitz nahmen und in ihren Dagontempel neben die Dagonstatue stellten, so gibt es auch Heiden – Esoteriker -, die Maria, die Lade des Neuen Bundes, für sich vereinnahmen und sie neben ihre esoterischen, heidnischen Götzen, z.B. Buddhastatuen oder „Energiesteine“, stellen.

8. So, wie im Dagontempel in Gegenwart der alten Bundeslade die Götzenstatue stürzte und zerbrach, so fliehen Satan und seine Dämonen, die in den Götzen angebetet werden, vor der Lade des Neuen Bundes, Maria, und werden zuschanden gemacht. Sie ist als die in 1 Mo 3,15 angekündigte Feindin Satans unser Schutz vor den bösen Mächten und Gewalten und unsere Hilfe gegen sie.

9. Die Lade des Alten Bundes half den Israeliten auch gegen ihre irdischen Feinde, die ihre Existenz bedrohten. Moses betete im Angesicht der Lade: „Erhebe dich, Herr, auf dass deine Feinde zerstieben und fliehen vor dir deine Gegner!“ (4 Mo. 10,35) So, wie Gott durch die Lade des Alten Bundes den Israeliten gegen ihre Feinde half, so hilft er uns, dem Volk Gottes des Neuen Bundes, gegen unsere Feinde, die uns bedrohen, durch die neue Bundeslade Maria, wenn wir sie um Hilfe bitten, denn sie ist die Siegerin in allen Schlachten Gottes, sowohl in den geistigen als auch in den irdischen. Als Europa 1571 durch die Osmanen bedroht war, haben wir Katholiken im Rosenkranzgebet unsere Bundeslade um Hilfe gerufen. Die Schlacht von Lepanto stand bevor, bei der die katholische Flotte der osmanischen militärisch weit unterlegen war und daher keine Chance hatte, zu siegen. Europas Zukunft hing auf seidenem Faden. Doch in der Gegenwart der Lade des Neuen Bundes, die im Rosenkranzgebet um Hilfe gerufen wurde, besiegte die weit unterlegene katholische Flotte die osmanische, und Europa wurde gerettet.

Die antimarianischen Protestanten wissen nun, wen sie in ihrem Antimarianismus zusammen mit Satan hassen, verachten, ablehnen, schmähen, beleidigen, bekämpfen und bis hin zur Unbedeutendheit erniedrigen: die Lade des Neuen Bundes.

 

12. Marias Unbefleckte Empfängnis und ihre Sündenlosigkeit

Maria ist die in der Bibel bezeugte Lade der Neuen Bundes. Erst durch die Identifizierung Marias als die Lade des Neuen Bundes können wir ihre persönlichen Eigenschaften als wahr erkennen, da Gott selbst sie nach dem Sinnbild der alten Bundeslade gemacht hat, und zwar einzigartig. Sie ist als die Lade des Neuen Bundes so einzigartig von Gott gemacht worden, dass sie alle seine übrigen Geschöpfe weit überragt. Dies hat die katholische Kirche im Heiligen Geist erkannt (Joh 16,13), weshalb der Papst das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens verkündet hat. Die Kirche bezieht sich dabei zentral auf Lk 1,28, wonach der Erzengel Gabriel Maria mit dem ganz neuen Namen „Gnadenvolle“ („kecharitomene“) bezeichnet, welcher ihre ganze Identität von ihrer Empfängnis an enthüllt. Da ich im Altgriechischen nicht bewandert bin, kann ich das hier nicht näher beleuchten.

Jedoch ist Mariens Unbefleckte Empfängnis auch von der Lade des Alten Bundes und ihrer Erschaffung her sichtbar, die die Erschaffung der neuen Bundeslade Maria typologisch vorausbezeichnet. Schauen wir daher, wie die alte Bundeslade nach Gottes Anordnung gemacht werden sollte. Daraus können wir dann ersehen, wie Gott selbst seine neue Bundeslade Maria gemacht hat. Es heißt über den Bau der alten Bundeslade in 2 Mo 25,10f:

Verfertige eine Lade aus Akazienholz … Überziehe sie mit reinem Gold von innen und außen …“

1.) Die alte Bundeslade, die die neue typologisch vorausbezeichnet, sollte aus dem edelsten und wertvollsten Holzmaterial geschaffen werden, dem unverweslichen Akazienholz. Das verweist auf Marias Empfängnis, in deren Moment Gott sie, seine neue Bundeslade, gemacht hat. Das unverwesliche Akazienholz bezeichnet Marias unverwesliches menschliches Fleisch, aus dem ihr Leib – wie die alte Bundeslade aus Akazienholz – besteht. Ihr unverwesliches Fleisch, welches im unverweslichen Akazienholz typologisch vorausbezeichnet ist, weist darauf hin, dass ihr Leib, wie ursprünglich der Leib Evas, nicht unter der Macht des Todes und somit unter der Macht der Sünde gestanden hat.

2.) Das reine Gold nun, mit dem die Lade aus Akazienholz überzogen werden sollte, symbolisiert die Herrlichkeit Gottes bzw. das Licht, die Sonne, mit der Maria, die neue Bundeslade, nach Offb 12,1 und Ps 45,10 umkleidet ist:

„… eine Frau, mit der Sonne umkleidet …“ (Offb 12,1)

Die Königstochter steht da in Deiner Herrlichkeit, die Königin zu Deiner Rechten in Ofirgold.“ (Ps 45,10)

Die „Sonne“ und „Herrlichkeit“ Gottes und das „Ofirgold“ sind identisch und entsprechen dem reinen Gold, mit dem die alte Bundeslade von außen überzogen werden sollte. Doch wie die Herstellung der alten Bundeslade zeigt, wurde Maria, die neue Bundeslade, bei ihrer Erschaffung auch von innen mit Gottes Licht, mit Gottes Herrlichkeit, versehen, wie die alte Bundeslade mit dem reinen Gold. Marias Fleisch ist also seit ihrer Erschaffung, die im Moment ihrer Empfängnis geschehen war, von innen und außen mit Gottes Licht versehen, so dass die Erbsünde – aufgrund des göttlichen Lichts – im Moment ihrer Empfängnis nicht an sie herankommen konnte, „denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild!“, heißt es in Ps 84,12! Und das ist ihre von der Heiligen Schrift bezeugte Unbefleckte Empfängnis!

Achten wir auch auf die Prophetie 1 Mo 3,15, wo Gott nach dem Sündenfall der Schlange die neue Eva und den neuen Adam ankündigte:

Feindschaft werde ich stiften zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen …”

So, wie Eva sich mit der Schlange anfreundete, so würde diese Frau, die neue Eva, mit Satan in Feindschaft stehen. Der Same der Frau, der neuen Eva, ist Christus, der neue Adam. Daraus ergibt sich, dass Jesus als der neue Adam und Maria als die neue Eva ohne Erbsünde und ohne persönliche Schuld sein müssen, weil auch der alte Adam und die alte Eva vor ihrem Sündenfall ohne Erbsünde und ohne persönliche Schuld waren. So, wie die neue Eva das wieder gut machte, was die alte Eva verbrochen hat, so machte der neue Adam das wieder gut, was der alte Adam verbrochen hat. Dafür mussten Beide ohne Erbsünde und ohne persönliche Schuld sein. Und schauen wir weiter:

Maria als die neue Eva wird von Gott ausdrücklich als Satans Feindin bezeichnet, weil ja die alte Eva mit ihrem Sündefall zur Freundin Satans geworden war, dem sie mehr glaubte als Gott. Maria könnte aber nicht die Feindin Satans sein, wenn sie von Sünde befleckt gewesen wäre, weil Satan der Vater jeder Sünde ist, und Sünde an Satan bindet. Als Feindin Satans hat Maria kein satanisches Werk, keine Sünde getan. So enthüllt uns diese Bibelstelle, dass Maria als Satans Feindin ohne jegliche Sünde, ohne jegliches satanisches Werk war.

Maria ist also ohne Erbsünde empfangen und ohne persönliche Schuld. Sie ist frei von jeglicher Sünde. Deshalb konnte sie von Gott als die Feindin des Vaters jeder Sünde bezeichnet werden. Sie hat von Gott die volle Gnade erhalten, nicht sündigen zu können, weshalb der Engel sie mit ihrem neuen Namen “Gnadenvolle” angesprochen hat! Wenn sie dann in ihrem Magnifikat Lk 1,46 von Gott als ihren Retter, spricht, dann ist Er das in der Tat; Er hat sie vorerlöst, vor Erbsünde und Sünde gerettet!

 

13. Maria mit Leib und Seele im Himmel

Seitdem Papst Pius XII. das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verkündet hat, ist jeder Christ verpflichtet, diese Wahrheit zu glauben. Die Protestanten lehnen sich wie Pubertierende dagegen auf und sagen, dass die Bibel eine leibliche Aufnahme Mariens nicht bezeugen würde. Deshalb sei Maria nicht leiblich in den Himmel aufgenommen worden. Das ist eine sehr merkwürdige Bibelauslegungsmethode! Denn die Bibel bezeugt auch nirgendwo, dass Maria geboren worden wäre. Bedeutet das also, dass sie nicht geboren wurde? Wir sehen, diese Bibelauslegungsmethode funktioniert nicht! Richtig wäre es daher aus der Sicht der Protestanten zu sagen, dass die Bibel weder bezeugt, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist, noch, dass sie nicht mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist. Aus protestantischer Sicht lässt sie diesen Sachverhalt offen, nicht jedoch aus katholischer Sicht; denn wir vernahmen bereits aus Psalm 45:

Die Königstochter steht da in Deiner Herrlichkeit, die Königin zu Deiner Rechten in Ofirgold, umgeben von bunter Pracht! Höre Tochter, und siehe, und neige Dein Ohr und vergiss Dein Volk und Deines Vaters Haus. Der König verlangt nach Deiner Schönheit, denn er ist der Herr, Dein Gott, und ihn betet man an. Die Töchter von Tyrus bemühen sich um Deine Gunst, alle Reichen des Volkes. Ganz Herrlichkeit ist die Königstochter im Innern, mit goldenem Saume geziert, ist sie mit bunten Kleidern angetan. Hinter ihr her führt man Jungfrauen zum König; ihre Genossinnen bringt man zu Dir! Sie werden herzugeführt unter Freude und Jubel, hineingeleitet in den Palast des Königs.“

Im Himmel befindet sich Maria zur Rechten ihres Sohnes, des Königs, und nimmt dort als die Königin die höchste Position ein. An dieser Stelle sei auf Henoch und Elias hingewiesen, die von Gott nach 1 Mo 5,24 und 2 Kön 2,1.11 mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurden und dort Maria, ihrer Königin, untertan sind. Dass diese beiden Untertanen ihrer Königin gegenüber privilegierter gewesen sein sollen, ist auszuschließen. Ihre Königin wird daher ebenfalls mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden sein. Das bestätigt Offb 19,11, wo Johannes sie als die Lade des Neuen Bundes im Tempel des himmlischen Jerusalems sieht. So, wie die alte Bundeslade aus Akazienholz besteht, so besteht Maria, die neue Bundeslade, aus Fleisch und Blut. So wie es keine alte Bundeslade ohne Akazienholz gibt, so gibt es auch keine neue Bundeslade ohne Fleisch und Blut! Sie befindet sich als die Lade des Neuen Bundes – mit Fleisch und Blut also – im Himmel. So nämlich, wie die Bundeslade aus Akazienholz in den Tempel des irdischen Jerusalems überführt wurde, so wurde die neue Bundeslade Maria aus Fleisch und Blut in den Tempel des himmlischen Jerusalems überführt. Ihre leibliche Aufnahme in den Tempel des himmlischen Jerusalems ist in der Überführung der alten Bundeslade aus Akazienholz in den Tempel des irdischen Jerusalems typologisch vorausbezeichnet. Das wird dann auch durch die Enthüllungvision ab Offb 12,1 bestätigt:

Ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Sie war gesegneten Leibes …“

Tatsächlich sieht Johannes Maria, die neue Bundeslade, mit ihrem Leib im Himmel und dort mit Christus, ihrem Sohn, auch symbolisch schwanger. So bezeugt die Bibel selbst, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist!

Dies geht auch aus der Tatsache hervor, dass die katholische Kirche zwar die toten Leiber der Heiligen als Reliquien in großen Ehren hält, doch gerade Mariens Leib ist als Reliquie nicht da. Da wir gläubigen Katholiken Maria die höchste geschöpfliche Verehrung zukommen lassen, so müsste man doch erwarten, dass wir grade Mariens Leib als Reliquie verehren. Doch wir tun es nicht, weil ihr Leib als Reliquie einfach nicht hier ist, da die Kirche ihn sonst als Reliquie schon seit dem ersten Jahrhundert verehren würde. Dasselbe betrifft ja den Leib des Herrn: dieser findet sich hier auf Erden ebenfalls nicht. Sowohl die Tatsache, dass kein toter Leib Mariens auf Erden existiert, als auch die Tatsache, dass kein toter Leib Jesu auf Erden existiert, beweist, dass ihre Leiber im Himmel sind.

So beweist auf der einen Seite die Bibel und auf der anderen Seite die historische Realität, dass nicht nur Jesus Christus mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, sondern auch seine Mutter Maria, unsere Lade des Neuen Bundes!

 

14. Marias außergewöhnlicher Glaube

Manche antimarianische Protestanten erniedrigen Maria, die Lade des Neuen Bundes, auch dadurch, dass sie sagen, sie hätte keinen außergewöhnlichen Glauben besessen; ihr Glaube hätte sich nicht vom Glauben eines gewöhnlichen Christen unterschieden. Auch das geht natürlich an der Heiligen Schrift völlig vorbei! Beachten wir:

Als Gott seinem Knecht Abraham einen Sohn verheißen hat, dessen Nachkomme der Messias sein würde, glaubte Abraham ohne Zögern, obwohl seine Frau Sara in hohem Alter und unfruchtbar war. Abraham glaubte also, dass Gott mit seiner allmächtigen Kraft seine Frau noch fruchtbar machen und ihm durch sie einen Sohn schenken werde; und eben dieser große Glaube Abrahams wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet:

Denn was sagt die Schrift? – ‚Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm angerechnet zur Gerechtigkeit.“ (Röm. 4,3)

Dass ein solcher Glaube keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt der Bericht über den hl. Zacharias, der später der Vater des Täufers wurde:

Da erschien ihm ein Engel des Herrn … und Zacharias erschrak … Der Engel aber sprach zu ihm: ‚Fürchte dich nicht; denn dein Beten wurde erhört und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Johannes nennen …‘ Da sprach Zacharias zum Engel: ‚Woran soll ich das erkennen? Bin ich doch ein alter Mann, und meine Frau ist vorgerückt in ihren Tagen.‘ Der Engel antwortete ihm: ‚Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich wurde gesandt, um zu dir zu sprechen und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, da dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen werden zu ihrer Zeit.‘“ (Lk 1,11-20)

So nun, wie Abraham gerecht und untadelig war, so war das nach Lk 1,6 auch Zacharias. Und wie Sara im Alter vorgerückt und unfruchtbar war, so war das Zacharias’ Frau Elisabeth ebenso. Und so, wie Gott Abraham einen leiblichen Sohn ankündigte, so kündigte er auch Zacharias einen leiblichen Sohn an. Und doch war Abrahams Glaube größer und stärker als der des Zacharias, weil Abraham Gott ohne zu zögern glaubte, während Zacharias ungläubig war.

So sehen wir, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass Abraham der Zusage Gottes glaubte. Das bedeutet, dass Abrahams Glaube außergewöhnlich groß und stark war, weshalb Gott ihm diesen außergewöhnlich großen und starken Glauben zur Gerechtigkeit anrechnete. Vergleichen wir nun seinen außergewöhnlich großen und starken Glauben mit dem Marias:

Gott hat durch den Engel Gabriel Maria einen Sohn zugesagt, den sie ohne einen Mann empfangen sollte. Dies war nun eine Zusage, die einen weit größeren Glauben abverlangte, als die Zusage eines Kindes, dessen Mutter alt und unfruchtbar ist. Aus diesem Grund war der Glaube Mariens weit größer als der Glaube Abrahams. Deshalb konnte die hl. Elisabeth zu ihr im Heiligen Geist sagen:

Selig, die geglaubt, dass zur Erfüllung kommt, was ihr vom Herrn gesagt worden ist.“ (Lk. 1,45)

Weil also Mariens Glaube praktisch größer war als der Glaube Abrahams, gilt Röm 4,3 erst recht Maria:

Maria glaubte Gott, und es wurde ihr angerechnet zur Gerechtigkeit.“

Und zwar zur größeren Gerechtigkeit als Abraham, weil von ihr ein noch weit größerer Glaube abverlangt wurde, als von ihm!

Doch Mariens größerer und stärkerer Glaube, der den des Abraham weit überragt, ließ mit der Zeit nicht nach, denn die Heilige Schrift berichtet über Maria:

Am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Da es an Wein fehlte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: ‚Sie haben keinen Wein!‘“ (Joh. 2,1-3)

Maria sah, dass sich der Gastgeber vor einem menschlich gesehen unlösbaren Problem befand. Die Hochzeitsfeier drohte zu platzen, womit sich der Gastgeber, der für zu wenig Wein gesorgt hat, in einer äußerst peinlichen Lage befand. Da nun Maria wusste, dass nach menschlichem Ermessen das Problem nicht gelöst werden konnte, hatte sie nur einen im Sinn, von dem sie fest glaubte, dass er helfen könne: ihren göttlichen Sohn Jesus Christus! Deshalb wandte sie sich voll Glauben und Vertrauen an ihn, damit er einschreiten und helfen wolle, was er dann auch tat!

Hier wird uns Mariens großer und unerschütterlicher Glaube an ihren göttlichen Sohn enthüllt, der noch dadurch hervorgehoben wird, dass uns gleich darauf in Vers 11 offenbart wird, dass die Apostel im Gegensatz zu ihr an Jesus nicht geglaubt hatten, sie erst zum Glauben an Jesus Christus kamen, als Maria aufgrund ihres großen Glaubens intervenierte und Jesus daraufhin das Weinwunder vollbrachte. Mariens großer und unerschütterlicher Glaube an ihren göttlichen Sohn war die Ursache des später aufgekommenen Glaubens der Apostel, wodurch sie hier als Mittlerin der Glaubensgnade und als Urheberin des Glaubens der Apostel zum Vorschein tritt!

Doch der außergewöhnliche Glaube Mariens an ihren göttlichen Sohn enthüllt sich noch dadurch, dass Maria im Gegensatz zu den Aposteln ohne Wunder an Ihn glaubte, während die Apostel erst ein Schauwunder benötigten, um zum Glauben an Ihn zu finden. Maria benötigte also kein Wunder von ihrem Sohn, um an Ihn zu glauben, die Apostel hingegen schon, was zeigt, dass ihr Glaube weit größer war, als der Glaube der Apostel!

Maria hielt dann bis zum Schluss am Glauben an ihren Sohn fest, weshalb wir sie später unter dem Kreuz ihres für das Heil der Menschen sterbenden Sohnes sehen (Joh 19,25), und später, nach seiner Auferstehung, inmitten der ersten von den Aposteln ihres Sohnes geleiteten christlichen Gemeinde (Apg 1,14) und zusammenlebend mit dem Apostel Johannes als ihren geistigen Sohn (Joh 19,26-27).

 

15. Marias biblisch-theologisches Wissen

Von einigen antimarianischen Protestanten wird Maria als äußerst ungebildet betrachtet. Sie sei eine biblisch und theologisch ungebildete Frau gewesen. Es ist mir nicht bekannt, woher sie das entnehmen; in der Bibel findet sich das jedenfalls nicht; sie haben das offenbar erfunden, um Maria zu erniedrigen. Wenn wir die marianischen Bibelstellen in den Evangelien lesen, dann stellen wir jedenfalls fest, dass Maria ein ausgezeichnetes biblisches und theologisches Wissen besessen hat. Das belegt ihr Magnifikat, das sie in Gegenwart der hl. Elisabeth, des Täufers Mutter, formulierte; es lautet:

„Hochpreist meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter; er schaute gnädig herab auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. Großes hat an mir getan der Mächtige, und heilig ist sein Name. Sein Erbarmen gilt von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten. Er übt Macht aus mit seinem Arm; er zerstreut, die hochmütig sind in ihres Herzens Sinnen. Gewalthaber stürzt er vom Thron und erhöht die Niedrigen. Hungrige erfüllt er mit Gütern, und Reiche schickt er leer davon. Er nahm sich Israels an, seines Knechtes, zu gedenken seines Erbarmens, wie er zu unseren Vätern sprach, für Abraham und seine Nachkommen auf ewig!“ (Lk. 1,46-55)

Diesem gesamten heiligen Text, den Maria mit etwa 13 Jahren formulierte, liegen etliche Bibelstellen zugrunde:

Maria: „Hochpreist meine Seele, den Herrn …“ ==> Ps. 34,2: „Preisen will ich den Herrn zu jeder Zeit …“

Maria: „… mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter ==>1 Sam. 2,1: „Mein Herz frohlockt im HERRN (Jahwe)“ – Ps. 35,9: „Dann wird meine Seele jubeln im Herrn“ – Hab. 3,18: „Ich aber will frohlocken im HERRN, will jubeln über Gott, meinen Retter!“

Maria: „er schaute gnädig herab auf die Niedrigkeit seiner Magd“ ==> 1 Sam. 1,11: „Herr der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd ansiehst …“

Maria: „Großes hat an mir getan der Mächtige“ ==> 5 Mo. 10,21: „Er ist dein Ruhm, dein Gott, der an dir große und furchterregende Taten vollbrachte”

Maria: „und heilig ist sein Name“ ==> Ps. 111,9: „Heilig und verehrungswürdig ist sein Name.“

Maria: „Sein Erbarmen gilt von Generation zu Generation denen, die ihn fürchten.“ ==> Ps. 103,13: „so erbarmt der Herr sich derer, die ihn fürchten.“ – Ps. 103,17: „Doch ewig währt die Huld des Herrn über allen, die ihn fürchten, und seine Treue noch bei Kindeskindern“

Maria: „Er übt Macht aus mit seinem Arm; er zerstreut, die hochmütig sind in ihres Herzens Sinnen.“ ==> Ps. 118,15: „Die Rechte des Herrn wirkt Gewaltiges“ – Ps. 89,11: „(hast du) mit deinem starken Arm deine Feinde zerstreut.“

Maria: „Gewalthaber stürzt er vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ ==> Sir. 10,14: „Den Thron der Stolzen stürzt Gott um und setzt an ihre Stelle die Bescheidenen.“

Maria: „Hungrige erfüllt er mit Gütern“ ==> Ps. 107,9: „Denn er hat die lechzende Seele mit Gutem gesättigt, die hungrige Seele mit Gutem erfüllt.“

Maria: „Er nahm sich Israels an, seines Knechtes, zu gedenken seines Erbarmens“ ==> Jes. 41,8: „Du aber Israel, mein Knecht, und Jakob, den ich erwählt …“ – Ps. 98,3: „Er gedachte seiner Huld und Treue gegen das Haus Israel“

Maria: „zu gedenken seines Erbarmens, wie er zu unseren Vätern sprach, für Abraham und seine Nachkommen auf ewig!” – 2 Sam. 22,51: „Er … erwies seinem Gesalbten Huld, David und seinen Nachkommen auf ewig.“

Fast der gesamte Text besteht aus insgesamt 16 Bibelstellen (Septuaginta/Altes Testament), was anzeigt, dass Maria ein ausgesprochen großes Bibelwissen besaß, da sie aus dem Stegreif 16 Bibelstellen auswählte und aus diesen einen neuen theologisch richtigen Text formulierte. Letzteres deutet darauf hin, dass sie die entsprechenden Bibelstellen und überhaupt die Heilige Schrift (Septuaginta) offenbar nicht nur auswendig kannte, sondern auch die biblische Theologie verstanden hat. Das beweist besonders die Abraham-Stelle in ihrem Magnifikat, in dem sie auf der Vorlage 2 Sam. 22,51 statt “David” “Abraham” sagt und so gemäß 1 Mo. 17,2-8 Abraham und seine Nachkommen in den Kontext mit dem Messias stellt, den sie in ihrem Mutterleib trug.

So sollte man sich schleunigst von dem Gedanken trennen, Maria sei biblisch und theologisch ungebildet gewesen.

16. Marias mystische Gnadengaben

Wenn wir die Evangelientexte, die über Maria berichten, oberflächlich lesen, dann werden wir keine mystischen Gnadengaben Mariens feststellen. Wenn wir jedoch im Heiligen Geist genau hinschauen, werden uns mystische Gnadengaben Mariens auffallen. Beginnen wir mit der lukanischen Anfangsgeschichte Jesu: Nachdem der Erzengel Gabriel bei Maria war und sie durch das Wirken des Heiligen Geistes schwanger geworden war, ging sie zu ihrer Base Elisabeth, der Mutter des Täufers. Nach Lk 1,40 betrat sie das „Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib, und Elisabeth wurde erfüllt von Heiligem Geist“. Elisabeth sagte anschließend dazu:

Denn siehe, als der Klang deines Grußes an meine Ohren kam, hüpfte frohlockend das Kind in meinem Leibe …“ (Lk. 1,41-44)

Wir entnehmen aus den unterstrichenen Satzteilen, dass Elisabeth und ihr Kind genau in dem Moment den Heiligen Geist empfingen, „als Elisabeth den Gruß Marias hörte“, „als der Klang deines Grußes an meine Ohren kam“. Das heißt, dass das göttliche Kind im Mutterleib Mariens das Grußwort und den Klang des Grußes seiner Mutter dazu benutzte, um Elisabeth und ihr Ungeborenes mit Heiligem Geist zu erfüllen. Hier benutzt das göttliche Kind seine Mutter als Mittlerin der Gnade!

Gleich nach dieser Szene mit Elisabeth sprach Maria das Magnifikat:

Hochpreist meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter; er schaute gnädig herab auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. Großes hat an mir getan der Mächtige, und heilig ist sein Name. Sein Erbarmen gilt von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten. Er übt Macht aus mit seinem Arm; er zerstreut, die hochmütig sind in ihres Herzens Sinnen. Gewalthaber stürzt er vom Thron und erhöht die Niedrigen. Hungrige erfüllt er mit Gütern, und Reiche schickt er leer davon. Er nahm sich Israels an, seines Knechtes, zu gedenken seines Erbarmens, wie er zu unseren Vätern sprach, für Abraham und seine Nachkommen auf ewig!“ (Lk 1,46-55)

Um an diesem Text, den Maria formulierte, eine außergewöhnliche mystische Gnadengabe zu entdecken, ist es notwendig, zu wissen, dass diesem Text 16 Bibelzitate des Alten Testaments, der damaligen Bibel, zugrundeliegen: Ps 34,2, 1 Sam 2,1, Ps 35,9, Hab 3,18, 1 Sam 1,11, 5 Mo 10,21, Ps 103,13.17, Ps 118,15, Ps 89,11, Sir 10,14, Ps 107,9, Jes 41,8, Ps 98,3 und 2 Sam 22,51.

Aus diesen 16 Zitaten formulierte Maria aus dem Stegreif und innerhalb von Sekunden einen neuen theologisch richtigen Text. So etwas ist dem menschlichen Geist und Verstand von Natur aus nicht möglich. Probieren Sie das einmal aus: Lernen Sie 16 Bibelzitate auswendig und formulieren Sie dann mit ihnen aus dem Stegreif und innerhalb von Sekunden einen neuen theologisch richtigen Text! Sie werden das nicht schaffen! Maria aber hat das geschafft! Sie hat das von Natur aus nicht Mögliche durch die Gabe des Heiligen Geistes geschafft!

Gehen wir weiter! Im johannäischen Bericht über die Situation auf der Hochzeit zu Kana lesen wir:

Am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Da es an Wein fehlte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: ‚Sie haben keinen Wein!‘ Jesus aber sprach zu ihr: ‚Frau, was mir und dir? Noch ist meine Stunde nicht gekommen.‘ Seine Mutter sagte zu den Dienern: ‚Was er euch sagt, das tut!‘ Es standen sechs steinerne Wasserkrüge dort, entsprechend der Reinigungssitte der Juden; davon fasste jeder zwei oder drei Maß. Und Jesus sprach zu ihnen: ‚Füllt die Krüge mit Wasser!‘ Und sie füllten sie bis oben hin. Und er sagte zu ihnen: ‚Schöpft nun und bringt dem Tafelmeister!‘ Und sie brachten ihm. Als aber der Tafelmeister das zu Wein gewordene Wasser kostete, ohne zu wissen, woher er kam – die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es -, rief der Tafelmeister den Bräutigam und sagte zu ihm: ‚Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein aufgehoben bis jetzt.‘ Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit, und es glaubten an ihn seine Jünger.“ (Joh. 2,1-11)

Der Bericht gibt zu erkennen, dass Maria als einfacher Hochzeitsgast wusste, dass der Wein zu Ende gegangen ist, während nichts darauf hindeutet, dass der Tafelmeister und die für den Wein zuständigen Diener etwas davon gewusst hätten, obwohl sie ständig aus den Weinkrügen schöpften, um die Gäste mit Wein zu versorgen. Der ebenso für den Wein zuständige Tafelmeister war nur darüber verwundert, dass der Gastgeber den besseren Wein für später aufgehoben hätte. Nichts deutet darauf hin, dass es über den fehlenden Wein irgendwelche Unruhe gegeben hätte. Ganz im Gegenteil. Des Weiteren geht aus den Worten des Tafelmeisters, die er an den Gastgeber richtete, hervor, dass er tatsächlich nichts vom fehlenden Wein gewusst hat, da er sich die Aufhebung des besseren Weins für den falschen Zeitpunkt durch den Gastgeber dachte. Und was die für den Wein zuständigen Diener betrifft, so hätten sie, wenn sie über den fehlenden Wein gewusst hätten, den Tafelmeister darüber informiert, und dieser hätte das dann dem Gastgeber mitgeteilt.

Wenn also die für den Wein Zuständigen nicht wussten, dass der Wein fehlte, dann stellt sich automatisch die Frage, woher das Maria wusste, die als einfacher Hochzeitsgast, der sich unter den anderen Gästen befand, mit den Weinkrügen und dem Wein nichts zu tun hatte. Auf natürlichem Wege konnte sie als einfacher Hochzeitsgast vom fehlenden Wein nichts gewusst haben, da das nichteinmal die für den Wein Zuständigen wussten. Das heißt, dass Maria ganz offensichtlich die Gabe der Weissagung hatte, mit der Gott sie auf den fehlenden Wein aufmerksam gemacht hatte, um durch sie als der Mittlerin seiner Gnaden die Mission Jesu einzuleiten und die Jünger zum Glauben an Ihn zu führen. Jesus hat dies erkannt, weshalb er sie in diesem Zusammenhang mit “Frau” anredet, um sie mit dieser Bezeichnung als die in 1 Mo 3,15 prophezeite neue Eva zu bezeugen, derer sich Gott gegen Satan, ihren Feind, bedient. Durch sie wollte Gott auf der Hochzeit zu Kana die Mission seines Sohnes einleiten, was noch damit korrespondiert, das Jesus sie nochmal mit dem Titel “Frau” bei der Vollendung seiner Mission vom Kreuz her versieht:

“Frau, siehe dein Sohn!” (Joh 19,26)

Es ist also kein Zufall, dass der Herr seine Mutter zu zwei entscheidenen Zeitpunkten mit dem Frau-Titel versieht, das erste Mal zu Beginn seiner Mission, die der göttliche Vater durch sie einleitete, und das zweite und letzte Mal zum Ende seiner Mission. Damit beschreibt er die große, einzigartige Bedeutung seiner Mutter im Heilsgeschehen.

Die in der Heiligen Schrift bezeugten mystischen Gnadengaben Mariens zeichnen sie aus!

 

17. Maria als immerwährende Jungfrau

Auch die göttliche Lehre der katholischen Kirche, dass Maria immerwährende Jungfrau ist, wird von den Protestanten geleugnet, da auch sie angeblich nicht biblisch sei. Dabei beziehen sie sich auf insgesamt fünf Bibelaussagen:

1.) Lk 2,22: „Und als die Tage ihrer Reinigung sich nach dem Gesetz des Moses erfüllten, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen, wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn …”

Es wird behauptet, dass die im Gesetz Mose vorgeschriebene Reinigung, der sich Maria unterzog, beweisen würde, dass sie bei der Geburt ihres Sohnes Jesus Christus ihre biologische Jungfräulichkeit verloren habe. Dagegen ist zu erwidern:

a) In Mt 3,13 steht auch, dass sich Jesus der johannäischen Bußtaufe unterzogen hat, so wie Maria, seine Mutter, der gesetzlich angeordneten Reinigung. Das heißt: So, wie aus der Bußtaufe Christi nicht zu schlussfolgern ist, dass er Sünder war und deshalb die Bußtaufe benötigt hätte, so ist auch aus der Reinigung seiner Mutter nicht zu schlussfolgern, dass sie aufgrund der Geburt ihres Sohnes ihre biologische Jungfräulichkeit verloren habe. Man kann daher schlussfolgern: So, wie sich Jesus gemäß Mt 3,13 als Sündenloser der Bußtaufe unterzog, um „alle Gerechtigkeit [zu] erfüllen“, so unterzog sich seine Mutter der vorgeschriebenen Reinigung, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.

b) In Jes 7,14 lesen wir: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären …“ Diese Stelle bezieht der hl. Apostel Matthäus im Heiligen Geist auf Maria und Jesus: „Dies alles ist geschehen, damit erfüllt würde, was gesagt ist vom Herrn durch den Propheten: ‚Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären …“ (Mt. 1,22-23) Nach Matthäus, der vom Heiligen Geist inspiriert war, besagt die von ihm zitierte Jesjastelle, dass Maria, die Jungfrau, nicht nur empfangen, sondern auch geboren hat; sie war also, wie bezeugt, Jungfrau bei der Empfängnis Christi und Jungfrau bei seiner Geburt.

Aus alledem ergibt sich: Maria hat ihre biologische Jungfräulichkeit weder bei der Empfängnis, noch bei der Geburt Christi verloren. Sie ist Jungfrau!

2.) Mt 1,25: „Und er (Josef) erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar, und er gab ihm den Namen ‚Jesus‘.“

Man sagt, dass Josef gemäß dieser Stelle keinen Geschlechtsverkehr mit Maria gehabt habe, bis sie Jesus Christus gebar. Das würde bedeuten, dass Josef seine Frau Maria danach erkannte. Deshalb sei sie keine immerwährende Jungfrau! Was diese Protestanten aufgrund ihrer fehlenden Bibelkenntnisse nicht wissen, ist, dass das Wort „bis“ im biblischen Sprachgebrauch meistens einen Sachverhalt anzeigt, der sich nur auf den bezeichneten Zeitraum bezieht, über den hinaus keine gegenteilige Auskunft gegeben wird. Dazu einige biblische Beispiele:

a) Wenn es in 2 Sam 6,23 heißt, dass Michal, die Tochter König Sauls, bis zu ihrem Tod kinderlos blieb, dann heißt das doch nicht, dass sie nach ihrem Tod Kinder bekam, es sei denn, wir folgen der protestantischen Argumentation, nach der Michal nach ihrem Tod wiedergeboren worden sein musste.

b) Wenn nach Psalm 110 Christus zur Rechten des Vaters sitzt, bis der Vater ihm seine Feinde unterworfen hat, dann heißt das doch nicht, dass er danach nicht mehr zur Rechten des Vaters sitzt.

c) Und wenn Christus nach Mt 28,20 sagt, dass er alle Tage bis ans Ende der Welt bei seinen Aposteln bleibt, dann heißt das doch nicht, dass er sie nach dem Ende der Welt verlassen wird.

d) Oder wenn Paulus in Phil 2,8 schreibt, dass Christus „bis zum Tod am Kreuz“ gehorsam war, dann heißt das doch nicht, dass er danach ungehorsam und somit Sünder geworden war.

Genauso auch hier: Wenn es heißt, dass Josef seine Frau Maria während ihrer Schwangerschaft nicht erkannt hatte, bis sie einen Sohn – Jesus Christus – gebar, so bedeutet das nicht, dass er sie danach erkannte. Und so ist auch diese protestantische Argumentation, die nichts mit der Bibel zu tun hat, vom Tisch!

3.) Lk 2,7: „… und sie (Maria) gebar ihren erstgeborenen Sohn …“

Da Jesus der erstgeborene Sohn Marias ist, so die Protestanten, habe Maria dieser Aussage zufolge noch mindestens einen Zweitgeborenen gehabt. Das trifft nicht zu, weil der Erstgeborene im damaligen Judentum diesen Titel auch dann hatte, wenn die Mutter keine weiteren Kinder bekam, was sich auch bei der Aussage Gottes in 1 Mo 13,1 zeigt: Alle Erstgeborenen sind mein!“, also auch dann, wenn es keinen Zweitgeborenen gibt, da das Erstgeburtsrecht nicht von einem Zweitgeborenen abhängt.

4.) Mt 13,55-56 / Mk 6,3: „Und seine Brüder Jakobus, Josef, Simon und Judas? Und sind nicht seine Schwestern bei uns?“ / „Ist er nicht … der Bruder des Jakobus, Joses und des Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern bei uns?“

Diesen Bibelstellen zufolge habe Jesus, so die Protestanten, leibliche Brüder und Schwestern gehabt. Maria sei demnach keine immerwährende Jungfrau. Dagegen ist zu erwidern:

a) Die Bibel spricht nirgendwo davon, dass die Brüder und Schwestern Jesu seine leiblichen Brüder und Schwestern waren. Dass es leibliche Brüder und Schwestern Jesu gewesen wären, ist nichts anderes, als eine protestantische Idee, die daher, weil sie unbiblisch ist, keine Relevanz hat.

b) Des Weiteren spricht das Neue Testament in diesem Zusammenhang an keiner Stelle von „Kindern“ oder von „Söhnen und Töchtern Marias“, sondern ausnahmslos von Brüdern und Schwestern Jesu. Auch das zeigt, dass es sich hier nur um eine protestantische Idee handelt, die mit der Bibel nichts zu tun hat!

c) Vor diesem Hintergrund handelte es sich bei den Brüdern und Schwestern Jesu – dem biblischen und jüdischen Sprachgebrauch zufolge – um andere Verwandte Jesu. Hier ein biblisches Beispiel: Nach 1 Mo 13,8 war Lot, der Neffe Abrahams, sein Bruder: „Es soll doch kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder!“ Obwohl Lot der Neffe Abrahams war, nannte ihn Abraham dennoch Bruder. Ein weiteres Beispiel: Es heißt in Joh 19,25, dass Maria, die Mutter des Herrn, eine Schwester mit demselben Namen – „Maria“ – hat. Da niemand seinen Kindern denselben Vornamen gibt, so handelte es sich bei der „Schwester“ der Gottesmutter nicht um eine leibliche Schwester von ihr, sondern um eine andere Verwandte, vielleicht um eine Cousine! Wenn also die Heilige Schrift nie von leiblichen Söhnen und Töchtern Mariens spricht, aber von Brüdern und Schwestern Jesu, dann handelt es sich dabei nach dem jüdischen Sprachgebrauch um andere Verwandte Jesu.

d) Tatsächlich werden zwei der genannten vier „Brüder“ Jesu, nämlich Jakobus und Josef/Joses in Mt 27,56 und Mk 15,40 als Söhne einer anderen Maria genannt: „Unter ihnen (den Frauen) war Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Josef …“; „Auch Frauen schauten von weitem zu, unter ihnen Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus des Jüngeren und des Joses …“ In Joh 19,25 wird diese andere Maria als die oben bereits erwähnte nicht-leibliche Schwester Mariens, als die Frau des Klopas, identifiziert: „Es standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.“ Demzufolge handelte es sich bei Jesu Brüdern Jakobus und Josef/Joses tatsächlich nicht um seine leiblichen Brüder.

e) Übrig bleiben somit Jesu Brüder Judas und Simon. Wer waren sie? Auf keinen Fall Jesu leibliche Brüder, sondern andere Verwandte, da die Bibel keine leiblichen Söhne Mariens kennt. Das beweist auch die Tatsache, dass die Leute aus Nazareth Jesu Brüder Judas und Simon im gleichen Zuge mit den in der Bibel bezeugten nicht-leiblichen Brüdern Jakobus und Joses nennen, was sie nicht getan hätten, wenn Judas und Simon leibliche Brüder Jesu wären, da sie dann nur von diesen Beiden als von Brüdern Jesu gesprochen hätten, und nicht auch von Jakobus und Joses/Josef. Beachten wir auch Joh 19,26f.:

Als nun Jesus seine Mutter sah und neben ihr stehend den Jünger, den er liebte, sprach er zur Mutter: ‚Frau, siehe, dein Sohn!‘ Darauf sprach er zum Jünger: ‚Siehe, deine Mutter!‘ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger in sein Eigenes.“

In Anbetracht seines anstehenden Todes übergab Jesus seine Mutter seinem Lieblingsjünger Johannes zur Obhut. Das belegt, dass Maria neben Jesus keine weiteren leiblichen Söhne hatte, weil diese Aufgabe, die Jesus seinem Jünger erteilte, in der damaligen Zeit im jüdischen Kulturkreis diesen Söhnen zugefallen wäre. Wären also Judas und Simon leibliche Brüder Jesu, dann hätten sie sich nach Jesu Tod um Maria gekümmert. Auch das belegt, dass auch Simon und Judas, die anderen beiden der vier Brüder Jesu, nicht seine leiblichen Brüder sind. Maria hatte also keine anderen leiblichen Söhne. Jakobus, Josef/Joses, Simon und Judas hatten andere Mütter.

Nun ist mir ein protestantisches Argument bekannt, das diese Tatsache auszuhebeln versucht; es wird argumentiert: Jesus habe seine Mutter ihren leiblichen Söhnen, die ja in der Bibel nicht bezeugt sind, nicht in Obhut geben wollen, weil sie ungläubig gewesen wären. Deshalb hätte er sie seinem gläubigen Jünger anvertrauen wollen. Dieses Argument hat drei Haken:

– Maria benötigte keinen Schutz für ihren Glauben, weil ihr Glaube außergewöhnlich groß und stark war, und sogar noch größer als die der Apostel, was z.B. Offb 19,10 belegt, wonach der Glaube des Apostels Johannes kurzfristig erschüttert wurde, weshalb er in dem Engel eine Gottheit betrachtete. Deshalb hatte sie den Apostel Johannes zum Schutze ihres Glaubens überhaupt nicht benötigt!

– Aus den Auferstehungsberichten der Evangelien wissen wir, dass auch die Apostel nicht an den Auferstandenen geglaubt haben. Sollte also Jesus jemanden seine Mutter anvertrauen, der nicht an die Auferstehung Christi glauben sollte? Wo ist hier der Unterschied zu Jesu sog. „Brüdern“? Wir sehen, dass das protestantische Argument nicht aufgeht!

– Es trat aber nach der Auferstehung Christi eine Zeit ein, in der sowohl die Apostel, als auch Jesu Brüder zum Glauben fanden, weshalb wir sie alle nach Apg 1,14 gläubig vereint in der Erwartung des Heiligen Geistes sehen: „Diese alle (die Apostel) verharrten einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“

Wir sehen, dass das besagte protestantische Argument völlig unsinnig ist! In Anbetracht der drei angeführten Punkte hatte es Jesus gar nicht nötig, seine Mutter dem Apostel Johannes in die Obhut zu geben, aber er musste es tun, weil es keine andere Alternative gab, weil seine Mutter keine weiteren leiblichen Söhne hatte!

f) Auch der lukanische Bericht Lk 2,41-52 zeigt, dass Maria keine Kinder hatte, außer Jesus, da hier bezeugt wird, dass nur Maria, Josef und Jesus jährlich zum Paschafest gingen. Keine Spur von weiteren leiblichen Kindern Mariens! Hätte Maria dann nach dem 12. Lebensjahr Jesu Kinder bekommen, wären diese zur Zeit der Mission Jesu unter 19 Jahre gewesen, also weit jünger als Jesus. Da die sog. “Brüder Jesu” gemäß den Evangelien aber eine bevormundende Stellung gegenüber Jesus einnahmen, so zeigt das, dass sie älter als Jesus waren, weil im Judentum nur ältere Geschwister den Jüngeren gegenüber bevormundend waren, nicht umgekehrt. Auch deshalb waren alle im Neuen Testament genannten Brüder Jesu nicht seine leiblichen Brüder, sondern andere Verwandte, die älter als er waren!

g) Übrig bleiben die Schwestern Jesu, bei denen es sich ebenso nicht um leibliche Kinder Mariens handelt, weil die Bibel keine leiblichen Töchter Mariens kennt. Beachten wir, was Maria in Lk 1,34 sagt: Nachdem der Erzengel Gabriel ihr einen Sohn – den Messias – verheißen hat, fragt sie ihn: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkennen werde?“ Das griechische Wort „ginōskō“ („erkennen“) steht hier in Präsenz Durativ und bezeichnet einen Zustand, der auch in der Zukunft so bleibt, wie er jetzt ist. Da dies in deutscher Sprache nicht zum Ausdruck gebracht werden kann, ist das Wort hier in diesem Zusammenhang in Futur übersetzt, weil es, dem griechischen Text gemäß, in Futur den bleibenden Zustand besser zum Ausdruck bringt. Mit ihrer Aussage erklärt Maria also, dass sie sich im Stand sexueller Enthaltsamkeit befinde, in dem sie auch in Zukunft verbleibt, also in ihrer Ehe mit Josef und darüber hinaus. Dies besagt also, dass sie, noch bevor der Engel zu ihr kam, beschlossen hatte, ihr Leben lang sexuell enthaltsam, also Jungfrau, zu bleiben. Da die gläubigen Juden bei allem, was sie taten, biblisch dachten, so weiß man, dass die Jüdin Maria nach dem mosaischen Gesetz Gott, ihrem Herrn, ein Keuschheitsgelübde gelobt hat:

Gelobt eine weibliche Person dem Herrn etwas, oder legt sie sich ein Keuschheitsgelübde auf, solange sie noch ledig im Hause ihres Vaters lebt, so sind ihre Gelübde gültig …, doch muss ihr Vater von dem Gelübde und ihrer Enthaltung … erfahren und dazu schweigen. Wehrt der Vater an dem Tage, da er davon hört, so haben alle ihre Gelübde und Keuschheitsgelübde … keine Gültigkeit … Und wenn sie etwa die Frau eines Mannes wird, während ihre Gelübde auf ihr lasten …, so haben ihre Gelübde und ihre Enthaltung … Gültigkeit, doch muss ihr Mann an dem Tage, da er davon erfährt, schweigen. Wehrt ihr Mann an dem Tage, da er davon erfährt, so macht er das Gelübde … ungültig …“ (4 Mo. 30,4-9)

Das heißt: Entweder hat Maria noch zu Lebzeiten ihres Vaters oder danach, aber noch vor ihrer Verlobung mit Josef, Gott ein Keuschheitsgelübde gelobt. Hat sie das Gelübde zu Lebzeiten ihres Vaters Gott gelobt, so muss ihr Vater, da er davon gehört hat, dazu geschwiegen haben, und ihr Gelübde war gültig. Als sie sich dann mit Josef verlobt hat, hat sie ihm gemäß 4 Mo 30,4-9 von ihrem Gelübde erzählt, und auch er schwieg, und das Gelübde war von nun an für immer gültig. So hat es sich gemäß 4 Mo 30,4-9 zugetragen, weil Maria, als sie mit Josef verlobt war, dem Engel mit aller Sicherheit sagen konnte, dass sie allzeit keinen Mann erkennt.

Wir sehen, Maria selbst bekundet, dass sie immerwährende Jungfrau ist. Sie hatte folglich außer Jesus Christus keine leiblichen Kinder. Deshalb spricht das Neue Testament an keiner Stelle von leiblichen Kindern oder von leiblichen Söhnen und Töchtern Mariens.

5.) Ps 69,22: „Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter.“

Protestanten führen nun diesen Psalm an, um zu beweisen, dass Jesus sehr wohl leibliche Brüder gehabt hätte, weshalb Maria keine immerwährende Jungfrau sein könne. Sie beziehen diesen Psalm deshalb auf Jesus, weil er in Mt 27,34.48 auf ihn bezogen wird. Was ist dazu zu sagen?

In Ps 69,22 können die Söhne Mariens aus jenen unter 4.d-g genannten Gründen nicht ihre leiblichen Söhne sein. Die Bibel gibt uns daher eine Alternative, nämlich in Offb 12,17:

Da wurde der Drache zornig auf die Frau und machte sich auf, Krieg zu führen mit ihren übrigen Kindern, mit denen, die Gottes Gebote halten und fehalten am Zeugnis Jesu.”

Nach Offb 12,17 hat Maria also in der Tat Söhne, nämlich Jesu Jünger, denen Jesus während und nach seiner Passion ein Fremder geworden war, und sie deshalb nicht an seine ihnen von ihm selbst prophezeite Auferstehung von den Toten glaubten, auch dann nicht, als ihnen die Frauen vom Auferstandenen berichteten. So sehr ist ihnen Jesus fremd geworden, und das auch noch nach allem, was sie mit ihm erlebt hatten.

Somit bezieht sich Ps 69,22 nicht auf leibliche Söhne Mariens, die es nicht gibt, sondern auf geistige Söhne Mariens, die Jünger, die geistigen Brüder Jesu!

Die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens ist also biblisch bezeugt. Als Gottes Magd hat Maria Gott, ihrem Herrn, nach dem mosaischen Gesetz um des Himmelreiches willen ein Keuschheitsgelübde gelobt, und Gott hat ihr ihre biologische Jungfräulichkeit bei der Geburt ihres Sohnes Jesus Christus bewahrt.

Auch die göttliche Lehre der katholischen Kirche, dass Maria immerwährende Jungfrau ist, wird von den Protestanten geleugnet, da auch sie angeblich nicht biblisch sei. Dabei beziehen sie sich auf insgesamt fünf Bibelaussagen:

1.) Lk 2,22: „Und als die Tage ihrer Reinigung sich nach dem Gesetz des Moses erfüllten, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen, wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn …”

Es wird behauptet, dass die im Gesetz Mose vorgeschriebene Reinigung, der sich Maria unterzog, beweisen würde, dass sie bei der Geburt ihres Sohnes Jesus Christus ihre biologische Jungfräulichkeit verloren habe. Dagegen ist zu erwidern:

a) In Mt 3,13 steht auch, dass sich Jesus der johannäischen Bußtaufe unterzogen hat, so wie Maria, seine Mutter, der gesetzlich angeordneten Reinigung. Das heißt: So, wie aus der Bußtaufe Christi nicht zu schlussfolgern ist, dass er Sünder war und deshalb die Bußtaufe benötigt hätte, so ist auch aus der Reinigung seiner Mutter nicht zu schlussfolgern, dass sie aufgrund der Geburt ihres Sohnes ihre biologische Jungfräulichkeit verloren habe. Man kann daher schlussfolgern: So, wie sich Jesus gemäß Mt 3,13 als Sündenloser der Bußtaufe unterzog, um „alle Gerechtigkeit [zu] erfüllen“, so unterzog sich seine Mutter der vorgeschriebenen Reinigung, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.

b) In Jes 7,14 lesen wir: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären …“ Diese Stelle bezieht der hl. Apostel Matthäus im Heiligen Geist auf Maria und Jesus: „Dies alles ist geschehen, damit erfüllt würde, was gesagt ist vom Herrn durch den Propheten: ‚Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären …“ (Mt. 1,22-23) Nach Matthäus, der vom Heiligen Geist inspiriert war, besagt die von ihm zitierte Jesjastelle, dass Maria, die Jungfrau, nicht nur empfangen, sondern auch geboren hat; sie war also, wie bezeugt, Jungfrau bei der Empfängnis Christi und Jungfrau bei seiner Geburt.

Aus alledem ergibt sich: Maria hat ihre biologische Jungfräulichkeit weder bei der Empfängnis, noch bei der Geburt Christi verloren. Sie ist Jungfrau!

2.) Mt 1,25: „Und er (Josef) erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar, und er gab ihm den Namen ‚Jesus‘.“

Man sagt, dass Josef gemäß dieser Stelle keinen Geschlechtsverkehr mit Maria gehabt habe, bis sie Jesus Christus gebar. Das würde bedeuten, dass Josef seine Frau Maria danach erkannte. Deshalb sei sie keine immerwährende Jungfrau! Was diese Protestanten aufgrund ihrer fehlenden Bibelkenntnisse nicht wissen, ist, dass das Wort „bis“ im biblischen Sprachgebrauch meistens einen Sachverhalt anzeigt, der sich nur auf den bezeichneten Zeitraum bezieht, über den hinaus keine gegenteilige Auskunft gegeben wird. Dazu einige biblische Beispiele:

a) Wenn es in 2 Sam 6,23 heißt, dass Michal, die Tochter König Sauls, bis zu ihrem Tod kinderlos blieb, dann heißt das doch nicht, dass sie nach ihrem Tod Kinder bekam, es sei denn, wir folgen der protestantischen Argumentation, nach der Michal nach ihrem Tod wiedergeboren worden sein musste.

b) Wenn nach Psalm 110 Christus zur Rechten des Vaters sitzt, bis der Vater ihm seine Feinde unterworfen hat, dann heißt das doch nicht, dass er danach nicht mehr zur Rechten des Vaters sitzt.

c) Und wenn Christus nach Mt 28,20 sagt, dass er alle Tage bis ans Ende der Welt bei seinen Aposteln bleibt, dann heißt das doch nicht, dass er sie nach dem Ende der Welt verlassen wird.

d) Oder wenn Paulus in Phil 2,8 schreibt, dass Christus „bis zum Tod am Kreuz“ gehorsam war, dann heißt das doch nicht, dass er danach ungehorsam und somit Sünder geworden war.

Genauso auch hier: Wenn es heißt, dass Josef seine Frau Maria während ihrer Schwangerschaft nicht erkannt hatte, bis sie einen Sohn – Jesus Christus – gebar, so bedeutet das nicht, dass er sie danach erkannte. Und so ist auch diese protestantische Argumentation, die nichts mit der Bibel zu tun hat, vom Tisch!

3.) Lk 2,7: „… und sie (Maria) gebar ihren erstgeborenen Sohn …“

Da Jesus der erstgeborene Sohn Marias ist, so die Protestanten, habe Maria dieser Aussage zufolge noch mindestens einen Zweitgeborenen gehabt. Das trifft nicht zu, weil der Erstgeborene im damaligen Judentum diesen Titel auch dann hatte, wenn die Mutter keine weiteren Kinder bekam, was sich auch bei der Aussage Gottes in 1 Mo 13,1 zeigt: Alle Erstgeborenen sind mein!“, also auch dann, wenn es keinen Zweitgeborenen gibt, da das Erstgeburtsrecht nicht von einem Zweitgeborenen abhängt.

4.) Mt 13,55-56 / Mk 6,3: „Und seine Brüder Jakobus, Josef, Simon und Judas? Und sind nicht seine Schwestern bei uns?“ / „Ist er nicht … der Bruder des Jakobus, Joses und des Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern bei uns?“

Diesen Bibelstellen zufolge habe Jesus, so die Protestanten, leibliche Brüder und Schwestern gehabt. Maria sei demnach keine immerwährende Jungfrau. Dagegen ist zu erwidern:

a) Die Bibel spricht nirgendwo davon, dass die Brüder und Schwestern Jesu seine leiblichen Brüder und Schwestern waren. Dass es leibliche Brüder und Schwestern Jesu gewesen wären, ist nichts anderes, als eine protestantische Idee, die daher, weil sie unbiblisch ist, keine Relevanz hat.

b) Des Weiteren spricht das Neue Testament in diesem Zusammenhang an keiner Stelle von „Kindern“ oder von „Söhnen und Töchtern Marias“, sondern ausnahmslos von Brüdern und Schwestern Jesu. Auch das zeigt, dass es sich hier nur um eine protestantische Idee handelt, die mit der Bibel nichts zu tun hat!

c) Vor diesem Hintergrund handelte es sich bei den Brüdern und Schwestern Jesu – dem biblischen und jüdischen Sprachgebrauch zufolge – um andere Verwandte Jesu. Hier ein biblisches Beispiel: Nach 1 Mo 13,8 war Lot, der Neffe Abrahams, sein Bruder: „Es soll doch kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder!“ Obwohl Lot der Neffe Abrahams war, nannte ihn Abraham dennoch Bruder. Ein weiteres Beispiel: Es heißt in Joh 19,25, dass Maria, die Mutter des Herrn, eine Schwester mit demselben Namen – „Maria“ – hat. Da niemand seinen Kindern denselben Vornamen gibt, so handelte es sich bei der „Schwester“ der Gottesmutter nicht um eine leibliche Schwester von ihr, sondern um eine andere Verwandte, vielleicht um eine Cousine! Wenn also die Heilige Schrift nie von leiblichen Söhnen und Töchtern Mariens spricht, aber von Brüdern und Schwestern Jesu, dann handelt es sich dabei nach dem jüdischen Sprachgebrauch um andere Verwandte Jesu.

d) Tatsächlich werden zwei der genannten vier „Brüder“ Jesu, nämlich Jakobus und Josef/Joses in Mt 27,56 und Mk 15,40 als Söhne einer anderen Maria genannt: „Unter ihnen (den Frauen) war Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Josef …“; „Auch Frauen schauten von weitem zu, unter ihnen Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus des Jüngeren und des Joses …“ In Joh 19,25 wird diese andere Maria als die oben bereits erwähnte nicht-leibliche Schwester Mariens, als die Frau des Klopas, identifiziert: „Es standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.“ Demzufolge handelte es sich bei Jesu Brüdern Jakobus und Josef/Joses tatsächlich nicht um seine leiblichen Brüder.

e) Übrig bleiben somit Jesu Brüder Judas und Simon. Wer waren sie? Auf keinen Fall Jesu leibliche Brüder, sondern andere Verwandte, da die Bibel keine leiblichen Söhne Mariens kennt. Das beweist auch die Tatsache, dass die Leute aus Nazareth Jesu Brüder Judas und Simon im gleichen Zuge mit den in der Bibel bezeugten nicht-leiblichen Brüdern Jakobus und Joses nennen, was sie nicht getan hätten, wenn Judas und Simon leibliche Brüder Jesu wären, da sie dann nur von diesen Beiden als von Brüdern Jesu gesprochen hätten, und nicht auch von Jakobus und Joses/Josef. Beachten wir auch Joh 19,26f.:

Als nun Jesus seine Mutter sah und neben ihr stehend den Jünger, den er liebte, sprach er zur Mutter: ‚Frau, siehe, dein Sohn!‘ Darauf sprach er zum Jünger: ‚Siehe, deine Mutter!‘ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger in sein Eigenes.“

In Anbetracht seines anstehenden Todes übergab Jesus seine Mutter seinem Lieblingsjünger Johannes zur Obhut. Das belegt, dass Maria neben Jesus keine weiteren leiblichen Söhne hatte, weil diese Aufgabe, die Jesus seinem Jünger erteilte, in der damaligen Zeit im jüdischen Kulturkreis diesen Söhnen zugefallen wäre. Wären also Judas und Simon leibliche Brüder Jesu, dann hätten sie sich nach Jesu Tod um Maria gekümmert. Auch das belegt, dass auch Simon und Judas, die anderen beiden der vier Brüder Jesu, nicht seine leiblichen Brüder sind. Maria hatte also keine anderen leiblichen Söhne. Jakobus, Josef/Joses, Simon und Judas hatten andere Mütter.

Nun ist mir ein protestantisches Argument bekannt, das diese Tatsache auszuhebeln versucht; es wird argumentiert: Jesus habe seine Mutter ihren leiblichen Söhnen, die ja in der Bibel nicht bezeugt sind, nicht in Obhut geben wollen, weil sie ungläubig gewesen wären. Deshalb hätte er sie seinem gläubigen Jünger anvertrauen wollen. Dieses Argument hat drei Haken:

– Maria benötigte keinen Schutz für ihren Glauben, weil ihr Glaube außergewöhnlich groß und stark war, und sogar noch größer als die der Apostel, was z.B. Offb 19,10 belegt, wonach der Glaube des Apostels Johannes kurzfristig erschüttert wurde, weshalb er in dem Engel eine Gottheit betrachtete. Deshalb hatte sie den Apostel Johannes zum Schutze ihres Glaubens überhaupt nicht benötigt!

– Aus den Auferstehungsberichten der Evangelien wissen wir, dass auch die Apostel nicht an den Auferstandenen geglaubt haben. Sollte also Jesus jemanden seine Mutter anvertrauen, der nicht an die Auferstehung Christi glauben sollte? Wo ist hier der Unterschied zu Jesu sog. „Brüdern“? Wir sehen, dass das protestantische Argument nicht aufgeht!

– Es trat aber nach der Auferstehung Christi eine Zeit ein, in der sowohl die Apostel, als auch Jesu Brüder zum Glauben fanden, weshalb wir sie alle nach Apg 1,14 gläubig vereint in der Erwartung des Heiligen Geistes sehen: „Diese alle (die Apostel) verharrten einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“

Wir sehen, dass das besagte protestantische Argument völlig unsinnig ist! In Anbetracht der drei angeführten Punkte hatte es Jesus gar nicht nötig, seine Mutter dem Apostel Johannes in die Obhut zu geben, aber er musste es tun, weil es keine andere Alternative gab, weil seine Mutter keine weiteren leiblichen Söhne hatte!

f) Auch der lukanische Bericht Lk 2,41-52 zeigt, dass Maria keine Kinder hatte, außer Jesus, da hier bezeugt wird, dass nur Maria, Josef und Jesus jährlich zum Paschafest gingen. Keine Spur von weiteren leiblichen Kindern Mariens! Hätte Maria dann nach dem 12. Lebensjahr Jesu Kinder bekommen, wären diese zur Zeit der Mission Jesu unter 19 Jahre gewesen, also weit jünger als Jesus. Da die sog. “Brüder Jesu” gemäß den Evangelien aber eine bevormundende Stellung gegenüber Jesus einnahmen, so zeigt das, dass sie älter als Jesus waren, weil im Judentum nur ältere Geschwister den Jüngeren gegenüber bevormundend waren, nicht umgekehrt. Auch deshalb waren alle im Neuen Testament genannten Brüder Jesu nicht seine leiblichen Brüder, sondern andere Verwandte, die älter als er waren!

g) Übrig bleiben die Schwestern Jesu, bei denen es sich ebenso nicht um leibliche Kinder Mariens handelt, weil die Bibel keine leiblichen Töchter Mariens kennt. Beachten wir, was Maria in Lk 1,34 sagt: Nachdem der Erzengel Gabriel ihr einen Sohn – den Messias – verheißen hat, fragt sie ihn: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkennen werde?“ Das griechische Wort „ginōskō“ („erkennen“) steht hier in Präsenz Durativ und bezeichnet einen Zustand, der auch in der Zukunft so bleibt, wie er jetzt ist. Da dies in deutscher Sprache nicht zum Ausdruck gebracht werden kann, ist das Wort hier in diesem Zusammenhang in Futur übersetzt, weil es, dem griechischen Text gemäß, in Futur den bleibenden Zustand besser zum Ausdruck bringt. Mit ihrer Aussage erklärt Maria also, dass sie sich im Stand sexueller Enthaltsamkeit befinde, in dem sie auch in Zukunft verbleibt, also in ihrer Ehe mit Josef und darüber hinaus. Dies besagt also, dass sie, noch bevor der Engel zu ihr kam, beschlossen hatte, ihr Leben lang sexuell enthaltsam, also Jungfrau, zu bleiben. Da die gläubigen Juden bei allem, was sie taten, biblisch dachten, so weiß man, dass die Jüdin Maria nach dem mosaischen Gesetz Gott, ihrem Herrn, ein Keuschheitsgelübde gelobt hat:

Gelobt eine weibliche Person dem Herrn etwas, oder legt sie sich ein Keuschheitsgelübde auf, solange sie noch ledig im Hause ihres Vaters lebt, so sind ihre Gelübde gültig …, doch muss ihr Vater von dem Gelübde und ihrer Enthaltung … erfahren und dazu schweigen. Wehrt der Vater an dem Tage, da er davon hört, so haben alle ihre Gelübde und Keuschheitsgelübde … keine Gültigkeit … Und wenn sie etwa die Frau eines Mannes wird, während ihre Gelübde auf ihr lasten …, so haben ihre Gelübde und ihre Enthaltung … Gültigkeit, doch muss ihr Mann an dem Tage, da er davon erfährt, schweigen. Wehrt ihr Mann an dem Tage, da er davon erfährt, so macht er das Gelübde … ungültig …“ (4 Mo. 30,4-9)

Das heißt: Entweder hat Maria noch zu Lebzeiten ihres Vaters oder danach, aber noch vor ihrer Verlobung mit Josef, Gott ein Keuschheitsgelübde gelobt. Hat sie das Gelübde zu Lebzeiten ihres Vaters Gott gelobt, so muss ihr Vater, da er davon gehört hat, dazu geschwiegen haben, und ihr Gelübde war gültig. Als sie sich dann mit Josef verlobt hat, hat sie ihm gemäß 4 Mo 30,4-9 von ihrem Gelübde erzählt, und auch er schwieg, und das Gelübde war von nun an für immer gültig. So hat es sich gemäß 4 Mo 30,4-9 zugetragen, weil Maria, als sie mit Josef verlobt war, dem Engel mit aller Sicherheit sagen konnte, dass sie allzeit keinen Mann erkennt.

Wir sehen, Maria selbst bekundet, dass sie immerwährende Jungfrau ist. Sie hatte folglich außer Jesus Christus keine leiblichen Kinder. Deshalb spricht das Neue Testament an keiner Stelle von leiblichen Kindern oder von leiblichen Söhnen und Töchtern Mariens.

5.) Ps 69,22: „Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter.“

Protestanten führen nun diesen Psalm an, um zu beweisen, dass Jesus sehr wohl leibliche Brüder gehabt hätte, weshalb Maria keine immerwährende Jungfrau sein könne. Sie beziehen diesen Psalm deshalb auf Jesus, weil er in Mt 27,34.48 auf ihn bezogen wird. Was ist dazu zu sagen?

In Ps 69,22 können die Söhne Mariens aus jenen unter 4.d-g genannten Gründen nicht ihre leiblichen Söhne sein. Die Bibel gibt uns daher eine Alternative, nämlich in Offb 12,17:

Da wurde der Drache zornig auf die Frau und machte sich auf, Krieg zu führen mit ihren übrigen Kindern, mit denen, die Gottes Gebote halten und fehalten am Zeugnis Jesu.”

Nach Offb 12,17 hat Maria also in der Tat Söhne, nämlich Jesu Jünger, denen Jesus während und nach seiner Passion ein Fremder geworden war, und sie deshalb nicht an seine ihnen von ihm selbst prophezeite Auferstehung von den Toten glaubten, auch dann nicht, als ihnen die Frauen vom Auferstandenen berichteten. So sehr ist ihnen Jesus fremd geworden, und das auch noch nach allem, was sie mit ihm erlebt hatten.

Somit bezieht sich Ps 69,22 nicht auf leibliche Söhne Mariens, die es nicht gibt, sondern auf geistige Söhne Mariens, die Jünger, die geistigen Brüder Jesu!

Die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens ist also biblisch bezeugt. Als Gottes Magd hat Maria Gott, ihrem Herrn, nach dem mosaischen Gesetz um des Himmelreiches willen ein Keuschheitsgelübde gelobt, und Gott hat ihr ihre biologische Jungfräulichkeit bei der Geburt ihres Sohnes Jesus Christus bewahrt.

Weiterführende Texte zum Thema mit genauerer Untersuchung und weiteren Erkenntnissen: https://www.philso.uni-augsburg.de/institute/philosophie/Personen/Lehrbeauftragte/neidhart/Downloads/BruederJesuMaria.pdf

 

18. Maria, die Gottesmutter

Wir Katholiken verehren Maria auch als die Mutter Gottes, weil es etwas unbeschreiblich Großes, Einzigartiges, Bedeutendes und Erhabenes ist, die Mutter Gottes zu sein. Die Protestanten lehnen natürlich auch das ab, weil Maria Gott nicht hervorgebracht habe. Deshalb meinen sie, dass der Titel „Muttergottes“ besagen würde, dass Maria eine Göttin sei, die Gott hervorgebracht habe. Das ist protestantischer Unsinn, denn der Titel „Muttergottes“ bezieht die katholische Kirche nicht auf Maria als eine Göttin, die Gott hervorgebracht hätte, sondern auf Maria als die geschöpfliche Mutter Christi, den sie durch den Heiligen Geist in ihrem Mutterleib empfangen und schließlich im Mutterleib getragen und dann geboren hat. Denn Christus ist nicht eine menschliche Person, wie die Protestanten in ihrem protestantischen Irrglauben meinen, sondern eine göttliche Person. Christus ist die zweite göttliche Person! Und die hat Maria empfangen, getragen und geboren. Deshalb ist sie die Mutter der zweiten göttlichen Person, die Mutter Gottes!

Gleich zu Beginn seines Evangeliums teilt uns der hl. Apostel Johannes mit, dass Jesus Christus Gott ist:

Im Anfang war der Logos – das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Joh 1,1)

Das Wort ist also Gott. Das wird noch dadurch bestätigt, dass Johannes gleich darauf über ihn sagt:

Dieses war im Anfang bei Gott (dem Vater!). Alles ist durch dieses geworden, und ohne es wurde auch nicht eines von dem, was geworden ist. (Joh. 1,2-3)

Es heißt, dass durch das Wort alles geworden ist, was geworden ist, der Sohn Gottes, des Vaters, sich also selbst außerhalb alles Gewordenen befindet, Er also nicht geworden, sondern ewig, Gott, ist. Und dann heißt es in Vers 14:

Und das Wort (die zweite göttliche Person) ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt …“

Ausdrücklich sagt Johannes, dass das Wort, die zweite göttliche Person, „Fleisch geworden“ ist, und zwar nach Gal 4,4 aus einer Frau – aus Maria. Hier bezeugt die Bibel also Mariens Gottesmutterschaft, da die zweite göttliche Person in und aus ihr Fleisch wurde, er also keineswegs außerhalb ihres Mutterleibes war, als er Fleisch wurde, da er, die zweite göttliche Person, ja sonst nicht hätte Fleisch werden können, ohne sich in ihrem Mutterleib und dort in seinem eigenen Fleisch zu befinden.

 

19. Maria – Mittlerin und Fürsprecherin

Maria als Mittlerin und Fürsprecherin wird in der Bibel nicht in Form einer ausgebreiteten Lehre bezeugt, sondern in Form ausgewählter Beispiele, an denen wir sie als Mittlerin und Fürsprecherin erkennen sollen, als welche sie von Gott erwählt und gebraucht wird.

Als Mittlerin und Fürsprecherin erscheint sie auf der Hochzeitsfeier zu Kana, wo Gott sie auf übernatürlichem Wege auf den fehlenden Wein aufmerksam gemacht hat, um durch sie als die Vermittelnde Jesu Mission einzuleiten, seine Herrlichkeit zu offenbaren und die Jünger zum Glauben an ihn zu führen. Als Mittlerin erscheint sie auch im Lukasevangelium, wo wir lesen:

Sie trat in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib, und Elisabeth wurde erfüllt von Heiligem Geist … Denn siehe, als der Klang deines Grußes an meine Ohren kam, hüpfte frohlockend das Kind in meinem Leibe.“ (Lk. 1,40-44)

Hier benutzte die zweite göttliche Person das Wort und den Klang der Stimme seiner Mutter, um Elisabeth und ihr Kind mit Heiligem Geist zu erfüllen.

Auch dadurch, dass Gott Maria zur Mutter seines Sohnes gemacht hat, ist sie die Mittlerin, und zwar, indem er infolge ihres Fiat das Heil, Christus, in die Welt sandte. Durch sie kam das Heil, Christus, in die Welt, durch sie empfingen Elisabeth und ihr Kind den Heiligen Geist, durch sie begann Christus seine Mission, und durch sie glaubten die Junger an ihn:

Maria sprach: “Mir geschehe nach deinem Wort!” – und es wurde: die Inkarnation der zweiten göttlichen Person!

Maria sprach ihr Wort zu Elisabeth – und es wurde: die Erfüllung Elisabeths und ihres ungeborenen Kindes mit Heiligem Geist!

Maria sprach auf der Hochzeit zu Kana – und es wurde: das Wunder, die Initiierung der Heilsmission Christi und der Glaube der Jünger an ihn!

Mit diesen drei prägnanten biblischen Beispielen will Gott Maria als die von ihm erwählte Mittlerin und Fürsprecherin offenbaren.

20. Maria, unsere Mutter

Die katholische Kirche lehrt, dass Maria unsere Mutter ist. Die Protestanten lehnen sich wie Pubertierende dagegen auf, weil sie Maria nicht als Mutter haben wollen. In 1 Petr 3,6 lesen wir:

So gehorchte Sara dem Abraham, da sie ‚Herr‘ zu ihm sagt. Deren Kinder seid ihr geworden, wenn ihr das Gute tut und euch von keinerlei Furcht beunruhigen lasst.“

Der hl. Apostel Petrus schreibt, dass Sara, Abrahams Frau, unsere Mutter, Mutter der wahren Christen ist. Doch warum ist sie unsere Mutter? – Weil Christus von ihr abstammt und sie daher seine entfernte Mutter ist und Christus unser Bruder ist:

Es stammen ja der Heiligende (Jesus Christus) und die zu Heiligenden (die Christen) alle von einem (Gott Vater). Aus diesem Grund schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen …“ (Hebr. 2,11)

Daher also, dass Sara Christi entfernte Mutter ist und wir seine Brüder sind, ist Sara unsere Mutter. Wenn aber Sara Christi und unsere Mutter ist, dann ist es Maria erst recht, da sie im Gegensatz zu Sara Christus, unseren Bruder, empfangen und geboren hat. Zusammen mit unserem Bruder, den Herrn, haben wir eine Mutter – Maria! Deshalb lesen wir in Offb 12,17:

Da wurde der Drache zornig über die Frau und machte sich auf, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, mit denen, die Gottes Gebote erfüllen und festhalten am Zeugnis Jesu …“

Die, “die Gottes Gebote erfüllen und festhalten am Zeugnis Jesu”, sind die wahren Christen, die wir gemäß diesem Vers Maria, die Frau aus Offb. 12 und 1 Mo 3,15, als Satans Feindin zur Mutter haben. Sie ist unsere große Mutter, die uns, ihre geistigen Kinder, liebt und vor Satan schützt, wenn wir sie bitten. Da wir Maria, die Mutter unseres Herrn Jesus Christus, unseres Bruders, zur Mutter haben, sind wir nach Gottes viertem Gebot verpflichtet, sie zu lieben und zu ehren:

Ehre deinen Vater und deine Mutter!“ (2 Mo. 20,12)

Die meisten Protestanten tun jedoch das Gegenteil, weil sie Maria ablehnen und sie nicht lieben wollen. Deshalb gehören sie nicht zu dem Kreis derer in Offb 12,17, die Marias Kinder sind. Sie gehören nicht zu uns, die wir mit Christus, unserem Bruder, zu den Nachkommen Marias in 1 Mo 3,15 gehören. Als Kinder Mariens, der in 1 Mo 3,15 angekündigten Frau, stehen wir in den Fußstapfen des Apostels Johannes:

Es standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und neben ihr stehend den Jünger, den er liebte, sprach er zu seiner Mutter: ‚Frau, siehe, dein Sohn!‘ Darauf sprach er zum Jünger: ‚Siehe, deine Mutter!‘ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger in sein Eigenes.“ (Joh. 19,25-27)

So, wie der Apostel Johannes Maria, seine Mutter, in sein Eigenes aufgenommen hat, so nehmen auch wir, seine Brüder, Maria, seine und unsere Mutter, in unser Eigenes auf und erfüllen das vierte Gebot! Es ist sehr tragisch, dass sich die Protestanten aus unserem Kreis und somit aus dem Kreis der in 1 Mo 3,15 genannten Nachkommenschaft der Frau ausschließen, und gegen sie, die Feindin Satans, kämpfen!

 

21. Der Rang der Mutter in der frühen Kirche

Die meisten Protestanten projizieren ihre eigene antimarianische Einstellung auf die ersten Christen und sagen deshalb, dass Maria unter ihnen völlig bedeutungslos gewesen wäre. Die Heilige Schrift jedoch offenbart uns, dass Maria, die Mutter der Christen, von Beginn an nach ihrem Sohn, dem Herrn Jesus Christus, den höchsten Rang einnahm. Wir lesen in Joh. 2,12:

„Darauf zog er (Jesus) hinauf nach Kapharnaum, er und seine Mutter und seine Brüder und Jünger …“ (Joh. 2,12)

Wenn wir diese vom Heiligen Geist inspirierte Stelle genau betrachten, dann sehen wir eine Rangordnung verzeichnet: Zuerst wird Christus, der Herr, genannt, dann seine Mutter und dann „seine Brüder und Jünger“. Christus nimmt also den ersten Rang ein, Maria, die Mutter, den zweiten, und den dritten und letzten Jesu Brüder und Jünger. Das bedeutet, dass Maria hinter Christus, aber vor der Jüngerschaft steht, oder anders ausgedrückt, unter Christus und über der Jüngerschaft; sie erhält nach Christus die erste Position, nicht die Brüder und Jünger. Dasselbe begegnet uns in Joh. 19,25-26:

„Es standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und neben ihr stehend den Jünger, den er liebte, sprach er zu seiner Mutter: ‚Frau, siehe, dein Sohn!‘“

Die erste Stelle wird wieder vom Herrn besetzt; als zweites wird seine gläubige Mutter genannt, und dann kommt die Jüngerschaft: Jesu Tante, Maria Magdalena und Johannes. Das korrespondiert also mit Joh. 2,12. Der Heilige Geist zeigt uns mit Joh. 2,12 und Joh. 19,25f. die Rangordnung innerhalb der Kirche:

1. Christus

2. Maria

3. die Jüngerschaft

Wenn nach Apg. 1,14, sowie nach Apg. 2,42ff. die Apostel die erste Stelle einnehmen, und nicht Maria, ihre Mutter, dann steht das keineswegs im Widerspruch zu dem, was wir bisher vom Heiligen Geist in der Bibel über Maria, unsere Mutter, und ihre Größe und Einzigartigkeit vernommen haben; denn die Apostel werden nach der Himmelfahrt Jesu deshalb an den ersten Platz gesetzt, weil sie ab jetzt Jesus Christus, den Apostel des Vaters, auf Erden stellvertreten:

„Daher sind wir Gesandte an Christi Statt, als ob Gott durch uns zuspräche …“ (2 Kor. 5,20)

Wenn also in der Apostelgeschichte vom Leben der Jerusalemer Kirchengemeinde berichtet wird, ohne von Maria zu sprechen, dann spielt letzteres keine Rolle, weil die Bibel Mariens Einzigartigkeit und ihre herausragende Stellung und Größe bezeugt und hervorhebt: Maria, die Mutter, stand einzigartig ausgesondert über der Gesamtheit der Christen, ihrer Kinder! Das heißt: Die Kirchengemeinde von Jerusalem hatte in sich eben die vom Heiligen Geist in der Bibel bezeichnete Rangordnung zu verzeichnen:

– Zuerst Christus bzw. seine ihn stellvertretenden Apostel in ihrem Apostelamt,

– dann seine Mutter

– und dann seine gläubige Verwandtschaft und seine Jüngerschaft!

Wenn also etwa Apg. 2,42-47 allgemein von den Gläubigen spricht, ohne Maria, die Mutter, zu nennen, dann ist hier diese Rangordnung gewahrt. Man muss sie sich beim Lesen der Stelle bibelbasierend denken. Maria stand als Mutter des Herrn und als unsere Mutter in der frühen Kirche zur Zeit der Apostel über der Gemeinschaft der Gläubigen, über ihren Kindern.

 

22. Die Beziehung der ersten Christengeneration zu ihrer Mutter

Maria, die Mutter der Christen, nimmt nach ihrem Sohn, dem Herrn, den ersten Rang ein, was andeutet, dass sie von den ersten Christen hoch geehrt wurde. Sie sind mit ihr nicht umgegangen wie mit ihresgleichen, sondern erkannten ihr ihren höheren Rang als Gottesmutter und Mutter der Christen zu und traten ihr dementsprechend voller Liebe, Respekt, Wertschätzung und Hochachtung gegenüber, so wie es das vierte Gebot verlangt:

„Verherrliche … deine Mutter!“ (2 Mo. 20,12)

„Denn das ist“ ja „die Liebe zu Gott, dass“ der Christ „seine Gebote“ hält. (1 Joh. 5,3) Zudem lesen wir in Lk. 1,46-48:

„Meine Seele preist die Größe des Herr, und mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter; er schaute gnädig herab auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glückselig preisen alle Generationen. “ (Lk. 1,46-48)

Das ist genau das, was wir von der Bibel bereits vernommen haben, dass Gott unsere Mutter aus ihrer niedrigen gesellschaftlichen Stellung auf Platz 1 versetzt hat, weshalb „von nun an … alle Generationen“ sie preisen würden. Es ist die Rede von „allen Generationen“, von allen, ohne Ausnahme. Das bedeutet, dass schon die erste Generation der Christen sie gepriesen hat, dass dies von Anfang an praktiziert wurde, von den Aposteln und den Kirchengemeinden, die sie unter sich hatten.

Es ist also nicht so, wie die meisten Protestanten denken, dass Maria in der Urkirche völlig bedeutungslos gewesen wäre. Die Heilige Schrift, Gottes Wort, sagt das Gegenteil! Maria, die Mutter, stand über ihren Kindern, den Gläubigen, und wurde von ihnen auf Basis des 4. Gebots geliebt, gepriesen, geehrt und verherrlicht! Diesen Ruhm nahm ihr die katholische Kirche nicht weg, sondern bewahrt ihn bis auf den heutigen Tag.

23. Die ersten Christen redeten Maria, ihre Mutter, direkt an

Maria wurde von ihren Kindern, den ersten Christen, glückselig gepriesen. Sie sagten also nicht einfach zum Schein: “Wir preisen sie glückselig!”, ohne es dann aber getan zu haben; denn diese Aussage – “Wir preisen sie glückselig!” – wäre ja dann nur ein Bekunden eines Aktes gewesen, der aber tatsächlich nicht praktiziert worden wäre! Wenn also der Akt bekundet wird, so wurde der Akt von den ersten Christen auch wirklich durchgeführt. Und diesen Akt, der bekundet wird, und den schon die erste Generation der Christen durchgeführt hat, möchte ich am Beispiel der hl. Elisabeth vorführen, damit wir uns ihn vor Augen führen:

“… und Elisabeth wurde erfüllt von Heiligem Geist, erhob laut ihre Stimme und rief: ‘Gebenedeit bist du unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!” (Lk. 1,41-42)

In dieser Form wurde Maria von der ersten Generation der Christen also gepriesen, mit direkter Anrede! Was wäre das wohl für ein Lobpreis Gottes, wenn wir bloß sagten: “Gott sei gepriesen!”? Das wäre kein Preisen Gottes, sondern ein Ausdruck unseres Wunsches, dass Gott gepriesen sei! Und was wäre das wohl für ein Lobpreis Gottes, wenn wir bloß sagten: “Wir preisen Gott!”? und tun es nicht! Was wäre das also für ein Preisen Marias gewesen, wenn die ersten Christen nach dieser Art gesagt hätten: “Maria sei glückselig gepriesen!” oder “Wir preisen Maria glüclkselig!”? Das eine ist weder ein anbetendes Preisen Gottes noch das andere ein verehrendes Preisen Marias! Das Preisen Gottes und Marias geschieht nur in direkter Anrede, so dass die ersten Christen Gott und Maria auf diese Weise gepriesen haben, da es keine andere Weise des Preisens gibt, als mit direkter Anrede! Alles andere ist, wie aufgezeigt, entweder nur ein Bekunden dieses Aktes, den man tut, oder eine Äußerung des Wunsches, dass dieser Akt praktiziert würde!

Lk. 1,42 prophezeit also, dass die erste Generation der Christen Maria gepriesen und somit direkt angesprochen hat, sowohl dann, als sie auf Erden lebte, als auch dann, als sie schon im Himmel war. Denn die ersten Christen wussten, wie auch Hebr. 12,22ff. zeigt, dass sie von den Bewohnern des Himmels nicht getrennt, sondern in Christus mit ihnen verbunden waren.

Die Protestanten, die Maria ablehnen, sollten sich daher ein Beispiel an den ersten Christen nehmen und, wie sie, Maria lieben, sie als Mutter annehmen, sie ehren, verherrlichen und preisen und so direkt anreden.

 

24. Maria als Mittlerin: Wie sie einen Atheisten zum Heil führte

Ich wohnte viele Jahre mit meinem Freund, der Atheist und Kirchenfeind war, in einer WG zusammen. Eines Tages stellte ich in das oberste Regal seines Bücherschrankes eine Marienstatue auf, die er aufgrund seiner atheistischen und kirchenfeindlichen Gesinnung nicht leiden konnte. Da ich aber sein bester Freund war, duldete er sie.

Als ihm dann August 2006 eine unheilbare, todbringende Krankheit diagnostiziert wurde, war ich erschüttert. Ein Gedanke jagte den anderen: Er wird furchtbar leiden, ich werde meinen einzigen Freund verlieren und er wird in die Hölle kommen, wenn er sich bis zum Moment seines baldigen Todes nicht bekehrt! Doch ich hatte die Rechnung ohne die Gottesmutter gemacht!

Als er Oktober 2007 wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus lag, rief mich seine Mutter an und trug mir die Bitte vor, ihm jene Marienstatue ins Krankenhaus zu bringen, da er sie gerne bei sich haben wolle! Ich dachte mir: „Er will eine Statue in seinem Krankenzimmer haben, die er nie leiden konnte?“

Am nächsten Tag brachte ich sie ihm und er nahm sie freudestrahlend entgegen.

Zwischen Maria und meinem Freund muss also innerhalb von 12 Stunden etwas geschehen sein, das ihn zur innigen Liebe zur Gottesmutter geführt hat. Und dieser marianische Segen, der von nun an über ihm lag, brachte ihm Segen über Segen:

1.) Als er Maria angenommen hat, wurde er von einer anderen schweren Krankheit befreit, gegen die die Ärzte jahrzehntelang nichts tun konnten.

2.) Er begann einen Menschen zu lieben, den er bis dahin hasste, und schloss Frieden mit ihm.

3.) Im Verlauf der folgenden zwei Monate begann er an Jesus Christus und Gott zu glauben.

4.) Anfang Januar 2008 bekannte er Gott erstmals seine Sünden und bat ihn um Vergebung.

5.) Dies führte dazu, dass er im selben Augenblick von den schweren Krämpfen befreit wurde, unter denen er litt.

6.) In den folgenden dreieinhalb Monaten hat ihm der Herr drei Mal das Leben verlängert:

An einem Morgen Mitte Januar, nach der Erstversorgung, die ich meinem Freund leistete, wollte ich, wie an den übrigen Tagen auch, außer Haus gehen, um bis zum Abend fort zu bleiben. Doch da war so ein Gefühl in mir, daheim bleiben zu sollen, was ich dann auch tat. Als ich schon längst außer Haus gewesen wäre, bekam er plötzlich einen Erstickungsanfall. Da ich auf jenes Gefühl gehört hatte und daheim geblieben war, konnte ich ihm das Leben retten.

Ab dem folgenden Tag hatte ich das Gefühl, fortan wieder täglich nach der Erstversorgung außer Haus gehen zu können, bis jenes Gefühl an einem Tag Mitte Februar wieder da war, weshalb ich auch diesmal daheim blieb. Als ich längst außer Haus gewesen wäre, erfolgte der nächste Erstickungsanfall. Und wieder konnte ich meinem Freund das Leben retten, weil ich jenem Gefühl gefolgt bin.

Ab dem darauf folgenden Tag hatte ich erneut das Gefühl, unbesorgt außer Haus gehen zu können, bis jenes Gefühl an einem Tag Ende März erneut in mir aufkam, so dass ich auch diesmal zu Hause blieb. Und es erfolgte ein dritter Erstickungsanfall, vor dem ich meinen Freund das Leben retten konnte.

Da das Gefühl, fortan unbesorgt außer Haus gehen zu können, nicht mehr da war, blieb ich fortan täglich bei ihm, außer an jenen Tagen, an denen seine Mutter da war.

Noch heute denken seine Eltern und Verwandten, die überzeugte Atheisten und Kirchenfeinde sind, dass seine Bekehrung mein Werk gewesen sei! Doch sie ist ohne mein Zutun geschehen! Mein lieber Freund bekehrte sich ohne Zutun irgendeines Menschen, da kein Mensch da war, der ihn hätte bekehren können. Die, die ihn bekehrt und vor dem ewigen Verderben gerettet hat, ist die liebe Gottesmutter! Das, was ihm widerfuhr, war ganz allein ihr Werk! Hier hat sich erfüllt, was die liebe Gottesmutter in Fatima versprochen hat:

Wer die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen übt, dem verspreche ich das Heil.” (13. Juni 1917)

Schwester Lucia, eine Seherin von Fatima, erklärte:

Die heiligsten Herzen Jesu und Mariä wünschen die Andacht zu Ehren des Unbefleckten Herzens, denn sie wollen sich ihrer bedienen, um Seelen zu retten. Unser Herr sprach zu mir: ‘Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass die Verehrung und Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens verbreitet wird, weil dieses liebende Herz der Magnet ist, der die Seelen zu mir hinzieht, der Feuerherd, der die Strahlen meines Lichtes und meiner Liebe über die ganze Erde hin aussendet, und die unversiegbare Quelle, welche die lebendigen Wasser meines Erbarmens auf die Erde herabströmen lässt.’“


Zwar hat mein lieber Freund keine Andachtsübungen zum Unbefleckten Herzen Mariens praktiziert, da er davon nichts wusste, aber er hat das Herz Mariens sehr geliebt. Dieses wunderschöne Mutterherz, das er liebte, war für ihn wahrlich der Magnet, der seine Seele zu Christus, dem Heil, geführt hat.

Als dann mein geliebter Freund Mitte März 2009 starb, wollte ich die Marienstatue als Andenken an ihn und seine wunderbare Bekehrung für mich behalten und sie in besonderen Ehren halten. Doch seine Mutter wünschte, dass wir ihm die Marienstatue in seine Hände legen! So wurde er dann beerdigt, mit der Statue jener in seinen Händen, die er so sehr liebte, die ihn vor der Hölle rettete!

Danke, liebe Gottesmutter! Gelobt und gepriesen seist Du in Ewigkeit! Amen.

 

25. Maria als Feindin Satans: Wie sie mich von Dämonen befreite

Es war Ende April des Jahres 2009, als ich zu einer charismatischen Veranstaltung ging, und mir Vorne den charismatischen “Segen” abholte. Nach dieser Veranstaltung wurde ich monatelang jede Nacht von Dämonen angegriffen und gequält. Ich bat Gott um Befreiung, doch er half mir nicht. Dann wandte ich mich im Oktober desselben Jahres mit dem Rosenkranz an Maria, seine Magd, an die nach 1 Mo 3,15 von Gott eingesetzte Feindin Satans, was zur Folge hatte, dass die dämonischen Attacken für genau 2 Wochen aufhörten. Nach diesen 2 Wochen begannen sie von neuem, so dass ich mich erneut mit dem Rosenkranz an Satans Feindin wandte. Seit diesem zweiten Rosenkranz sind die Attacken endgültig vorbei. Hier zeigt sich, dass gemäß 1 Mo 3,15 Christus seine Mutter nicht umsonst als Satans Feindin eingesetzt hat.

26. Maria als Mittlerin: Wie sie einen Bekannten heilte

Es war an einem Sonntag im April des Jahres 2010, als ich den ganzen Tag mit meinen Gedanken bei Maria, unserer himmlischen Mutter, war. Ich redete zu Ihr über alles, was in meinem Herzen aufkam. Für die Abendmesse verabredete ich mich mit zwei Bekannten. Als ich schon in der Kirchenbank saß, kamen sie dazu. Der Bekannte, der an den Folgen von Schlaganfällen litt, setzte sich links neben mich. Als wir so einige Zeit da saßen, sah ich von der Seite, wie sich dieser Bekannte ständig zu mir drehte und mich anschaute, bis er sich zu mir neigte und sagte: “Ich sehe Mariens Schutzmantel um dich herum! Es ist ein bläulicher Schleier, der dich umgibt!” Es vergingen dann einige Minuten, als er mir ganz außer sich vor Freude mitteilte, dass von dem Schutzmantel Mariens, der um mich herum war, eine angenehme Wärme ausging, seinen Körper durchdrang und ihn von den Schmerzen und Verkrampfungen befreite. So bediente sich Christus seiner Mutter, um durch sie den Bekannten von den Folgen seiner Schlaganfälle zu befreien!

 

27. Wie Gott eine Glaubensschwester zur Liebe zu Maria führte

Diese Glaubensschwester war ursprünglich Protestantin. Sie wurde jahrelang von der protestantischen Sekte „Der Weg“ indoktriniert, so dass deren Lehren tief in ihr eingebrannt waren. Es kosteten mich dann einige Jahre, ihr in der Bibel zentrale Lehren der katholischen Kirche zu beweisen. Sie geriet daraufhin in einen extremen inneren Kampf. Auf der einen Seite waren da die in ihr tief eingebrannten protestantischen Lehren der genannten Sekte, und auf der anderen Seite die biblischen Beweise für die Richtigkeit der katholischen Kirche. Dieser innere Kampf, der in ihr wütete, führte dazu, dass sie in große Verzweiflung geriet und daran dachte, sich das Leben zu nehmen. Doch der Heilige Geist, der in ihr wirkte, sorgte dafür, dass sie das nicht tat.

Als dann der innere Kampf vorbei war, wollte sie in die Kirche eintreten, und das nur, um die Sakramente zu empfangen. Sie war also noch nicht katholisch, auch dann nicht, als sie im Jahr 2014 offiziell in die Kirche aufgenommen wurde, denn noch zu viele protestantische Positionen waren und sind in ihr eingebrannt. Ich konnte ihr nicht mehr weiterhelfen, weil sie sich gegen meine Aussagen abschottete, offenbar weil sie befürchtete, dass sie nochmal in eine innere Krise stürzen könnte. Deshalb führt Gott sie über Visionen und besondere Fügungen Schritt für Schritt zum vollen Katholizismus!

Und da sie nach 6 Jahren immer noch keine Liebe zur Muttergottes hatte (sie konnte sie nicht leiden), zeigte Gott ihr im Mai 2020 die Gottesmutter in einer Vision. In dieser Vision wurde ihr die in verschiedenen Farben rotierende Sonne vom 13. Oktober 1917 in Fatima gezeigt, sowie die Muttergottes selbst als Unsere Liebe Frau von Fatima. Seither liebt und verehrt sie die Gottesmutter!

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